Urban farming – werden wir bald alle zu Hobbylandwirten?

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Stell’ dir vor du kommst von der Arbeit nach Hause und erntest in deinen eigenen vier Wänden Gemüse fürs Abendessen. Was noch verrückt klingt, ist dank neuer Technologien möglich und nennt sich „urban farming“. Was das genau ist und was du für eine Salatkopfzucht brauchst, erklären wir dir hier.

Was ist urban farming?

In den letzten Jahren ist das Bewusstsein für Lebensmittel stark gewachsen. Bio, regional und saisonal. Das scheint ein gängiges Marketingtrio geworden zu sein. Zeitgleich steigt das Interesse an Gärtnern und Eigenanbau, doch das ist ohne Südbalkon oder Schrebergarten für einen Stadtbewohner schier unmöglich. Genau da setzt urban farming ein. Denn dank spezieller LED-Beleuchtung und Hydroponik ist Gärtnern ohne Tageslicht und organische Erde möglich. Hydroponik bezeichnet nämlich eine Form von Pflanzenhaltung, die sich anorganischer Materialen bedient. Beim urban farming ist es eine mit Mineralien angereicherte Wasserschicht.

pflanzen zuhause selber anbauen indoor

Gibt es einen Unterschied zwischen „urban farming“ und „vertical farming“ ?

Vertical farming ist eine Sonderform des urban farming und bezeichnet den Massenanbau von Lebensmitteln. Speziell geht es um Hochhäuser, die komplett zur Produktion von Gemüse und Co gebaut werden. Dadurch soll die jetzige Landwirtschaft entlastet werden und in ihren ursprünglichen Zustand zurückgeführt, zudem Transport- und Energiekosten gesenkt werden. Bislang gibt es jedoch vertical farming nur als Prototypen, an denen Forscher und Architekten die Alltagstauglichkeit testen.

Wieviel Strom und Wasser braucht eine Indoor-Farm?

Der genaue Verbrauch ist natürlich abhängig von der Größe der Fläche. Jedoch verbrauchen Pflanzen, die auf anorganischen Materialen wachsen 98 Prozent weniger Wasser als Pflanzen auf herkömmlichem Boden. Die Pflanzen bilden ganz automatisch weniger Wurzelvolumen aus.

Was braucht man zum urban farming?

Am besten man fängt erstmal klein an: z.B. mit der Aufzucht von Kopfsalat. Dazu braucht man eine ca. 80x40x15cm große Plastikbox, Samen nach Wunsch und einen speziellen Hydroponikdünger (z.B. von BioNova). Das Allerwichtigste ist jedoch die LED-Lampe und ein kleiner Ventilator, damit die Blätter nicht verkümmern und die Luft zirkuliert.

Welche Pflanzen sind besonders geeignet?

Salat selber anbauen

Es empfiehlt sich erst einmal mit der Aufzucht von Kräutern und Salaten zu beginnen. Diese Pflanzenarten sind relativ unkompliziert in der Pflege und wachsen schnell. Wenn man das Hydroponiksystem durchschaut hat, kann man sich z.B. an die Zucht von Tomaten und Zucchinis machen.

Was sollte man beim urban farming beachten?

Wichtig ist, dass man neben der Wasser- und Lichtsituation auch auf ein gutes Raumklima achtet. In einer normalen Wohnung sollte die Luftfeuchtigkeit zwischen 40-60 Prozent liegen. Pflanzen lieben normalerweise eine Luftfeuchtigkeit von 80 Prozent, dieser hohe Wert ist allerdings in einer Wohnung eher zu meiden. 60 Prozent reichen den meisten Pflanzen auch aus.

Ist urban farming nachhaltig?

Ein großer Vorteil gegenüber gekauftem Gemüse besteht schon mal durch das Wegfallen des Transportweges. Zudem brauchen die Pflanzen kein Spritzmittel und keinen umweltschädlichen Dünger, um optimal wachsen zu können. LED-Beleuchtung verbraucht weniger Strom, als jegliche andere Beleuchtungsmittel. Langfristig kann dadurch auch die Natur entlastet werden, die teilweise überackert wird.

Kann man urban farming lernen?

infarm Berlin urban farming

In Berlin gibt es mittlerweile die erste Firma, die sich auf urban farming spezialisiert hat. INFARM bietet komplette indoor-farming-Modelle zum Verkauf an und hilft beim Einstieg in die Landwirtschaft. Die Nachfrage steigt vor allem bei Unternehmen, die sich in ihre Geschäftsräume statt langweiliger Dekopflanzen eine kleine Salatfarm stellen. Das kleine Start-Up wuchs im letzten Jahr von drei auf neun Mitarbeiter.

Das braucht ihr für Eure kleine Farm

 

Moin, ich bin Marie. Waschechte Hamburgerin und nordisch by nature. Hier bei OTTO halte ich für re:BLOG Ausschau nach spannenden Themen, coolen Eco-Outfits und berichte für euch von den kleinen und großen Schritten, die in Sachen Nachhaltigkeit gemacht werden. Verantwortungsvolles Handeln bedeutet für mich, bewusste Entscheidungen im Sinne einer bunten und vielfältigen Zukunft zu treffen. Das fängt für mich auch schon im Kleinen an: Zum Einkaufen geht’s mit meinen Jutebeutel, auf dem Rad. Im Körbchen liegen dann Bio-Gemüse, recycelte Haushaltstücher und der leckere Schokoriegel mit Fairtrade-Siegel. Während meines Wirtschaftsstudiums lernte ich auch die wissenschaftliche Seite dieses Themas und die globalen Zusammenhänge näher kennen. Gerade Unternehmen wie OTTO können durch nachhaltiges Handeln viel bewegen. Und da kommen Mitarbeitende wie ich ins Spiel. So heißt es für mich: Ein bisschen Öko, viel Leidenschaft.

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