Quadratisch hochgestapelt: Architektur aus Schiffscontainern

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Wir ken­nen sie alle: die großen Schiff­s­con­tain­er aus Met­all, die en masse auf den Welt­meeren umher­schip­pern. Immer prall gefüllt mit Kon­sumgütern, Lebens­mit­teln und anderen Din­gen. Eben mit allem, was man irgend­wie in diese Blech­box­en pack­en kann. Mit­tler­weile haben Con­tain­er­schiffe gigan­tis­che For­men angenom­men und eines der größten Schiffe kann über 19.000 dieser 20-Fuß-Container an Bord nehmen. Wahnsinn. Die gängig­sten und bekan­ntesten Con­tain­er­größen sind der 20-Fuß-Container mit ein­er Länge von ca. sechs Metern und der dop­pelt so lange 40-Fuß-Container. Über 15 Mil­lio­nen davon sind im Umlauf. Natür­lich wer­den bei dieser riesi­gen Anzahl auch immer wieder einige der Fracht­box­en aus­ge­mustert.

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In Berlin ist ein ganzes Stu­den­ten­dorf aus Con­tain­ern im Bau. © EBA51

Habt ihr euch schon mal gefragt, was mit den Con­tain­ern passiert, die nicht mehr für den Schiffsverkehr benötigt wer­den? Eine tolle Möglichkeit der Weit­er­ver­wen­dung ist die Umwand­lung der Schiff­s­con­tain­er in Wohn­raum. Seit ein paar Jahren haben Architek­ten die Con­tain­er für sich ent­deckt. Als Ship­ping Con­tain­er Archi­tec­ture beze­ich­nen sie die Umbaut­en für ver­schieden­ste Zwecke.

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So soll das Stu­den­ten­dorf ausse­hen, wenn alles fer­tig ist. © Holz­er Kobler Architek­turen GmbH

Da gibt es zum Beispiel ein riesiges, aus sehr vie­len gestapel­ten Con­tain­ern beste­hen­des Stu­den­ten­dorf in Ams­ter­dam. Und auch in Berlin ist das Wohnen im Schiff­s­con­tain­er für Stu­den­ten möglich. Im Plän­ter­wald entste­ht ein Con­tain­er­dorf mit dem Pro­jek­t­ti­tel EBA51. Die ersten Con­tain­er sind schon bezo­gen und weit­ere Wohnein­heit­en fol­gen.

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Denkt man gar nicht – von innen kann ein Con­tain­er ganz char­mant ausse­hen. © EBA51


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© EBA51


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© EBA51

Die Cargo-Container eignen sich natür­lich auch super als Pop-up- oder Flagship-Store, mobiles Restau­rant, Hotelz­im­mer, als Schule oder als Wohn­raum und wer­den dementsprechend umfunk­tion­iert und aus­ge­baut. Selb­st eine amerikanis­che Kaf­feekette hat die aus­rang­ierten Con­tain­er für sich ent­deckt und eine Drive-thru-Filiale daraus gebaut. Neben dem coolen Look haben die Shipping-Container natür­lich auch die Vorteile, dass sie mobil und beweglich, lange halt­bar, sta­bil und stapel­bar sind.

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Ein Con­tain­er­haus im Bau … © www.containerhome.info


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… und nach­dem es mit ein­er Holzverklei­dung verse­hen wurde. © www.containerhome.info

Die Con­tain­er wer­den deshalb auch als Unterkün­fte bei Katas­tro­phen oder Woh­nungsnot genutzt. Und natür­lich spielt der rel­a­tiv geringe Anschaf­fung­spreis für diese alter­na­tive und nach­haltige Wohn­form eine große Rolle. Aber wie auch bei anderen alter­na­tiv­en Wohnkonzepten, wie Tiny Hous­es oder Earth­ships, ist ein Großteil eher skep­tisch, wenn es darum geht, aus einem Cargo-Container eine schönes Haus zu machen. Zum Glück beweisen find­i­ge Architek­ten und Design­er, dass man mit aus­ge­di­en­ten Schiff­s­con­tain­ern dur­chaus schöne und preis­gün­stige und sog­ar preis­gekrönte Häuser bauen kann.

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Einen fast skan­di­navis­chen Lebensstil ver­bre­it­et diese Container-Küche. © www.containerhome.info

Wir glauben, der Trend, aus Con­tain­ern Wohn­raum zu schaf­fen, wird sich fort­set­zen und wir wer­den bes­timmt in näch­ster Zeit noch viele tolle Container-Homes sehen. Vielle­icht ermutigt dieser Artikel den ein oder anderen, sein eigenes Container-Projekt zu starten.

Happy Birthday: Ein Jahr Platz schaffen mit Herz

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Im März 2014 startete die OTTO Kleiderspende „Platz schaffen mit Herz“ unter dem Dach der Initiative Zukunft. Wie OTTO euren aussortierten Kleidungsstücken mit „Platz schaffen mit Herz“ ein zweites Leben einhaucht und eure Kleiderspende in eine Wertspende umwandelt, haben wir euch schon erklärt. Auch ein paar unserer re:BLOGGER haben bereits mitgemacht und nachhaltig ausgemistet. Nach etwas über einem Jahr fand nun die erste Gewinnausschüttung statt: Wir waren für euch dabei und haben uns angeschaut, was dabei herausgekommen ist. 25.000 Euro für gute Zwecke „Wir waren im letzten Jahr sehr gespannt, wie dieses Engagement aufgenommen wird und sind begeistert von der…

Wir sind Sig und Sven und schreiben seit 2009 auf unserem Blog wohn-blogger.de über nachhaltige und alternative Wohnkonzepte gemixt mit DIY- und Upcycling-Ideen. Tiny Houses, umgebaute Schiffscontainer und Earthships haben...

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helga
Freitag, 29. März 2019, 13:12 Uhr

Eine tolle mit dem Con­tain­er­dorf! So was kann auch zu einem sozialen Pro­jekt wer­den! Für unser Grund­stück an dem Wald­see wäre auch solch eine Hätte keine schlechte Lösung!

helga
Donnerstag, 13. Dezember 2018, 15:52 Uhr

Schön, wenn der Architekt nicht nur an die Schön­heit denkt, son­dern auch an die Wohn­si­t­u­a­tion der anderen. In unser­er Stadt wur­den die Con­tain­er zu den Wohn­häusern für Obdachlose. Mir scheint, es ist doch ein vernün­ftiger Schritt, danke für die Ideen!

Gustav Sucher
Montag, 22. Oktober 2018, 8:41 Uhr

Hal­lo, mein Brud­er ist Architekt und beschäftigt sich gerne mit Con­tain­ern. Ich habe mal ein Con­tain­er­haus in Frankre­ich verk­a­belt. Ich muss sagen, dass diese Häuser extrem genial sind. Vie­len Häusern sieht man es kaum an, dass sie auch Con­tain­ern beste­hen. Danke für den tollen Blog Beitrag!

Johanna Seibel
Montag, 5. März 2018, 12:13 Uhr

Hal­lo zusam­men,
her­zlichen Dank für diesen span­nen­den und infor­ma­tiv­en Beitrag zum The­ma Wohn­con­tain­er. Mein Mann und ich möcht­en sich auch einen solchen Con­tain­er kaufen und diesen ver­mi­eten. Eure Bilder sind sehr inspiri­erend, ich bin mir sich­er, dass wir uns noch ein­mal euren Beitrag anschauen wer­den, wenn es um die Ein­rich­tung unseres Wohn­con­tain­ers geht.

Viktoria Maisner
Montag, 27. Februar 2017, 15:24 Uhr

Hal­lo zusam­men,
vie­len lieben Dank für den span­nen­den Artikel. Wahnsinn welche Möglichkeit­en ein Con­tain­er bietet! Das finde ich super, dass ihr hier so viele Bilder hochge­laden habt und uns daran teil­haben lässt.

Dienstag, 11. August 2015, 18:48 Uhr

Coole Sache! Eine wirk­lich schöne und nach­haltige Idee. 🙂