Wetbag selber machen: Anleitung und Tipps

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Nach­haltig und prak­tisch unter­wegs nasse Klei­dung ver­stauen? Kein Prob­lem: Wir zeigen dir, wie du einen Wet­bag sel­ber machen und wofür du ihn nutzen kannst. Hier gibt es eine aus­führliche Schritt-für-Schritt-Anleitung, mit der nichts schief geht.

Nassbeutel mit Reissverschluss selber machen

Sportk­lei­dung, Schwim­mzeug, Handtüch­er, Wech­sel­wäsche, Stof­fwindeln, Artikel für die Monat­shy­giene: Wer um ein nach­haltiges Leben bemüht ist und Abfall­pro­duk­te möglichst mei­den will, hat oft aller­hand dabei, das nass oder schmutzig ist oder wer­den kann. Weil man das feuchte Gepäck natür­lich nicht in die Hand­tasche oder den Ruck­sack leg­en möchte, braucht es eine wasser­feste Ver­pack­ung, die sich zudem ein­fach reini­gen lässt: den Nass­beu­tel. Wir zeigen dir, wie du ganz leicht einen Wet­bag sel­ber machen kannst.

Was ist ein Wetbag und wozu braucht man ihn?

Wetbag für Badesachen Stoffwindeln und Sportzeug

Wet­bag heißt über­set­zt so etwas wie „Nass­beu­tel“ und genau das ist es auch. Darin lässt sich alles trans­portieren, was nass bzw. feucht ist und nicht in Kon­takt mit anderen Din­gen kom­men soll. Das kön­nen Stof­fwindeln sein, Schwimm­sachen, ver­schwitzte Sportk­lam­ot­ten etc. Durch die Beschich­tung dringt keine Feuchtigkeit nach außen und auch Gerüche bleiben darin ver­schlossen. Nach Gebrauch kannst du den Wet­bag ein­fach trock­nen oder bei Ver­schmutzung feucht auswis­chen bzw. in der Waschmas­chine reini­gen. Anschließend mit der linken Seite nach außen trock­nen. Achtung: nicht im Trockner!

Wetbag als nachhaltige Alternative zu Plastiktüten und Co.

Selbst gemachter gelber Wetbag mit Schlaufe

Nach­haltiger zu leben, bedeutet für mich zu einem großen Teil auch, Müll zu ver­mei­den. Eine Plas­tik­tüte zum Weg­w­er­fen kommt für mich daher nicht infrage. Sie wird zumeist aus Erdöl hergestellt, ist gar nicht oder nur über Jahrhun­derte biol­o­gisch abbaubar und endet daher viel zu oft als gefährlich­es Mikro­plas­tik in unseren Meeren, in Flüssen und der Natur. Bio­plas­tik ist momen­tan lei­der auch keine Lösung, da die Bedin­gun­gen, die notwendig sind, um Bio­plas­tik zu recyceln oder abzubauen, sich nicht mit der kon­ven­tionellen Abfall­wirtschaft, wie sie derzeit betrieben wird, vere­in­baren lassen. Es wird daher gehand­habt, wie jedes andere Plas­tik auch. Selb­st Plas­tik­taschen, die wiederver­wend­bar sind, hal­ten meist nicht viel Gewicht aus und sind nach eini­gen Benutzun­gen nicht mehr wirk­lich zu gebrauchen. Schön sind Plas­tik­taschen natür­lich erst recht nicht!

Wir besitzen deshalb einen Wet­bag, in den wir all das, was nass ist oder wer­den kann, rein­pack­en. So bleibt der Rest trock­en und sauber. Ein schön­er und prak­tis­ch­er Wet­bag mit zwei Fäch­ern lässt sich super­ein­fach selb­st nähen und ist tat­säch­lich sog­ar ein tolles Näh­pro­jekt für Anfänger. Du kannst dafür Lkw-Plane upcyceln oder nach beschichteten Stof­fen Auss­chau hal­ten. Es gibt auch zer­ti­fizierte nach­haltige PU-Stoffe. Online find­est du sog­ar Tuto­ri­als, wie du deinen Stoff selb­st wasser­fest beschicht­en kannst. Tipp: Du kannst die Maße natür­lich so anpassen, dass sie genau deinen bzw. euren Bedürfnis­sen entsprechen.

DIY Anleitung: Wetbag selber machen

Wetbag selber machen

Schwierig ist es abso­lut nicht, wenn du einen Wet­bag sel­ber machen möcht­est. Der Schnitt ist recht sim­pel und auch die Reißver­schlüsse lassen sich leicht ein­nähen. Und so geht’s:

Was du benötigst: 

  • wasser­festen Stoff (30 cm x 60 cm und 30 cm x 32 cm)
  • zwei Reißver­schlüsse, je 30 cm und jew­eils mit Zipper
  • dreifach gedreht­es Garn in passender Farbe
  • Steck­nadeln und eine passende Nähmaschinennadel
  • Näh­mas­chine sowie Stoffschere
  • Bleis­tift oder Krei­de zum Anzeichnen
Wetbag zuschneiden

Der Zuschnitt

Um loszule­gen, brauchst du zwei rechteck­ige Stof­fzuschnitte: Ein­er sollte 30 cm x 60 cm groß sein und ein weit­er­er 30 cm x 32 cm. Bei bei­den ist bere­its eine Nahtzu­gabe ein­gerech­net. Falls du noch einen weit­eren Rest hast, kannst du noch eine Lasche daraus nähen, um den Wet­bag später aufhän­gen oder bess­er tra­gen zu kön­nen. Dafür kannst du aber auch jeden anderen Stof­frest bzw. eine dicke Kordel verwenden.

Den oberen Reißver­schluss einnähen

Am besten beginnst du mit dem Nähen am oberen Reißver­schluss. Dazu benötigst du bei­de Stof­fzuschnitte. Lege zunächst die Stof­fkante des Reißver­schlusses rechts auf die rechte Seite der Stof­fkante eines der bei­den Zuschnitte. Stecke die Stoffe mit Steck­nadeln fest. Wenn du die Steck­nadeln im recht­en Winkel zum Reißver­schluss ein­steckst, kannst du ganz ein­fach darü­ber nähen. Tipp: Um zu ver­mei­den, dass die Näh­nadel bricht, stecke ich meist lieber längs ab und nehme die Steck­nadeln her­aus, kurz bevor die Näh­maschi­nen­nadel darü­ber fährt.

Reissverschluss fuer Wetbag einsetzen

Mit der anderen Seite des Reißver­schlusses ver­fährst du genau­so auf dem zweit­en Stof­fzuschnitt. Wenn du die bei­den Nähte dann auf rechts auseinan­der­fal­test, soll­test es in etwa wie auf der Abbil­dung unten aussehen.

Reissverschluss fuer Wetbag einnaehen

Da sich beschichtete Stoffe nicht bügeln lassen, drückst du die Stoff­brüche am besten mit dem Fin­ger­nagel möglichst flach und steckst mit Steck­nadeln ab. Sollte dein Stoff sehr wider­spen­stig sein, kannst du auch etwas Back­pa­pi­er darüber­legen und ganz vor­sichtig mit geringer Hitze bügeln. Anschließend kannst du etwa zwei Zen­time­ter ent­lang der bei­den Stoff­brüche auf bei­den Seit­en abnähen. Nutze dazu die Markierun­gen an dein­er Näh­mas­chine. Falls noch nicht geschehen, soll­test du dann den Reißver­schlusszip­per auf­fädeln. Dafür benötigst du etwas über­lap­pen­den Reißver­schluss, da nur eine der bei­den Seit­en gekürzt wird, damit sich der Zip­per bess­er auf­fädeln lässt.

Reissverschluss fuer Wetbag abnaehen

Den zweit­en Reißver­schluss einnähen

Als Näch­stes nehmen wir uns den zweit­en Reißver­schluss vor: Eine Hälfte des Reißver­schlusses wird mit 15 cm Abstand zum ersten Reißver­schluss ein­genäht und zwar so, dass die rechte Seite des Reißver­schlusses auf der recht­en Seite des Stoffes liegt. Fest­gesteckt und -genäht wird dann die Reißver­schlusshälfte, die weit­er vom ersten Reißver­schluss ent­fer­nt liegt. Du kannst das ganz gut auf der Abbil­dung unten erken­nen. Hier musst du lediglich ein­mal abnähen (und vielle­icht für mehr Belast­barkeit ein zweites Mal über die Naht nähen).

Zweiten Reissverschluss fuer Wetbag einsetzen

An der zweit­en, gegenüber­liegen­den Seite des größeren Stof­fzuschnitts kannst du nun die zweite Seite des zweit­en Reißver­schlusses wie gehabt annähen. Auch hier liegt wieder die Stof­fkante des Reißver­schlusses rechts auf rechts auf der Stof­fkante unseres Zuschnitts. Zum Abnähen musst du das bish­er Genähte ein­mal nach außen drehen, sodass die übrig gebliebene Stof­fkante innen liegt.

Wetbag zusammennaehen

Den Schlauch nähen

Genau so, wie du den Wet­bag zulet­zt zum Nähen gedreht hast, arbeitest du dann weit­er: Die erwäh­nte innen liegende Stof­fkante muss näm­lich noch ein­mal mit der recht­en Seite an die linke (also innere) Seite des äußeren Stoffs gesteckt und fest­genäht wer­den. Nähe dabei von außen mit einem Abstand von einem Zen­time­ter zur Stof­fkante. Du kannst dir bei­de Seit­en markieren und dann mit Krei­de oder Bleis­tift anze­ich­nen. Du musst den Stoff dazu etwas raf­fen. Das ist ein wenig umständlich und du soll­test darauf acht­en, dass du nicht verse­hentlich einen ger­afften Stoffteil mit ein­nähst. Dafür sieht man danach von außen nichts, außer ein­er schö­nen Naht.

Wetbag mit zwei Reissverschluessen selber machen

Den Wet­bag verschließen

Der schwierig­ste Teil ist nun geschafft und der Wet­bag kann seitlich ver­schlossen wer­den. Drehe den Stoff dazu wieder auf links. Wenn du möcht­est, kannst du noch einen Stof­frest zu einem schmalen Streifen zusam­men­fal­ten und als Schlaufe ein­nähen. Noch schön­er wird es, wenn du vorher ein­mal mit der Näh­mas­chine drübernähst. Wenn du den Streifen im oberen Teil ein­er der bei­den Seite nach innen liegend mit fest­steckst, erhältst du eine Schlaufe, um den Wet­bag aufzuhängen.

Schlaufe fuer Wetbag naehen

Stecke die bei­den Seit­en mit Steck­nadeln aufeinan­der und nähe ganz ein­fach min­destens 0,5 cm von den Stof­fkan­ten ent­fer­nt ent­lang (auch über den Stoff­streifen), um den Wet­bag von bei­den Seit­en zu ver­schließen. Du kannst danach ganz ein­fach den oberen Reißver­schluss von innen öff­nen und den restlichen Stoff durch­schieben, um den Wet­bag wieder auf rechts zu drehen.

Seiten beim Wetbag abnaehen

Fazit Wetbag selber machen

Nassbeutel selber naehen Anleitung

Mit ganz ein­fachen Hand­grif­f­en und wenig Mate­r­i­al kannst du ein super­prak­tis­ches Tool für den nach­haltigeren All­t­ag nähen und musst dir nie wieder über­legen, wohin mit nass­er Wäsche, wenn du unter­wegs bist. Plas­tik­taschen braucht es nicht mehr! Der Wet­bag eignet sich für nasse Bad- oder Sport­sachen, aber auch für Stof­fwindeln. Übri­gens ist der Wet­bag auch ein tolles Geschenk.

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