Wohnen im Alter

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Wenn man jung ist, macht man sich über das Wohnen im Alter erstmal keine allzu großen Gedanken. Ist ja noch lange hin, denkt man sich. Aber auch in „jungen Jahren“ sollte man sich schon mit dem Thema auseinandersetzen. Da wir uns auch schon öfter darüber Gedanken gemacht haben, wie und wo wir in Zukunft wohnen und leben möchten, haben wir uns mal intensiver damit beschäftigt und geschaut, was es für Möglichkeiten gibt. Oft ist es ja so, dass das eigene Haus im Alter viel zu groß ist. Die Kinder sind ausgezogen, der Ehepartner ist verstorben und plötzlich sitzt man alleine in einem riesigen Anwesen. Man ist zwar noch fit, trotzdem fällt die Gartenpflege und die Reinigung der eigenen vier Wände immer schwerer. Zusätzlich überkommt einen das Gefühl der Einsamkeit. Keiner ist da, mit dem man mal ein Schwätzchen halten und sich austauschen kann. Damit das nicht passiert, findest du hier ein paar alternative Wohnideen fürs Alter.

Wohnkonzepte Alte Menschen

Wohnen im Alter – Alternativen zum Altersheim:

Alters-WG

Ein Ausweg könnte da eine Alters-WG bieten. Also eine Wohngemeinschaft älterer Menschen, die zusammen in einem Haus oder einer Wohnung leben. So können sie sich gegenseitig unterstützen, im Alltag helfen, aber auch das Gefühl der Einsamkeit in einer Gemeinschaft überwinden.

Alter WG Als Alternative Zum Altersheim

Natürlich kommt auch der finanzielle Aspekt zum Tragen, denn die Mieten werden immer teurer. Von Wohneigentum mal ganz zu schweigen. Deshalb ist das Aufteilen der Wohnkosten auf mehrere Personen gar keine schlechte Idee. Klar, man sollte zueinander passen, die Chemie muss stimmen. Aber es muss ja auch kein wildfremder Mensch sein, mit dem man zusammenzieht. Meist findet sich sogar im Freundeskreis ein passender Mitbewohner. Ansonsten lässt sich online, über soziale Medien, Foren und Anzeigenportale wie zum Beispiel plusWGs die passende „Wahlfamilie“ finden.

Mehrgenerationenhaus

Wer es im Alter dann doch nur mit Gleichaltrigen zu langweilig findet und noch ein bisschen mehr Action braucht, sollte sich nach einem Platz in einem Mehrgenerationenhaus umsehen. Oft sind die Träger solcher Häuser Vereine und Gemeinden. Es entstehen aber auch immer mehr private Projekte, wie zum Beispiel die Gemeinschaft Tenne Steinfurth. Dort kann man in mehreren ökologisch sanierten Häusern und einer alten Scheune in Gemeinschaft mit Jung und Alt wohnen und leben. Gerade auf dem Land kann diese Wohnform dem immer größer werdenden Leerstand von alten Häusern Paroli bieten.

Mehrgenerationenhaus

Auch das Thema Minimalismus und Nachhaltigkeit spielt in solchen Gemeinschaften eine große Rolle: Es gibt beispielsweise Gemeinschafts-Waschmaschinen, der Garten wird gemeinsam bewirtschaftet, die Werkstatt kann von allen Bewohnern genutzt werden und und und.

Mehrgenerationenhaus Garten

Du findest diese Wohnalternative spannend und könntest dir das für die Zukunft vorstellen? Dann findest du u. a. auf der Webseite www.mehrgenerationenhaeuser.de des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend weiterführende Infos und kannst dort sogar gezielt nach Häusern in deiner Nähe suchen.

Dorfgründungen

Noch einen Schritt weiter gehen Projekte, die eine „Dorfgründung“ zum Ziel haben. Ein Paradebeispiel für so ein zukunftsweisendes Öko-Dorfprojekt ist die Gemeinschaft Tempelhof in Baden Württemberg. Dort leben 100 Erwachsene und 40 Kinder bewusst, ökologisch, solidarisch, ohne religiöse und politische Dogmen zusammen. Bisher wurden neben den Wohngebäuden, ein Earthship für experimentelles Wohnen, ein Seminarhaus und ein Café gebaut.

Gemeinschaft Tempelhof
Gemeinschaft Tempelhof

Es wurde eine freie Schule gegründet und die Erweiterung des „sozialen Dorfes“ mit Pflegehaus, Hospiz und Heilhaus ist in Planung. Für nähere Infos kannst du dich auf der Webseite von Schloss-Tempelhof umschauen und dich dort auch direkt für ein Kennenlern-Wochenende anmelden.

Ein weiteres Ökodorf für nachhaltiges Gemeinschaftsleben ist Sieben Linden in Sachsen Anhalt. Auch dort wird das Ziel, nachhaltige Lebensstile zu verwirklichen, verfolgt.

Fazit

Als Resümee der bisher aufgeführten Wohnformen bleibt festzuhalten, dass das nicht für jeden etwas ist. Manche brauchen mehr oder auch völlige Privatsphäre. Sie können und wollen sich – gerade im Alter – nicht auf eine Gemeinschaft einlassen, in der es mit Sicherheit auch hin und wieder zu Reibungen und Differenzen kommen kann. Aber auch diejenigen, die sich in den alternativen Wohnformen nicht wiederfinden, sollten sich in einer stillen Minute mal mit dem spannenden Thema „Wie möchte ich in Zukunft wohnen“ befassen.

Alte Menschen

Für uns steht jedenfalls fest, dass wir uns in den nächsten Jahren verkleinern möchten. Ob wir auf ein Modulhaus umschwenken, in ein Tiny House Village ziehen oder vielleicht sogar für eine Zeit in unserem Camper wohnen werden, können wir jetzt noch nicht genau festmachen. Allerdings halten wir auf unseren Reisen im In- und Ausland jetzt schon immer Ausschau nach alternativen Wohnkonzepten und besuchen verschiedene Projekte, um uns einen Eindruck zu verschaffen.

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Wir sind Sig und Sven und schreiben seit 2009 auf unserem Blog wohn-blogger.de über nachhaltige und alternative Wohnkonzepte gemixt mit DIY- und Upcycling-Ideen. Tiny Houses, umgebaute Schiffscontainer und Earthships haben...

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