Urlaub mit dem Elektroauto in Norwegen

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Mod­erne Elek­troau­tos fahren mit nor­malen Akku­paketen min­destens 200 Kilo­me­ter, ehe sie zu einem Ladestopp gezwun­gen wer­den. Eine durch­schnit­tliche Aut­o­fahrt hat in Deutsch­land eine Länge von ca. 40 Kilo­me­ter. Ver­gle­icht man nun bei­de Zahlen, wird schnell klar, dass es kein Reich­weit­en­prob­lem bei Elek­troau­tos gibt – zumin­d­est nicht im All­t­ag. Aber was ist, wenn man in den Urlaub fährt? Sta­tis­tisch gese­hen kommt das natür­lich viel sel­tener vor als der Weg zur Arbeit, aber die Frage ist natür­lich berechtigt. Es wird Zeit das auszupro­bieren.

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Planung einer Elektroautoreise

Etwa ein halbes Jahr später sitze ich im Zug nach Leipzig. Ich bin auf dem Weg zu Stro­mi­na­tor, einem Ver­mi­eter von Elek­troau­tos. Heute ist der große Tag. Ich hole einen Hyundai IONIQ Elek­tro ab, den ich für die näch­sten zwei Wochen gemietet habe. Nach Leipzig muss ich dafür fahren, da es den elek­trischen IONIQ nicht in Berlin zu mieten gibt. Glaubt man der Elektro-Umweltautoliste des VCD, ist der IONIQ Elek­tro der sauber­ste Stromer auf dem deutschen Markt mit nur 62 g CO2-e je Kilo­me­ter. Zum Ver­gle­ich: Die sauber­sten Ben­zin­er, wie etwa der Toy­ota Aygo, emmit­tieren etwa 89 g CO2-e je Kilo­me­ter. Fast 50% CO2-Ersparnis je Kilo­me­ter. Und das im aktuellen deutschen Strom­mix. Das bedeutet: Wird unser Strom sauber­er, verbessert sich auch die Umwelt­bi­lanz der Stromer.

Im Nor­mal­fall beste­ht die Pla­nung ein­er Reise für mich aus der Recherche von Anreise, Visum und ein­er ersten Über­nach­tungsmöglichkeit. Das wars. Mehr wird vor der Anreise nicht gemacht. Warum? Ich lasse mich gerne vor Ort leit­en und habe ein unheim­lich­es Ver­trauen in die Reisetipps Ein­heimis­ch­er.

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Vor der allerersten Reise mit einem Elek­troau­to sieht das natür­lich anders aus. Ich recher­chiere die ver­schiede­nen Ladesteck­er, Ladesäulen, Anbi­eter von Lade­strom und plane die Route bis ins nor­wegis­che Bergen. Ziel der Reise soll es sein ein Elek­troau­to auf ein­er Urlaub­sreise zu testen und meinen Fre­und Timo in Nor­we­gen zu besuchen. Er wohnt vier Stunden nördlich von Bergen. Mit meinem Brud­er finde ich jeman­den, der Lust auf Nor­we­gen hat. Von Elek­troau­tos hält er als Kfz-Meister nichts – wie so viele in der Branche. Es ist Zeit das zu ändern.

Um keinen Pla­nungs­fehler zu machen, recher­chiere ich eine Route, auf der wir täglich nur 200 Kilo­me­ter zurück­le­gen. Funk­tion­ieren die Ladesta­tio­nen nicht, kann ich an ein­er ganz gewöhn­lichen Steck­dose Hausstrom laden. Das würde dann schreck­lich lange 12 Stunden für eine volle Akku­ladung dauern. In 14 Tagen kom­men wir dann genau nach Stongfjor­den zu Timo und wieder zurück nach Berlin.

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Unstoppable – auf großer Fahrt nach Norwegen

Zwis­chen Leipzig und Berlin kon­nte ich das Auto erst­mals testen. Auf der Auto­bahn lässt der Stromer viel Energie. Jedoch kann an vie­len Tank & Rast-Parkplätzen kosten­los nachge­laden wer­den. Und das in Full­speed. Eine Schnel­l­ladesta­tion kann den IONIQ in nur 30 Minuten um 80 Prozent laden.

Bei der Routen­pla­nung mache ich einen däm­lichen Fehler. Ich plane die Route von Ladesta­tion zu Ladesta­tion nach Umkreis. Unser erstes Ziel ist ein Schnel­lad­er hin­ter Wit­ten­berge in Bran­den­burg. Der zweite liegt mit­ten in Ham­burg. Dadurch ver­lieren wir viel Zeit und ver­lassen die Auto­bahn. Viel clev­er­er ist es sich eine Route von Google Maps anzeigen zu lassen und ent­lang der Strecke Ladesta­tio­nen zu suchen. So machen wir es ab Ham­burg. Alles klappt wun­der­bar.

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Fast inner­halb eines Tages erre­ichen wir den Fährhafen in Hirtshals im Nor­den Däne­marks. Doch der Fährpreis ist an diesem Abend unver­schämt teuer. Also buchen wir ein Tick­et für die Fähre am näch­sten Abend und lassen uns auf den let­zten Kilo­me­tern bis zur Fähre sehr viel Zeit. Eine Ladesta­tion zu find­en ist in Deutsch­land und Däne­mark nicht immer ein­fach. Es gibt ein­fach zu wenig Ladesäulen und vor allem zu wenige Schnel­lad­er. Also pla­nen wir einen Ladestopp immer nach 150 Kilo­me­tern ein. Im Not­fall haben wir dann noch 50 Kilo­me­ter Reserve, um eine Alter­na­tive zu find­en. In Nor­we­gen klappt das alles viel bess­er. Dicht an dicht drän­gen sich dort die Ladesäulen. Ich melde mich lediglich bei den Anbi­etern Charge & Dri­ve und Grønn Kon­takt an. Damit kön­nen wir über­all in Nor­we­gen laden.

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Nach der Ankun­ft in Kris­tiansand erre­ichen wir ziem­lich schnell Sta­vanger. Abseits der Stadt über­nacht­en wir auf einem Camp­ing­platz in Olberg und wan­dern am näch­sten Tag auf den Preikestolen. Die näch­ste Nacht ver­brin­gen wir direkt in Sta­vanger. Die Park­platz­suche ist dort nicht ein­fach. Mit unserem Elek­troau­to parken wir vor Ort jedoch zum hal­ben Preis. Weit­er geht es über Bergen. In Bergen parken wir kosten­los und kön­nen auf dem Weg nach Bergen die Fähren mit dem Elek­troau­to kosten­los nutzen. Warum? Die Nor­weger pushen das The­ma Elek­tro­mo­bil­ität extrem. Neben dem Erlass der Mehrw­ert­s­teuer beim Neukauf, wer­den auch Auto­bah­n­maut, Kfz-Steuer sowie Park- und Fährge­bühren erlassen. Das kostet den Staat Mil­liar­den, macht Nor­we­gen aber zum weltweit­en Vor­re­it­er elek­trisch­er Mobil­ität.

Viel eher als geplant, erre­ichen wir schließlich am 10. August den kleinen Ort Stongfjor­den, in dem mein Kumpel Timo lebt. Wir fahren mit ihm in den Fjord, fis­chen Makre­len und erleben bei Niesel­re­gen die raue Seite Nor­we­gens. Auch an den anderen Reise­ta­gen reg­net es viel. Daher suchen wir uns neben genialen Plätzen für unsere Zelte mit­ten in der Natur auch hin und wieder ein Apart­ment oder einen Camp­ing­platz.

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Nach dem Besuch bei Timo machen wir noch einen Abstech­er zum Geiranger Fjord, fahren dann zurück nach Bergen und verbleiben dort noch zwei Nächte, ehe wir die Rück­reise antreten. Die Rück­reise wollen wir möglichst schnell hin­ter uns brin­gen. 1.400 Kilo­me­ter sind es bis Berlin. Google Maps berech­net dafür 20 Stunden. Wir fahren die Strecke nicht am Stück und über­nacht­en vor Kris­tiansand. Nach 42 Stunden sind wir zurück in Berlin. Zieht man die Über­nach­tung ab, kom­men wir auf eine Fahr- und Ladezeit von etwa 30 Stunden.

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Fazit unserer Elektroreise

Eine Reise in den Urlaub mit dem Elek­troau­to ist keine Zukun­ftsmusik, sie ist Gegen­wart. Das trifft natür­lich nur zu, wenn man in Län­der reist, in denen eine entsprechende Lade­in­fra­struk­tur vorhan­den ist. Mit­teleu­ropa bietet sich dafür an. In Nor­we­gen ist die Infra­struk­tur natür­lich sen­sa­tionell. Bei der Streck­en­pla­nung für Langstreck­en tut man gut daran, wenn man sich bei der Pla­nung an Google Maps ori­en­tiert und 50 % Zeit addiert. Mit einem Elek­troau­to reist man entspan­nter, langsamer und umwelt­fre­undlich­er.

10 Gründe für Madrid im Herbst

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Es muss nicht immer Barcelona oder Paris sein – Madrid im Herbst ist auch eine gute Wahl. Wir nennen euch 10 Gründe, warum.

1. Draußen Kaffee trinken Wenn bei uns nasse Kälte über die Lande zieht und Stürme und Regen schickt, ist in Madrid noch feinstes Straßencafé-Wetter. Vor allem zwei Viertel eignen sich wunderbar für einen Cafe con Leche: das Schriftstellerviertel rund um die Calle de las Huertas. Vegane Bistros, altspanische Tavernen oder sogar Katzencafés sorgen für Unterhaltung. Zweiter Hotspot der Stadt ist das Viertel Lavapiés, gleich hinter dem Kunstmuseum Reina Sofia findet sich die quirlig-kreative Atmosphäre von Indischen Läden,…

Ich bin Steven und ich liebe die Natur, verrückte Ideen, Lissabon und den Fahrtwind auf meinem Rennrad. Und ich liebe es, immer wieder meine Grenzen auszutesten. Dafür laufe ich zum...

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