Wie Du eine vegane Wandergruppe gründest

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Auch wenn man das ganze Jahr über wandern kann, fällt es einem nach den eher geruhsamen Winterwochen besonders einfach. Alles scheint zu erwachen. Die Tage werden wieder länger, die Temperaturen steigen, Wiesen und Wälder grünen langsam, erste Blümchen wagen sich hervor. Der Frühling steht vor der Tür. Nichts wie raus! Entdecke das Glücksgefühl beim Wandern, das der britische Schriftsteller Bruce Chatwin einmal so beschrieben hat: „Der Vorgang des Wanderns trägt zu einem Gefühl psychischen und geistigen Wohlbefindens bei.“

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Gründe doch eine vegane Wandergruppe. Du brauchst nur etwas Organisationstalent. So einfach kann man einen Beitrag zum gesunden, nachhaltigen und ethisch korrekten (Zusammen-)Leben leisten.

Ich selbst habe Anfang letzten Jahres solch eine „Vandergruppe“ gegründet. Auf den bisher neun Touren durch Frankens Mittelgebirge waren wir im Schnitt zu zehnt, sind rund 18 km gelaufen und sind entweder vegan eingekehrt oder haben gepicknickt.

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Warum Du eine vegane Wandergruppe gründen solltest

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Bruce Chatwin hatte recht. Sich in der Natur zu bewegen, ist ungemein gut für Körper und Geist. Großstädter profitieren besonders, denn sie entkommen für ein paar Stunden dem täglichen Wahnsinn zwischen den Straßenschluchten und den eigenen vier Wänden. Manch einer wird erstaunt sein, welch schöne Wandergebiete vor den Stadttoren liegen. Nicht wenige waren noch nie auf dem Hausberg, haben aber den Milford Sound in Neuseeland oder die Niagarafälle in Kanada besucht.

Es ist reizvoll, alleine loszuziehen und mit allen Sinnen die Langsamkeit der Natur und des Seins zu erfahren – oder besser gesagt – zu erwandern. Mit mehreren wird es freilich geselliger. Bei einer veganen Wandergruppe geht es auch darum, Gleichgesinnte zusammenzubringen. Pflanzenfresser sind immer noch Exoten in unserer Gesellschaft. Ich empfehle aber, Vegetarier und Fleischesser nicht auszuschließen, sofern sie der veganen Ernährung wohlwollend gegenüberstehen. Auf den Touren essen und trinken natürlich alle vegan.

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Es wird entweder gepicknickt oder ein Gastronom gefördert, der rein pflanzliche Speisen auf der Karte hat oder auf Anfrage zubereitet. Nur wenn eine Nachfrage da ist, wird man in Zukunft auch außerhalb der Städte schmackhafte Pflanzenkost bekommen.

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In 8 Schritten zur eigenen veganen Wandergruppe

Es ist einfacher als gedacht, eine vegane Wandergruppe auf die Beine zu stellen. Da nicht jeder Facebook oder WhatsApp nutzt, empfehle ich das ganze mit Hilfe von E-Mails abzuwickeln. Die folgenden Schritte haben sich bei mir bewährt:

  1. Interessenten suchen. Ist Dein Freundeskreis nicht groß genug, findest Du in der Veggie Community, in der VEBU-Regionalgruppe Deiner Stadt oder mit einem Aushang in Deinem Bioladen Leute, die gerne wandern und vegan essen. Du brauchst ungefähr doppelt so viele Interessenten im E-Mail-Verteiler, als durchschnittlich mitkommen sollen. Schließlich hat nicht jeder immer Zeit und Lust.
  2. Die Einkehr oder das Picknick festlegen (4 bis 5 Wochen vorher). Mittlerweile gibt es auf dem Land und in kleineren Städten Lokale, in denen Veganes angeboten wird. Eine nicht vollständige Liste findest Du bei VEBU und HappyCow. Darüberhinaus sind viele Gasthöfe mit etwas gehobenerer Küche oder Hotelbetrieb in der Lage, etwas Passendes auf den Tisch zu bekommen. Am besten telefonierst Du vorab mit dem Lokal. Bei gutem Wetter bietet sich auch ein Picknick an. Jeder Wanderer bringt dann etwas Veganes in ausreichender Menge mit, so dass ein Freiluft-Buffet entsteht, an dem sich jeder bedienen kann.
  3. Die Route planen (4 bis 5 Wochen vorher). Ich empfehle im Winterhalbjahr eine Strecke von 15 bis 20 km und im Sommerhalbjahr eine Strecke von 20 bis 25 km. Sind viele An- und Abstiege zu bewältigen, sollte die Tour lieber etwas kürzer ausfallen. Idealerweise legst Du das Mittagessen so, dass etwa die Hälfte der Strecke geschafft ist.
  4. Den Termin für die Wanderung festlegen (3 bis 4 Wochen vorher). Schicke eine E-Mail mit drei oder vier Terminvorschlägen (hier ein Beispiel) an Deine Interessenten. Eine Tabelle auf einem Blatt Papier oder eine Excel-Tabelle hilft Dir, den Überblick zu behalten. Der Tag, an dem die meisten Zeit haben, wird es dann. Wenn Du einen großen E-Mail-Verteiler hast, kannst Du diesen Schritt überspringen und den Termin selbst festlegen.
  5. Den Termin rumschicken (hier ein Beispiel), 2 bis 3 Wochen vorher. Jeder, der mitwandern möchte, sollte nun noch mal per E-Mail fest zusagen und sich den Termin vormerken.
  6. Den Tisch reservieren (2 bis 3 Wochen vorher), sobald die Anzahl der Wanderer feststeht. Falls Du ein Picknick planst, solltest Du mögliche Plätze recherchieren.
  7. 1 bis 2 Wochen die Organisationsdetails rumschicken – das könnte so aussehen. Darunter fallen Infos zu An und Rückfahrt (um Umwelt und Geldbeutel zu schonen, empfiehlt es sich, die öffentlichen Verkehrsmittel zu verwenden), Erreichbarkeit, Route und Einkehr oder Picknick.
  8. Am Morgen der Tour sollte jeder per Handy erreichbar sein. Durch Unvorhergesehenes wie Krankheit oder Zugausfall können kurzfristige Absprachen nötig sein.

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Nach der Wanderung ist vor der Wanderung. Du kannst bald wieder mit Schritt 2 beginnen, so dass etwa alle sechs Wochen eine Tour stattfindet. Ein paar meiner Wandervorschläge für Wandermuffel sind auch für die Wandergruppe geeignet – etwa das Nachtwandern oder das Barfußwandern.

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Hallo, ich heiße Christof und schreibe auf meinem Blog über Minimalismus und Nachhaltigkeit. Ohne materiellen Überfluss, negative Beziehungen und unnötige Verpflichtungen zu leben, führt zu persönlichem Glück und gesellschaftlichem Gewinn. Ich konnte das in den vergangenen Jahren selbst erfahren. Nach und nach habe ich mein Leben umgekrempelt und mich dabei immer pudelwohler gefühlt. Heute besitze ich nur noch wenige, aber hochwertige Dinge; habe mein Auto gegen Fahrrad und Bahncard eingetauscht; ernähre mich vegan; wandere wochenlang mit einem 35-Liter-Rucksack über die Alpen oder durch deutsche Mittelgebirge … Ich freue mich, meine Inspirationen hier mit euch zu teilen.

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