Wie nachhaltig ist das Internet?

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Wie nach­haltig sur­fen wir eigentlich? Und welchen Ein­fluss hat das Inter­net auf die Umwelt und die Ressourcen?

Nachhaltigkeitscheck Internet

Wenn man an das The­ma Nach­haltigkeit und unseren ökol­o­gis­chen Fußab­druck denkt, dann lan­den die ersten Gedanken meist beim Fleis­chkon­sum, Plas­tikver­schmutzung, (Flug-) Verkehr und kon­ven­tioneller Land­wirtschaft. Doch wie sieht es eigentlich mit der virtuellen Welt, dem Inter­net aus? Die wenig­sten wis­sen, dass jed­er Klick, jed­er Video Stream und jede Email einen CO2 Abdruck hin­ter­lässt. Und der ist lei­der gar nicht uner­he­blich.

Das Internet im Nachhaltigkeitscheck:

Wie hoch ist der CO2-Verbrauch?

Nachhaltigkeitscheck Internet

Vielle­icht würde man zunächst denken, dass vor allem der Stromver­brauch bei uns zu Hause gemeint ist. Fernse­her, Com­put­er, Smart­phone usw. ver­brauchen Strom aus unser­er Steck­dose und auch dieser Energie­ver­brauch ist nicht zu ver­acht­en. Auch darf der Energieaufwand bei der Her­stel­lung unser­er IT-Geräte nicht außer Acht gelassen wer­den. Doch die viel gravieren­dere Öko­bi­lanz entste­ht hin­ter den Kulis­sen, näm­lich dort, wo die Serv­er ste­hen, auf denen Web­pages, Net­flix & Co. gehostet wer­den.

Netflix Streaming Plattform

Wann immer wir eine Serie strea­men, YouTube-Videos schauen, Begriffe auf Google suchen, den Facebook-Feed aktu­al­isieren oder eine Email versenden, müssen Dat­en auf Servern ver­ar­beit­et wer­den. Die Rechen­leis­tung allein bedarf ein­er Menge Strom, was sich eben­falls in der Öko­bi­lanz nieder­schlägt. Der Fak­tor, der jedoch die aller­meis­ten CO2-Emissionen verur­sacht, ist die energieaufwändi­ge Küh­lung der Serv­er, die nur bei ca. 25 Grad rei­bungs­los funk­tion­ieren. Auch wenn man es nicht ver­muten würde, so sind die errech­neten Werte so hoch, dass sie mit den uns bekan­nten “Umwelt­sün­dern“ mithal­ten kön­nen.

Internet vs. Flugreisen

Fliegen

Man kann den ökol­o­gis­chen Fußab­druck des Inter­nets tat­säch­lich in etwa mit dem des Flugverkehrs ver­gle­ichen. Betra­chtet man die Emis­sio­nen des weltweit­en kom­merziellen Flugverkehrs, so errech­nete der Inter­na­tion­al Coun­cil on Clean Trans­porta­tion (ICCT) für das Jahr 2018 einen CO2-Ausstoß von 918 Mil­lio­nen Ton­nen, was ca. 2,5 Prozent der weltweit­en CO2-Emissionen ergibt. Konkrete Zahlen für die glob­alen Internet-Emissionen zu errech­nen, stellt sich zwar nicht ganz so leicht dar, doch wer­den diese von ein­er neuen franzö­sis­chen Studie namens „The Shift Project“ auf ca. 3,7 Prozent der gesamten weltweit­en CO2-Emissionen errech­net. Ten­denz steigend. Dabei gibt es große Unter­schiede im Energie­ver­brauch der ver­schiede­nen Internet-Aktivitäten.

Was sind die wahren Energiefress­er im Inter­net?

Handy Internet

Jede ver­schick­te E-Mail (je 1 MB) ver­braucht ca. 20 Gramm CO2. Wenn du also ein Jahr lang zehn Emails am Tag versenden würdest, dann wäre das in etwa der gle­iche Ver­brauch wie 500 Kilo­me­ter Auto fahren. Das ist schon erschreck­end viel! Allerd­ings entste­ht der größte Energie­ver­brauch nicht durch Emails oder Such­maschi­nen, son­dern durch das Strea­men von Videos. Ganze 80 Prozent der gesamten Inter­net Emis­sion entste­ht bei Anbi­etern wie Net­flix, Ama­zon Prime, YouTube, Face­book, Insta­gram und vor allem auf pornografis­chen Streaming-Plattformen.

Thema Daten

Daten Im Internet

Wenn man bedenkt, dass heute noch nicht ein­mal jed­er Men­sch Zugang zum Inter­net hat, dann sind die Bedenken berechtigt, was wohl passieren wird, wenn sich das Inter­net weit­er­hin so schnell entwick­elt wie bis heute. Nicht nur das Stream­ing wird zunehmen, es wird sich auch immer mehr Daten­müll ansam­meln. In E-Mail-Postfächern, auf Fest­plat­ten, aber vor allem auch auf den exter­nen Speicher-„Clouds“. Generell kann man sagen, je mehr Dat­en entste­hen und gespe­ichert wer­den, desto mehr Energie muss aufge­wandt wer­den, um die Serv­er am Laufen zu hal­ten.

Nachhaltiges Internet – geht das?

Suchmaschine Google

Diese Entwick­lung ganz aufzuhal­ten, ist nicht real­is­tisch, deshalb liegt die Lösung eher darin, den Energie­ver­brauch der Serv­er trotz der Men­gen an Dat­en effizien­ter zu machen und auf erneuer­bare Energien umzusteigen. Schon jet­zt set­zen einige Server­far­men auf erneuer­bare Energien. Wobei es auch hier bess­er wäre, natür­liche Küh­lungssys­teme (wie das Meer oder käl­tere Bre­it­en­grade) zu nutzen, anstatt sie durch Öko-Strom zu befeuern. Auch jed­er einzelne von uns kann etwas tun, um dem Umweltver­schmutzer Inter­net ent­ge­gen zu wirken.

Der eigene ökol­o­gis­che Internet-Fußabdruck

Eigener Oekologischer Internet Fussabdruck

Mit den fol­gen­den Tipps kannst du deinen eige­nen ökol­o­gis­chen Internet-Fußabdruck min­imieren:

  1. Behalte nur Dat­en (Fotos, Videos etc.), die dir wirk­lich wichtig sind und hin­ter­lasse keinen Daten­müll, den du eh nie wieder anguck­en wirst.
  2. Leere dein E-Mail-Postfach regelmäßig und melde dich von unge­woll­ten Newslet­tern ab. Vor allem Spam Emails und Wer­bung sam­meln sich schnell an und ver­brauchen unnötiges Daten­vol­u­men.
  3. Streame bewusster. Oft schauen wir Videos (z. B. im Face­book Feed) gar nicht bewusst an, son­dern lassen uns neben­bei berieseln – auch das ist unnötiger Energie­ver­brauch.
  4. Stelle dein Handy so ein, dass nicht ständig Apps im Hin­ter­grund laufen, son­dern erst dann, wenn du sie öffnest.
  5. Schaue Videos lieber auf dem Handy als auf großen Bild­schir­men. Denn je klein­er der Bild­schirm, desto geringer die Auflö­sung und der Energie­ver­brauch.

Fazit

Surfen Smartphone

Auch wenn die Erken­nt­nisse dieses Artikels zunächst erschreck­end scheinen, so muss man auch aus einem ganz anderen Blick­winkel auf das Inter­net und seine Nach­haltigkeit schauen. Während die greif­bare, errech­nete Öko­bi­lanz nicht so gut aussieht, muss eben­falls erwäh­nt wer­den, dass das Inter­net vor allem auch eine pos­i­tive Entwick­lung für die Welt und den Umweltschutz ist. Näm­lich aus dem Grund, dass nur durch das Inter­net große Bewe­gun­gen wie momen­tan Fri­days for Future entste­hen und sich Men­schen auf der ganzen Welt verbinden kön­nen. Durch das Inter­net ist es heute möglich, Missstände aufzudeck­en und bekan­nt zu machen, sich dage­gen einzuset­zen und zu mobil­isieren. Es ist also, wie oft, nur die Frage, was wir daraus machen und wie wir die Dinge nutzen, die uns an die Hand gegeben wer­den.

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