Vanlife: Reisen und Leben in einem Camper

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Es ist der Traum vom Urlaub in der Natur und der absoluten Frei­heit, die Van­life und Camp­ing immer beliebter machen. Alles, was du für deinen (ersten) Road­trip wis­sen soll­test, erfährst du hier.

Ein­fach los­fahren, die pure Frei­heit und den Fahrtwind im Gesicht spüren. Unter glitzern­dem Ster­nen­him­mel schlafen und mor­gens direkt am Strand früh­stück­en. Beim Road­trip mit dem Wohn­mo­bil, aus­ge­baut­en Van oder Kom­bi gerät nicht nur der graue All­t­ag in Vergessen­heitein Campin­gurlaub ermöglicht auch ein völ­lig neues Lebens­ge­fühl. Unge­bun­den reist man mit dem Wohn­mo­bil durch ferne Län­der, doch fühlt sich niemals fremd, denn sein Zuhause auf vier Rädern hat man immer mit dabei. Die Sehn­sucht nach dieser Frei­heit und dem großen Aben­teuer ist groß: Kein Wun­der also, dass die Vanlife-Bewegung immer mehr Anhänger find­et. Unter den Hash­tags #van­life und #home­iswherey­oupark­it posten sie in den sozialen Net­zw­erken Fotos von ihren selb­staus­ge­baut­en Bussen, dem Leben auf kleinem Raum und von unberührter, end­loser Natur. 

Van Life und Campingurlaub:

4 praktische Roadtrip-Tipps: Das solltest du wissen

Van Life Ausstattung

Einfach ein­steigen, Motor an und los geht’s. So ein­fach ist es dann aber doch nicht. Road­trip­pen will gel­ernt sein. Damit die Reise mit dem Wohn­mo­bil also ganz entspan­nt ver­läuft und zu einem unvergesslichen Aben­teuer wird, sollte man im Vor­feld ein paar Dinge beacht­en. Hier find­est du ein paar prak­tis­che und nüt­zliche Tipps, mit denen du dein Van­life rei­bungs­los über die Bühne bringst. 

1. Camper kaufen oder mieten?

Im Sinne der Nach­haltigkeit oder auch, weil das vorhan­dene Bud­get nicht aus­re­icht: Man muss nicht direkt einen Bus kaufen, um eine Camper-Reise zu machen. Du kannst dir auch ein­fach einen Van mieten! In Deutsch­land gibt es eine große Auswahl an regionalen Anbi­etern, bei denen man sich ein Wohn­mo­bil lei­hen kann. Eine Ver­mi­etung klappt aber auch direkt vor Ort: In Por­tu­gal, Spanien, Frankre­ich und vie­len anderen Län­dern gibt es zahlre­iche Ver­mieter, deren Camper­vans opti­mal für Road­trips aus­ge­baut wor­den sind. 

2. Weniger ist mehr: Die Roadtrip-Packliste

„Wer glück­lich reisen will, reist mit leichtem Gepäck.“ – wusste auch schon der franzö­sis­che Schrift­steller Antoine de Saint-Exupéry. Beim Ver­reisen mit einem Van ist leicht­es Gepäck auch abso­lut sin­nvoll, denn ein­er­seits ist der Stau­raum begren­zt und ander­er­seits bedeutet schw­eres Gepäck auch, dass man mehr Sprit ver­braucht. Und das tut wed­er der Umwelt gut noch unserem Geld­beu­tel. Packe also nur Dinge ein, die du wirk­lich brauchst. 

Campern richtig packen

Denke daran: Viel Klei­dung ist in der Regel über­flüs­sig. Unter­wegs und auf vie­len Camp­ing­plätze gibt es außer­dem Waschmaschi­nen, die du nutzen kannst. Auch bei tech­nis­chen Geräten sollte man sich so gut es geht reduzieren, denn erstens hat man nicht immer und über­all Strom, um sie aufzu­laden. Und zweit­ens beste­ht die Gefahr, dass diese Dinge beim Ein­bruch ins Auto gestohlen wer­den kön­nten. Ganz ohne Handy oder Kam­era möchte man aber auch nicht ver­reisen, deswe­gen ist es sin­nvoll, einen USB-Stecker mitzunehmen, den man an den Zigaret­te­nan­schluss im Auto steck­en kann. Während der Fahrt kön­nen die Technik-Geräte so geladen wer­den. 

Diese Dinge soll­test du bei deinem Road­trip nicht vergessen: 

  • Ausweis, Reisep­a­ss 
  • Führerschein 
  • Ver­sicherungskarte 
  • Gesund­heit­skarte 
  • Kred­itkarte 
  • Fahrzeug­pa­piere 
  • Reiseapotheke 
  • Eine Land­karte, falls die Handy-Navigation aus­fällt 

3. Proviant für den Roadtrip

Zwar sollte man es sich um Urlaub gut gehen lassen und sich den ein oder anderen Restau­rantbe­such ruhig gön­nen, trotz­dem kann man in einem Camper­van auch wun­der­bar kochen. Eine Basisausstat­tung an Kochequip­ment sollte man deswe­gen unbe­d­ingt mit an Bord haben. Man kann außer­dem viele Lebens­mit­tel mit­nehmen, die lange halt­bar sind und nicht gekühlt wer­den müssen. Während der Reise macht es Spaß, ein biss­chen zu snack­en. Deswe­gen unser Tipp: Packe am besten auch ein biss­chen Knab­berzeug, Kekse und frisches Obst für die Fahrt ein. 

4. Ordnung halten

Ausgebauter Campervan

Wo war noch mal die Son­nen­creme? Hast du mein Ladegerät gese­hen? Ich kann meine Son­nen­brille nicht find­en – beim Van Life sollte man ein Ord­nungssys­tem entwick­eln, um nicht im Chaos zu versinken. Wichtige Gegen­stände soll­ten beispiel­sweise drin­gend einen fes­ten Platz haben, damit man sie schnell wiederfind­et. Die Klei­dung der mitreisenden Per­so­n­en soll­ten getren­nt wer­den, ein Orga­niz­er kann ein guter Ort für Brillen, Stifte, Handys und anderen Krim­skrams sein, und Auf­be­wahrungskisten haben sich auch als gute Ord­nung­shelfer bewährt. Es ist wichtig, eine gewisse Aufräum-Disziplin zu entwick­eln. Denn je klein­er der Wohn­raum ist, desto schneller sollte man seinen Kram auch wieder wegräu­men, damit eine große Unord­nung gar nicht erst entste­ht. 

Welcher Campervan passt zu mir? 

Auswahl des richtigen Campervans

Falls du dich dazu entschei­dest, dir einen eige­nen Van zuzule­gen, soll­test du von Anfang an deine Suche ein­gren­zen und dir über­legen, welche Art von Camper der Richtige ist. Wie viel Platz brauchst du? Wie viele Per­so­n­en wer­den mit dem Van reisen? Möcht­est du den Camper selb­st aus­bauen oder soll es lieber ein fer­tiger „von der Stange“ sein? Welche Art von Reise möcht­est du bewälti­gen und welche tech­nis­che Ausstat­tung ist dafür wichtig? Viele träu­men vom klas­sis­chen VW-Bul­liGer­ade, weil die kulti­gen Busse so beliebt sind, sind sie aber auch recht teuer in der Anschaf­fung. Außer­dem sind viele Mod­elle nicht mehr die Jüng­sten, deshalb sollte vor einem Kauf unbe­d­ingt der Zus­tand des jew­eili­gen Fahrzeugs genau gecheckt wer­den. Jed­er, der unbe­d­ingt einen Bul­li der ersten VW-Bus-Generationen T1 und T2 kaufen möchte, sollte sich bewusst machen, dass diese Old­timer eine ganz spezielle Pflege benöti­gen. Hat man wed­er genug Zeit noch Geld oder Fachken­nt­nisse, sollte man sich lieber einen pflegele­ichteren Camper aus­suchen. Und ganz ehrlich: Die alten Hippie-Bullis, so schön sie auch sind, sind mit ihren alten Motoren ganz schöne CO2-Schleudern. 

Alter VW Bulli in weiß

Die VW-Busse sind aber neben ihrem Kult­sta­tus auch deswe­gen so beliebt, weil sie ein guter Kom­pro­miss für diejeni­gen sind, die nicht nur einen Camper­van suchen, son­dern auch ein All­t­ags­fahrzeug. Wer ein reines Wohn­mo­bil mit viel Platz und Stau­raum sucht, für den kön­nte auch ein Mer­cedes Sprint­er oder ein Fiat Duca­to inter­es­sant sein. Klein­er Tipp: Diejeni­gen, die Lust haben, den Aus­bau bei ihrem Camp­ing­bus selb­st zu machen, find­en im Inter­net viel Inspi­ra­tion und wertvolle Ratschläge. Neben kom­plet­ten Schritt-für-Schritt-Anleitungen gibt es viele prak­tis­che Tipps, wie man zum Beispiel Stau­raum schaf­fen kann. Wie umfan­gre­ich der Aus­bau des Busses wird, kommt auf die indi­vidu­ellen Bedürfnisse und den Geld­beu­tel an. Dem einen reichen eine Matratze und eine Kochnis­che, ein ander­er möchte neben einem Bett auch noch eine Essecke, einen Kühlschrank und eine Toi­lette mit an Bord haben. 

Leben im Wohnmobil: Darf man das? 

Leben im Wohnmobil

Mit einem Van einen Road­trip zu machen, ist bere­its ein großes Aben­teuer, doch welche Her­aus­forderun­gen bringt ein dauer­haftes Leben im Camper mit sich? Denn genau dafür entschei­den sich immer mehr Men­schen. Ihnen erscheint es sinn­los, jeden Tag acht bis zehn Stunden zu arbeit­en, um dann anschließend den Abend in ein­er kleinen und viel zu teuren Woh­nung zu ver­brin­gen. Ähn­lich wie mit einem Umzug in ein Tiny House ver­suchen viele Freigeis­ter mit weniger Geld und Besitz auszukom­men, dadurch weniger arbeit­en zu müssen und gle­ichzeit­ig ort­sun­ab­hängig zu sein. 

Wo kann man im Camper wohnen?

Zwar dür­fen in Deutsch­land über­all Wohn­mo­bile abgestellt wer­den, wo es nicht aus­drück­lich ver­boten ist, den­noch ist das Über­nacht­en nicht dauer­haft erlaubt. Um nicht jeden Tag einen neuen Stellplatz suchen zu müssen, bietet sich das Kampieren auf einem Camp­ing­platz an. Hier gibt es oft gute Preise für Dauer­cam­per. Auf Park- und Rast­plätzen ist das Camp­en in der Regel nicht erlaubt. Man sollte sich also bess­er vorher informieren, wo man seinen Van über­all abstellen darf, um nicht Geld­strafen zahlen zu müssen. Übri­gens: Manche Gemein­den und Städte haben spezielle Stellplätze für Wohn­mo­bile, die kosten­los sind. 

Im Wohnmobil wohnen

Welche Dinge müssen außerdem geregelt werden?

In Deutsch­land herrscht eine all­ge­meine Meldepflicht, das heißt, wenn man umzieht, ist man verpflichtet, seinen neuen Wohnort mitzuteilen. Entschließt man sich also, in einem Camper zu leben, muss man sich entschei­den, ob man in Deutsch­land weit­er­hin gemeldet sein möchte oder ob man sich kom­plett abmeldet. Wer seine Woh­nung nicht behal­ten oder zur Zwis­chen­mi­ete anbi­eten kann, kann das Zuhause von Fre­un­den oder von Fam­i­lien­mit­gliedern als Wohnort angeben. Vor dem Umzug in einen Camper­van sollte man sich auf das Nötig­ste beschränken und gut aus­sortieren. Danach müssen aber immer noch ein paar grundle­gende Dinge organ­isiert wer­den, wie zum Beispiel die Postzustel­lung.  Entwed­er man übergibt einem Fam­i­lien­mit­glied oder gutem Fre­und eine Postvoll­macht oder man nutzt Dien­stleis­ter, die sich darauf spezial­isiert haben. Außer­dem sollte man sich­er­stellen, dass man in seinem Camper immer genug Strom, Wass­er oder Gas zur Ver­fü­gung hat. Das ist vor allem im Win­ter wichtig, um den Van zu beheizen. Übri­gens: Auch wenn man sich für ein mobiles Leben entsch­ieden hat, braucht man noch Ver­sicherun­gen, wie eine Kranken-, Unfall-, oder Haftpflichtver­sicherung. Auch Steuer­fra­gen soll­ten unbe­d­ingt gek­lärt wer­den. 

Vanlife im Nachhaltigkeitscheck 

Campervan und Nachhaltigkeit

Zwar ist das Ver­reisen mit einem Auto bzw. mit einem Camper aus ökol­o­gis­chen Grün­den immer noch bess­er als mit einem Flugzeug, aber die meis­ten Wohn­mo­bile fahren mit Diesel­mo­toren. Und dass diese nicht ger­ade umwelt­fre­undlich sind, ste­ht außer Frage. Trotz­dem lässt sich Vanlife mit einem nach­halti­gen Lebensstil vere­inen. Denn durch den min­i­mal­is­tis­chen Lebensstil in einem Camp­ing­bus wer­den Ressourcen extrem geschont. Im Gegen­teil zu ein­er Hotelüber­nach­tung: hier laufen qua­si dauer­haft Kli­maan­la­gen, gibt es immer frische Handtüch­er, die Küche ist qua­si rund um die Uhr in Betrieb und die Speisen wer­den beim Buf­fet die ganze Zeit war­mge­hal­ten. Ganz zu schweigen von der Lebens­mit­telver­schwen­dung, die durch ein Überange­bot an Getränken und Speisen verur­sacht wird. Dem Treib­stof­fver­brauch ent­ge­gen ste­hen auch Wass­er oder Strom. Hier wird immer nur so viel ver­braucht, wie auch benötigt wird. Außer­dem wird häu­fig auf Solaran­la­gen oder –leucht­en für eine umwelt­fre­undliche Stromgewin­nung geset­zt. Damit die Reise im Van bzw. Wohn­mo­bil also so nach­haltig wie nur möglich wird, set­zt es entsprechende Über­legun­gen der Reisenden sowie ein entsprechen­des Ver­hal­ten voraus. 

Fazit zu Vanlife und Camping Urlaub 

Campervan in der Natur

Beina­he nichts ermöglicht so viel Frei­heit wie das Reisen in einem Wohn­mo­bil bzw. Camper­van. Und wer es richtig macht, kann dabei auch seinen ökol­o­gis­chen Fußab­druck so ger­ing wie möglich hal­ten. Nicht nur, weil wir aus Platz­grün­den qua­si zum Min­i­mal­is­mus “gezwun­gen” wer­den, son­dern auch, weil es uns lehrt, wie man ohne Kon­sum glück­lich sein kann. Wer einen Camper selb­st aus­ge­baut hat, weiß übri­gens auch, wie man etwas repari­ert. Bevor man also defek­te Sachen weg­wirft und neu kauft, ver­suchen Öko-Van­lif­er ihre Dinge zu repari­eren. Das spart nicht nur Geld, son­dern vor allem wertvolle Ressourcen. Dabei sollte natür­lich jedem bewusst sein, dass das Leben in einem Camper kein 5-Sterne-Hotel ist. Aber wer bere­it ist, auf etwas alltäglichen Luxus zu verzichten, bekommt etwas, das noch viel wertvoller ist: Ein selb­st­bes­timmtes Aben­teuer. Man kann dem guten Wet­ter hin­ter­her­fahren, inmit­ten der Natur über­nacht­en und merkt, mit wie wenig man eigentlich gut auskommt. Last but not least: Ein Road­trip ohne Musik ist kein Road­trip.

Deswe­gen haben wir die schön­sten Songs für dein Van­life-Aben­teuer zusam­mengestellt:

Meal Prep: Rezepte zum Vorkochen!

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Beim Meal Prepping geht es darum, Essen vorzukochen, um sich auch im hektischen Alltag gesund und bewusst zu ernähren. Wir haben drei vegane Meal-Prep-Rezepte für dich zusammengestellt.

Meal-Prep-Rezepte zum Mitnehmen
Was zu Omas Zeiten das “Vorkochen” war, wird jetzt ganz cool “Meal Prep” genannt und liegt voll im Trend. Die Idee, die dahintersteckt, ist nichts Neues, aber schlichtweg genial: Einmal Kochen und einfach mehrere Gerichte für mehrere Tage gleichzeitig vorbereiten. Mit einem guten Meal-Prep-Wochenplan hat man nicht nur jeden Tag ein gesundes, frisches Mittagessen parat, sondern spart auch jede Menge Geld und Zeit. Alles, was du brauchst, ist eine gute Vorbereitung und etwas Übung. Das Schöne: Auch die Umwelt freut sich über diesen Foodtrend. Denn wer sein Essen selbst kocht, kann erstens auf nachhaltige Zutaten achten, greift zweitens weniger zu in Plastik verpackten Fertiggerichten und tut drittens auch aktiv…

Moin, ich bin Jana und ich möchte nicht in einer Welt leben, in der es bald mehr Plastik im Ozean gibt als Fische. Genau diese schreckliche Prognose hat mich dazu...

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