Waldbaden – Auf Tuchfühlung mit der Natur

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Entspan­nen auf ganz natür­liche Art: Wald­baden ist ein Well­nesstrend, der ganz neu, aber eigentlich schon uralt ist. Doch was unter­schei­det das Wald­baden von einem gewöhn­lichen Spazier­gang im Wald, wie funk­tion­iert es und vor allem welche Wirkung hat Wald­baden auf Kör­p­er und Geist?

Der Ursprung des Waldbadens liegt in Japan

Aut­o­fahren, am PC noch schnell Sachen erledi­gen, neben­bei What­sApp check­en und dazu noch einen Kaf­fee herun­ter­schlin­gen – wir rasen im Eil­tem­po durch das Leben. Und meis­tens fällt es uns noch nicht ein­mal auf. Umso wichtiger, dass wir Momente der Ruhe bewusst suchen und wahrnehmen. Einen Schritt voraus sind uns dabei die Japan­er: Bere­its seit eini­gen Jahren set­zen sie auf die natür­liche Meth­ode des Wald­badens, um Stress und Über­ar­beitung zu reduzieren. Auch in den USA gilt das Wald­baden als wohltuen­des Heilmit­tel für Kör­p­er und Geist. Warum nicht also auch in Deutsch­lands schön­ste Wälder ein­tauchen, um der Gesund­heit etwas Gutes zu tun? Mit­tel­ge­birge, Harz und Co. bieten mit ihrer Vielfalt an Bäu­men ide­ale Voraus­set­zun­gen zum Waldbaden.

Waldbaden – was ist das eigentlich? 

Beim Waldbaden geht es darum die Natur zu spueren

Shinrin-Yoku, bitte was? Dieser kom­plizierte japanis­che Begriff bedeutet über­set­zt Wald­baden. Damit lässt sich etwas mehr anfan­gen, doch was bedeutet Wald­baden eigentlich? Kurz gesagt, geht es beim Wald­baden darum, sich in der Natur aufzuhal­ten und sie bewusst mit allen Sin­nen wahrzunehmen. Damit ist jedoch wed­er eine aktive Sportein­heit auf aus­ge­trete­nen Pfaden gemeint, noch ist Wald­baden mit einem aus­giebi­gen Waldspazier­gang gle­ichzuset­zen. Wer im Wald badet, lässt den All­t­ag hin­ter sich und nimmt sich bewusst Zeit für sich selb­st. Das Stich­wort lautet hier: Acht­samkeit. Ver­schiedene Geräusche, unter­schiedliche Gerüche, wech­sel­nde Far­ben – all das gilt es bei einem Wald­bad aufzunehmen. Ger­ade nach einem stres­si­gen Tag ist das allerd­ings gar nicht so ein­fach. Lass dir deswe­gen so viel Zeit, wie dein Kör­p­er braucht, um in die Natur einzu­tauchen. Manch­mal dauert das nur wenige Minuten, an anderen Tagen stellt sich die Entspan­nung erst nach mehreren Stunden im Wald ein.

Wald­baden als Heilmittel 

Was für uns Deutsche noch etwas gewöh­nungs­bedürftig klingt, ist in Japan seit eini­gen Jahren ein wichtiger Bestandteil für einen gesun­den Lebensstil. Zurecht, denn ver­schiedene Stu­di­en kon­nten die wohltuende Wirkung des Wald­badens bere­its nach­weisen. In Japan ist es deswe­gen nicht ungewöhn­lich, dass Ärzte bei Burn-out oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen ein Wald­bad verord­nen. Denn im Wald spazieren entspan­nt. Grund genug, darü­ber nachzu­denken, unsere Wälder nicht nur als Aben­teuerorte, son­dern auch als Behand­lungsz­im­mer für Naturmedi­zin zu nutzen.

Wie geht Waldbaden? 

Wie geht Waldbaden eigentlich

Möglichkeit­en, wie das Wald­baden gestal­tet wer­den kann, gibt es viele: Du kannst beispiel­sweise eine Nacht im Wald ver­brin­gen oder auch nur einige Stunden an einem Platz ver­weilen. Falsch machen kannst du grund­sät­zlich nichts, Regeln gibt es keine mit ein­er Aus­nahme: Beim Wald­baden geht es darum, sich Zeit zu nehmen und den Moment bewusst wahrzunehmen. Das Handy oder andere Ablenkungs­fak­toren soll­test du deshalb am besten zu Hause lassen. Dann kommst du auch gar nicht erst in Ver­suchung, beim Spazieren im Wald noch schnell deine Nachricht­en zu check­en. Bei der Wahl des Waldes kannst du eben­falls darauf acht­en, dir ein Wald­stück auszusuchen, in dem es nicht von Men­schen wim­melt. Denn beim Wald­baden möcht­est du wed­er beobachtet wer­den, noch ständig Men­schen grüßen müssen. Schließlich soll­test du dich ganz auf dich selb­st konzen­tri­eren. Du hast sich­er einen schö­nen Wald zum Spazieren in dein­er Nähe.

Ver­weilen ohne Eile 

Die Zeit, die du für dein Wald­bad mit­bringst, soll­test du auch nutzen. Schlen­dere in unter­schiedlich­er Geschwindigkeit durch die Natur. Es geht nicht darum, irgend­wo anzukom­men. Du kannst an schö­nen Plätzen ras­ten oder es dir mit einem Tee im Moos bequem machen. Ger­ade in diesen Pausen hast du die Möglichkeit, in dich hinein zu horchen und deine Gedanken zu Wort kom­men zu lassen: Wie wirkt der Wald auf dich? Was empfind­est du ger­ade? Welche Gerüche und Geräusche nimmst du wahr? Hier geht es weniger darum zu ver­ste­hen, son­dern vor allem um das Erleben und Wahrnehmen – von Natur und sich selbst.

Welche Wirkung hat Waldbaden?

Beim Waldbaden geht es um Achtsamkeit mit der Natur und mit sich selbst

Die Waldther­a­pie ist eine der ältesten Heil­meth­o­d­en der Welt – und lei­der in Deutsch­land noch völ­lig unter­schätzt. Es gibt sog­ar Unter­suchun­gen, die bele­gen, dass die Wald­luft die Anti-Krebs-Killerzellen aktiviert und den Blutzuck­er­spiegel senkt. Doch wie soll das gehen? Die soge­nan­nten Ter­pe­nen und Phy­tonzy­den, die die Bäume auss­chüt­ten, sollen dafür ver­ant­wortlich sein. Über die Atmung gelan­gen sie in den Kör­p­er und wirken sich dort pos­i­tiv auf unser Immun­sys­tem aus. Bere­its ein kurzes Wald­bad verbessert Atmung, Puls und Blut­druck. Je öfter du dich auf die Natur ein­lässt, desto eher wirst du auch die Entspan­nung spüren. Ein regelmäßiges Wald­bad hat dann eine präven­tive Wirkung für die Gesund­heit. Wer bere­its mit Schlaf­prob­le­men zu kämpfen hat oder psy­chis­che Belas­tun­gen bis hin zu Depres­sio­nen ver­spürt, sollte es eben­falls ein­mal mit Wald­baden ver­suchen. Das erset­zt zwar keine Medika­mente, wirkt auf­grund der Ter­pene, die im Wald eingeat­met wer­den, jedoch beruhi­gend. Nicht umson­st wer­den diese Boten­stoffe deshalb auch in ätherischen Ölen sowie in der Naturheilkunde verwendet.

Wald tut uns gut 

Doch nicht nur der Duft­cock­tail der Bäume, son­dern bere­its das Betreten des Waldes sorgt dafür, dass wir uns bess­er fühlen. Die Natur dämpft den Lärm der Umge­bung ab und bildet damit einen Gegen­pol zur Reizüber­flu­tung des All­t­ags. Das erle­ichtert es uns, schneller zur Ruhe zu kom­men. Gle­ichzeit­ig weck­en die Gerüche im Wald oft pos­i­tive Erin­nerun­gen: Seien es Erleb­nisse aus der Kind­heit beim Pilze sam­meln oder ein Spazier­gang mit net­ten Men­schen – unsere Erfahrun­gen mit dem Wald sind meist gut und hellen die Stim­mung auf. Umso wichtiger, dass wir unsere schö­nen Wälder nutzen, um Kör­p­er und Geist sowie die sieben Chakren mit neuer Energie aufzu­laden.

Fazit: Waldbaden entspannt & gibt neue Kraft

Die Waldbaden Wirkung zeigt sich beim Eintritt in den Wald

Der All­t­ag raubt uns oft jede Luft zu atmen. Ständi­ge Erre­ich­barkeit, Stress und Eile stellen uns täglich unter Druck und machen auf Dauer krank. Im Wald gibt es das Kon­trast­pro­gramm dazu: Frische und Frei­heit, Ruhe und Regen­er­a­tion. Wir soll­ten das Ange­bot der Natur dank­end annehmen und es den Japan­ern gle­ich­tun. Öfter mal ein Wald­bad nehmen und dem Kör­p­er etwas Gutes tun. Wenn die Gedanken wieder unun­ter­brochen Purzel­bäume schla­gen, kön­nen Buche, Eiche und Fichte mit ihren Düften für Klarheit und Entspan­nung sor­gen. Pro­biere es ein­fach aus – du wirst schnell merken, dass ein Wald­bad wie ein Tag Urlaub wirken kann und die innere Sehn­sucht nach Natur weckt. Denn die steckt in uns allen.

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Zum Autor

Gabriele Skrock
Dienstag, 6. Februar 2018, 20:55 Uhr

Wie gerne ich mich an unser Wald­bad erin­nere… Danke liebe Andrea für diesen schö­nen Nachk­lang und ich freue mich auf viele erhol­same, entspan­nte und heil­same Stunden im Wald – sehr gerne auch wieder mit dir an mein­er Seite.
Her­zliche Grüße und bis bald im Wald
Gabriele