Ärmel hochkrempeln und los: Wwoofing in Neuseeland

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Wir sind im Auen­land. Neusee­land. Auf der Nordinsel. Hier wer­den wir in dun­kler Erde wühlen und biol­o­gis­ches Gemüse ern­ten, wir wer­den Schafen begeg­nen und mit Pfer­den tanzen. Und wir wer­den wwoofen.

Wwoofing salat

Wwoofen, was bitte?

Ein merk­würdi­ges Wort. Es ist ganz ein­fach und es ist eine Möglichkeit, weltweit nach­haltig Urlaub zu machen, kosten­los. Es kostet nur ein biss­chen Arbeit und Zeit. Was dahin­ter steckt, ver­rate ich gle­ich. Aber erst ein­mal erzäh­le ich etwas über Neuseeland.

Neusee­land ist nicht nur das Land der grü­nen Hügel, der Hob­bits, Orks und Leg­en­den. Es ist ein Land, das Wert auf Nach­haltigkeit und Umweltschutz legt. Neusee­land ist das einzige Land, das kein einziges Atom­kraftwerk besitzt. Die Energie wird vor allem aus Wind- und Wasserkraft gewon­nen. Der Naturschutz wird ernst genom­men. Schon bei der Ein­reise müssen wir alles angeben und reini­gen lassen, was fremde Natur beherber­gen kön­nte. Unsere Stiefel, unser Moski­tonetz, alles. Neusee­land ist eine Insel und kann einen großen Arten­re­ich­tum vor­weisen. Der soll mit den stren­gen Ein­reisebes­tim­mungen geschützt werden.

neuseeland heiße quelle wwoofing

Die Natur ist atem­ber­aubend. Neusee­land schwankt zwis­chen grü­nen Hügeln und kar­gen Vulkan­land­schaften, zwis­chen brodel­nden Schwe­felseen und Geysiren. Wir kön­nten tage­lang fahren und anhal­ten, die Natur ein­saugen, dann wieder fahren und anhal­ten. Aber wir haben ein Wwoofing-Date oben im Nor­den. Wir mieten einen Camper. Er ist grün. Genau wie auch die Richtlin­ien des Unternehmens. Nach eige­nen Angaben acht­en sie auf ihren CO2-Verbrauch und opti­mieren ihre Hos­tels und Camper soweit es geht. Sie set­zen auf Recy­cling. Wir steigen ein und fahren los. Wir wer­den Wwoofen.

Wwoofing – was ist das?

Du gehst in ein Land, arbeitest auf ein­er Farm mit und im Gegen­zug bekommst du freie Kost und Logis. So funk­tion­iert Work & Trav­el. Die meis­ten Län­der erlauben diese Form der Arbeit für ein paar Monate ohne ein spezielles Arbeitsvi­sum. Deswe­gen nutzen es viele Stu­den­ten oder Men­schen, die sich ein Sab­bat­i­cal genom­men haben, um ihre Reise etwas bezahlbar­er zu machen. Außer­dem lernt man so das Land und die Men­schen viel bess­er ken­nen. Ger­ade in Aus­tralien und Neusee­land ist es sehr ver­bre­it­et. Die Jobs wer­den über Organ­i­sa­tio­nen oder Agen­turen ver­mit­telt. Das ist beim Wwoof­ing ähnlich.

Wwoofing Gewaechshaus

Nur gibt es einen beson­deren Punkt, durch den es sich vom nor­malen Work & Trav­el unter­schei­det. Beim Wwoof­ing dür­fen nur biol­o­gis­che Far­men und Betriebe mit­machen. Nur Höfe oder Orte, die sich der art­gerecht­en Tier­hal­tung, der Nach­haltigkeit oder Fair Trade ver­schrieben haben. WWOOF­ing ste­ht für „Work­ing Week­ends on Organ­ic Farms“. Mit­tler­weile gibt es aber mehrere Bedeu­tun­gen, zum Beispiel kann es auch heißen: „World Wide Oppor­tu­ni­ties on Organ­ic Farming“.

Wwoofen handschuh

Die Entste­hungs­geschichte: Die Grün­derin wollte das Landleben und die biol­o­gis­che Bewe­gung in Eng­land auch von der Stadt aus unter­stützen und hat anfangs Land-Wochenenden für Städter organ­isiert. Viel zu viele Men­schen wis­sen schon gar nicht mehr, wo die Milch eigentlich herkommt und wie biol­o­gis­ches Farmwirtschaften funk­tion­iert. Über die Jahre haben sich der Bewe­gung so viele Fans angeschlossen, dass ein weltweites, nach­haltiges Work & Trav­el Pro­gramm daraus wurde. Man meldet sich ein­mal an und kauft sich für ein paar Euro den Zugang zur Daten­bank für das Land in dem man wwoofen will. Die Far­men schal­ten Anzeigen auf dem Por­tal. Dort sucht man sich seinen Wun­schar­beit­ge­ber aus und schreibt ihn an. Sobald bei­de Seit­en ein­ver­standen sind, kann es losgehen.

Wwoofing_Schaufel

Erfahrungsbericht: Mein Wwoofing in Neuseeland

Ich bin ein Modemäd­chen und ich bin ein Pfer­demäd­chen. Meinen Weg zu einem fairen Miteinan­der mit den Pfer­den kön­nt ihr auf mein­er Web­site ver­fol­gen. Das sollte ich euch spätestens jet­zt ver­rat­en. Damit ihr euch nicht wun­dert, weshalb ich mir ger­ade eine Pfer­de­farm für meine Wwoofing-Erfahrung aus­ge­sucht habe. Ich habe auf dem Wwoofing-Portal ein Bed & Break­fast mit biol­o­gis­chen Grund­sätzen ent­deckt, das ein beson­deres Pfer­de­train­ing anbi­etet. Dort kann ich „Lib­er­ty Work“ ler­nen. Also die Zusam­me­nar­beit mit Pfer­den ohne Halfter und Sat­tel. Es geht um Respekt, Fair­ness und art­gerecht­en Umgang. Ein schön­er Gedanke. Das Ziel: Im Gle­ichk­lang mit den Pfer­den sein.

Wwoofing Pferdehof frau

Wie beim Wwoof­ing üblich arbeit­en wir. Wir dür­fen dafür unseren Camper abstellen und wer­den mit allem ver­sorgt. Auch mit frischem Gemüse aus dem Biog­a­rten. Dazu habe ich einen speziellen Deal aus­ge­han­delt. Gegen zwei Stunden Arbeit extra werde ich unter­richtet und darf mit den Pfer­den ler­nen. Wir kom­men an und wer­den erst ein­mal mit einem Kräuter­tee begrüßt.

Wir machen es uns gemütlich und reden über Pferde, Men­schen, Biogärten und gesunde Ernährung. Die bei­den Besitzer der Pfer­de­farm, Jo und Lind­sey, sind biologisch-nachhaltig unter­wegs. Sie trinken zum Früh­stück grü­nen Smooth­ie, essen strikt nach der Paleo-Diät und ihre Pferde wer­den auss­chließlich mit Energie und Kör­per­sprache trainiert. Alles basiert auf Thai Chi, dem fer­nöstlichen Medi­a­tion­ss­port. Ich beschließe, mich für die Dauer des Aufen­thaltes darauf einzu­lassen und finde mich plöt­zlich auf dem Platz wieder, während ich die Arme ele­gant und ener­getisch schwenke.

Wwoofing pferd

Ich lerne Pferde-Yoga. Das gibt es. Auch ein Pferd will gestretcht wer­den. Ich arbeite dafür mor­gens jeden Tag im Biog­a­rten der Farm. Ich set­ze Salat ein, ernte Rote Bete und lerne von Lind­sey mehr über den Auf­bau eines Biog­a­rtens. Auch darum geht es beim Wwoof­ing. Neue Per­spek­tiv­en ken­nen­zuler­nen. Die Welt mit anderen Augen zu sehen. In der Erde zu graben und mit der Natur zu arbeiten.

Wwoofing Salat

Während ich tippe blicke ich wieder aus dem Camper-Fenster auf das grüne neuseeländis­che Gras. Die Kühe wedeln mit ihren Schwänzen auf der Nach­barkop­pel, die Pferde schnauben und grasen zufrieden, die Sonne scheint und ich weiß, dass ein schön­er Tag vor mir liegt. Ich werde meine Hände in der Erde des Biog­a­rtens ver­graben und ich werde auf dem Platz mit einem der Pferde arbeit­en. Ich werde mich ganz auf das Pferd ein­lassen, hof­fentlich. Und wir wer­den gemein­same Momente der Zufrieden­heit haben. Ein Geschenk, das mir die Wwoofing-Erfahrung ger­ade macht. Ich freue mich darauf.

7 Tipps für einen nachhaltigen Kleiderschrank

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Wer umweltverträglicher leben will, sollte versuchen Nachhaltigkeit Schritt für Schritt in alle Lebensbereiche zu integrieren. Auch in den Kleiderschrank. Hier kommen 7 Tipps, wie du deine Garderobe nachhaltiger gestalten kannst.

Nachhaltiger Kleiderschrank

Nachhaltigkeit im Kleiderschrank – das ist sicher ein Thema, das die ein oder andere Frage aufwirft. Was macht die eigene Garderobe nachhaltig? Worauf sollte man beim Kauf von Kleidung, Schuhen und Taschen achten? Welche Rolle spielen Umweltaspekte oder faire Arbeitsbedingungen bei der Herstellung? Hier erfährst du, was du wirklich in den eigenen vier Wänden tun kannst, um ein wenig mehr Nachhaltigkeit in den Schrank zu bringen.

7 Tipps für…

Hi, ihr Lieben! Mein Name ist Petra und ich blogge auf „Hollightly“ über Fashion, Design und grünen Lifestyle. Ich bin bekennendes Modemädchen mit Hang zu schönen Dingen und überzeugt davon,...

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