Wandervorschläge für Wandermuffel

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„Wan­dern ist kinder­le­icht. Es ist allen zugänglich – jung, alt, arm, reich, männlich, weib­lich. Einen per­sön­lichen Stil bildet jed­er Wan­der­er, jede Wan­derin von selb­st aus. Ein­fach los­ge­hen. Entschei­dend ist nicht das Logo an der Jacke. Offen sein, durch­läs­sig wer­den für die Ein­flüsse von Natur und Land­schaft und nicht zulet­zt für die innere Stimme. Unter­wegs die Pforten der Wahrnehmung möglichst weit öff­nen. Für die Blick­ach­sen, Duft­felder, Klan­gräume, in die man ein­taucht. Unsere Sinne, die im urba­nen All­t­ag verküm­mern, wieder schär­fen – darauf kommt es an. Stra­pazen und die Bere­itschaft, manch­mal bis an die eige­nen Gren­zen zu gehen, gehören dur­chaus dazu. Essenz des Wan­derns ist das Erleb­nis von Frei­heit: Ich ver­füge sou­verän über Raum und Zeit“, schreibt der deutsche Jour­nal­ist Ulrich Grober in seinem Buch „Vom Wan­dern – Neue Wege zu ein­er alten Kun­st“.

Ich kann diesem Plä­doy­er nur beipflicht­en. Wan­dern hat viele Seit­en und Gesichter: Ein­fach­heit und Frei­heit, Entschle­u­ni­gung und Med­i­ta­tion, Arzt und Ther­a­peut, Sport und Her­aus­forderung, Ideenge­ber und Ermunter­er, Ver­bun­den­heit und Gemein­schaft …

Wandern ist Trend

Laut dem Deutschen Wan­derver­band hat der Trend zu mehr Freizeitak­tiv­itäten im Freien dazu geführt, dass das Wan­dern in den let­zten Jahren immer beliebter gewor­den ist. Auch der Deutsche Alpen­vere­in verze­ich­net seit Langem einen starken Zulauf. Gle­ichzeit­ig hat sich das Image dieser Freizeitbeschäf­ti­gung verän­dert. Der Wan­der­er von heute ist nicht mehr mit Kniebund­hose son­dern mit Mul­ti­funk­tion­sklei­dung unter­wegs.

Trotz­dem hat manch ein­er Sonntagnachmittag-Touren auf schnurg­er­aden Forststraßen durch monot­o­ne Nadel­wälder vor Augen, wenn er ans Wan­dern denkt. Das liegt zum einen daran, dass viele in ihrer Kind­heit zu solchen Spaziergän­gen genötigt wur­den, zum anderen daran, dass wir gerne an Klis­chees fes­thal­ten, um Ord­nung zu hal­ten und unser Leben zu vere­in­fachen.

Nach mein­er Erfahrung kann man Wan­der­muf­fel am besten mit etwas Beson­derem oder gar Spek­takulärem erre­ichen. Die fol­gen­den Vorschläge sind natür­lich auch für Wander-Aficionados geeignet. Abwech­slung und Inspi­ra­tion tun jedem (Wander-)Leben gut.

1. Ohne Karte und GPS losziehen

Wandern Tipps für Wandermuffel

Starte von Dein­er Haustüre aus, wenn Du im Grü­nen wohnst, oder fahre ein Stück mit den Öffentlichen raus. Dann geh ein­fach los. Der Weg ist das Ziel. Lass Karte, GPS und Smart­phone daheim (oder im Ruck­sack, wenn Du Angst hast, ver­loren zu gehen). Schaue, wohin Dich Deine Füße an diesem Tag tra­gen. Spüre die Frei­heit. Genieße die Ruhe, die Sonne und den Wind, den Duft der Wälder und Wiesen. Erlebe diese Wan­derung mit allen Sin­nen. Am Abend wirst Du vielle­icht etwas verän­dert, aber sich­er zufrieden nach Hause zurück­kehren.

2. Potluck im Grünen

Wandern Tipps für Wandermuffel Potluck

Ein kleine Wan­derung kann man wun­der­bar mit einem Pick­nick verbinden. Gute Erfahrun­gen habe ich mit einem Potluck oder einem Mit­bring­brunch gemacht. Dabei bringt jed­er Teil­nehmer eine Speise mit, die für mehrere Teil­nehmer reicht und mit allen geteilt wird. So kommt ohne großen Aufwand ein mehrgängiges Buf­fets zusam­men.

3. Winterwandern und Schneeschuhwandern

Wandern Tipps für Wandermuffel Winterwandern Schneeschuhwandern

In den meis­ten Urlaub­sre­gio­nen der Alpen und in den deutschen Mit­tel­ge­bir­gen gibt es bei Schnee­lage aus­gewiesene Win­ter­wan­der­wege. Durch die weiße Land­schaft zu marschieren, ist ger­ade bei Son­nen­schein ein beson­deres Erleb­nis. Noch aben­teuer­lich­er ist eine Tour mit Schneeschuhen abseits der Wege. Längst haben sich die Bergführer, Alpen­vere­inssek­tio­nen und Rei­sev­er­anstal­ter auf diesen Trend eingestellt. Sie bieten geführte Schneess­chuh­wan­derun­gen an und berat­en in Aus­rüs­tungs­fra­gen.

4. Nachtwandern

Wandern Tipps für Wandermuffel Nachtwandern

Nacht­wan­derun­gen sind bei Kinder- und Jugend­grup­pen auf Klassen­fahrten oder bei Ferien­aufen­thal­ten auf­grund des Gruse­l­ef­fek­ts beliebt. Aber auch erwach­sene Kinder find­en daran Gefall­en. Nachts hört man ganz andere (Tier-)Geräusche als tagsüber. Ich empfehle, nicht erst bei Dunkel­heit zu starten, son­dern den Son­nenun­ter­gang mitzunehmen. Scheint der Mond hell, ist im offe­nen Gelände kein Licht nötig. Anson­sten haben sich Stirn­lam­p­en oder auch Fack­eln bewährt.

5. Nacktwandern

Wandern Tipps für Wandermuffel Nacktwandern

Richtig gele­sen. Natur­is­ten und FKKler suchen auf Nack­t­wan­derun­gen Frei­heit, Kör­perge­fühl und Naturver­bun­den­heit. Hierzu­lande ist das erlaubt – zumin­d­est dort, wo sich keine Men­schen gestört fühlen. Um Ärg­er zu ver­mei­den, soll­ten also wenig fre­quen­tierte Wege gewählt wer­den. In Deutsch­land gibt es zwei offiziell aus­geschilderte und bewor­bene Nack­t­wan­der­wege: Den Harz­er Natur­is­ten­stieg und den Natur­is­ten­weg Unde­loh in der Lüneb­urg­er Hei­de. Eben­falls in der Lüneb­urg­er Hei­de befind­et sich das Wan­derge­bi­et Süs­ing, in dem seit über 80 Jahren Nack­erte herum­laufen.

6. Barfuß wandern

Wandern Tipps für Wandermuffel barfuß wandern

Bar­fuß zu gehen ist die natür­liche Form der men­schlichen Fort­be­we­gung. Schon Sebas­t­ian Kneipp hat es zur Gesund­heitsvor­sorge emp­fohlen. Auch heute beto­nen Ärzte und Phys­io­ther­a­peuten die gesund­heits­fördernde Wirkung des Bar­fußge­hens. Vor allem bei Kindern kräftigt es die Fuß­musku­latur und sorgt für eine kor­rek­te Zehen­stel­lung. Erwach­sene prof­i­tieren eben­falls vom Bar­fußge­hen.

In Deutsch­land gibt es kürzere Fußfühlp­fade mit unter­schiedlichen Boden­ma­te­ri­alien und kilo­me­ter­lange Bar­fußwan­der­wege. Du kannst aber genau­so auf einem Weg im Wald oder durch Wiesen­gelände Deine Schuhe und Sock­en ausziehen und ein Stück bar­fuß wan­dern. Auch hier gilt: Übung macht den Meis­ter.

7. Einen Marathon gehen

Wandern Tipps für Wandermuffel Marathon gehen

Wen Her­aus­forderun­gen reizen, kann an einem Tag 42 km wan­dern. Am besten trom­melst Du ein paar Fre­unde zusam­men. Geteiltes Leid ist halbes Leid. Eine geeignete Strecke ist mit Hil­fe von GPS schnell geplant. Im Ziel kannst Du vorschla­gen, noch 8 km dranzuhän­gen, um die magis­che Gren­ze von 50 km zu erre­ichen. Das ist mach­bar. Im Som­mer 2016 bin ich auf der Via Podi­en­sis in Frankre­ich an einem Tag 53 km gegan­gen.

8. An einer 24-Stunden-Wanderung teilnehmen

Wandern Tipps für Wandermuffel 24-Stunden-Wanderung

Sind Dir 42 oder 50 km zu wenig? Dann kannst Du Dich zu ein­er der 24-Stunden-Wanderungen anmelden. Beliebte Events sind z. B. der Mam­mut­marsch in Berlin, die 24 Stunden-Wanderabenteuer Eder­see, die 24 Stunden von Rheinland-Pfalz, die 24h-Wanderung Bernkastel-Kues, der Franken­wald Wan­der­marathon, die 24 Stunden von Bay­ern, die 24h Tro­phy (ver­schiedene Aus­tra­gung­sorte), der Colum­bia hike and run (ver­schiedene Aus­tra­gung­sorte) und die 24-Stunden-Wanderung mit Hans Kam­mer­lan­der.

9. Fernwandern

Wandern Tipps für Wandermuffel Fernwandern

Als Fern- oder Weit­wan­dern beze­ich­net man eine Wan­derung, die über größere Streck­en und mehrere Tage führt. Viele Ver­anstal­ter bieten solche Touren mit und ohne Gepäck­trans­port an. Du kannst aber auch alles selb­st in die Hand nehmen. Am Mor­gen zu starten, ohne zu wis­sen, wo man die Nacht ver­bringt, ist ein kleines Aben­teuer in unser­er mod­er­nen, geregel­ten Welt. Die deutschen Mit­tel­ge­birge mit ihren schö­nen, gut markierten Wegen sind prädes­tiniert für Fer­n­wan­derun­gen. Nach­haltiger kann man höch­stens auf Balkonien Urlaub machen.

10. Die Alpen überqueren

Wandern Tipps für Wandermuffel Alpenüberquerung

Eine Alpenüber­querung ist der Traum fast jeden Berg­wan­der­ers und so etwas wie die Königs­diszi­plin des Fer­n­wan­derns. Um die Alpen in Nord-Süd-Richtung kom­plett zu über­queren, benötigt man min­destens drei Wochen Zeit. Genü­gend Kon­di­tion, Trittsicher­heit und Schwindel­frei­heit sind unab­d­ing­bar. Die bekan­nteste Route führt von München nach Venedig. Genau­so grandios, aber weniger über­laufen ist die Alpenüber­querung Salzburg – Tri­est. Ein Zelt ist nicht nötig, denn geschlafen wird in Berghüt­ten und in Unterkün­ften im Tal. Bei­de Alpenüber­querun­gen enden nach rund vier Wochen und 25.000 Auf­stiegshöhen­metern am Mit­telmeer.

11. Nach Santiago de Compostela pilgern

Wandern Tipps für Wandermuffel Jakobsweg

Wer noch länger Zeit hat, kann von der Haustüre aus auf dem Jakob­sweg nach San­ti­a­go de Com­postela und weit­er nach Fin­is­terre am Atlantik gehen. Ich war im let­zten Som­mer 108 Tage und 2875 km unter­wegs. Zunächst bin ich von Nürn­berg an den Bodensee und durch die Schweiz, dann durch Frankre­ich und schließlich auf dem berühmten Camino Frances durch Spanien gewan­dert.

Die Route ist ein­fach, die Markierung zuver­läss­sig, die Infra­struk­tur aus Einkehr- und Über­nach­tungsmöglichkeit­en sehr gut. Land­schaftlich war ich von der Strecke ent­täuscht. Zu oft geht es durch dicht besiedeltes oder land­wirtschaftlich genutztes Gebi­et. Wer aber vor allem unkom­pliziert Men­schen ken­nen­ler­nen möchte, ist auf dem Jakob­sweg richtig. Ab Frankre­ich trifft man im Som­mer­hal­b­jahr zahlre­iche (ab Spanien unzäh­lige) Pil­gerin­nen und Pil­ger.

Was davon möcht­est Du aus­pro­bieren? Hast Du weit­ere Wan­der­vorschläge für Wan­der­muf­fel?

7 Tipps gegen den Winterblues

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Wenn das Wetter draußen schmuddelig ist, schlagen Regen und Nebel aufs Gemüt. Die frühe Dunkelheit veranlasst den Körper, vermehrt das Schlafhormon Melatonin auszuschütten. Unter solchem Winterblues leidet fast jeder vierte Deutsche. Das muss nicht sein. Tipps für gute Laune trotz schlechten Wetters.

7 Tipps gegen Winterblues

Ab nach draußen Musik als Stimmungsaufheller Vitaminbomben Berührungen Farben Kräutertees Aktiv bleiben

Ab nach draußen

Es regnet Bindfäden? Oder ist nasskalt? Egal, ab nach draußen lautet die Devise. Mindestens eine halbe Stunde jeden Tag wirkt als Therapie gegen den Schwermut der dunklen Jahreszeit. Nichts erhellt unser Gemüt so wie Tageslicht, also…

Hallo, ich heiße Christof und schreibe auf meinem Blog über Minimalismus und Nachhaltigkeit. Ohne materiellen Überfluss, negative Beziehungen und unnötige Verpflichtungen zu leben, führt zu persönlichem Glück und gesellschaftlichem Gewinn....

Zum Autor

mery
Donnerstag, 19. Januar 2017, 11:14 Uhr

Ent­lang der Isar gibt es einen tollen Wan­der­weg. ent­lang des Flusses. Der eignet sich pri­ma für eine Wan­derung und ist nicht ganz so anstren­gend, da der Pfad sehr eben ist und viele Hal­te­mo­mente bietet. Wer Inter­esse hat, wird schöne Wan­der­routen im Inter­net find­en. Diese eignen sich vor allem für Senioren und Naturlieb­haber!

    reblog2
    Montag, 23. Januar 2017, 10:58 Uhr

    Vie­len Dank für die Anre­gung, Mery! Liebe Grüße vom re:BLOG-Team