Zimmerpflanzen

Pflanzen im Schlafzimmer: Darauf solltest du achten

Urban Jungle ist allgegenwärtig. Aber ist der grüne Deko-Trend auch fürs Schlafzimmer geeignet? Klar ist er. Du musst nur wissen, worauf es ankommt.

1. Sind Pflanzen im Schlafzimmer sinnvoll?

An dieser Frage scheiden sich die Geister. Es stimmt, dass Pflanzen bei der Photosynthese Sauerstoff produzieren. Für das Schlafzimmerklima eigentlich ein Vorteil, aber: Gleichzeitig hört man häufig von Allergien und Schlafstörungen, die durch zu viel Grün im Schlafzimmer ausgelöst werden sollen. Fakt ist: Bestimmte Pflanzenarten haben im Schlafzimmer nichts zu suchen. Abgesehen davon spricht nichts dagegen, das Schlafzimmer zum Urban Jungle zu machen. Denn auch wenn Zimmerpflanzen das Raumklima nur minimal verbessern, sind sie immer noch ein tolles Gestaltungselement. Das lebendige Grün schafft Atmosphäre und verleiht deinem Schlafzimmer einen individuellen Look.

2. Welche Pflanzen eignen sich fürs Schlafzimmer?

Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat schon Ende der 1980er-Jahre die Auswirkung von Zimmerpflanzen auf das Raumklima untersucht: In der „Clean Air Study“ von 1989 veröffentlichte sie eine Hitliste mit luftreinigenden Pflanzen, die unter anderem Chemikalien und Schadgase wie Benzol und Trichlorethylen aus der Luft filtern. Klingt fantastisch – funktioniert aber leider nur unter Laborbedingungen. Im durchschnittlichen Schlafzimmer profitieren wir also kaum von den luftreinigenden Eigenschaften unserer Grünpflanzen. Und wenn schon – schön anzuschauen sind sie trotzdem, und pflegeleicht in der Regel noch dazu.

Luftreinigende Pflanzen fürs Schlafzimmer

  • Einblatt: Der Name täuscht – die Tropenpflanze besteht aus einer Fülle großer, dunkelgrüner Blätter, die von einigen schneeweißen Hochblättern gekrönt werden. Das Einblatt gilt als Luftverbesserer und ist gleichzeitig sehr dekorativ, zum Beispiel als Bodenpflanze.
  • Efeu: Efeu ist nicht nur eine schnell wachsende und sehr genügsame Fassadenbegrünung, sondern auch eine tolle Zimmerpflanze. Vor allem als Hängepflanze im Schlafzimmer machen die langen, dunkelgrünen Ranken viel her. Zudem steht Efeu im Ruf, die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen zu regulieren. Einzige Kehrseite: Die vielen kleinen Blätter müssen regelmäßig entstaubt werden.
  • Aloe Vera gilt gemeinhin als Allheilmittel – klar, dass die Sukkulente mit den dicken, spitz zulaufenden Blättern auch luftreinigende Eigenschaften hat. Darüber hinaus ist sie aber auch ausgesprochen genügsam und will nur hin und wieder gegossen werden. Aloe-Pflanzen eignen sich besonders gut als grüne Fensterbank-Deko, da sie viel Licht benötigen.

Zimmerpflanzen mögen lichtarme Räume

Auch ohne grünen Daumen kannst du dein Schlafzimmer zum Urban Jungle machen: Neben Kakteen und Sukkulenten gibt es noch viele andere sehr genügsame Pflanzen. Grünlilien und Bogenhanf zum Beispiel kommen auch mit wenig Licht sehr gut zurecht. Während Grünlilien regelmäßig Wasser und nährstoffreiche Erde brauchen, um schön üppig zu wachsen, ist der Bogenhanf ausgesprochen genügsam – beste Voraussetzung für alle, die sich ein bisschen schwertun mit der Pflanzenpflege. Auch die Kentia-Palme gibt sich mit wenig Licht zufrieden und verzeiht ohne weiteres eine Woche ohne Gießen. Mit ihrem hohen Wuchs und den fedrigen Blättern macht die schlanke Palme im Urban-Jungle-Schlafzimmer richtig was her.

Hier findest du Zimmerpflanzen für dein Schlafzimmer:

3. Diese Pflanzen gehören nicht ins Schlafzimmer

Stark blühende und duftende Zimmerpflanzen

Pollenallergiker sind vermutlich ohnehin skeptisch bei blühenden Zimmerpflanzen. Aber auch stark duftende Pflanzen können Schlafprobleme oder Kopfschmerzen verursachen. Im Alltag mag der Duft von Gardenien, Jasmin oder Orchideen angenehm sein, aber in der dunklen, reduzierten Atmosphäre des Schlafzimmers kann er massiv stören. Lieber zu wenig blühenden Pflanzen mit viel Blattgrün greifen.

Sehr kleinblättrige Pflanzen

Pflanzen mit vielen kleinen Blättern – zum Beispiel Rankpflanzen wie Efeu – sind zwar nicht schädlich, sie sammeln aber schnell jede Menge Staub. Wer keine Lust hat, regelmäßig die Blättchen zu entstauben, sollte sich lieber großblättrige Pflanzen wie einen Gummibaum oder eine Yucca-Palme ins Schlafzimmer stellen.

Giftige Pflanzen

Alpenveilchen, Primeln, Amaryllis und andere beliebte „Fensterbank-Pflanzen“ sehen hübsch aus, sind aber giftig. Für das Schlafzimmerklima ist das zwar nicht relevant, aber gerade in einem Haushalt mit kleinen Kindern (oder Haustieren) solltest du trotzdem lieber zu unbedenklichen Grünpflanzen wie Aloe oder Grünlilien greifen.

4. So setzt du deine Schlafzimmerpflanzen in Szene

Kleine Pflanzen gruppieren: Eine einzelne Zimmerpflanze als Blickfang? Das funktioniert nur mit großen Pflanzen. Kleine Gewächse am besten in drei oder mehr Töpfen gruppieren, damit sie nicht verloren wirken. Kleiner Tipp: Arbeite bei einer Pflanzengruppe immer mit einer ungeraden Anzahl an Töpfen. Das wirkt stimmiger.

Mit Blattfarben und -strukturen spielen: Ein Mix aus verschiedenen Kakteen und Sukkulenten, groß- und kleinblättrige Pflanzen oder einfach drei verschiedenfarbige Arten Grünlilien: Mit Zimmerpflanzen in unterschiedlichen Farben und Formen schaffst du ein abwechslungsreiches Bild.

Pflanzen auf unterschiedlicher Höhe platzieren: Ein großer Gummibaum auf dem Boden, der Efeu in einer Hängeampel und einige Grünlilien oder Sukkulenten auf der Fensterbank – so ergänzen sich die Zimmerpflanzen und bilden ein harmonisches Ganzes.

Schönes für deine Zimmerpflanzen: Übertöpfe und Accessoires:

5. 5 Pflegetipps für Schlafzimmerpflanzen

  1. Blätter regelmäßig entstauben: Je größer die Blätter, desto mehr Staub sammelt sich darauf. Für ein gesundes Schlafzimmerklima solltest du die Blätter deiner Zimmerpflanzen einmal im Monat mit einem feuchten Tuch abwischen oder die komplette Pflanze einmal kurz unter die Dusche stellen.
  2. Schimmelbildung vermeiden: Eine Schicht Tongranulat am Boden des Blumentopfs hilft, Blumenerde und Wurzeln besser zu belüften und Schimmelbildung zu vermeiden.
  3. Pflanzen richtig wässern: Verschiedene Pflanzenarten benötigen unterschiedlich viel Wasser. Aloe und anderen Sukkulenten zum Beispiel solltest du erst gießen, wenn die Blumenerde vollständig trocken ist. Bei Grünlilien dagegen sollte der Topfballen immer etwas feucht, aber nicht nass sein. Und Bogenhanf braucht nur alle zwei bis drei Wochen Wasser.
  4. Regelmäßig umtopfen: Mindestens einmal im Jahr solltest du die Blumenerde komplett auswechseln und deine Pflanzen ein einen größeren Blumentopf setzen, falls sich die Wurzeln stark ausgebildet habe. So wachsen deine Schlafzimmerpflanzen schön üppig und Schimmel oder Schädlinge haben keine Chance.
  5. Schlafzimmer regelmäßig lüften: Eigentlich selbstverständlich. Tägliches Stoßlüften reduziert Staub und Feuchtigkeit im Schlafzimmer – und auch deine Pflanzen freuen sich über die tägliche Frischluftzufuhr.