(Un)fair Friday

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Jeden Fre­itag ent­lassen wir dich mit inter­es­san­tem Wis­sen und Fak­ten ins Woch­enende. Ob pos­i­tiv oder neg­a­tiv – hier erfährst du, was uns diese Woche beschäftigt, aufgewühlt oder erfreut hat.

Viel Spaß!

Gemuese Ohne Plastik Natural Branding

Wenn es darum geht, das eigene Leben nachhaltig(er) zu gestal­ten, kommt man nicht drum herum, das eigene Kon­sumver­hal­ten und die eigene Müll­pro­duk­tion in Frage zu stellen. Ein­er der ersten Vorsätze lautet dann meis­tens, dass man zukün­ftig weniger Verpackungs- bzw. Plas­tik­müll verur­sachen möchte. Gesagt, getan, also: Keine Plas­tik­tüte im Super­markt kaufen, auf Bot­tled Water so gut es geht verzicht­en und Gemüse bzw. Obst unver­packt einkaufen. Man kön­nte meinen, das ist alles in allem doch ziem­lich mach­bar, aber vor allem let­zteres gestal­tet sich schwieriger als gedacht. Denn 63 Prozent unseres Obstes und Gemüs­es lan­det, laut NABU, ver­packt im Super­markt. Selb­st – oder bess­er gesagt – vor allem die Bio-Produkte, die ja ger­ade von umwelt­be­wussten Kon­sumenten bevorzugt gekauft wer­den. Aber warum ist das so? Das ist doch ziem­lich absurd oder nicht? Doch der Grund dafür ist ein­fach: Es liegt schlicht und ergreifend an der Kennze­ich­nungspflicht, etwa darü­ber, ob ein Pro­dukt eben aus einem biol­o­gis­chen Anbau stammt oder eben nicht. Damit also die kon­ven­tionelle Gurke nicht mit der Bio-Version ver­wech­selt wer­den kann, kennze­ich­nen Super­märk­te Bio-Gurken über die Ver­pack­ung. Safe­ty first (haha). Nach­haltig gedacht, ist das natür­lich ganz schön daneben. Wenn nicht sog­ar grotesk. Vor allem, wenn man bedenkt, wie unnötig das Ganze ist und wie viel Ver­pack­ungsmüll dadurch einges­part wer­den könnte.

Vrpackungsmuell Bio Gurke

Wie zum Beispiel durch soge­nan­ntes Nat­ur­al Brand­ingEin Ver­fahren, mit dem Obst und Gemüse ganz leicht vol­lkom­men plas­tik­frei dafür aber dauer­haft gekennze­ich­net wer­den kön­nen. Und so funk­tion­iert es: Mit einem hochau­flösenden Laser wird die ober­ste Schicht der natür­lichen Schale ent­fer­nt und so die Bio-Kennzeichnung in die äußere Schale der Frucht bzw. des Gemüs­es graviert. Qua­si wie ein Tat­too, nur ohne Farbe. Und keine Sorge, die Lebens­mit­tel wer­den wed­er beschädigt, noch wer­den die Halt­barkeit oder der Geschmack bee­in­flusst. Ver­min­dert wird einzig und allein der ökol­o­gis­che Fußab­druck, der durch den Verzicht von Ver­pack­ungs­ma­te­ri­alien und Etiket­ten sehr klein ist. Ein­er der weni­gen Nachteile: Das „natür­liche“ Label­ing ist teur­er als das Ein­schweißen in Plas­tik. Und nicht nur das – auf Trauben und anderen weichen Frücht­en ist das Nat­ur­al Brand­ing nicht anwend­bar. Eben­so wenig auf Zitrusfrücht­en, da diese die gelaserten Schalen­pig­mente schnell neu bilden. Trotz­dem, die Fak­ten zum Fair Fri­day sind ohne Zweifel pos­i­tiv und das nicht nur, weil durch Nat­ur­al Brand­ing so viel Plas­tik­müll einges­part wer­den kön­nte, son­dern sog­ar schon wird. Immer mehr Super­märk­te und mit­tler­weile sog­ar Dis­counter bieten Bio-Lebensmittel mit dem schick­en, umwelt­fre­undlichen Laser-Branding an. Ein guter und wichtiger Schritt gegen den Plas­tik­wahnsinn im Super­markt, oder? Hof­fentlich fol­gen noch viele weitere.

Riskanter Anstieg Des Meeresspiegels

Der Meer­esspiegel steigt und steigt und steigt. Das weiß jedes Kind. Und obwohl uns qua­si das Wass­er wortwörtlich bis zum Halse ste­ht, unternehmen wir nichts. Han­deln nicht. Verän­dern nichts. Meer­esspiegel? Irgend­wie zu weit weg, zu abstrakt und irgend­wie auch zu wenig greif­bar. Dabei wis­sen wir so viel wie nie zuvor über diese Katas­tro­phe, haben uns par­al­lel dazu aber schlicht und ergreifend zu wahren Ver­drän­gungskün­stlern entwick­elt. Ganz nach dem Mot­to: Was ich nicht sehe, ist auch nicht da. Doch das Schlimme daran ist: Ignori­eren wir das Ganze weit­er­hin so erfol­gre­ich, dann wird es in Küstenge­bi­eten zu dauer­haften Über­flu­tun­gen kom­men. Auch bei uns. Mehr als drei Mil­lio­nen Men­schen an den deutschen Küsten gel­ten durch den Kli­mawan­del als poten­tiell über­flu­tungs­ge­fährdet. Über­flu­tungskarten machen das Aus­maß deutlich.

Weltweit wird es in den näch­sten 30 Jahren rund 200 Mil­lio­nen Men­schen geben, die ihren Leben­sraum auf­grund der glob­alen Kli­maer­wär­mung ver­lieren wer­den. Bere­its heute sind mehr als 20 Mil­lio­nen Men­schen durch die Auswirkun­gen des Kli­mawan­dels gezwun­gen, ihre Heimat zu ver­lassen. Und als wenn das nicht schon genug wäre, gehören die meis­ten dieser Kli­maflüchtlinge sowieso schon zu den Ärm­sten dieser Welt, die am aller­wenig­sten zur Erder­wär­mung beige­tra­gen haben. Denn seien wir ehrlich: Der Großteil der Treib­haus­gase wird von den großen Indus­tri­es­taat­en dieser Erde pro­duziert. Also auch von uns. Und was machen wir? Wir ver­leug­nen die Exis­tenz von Umwelt­flüchtlin­gen. Und – was noch viel schlim­mer ist – wir lassen die Meere weit­er steigen. Seit 1993 durch­schnit­tlich um die drei Mil­lime­ter pro Jahr. Und die Geschwindigkeit nimmt zu. Durch den Kli­mawan­del kön­nte der Meer­esspiegel im Jahr 2100 sog­ar dop­pelt so hoch liegen, wie bish­er vermutet.

Ueberflutungen Betreffen Bald Schon Alle Menschen

Also ganz egal, ob auf­grund von Ohn­macht, Erstar­rung oder Igno­ranz, die Fak­ten sind nicht von der Hand zu weisen. Die Tem­per­a­turen wer­den heißer, die Pole schmelzen, Wet­terkapri­olen nehmen zu, die Meere steigen und ganze Land­striche und Staat­en wer­den in den Wasser­massen versinken.

An diesem Unfair Fri­day kann man also mit recht behaupten, das er vor allem eines ist: unfair. Und trotz­dem. Auch Hiob­s­botschaften kön­nen Antrieb sein. Wir steck­en mit­ten im Kli­mawan­del – ja. Aber noch kön­nen wir gegen­s­teuern. Nutzen wir diesen Unfair Fri­day als Motor statt als Bremse. Wir brauchen Visio­nen, Zusam­men­halt und soll­ten an dem fes­thal­ten, was uns verbindet: an der Erde, unserem gemein­samen Leben­sraum, den wir unseren Kindern lebenswert hin­ter­lassen möchten.

Containern gegen Lebensmittelverschwendung

Sage und schreibe 18 Mil­lio­nen Ton­nen Lebens­mit­tel wer­den in Deutsch­land jedes Jahr wegge­wor­fen. Etwas über­spitzt gesagt, bedeutet das, dass pro Sekunde etwa 313 Pro­duk­te in der Müll­tonne lan­den, obwohl sie – zum großen Teil – noch genießbar wären. Manch­es Obst und Gemüse wird sog­ar nur wegge­wor­fen, weil es ange­blich irgendwelche „Schön­heits­fehler“ aufweist. Wie kann das eigentlich sein? Nicht nur, dass das ethisch gese­hen, beden­klich ist (es lei­den heutzu­tage noch rund 821 Mil­lio­nen Men­schen weltweit an Hunger!), durch die sinnlose Ver­schwen­dung ver­brauchen wir auch zusät­zlich Unmen­gen an Ressourcen (Böden, Wass­er, Energie, Treib­haus­gase) und befeuern so völ­lig unnötig den Kli­mawan­del. Wer jet­zt denkt, noch absur­der kann es nicht wer­den, dem sei gesagt: Doch, kann es. Denn, wer in Deutsch­land noch ess­bare Lebens­mit­tel aus den Müll­con­tain­ern der Super­märk­te fis­cht, wird nicht zum Ret­ter, son­dern zum Straftäter. Immer wieder ließt man in den Schlagzeilen von Men­schen, die beim Con­tain­ern erwis­cht wor­den sind und sich unter anderem wegen Haus­friedens­bruch und Dieb­stahl ver­ant­worten müssen. Und immer wieder wer­den Peti­tio­nen von Betrof­fe­nen ges­tartet, um dage­gen vorzuge­hen. Der Erfolg? Ger­ing. Nicht nur, dass Con­tain­ern in Deutsch­land weit­er­hin ver­boten ist, viele Supermarkt-Filialen ver­suchen auch aktiv dage­gen vorzuge­hen, in dem sie die Müll­ton­nen abschließen oder Spülmit­tel über die Lebens­mit­tel gießen, um sie unge­nießbar zu machen. Gle­ichzeit­ig plant aber die Bun­desregierung, die Lebens­mit­telver­schwen­dung bis 2030 zu hal­bieren. Wie passt das eigentlich zusam­men? Puh, schwierig.

Zu Viele Lebensmittel Werden Verschwendet

Die Fak­ten zum Unfair Fri­day laut­en: In Deutsch­land wer­den rund ein Drit­tel aller Lebens­mit­tel unnötiger­weise wegge­wor­fen. Die Maß­nah­men dage­gen: halb­herzig. Es liegt also an uns, den Ver­brauch­ern, das eigene Ver­hal­ten kri­tisch zu hin­ter­fra­gen und selb­st so wenig wie möglich wegzuw­er­fen. Und immer­hin: Es gibt auch Licht­blicke. Neben der Ini­tia­tive Food­shar­ing engagiert sich zum Beispiel auch die App Too Good To Go gegen die Lebens­mit­telver­schwen­dung. Langfristig ist aber der Geset­zge­ber gefordert. Eine Vor­bild­funk­tion kön­nte das Sys­tem in Frankre­ich sein: Dort ist es ver­boten, noch genießbare Lebens­mit­tel wegzuw­er­fen. Es ist sog­ar eine Pflicht, sie vor dem Mülleimer zu bewahren. Das Schöne: Mit ein­er solchen Geset­zesän­derung würde nicht nur der Ver­schwen­dung Ein­halt geboten wer­den, son­dern auch den­jeni­gen geholfen wer­den, die wenig haben. Denn durch das Weg­w­er­fver­bot wird beispiel­sweise in Frankre­ich mehr an die Tafeln gespendet. Eine Win-win-Situation? Irgend­wie schon. Doch, um das Prob­lem nach­haltig zu bekämpfen, muss es an der Wurzel gepackt wer­den. Ver­schwen­dung entste­ht durch Über­fluss und dieser entste­ht schon in der Pro­duk­tion. Es müssen also weniger Lebens­mit­tel pro­duziert wer­den, damit am Ende weniger in der Tonne landen.

Label Fuer Mehr Tierwohl

Dass es Schweinen in kon­ven­tioneller Massen­tier­hal­tung nicht gut geht, ist nichts Neues. Dabei wären die meis­ten Men­schen sog­ar bere­it, für ihr Fleisch mehr Geld auszugeben, wenn es dafür den Tieren in der Hal­tung bess­er gehen würde. Soweit so gut. Doch im Super­markt ist nur schw­er erken­ntlich, unter welchen Bedin­gun­gen die Tiere let­z­tendlich gelebt haben. Um mehr Klarheit in den Siegeld­schun­gel zu brin­gen, soll deswe­gen ab 2020 ein staatlich­es Tier­schut­zla­bel einge­führt wer­den, das erken­ntlich macht, welch­es Schweine­fleisch aus ver­ant­wor­tungsvoller und art­gerechter Hal­tung stammt. Also: Wie viel Platz hat­ten die Tiere im Schweinestall? Wurde darauf geachtet, dass sie möglichst wenig Stress beim Trans­port und der Schlach­tung hat­ten? Geplant sind drei ver­schiedene Qual­itätsstufen, die das sicht­bar machen sollen, wobei schon die Ein­stiegsstufe über dem geset­zlichen Min­dest­stan­dart liegt. Salopp gesagt, wenn ein Fleis­ch­pro­dukt das Tier­wohlkennze­ichen trägt, kann der Ver­brauch­er erken­nen, dass in dem Pro­dukt mehr Tier­wohl steckt als in anderen Fleis­ch­pro­duk­ten. Soweit so gut. Doch verbindlich – und das wäre entschei­dend – ist das Ganze nicht. Im Grunde ist es nur ein frei­williges Siegel, das Bauern für ihr Fleisch benutzen kön­nen, es aber nicht müssen.

Tierwohllabel Fuer Schweinehaltung

Welche Fol­gen entste­hen also für das eigentliche Tier­wohl, um das es ja eigentlich gehen soll? Richtig, eigentlich keine. Unverbindlichkeit hil­ft keinem Nutzti­er. Und den Ver­brauch­ern? Wenn wir ehrlich sind, denen eigentlich auch nur so semi. Denn am Ende ist auch das Tier­schut­zla­bel eins unter vie­len, wobei nie­mand so wirk­lich ver­ste­ht, was das eine oder das andere bedeutet. Und somit sind wir auch schon beim Unfair Fact des heuti­gen Fre­itags: Auch mit der Ein­führung eines unverbindlichen Tier­wohlla­bels bleibt der eigentlich entschei­dende Fakt auf der Strecke – näm­lich das Tier­wohl selb­st. Weit­er­er Kri­tikpunkt: Mit der reinen Beschränkung auf Schweine­fleisch kennze­ich­net das Siegel nichts Halbes und nichts Ganzes. Doch wer kri­tisiert, sollte in der Regel auch eine andere Lösung parat haben. Hier bringt es die Ver­braucheror­gan­i­sa­tion Food­watch ganz gut auf den Punkt: Statt ein weit­eres rein frei­williges Siegel auf den Markt zu brin­gen, sollte die Poli­tik sich eher dafür ein­set­zen, dass die geset­zlichen Min­destvor­gaben ange­hoben wer­den, sodass es in Zukun­ft ALLEN Nutztieren bess­er geht.

In 100 Jahren Gibt Es Keine Insekten Mehr

Sollte die Biene ausster­ben, dann habe der Men­sch nur noch vier weit­ere Jahre zu leben – wir alle ken­nen diese berühmten Worte, die einst Albert Ein­stein gesagt haben soll. Und doch sind die Bienen so bedro­ht wie nie zu vor – und mit ihnen die ganze Welt der Insek­ten. Der Grund? Haupt­säch­lich die inten­sive Land­wirtschaft, die Ver­bre­itung von Monokul­turen und der Gebrauch von Pes­tiziden. Aber auch die fortschre­i­t­ende Ver­städterung sowie der Kli­mawan­del tra­gen zum großen Insek­ten­ster­ben bei. Und das geschieht im rasenden Tem­po. Eine neue Studie belegt: Wenn es so weit­erge­ht, kön­nte es in bere­its in 100 Jahren keine Insek­ten mehr auf der Welt geben. Denn bere­its jet­zt gehe die Bio­masse der Insek­ten jährlich um 2,5 Prozent zurück. Die Kon­se­quen­zen? Katas­trophal. Denn Insek­ten spie­len eine bedeu­tende Rolle für unser Ökosys­tem. Mehr als 80 Prozent aller Blütenpflanzen wer­den von Insek­ten bestäubt. Ohne sie wächst nichts mehr: Kein Apfel, keine Tomate, kein Kaf­fee, keine Oliv­en, kein Raps, keine Beeren… nichts! Dass unsere Bienen in großer Zahl ster­ben, ist bere­its seit Jahren bekan­nt, doch beson­ders drama­tisch trifft es zum Beispiel auch Schmetter­linge. Bei eini­gen ursprünglichen Schmetter­lingsarten fliegt mit­tler­weile nur noch ein­er durch die Luft, wo es früher hun­dert waren. Aber auch Wespen, Ameisen, Libellen oder Hum­meln sind drama­tisch bedro­ht: Eine andere Auswer­tung belegte, dass im US-Bundestaat Okla­homa inner­halb von rund 65 Jahren die Hälfte aller Hum­me­larten ver­schwun­den ist.

Insektensterben

Unfair Fact für heute: Mit dem Rück­gang der Insek­ten find­et ein so ras­antes Massen-Aussterben statt, wie es seit der Zeit der Dinosauri­er nicht mehr passiert ist. Und – let’s face the truth: Der Men­sch trägt einen erhe­blichen Anteil dazu bei. Doch die gute Nachricht: Noch kön­nen wir etwas dafür tun, dass sich die Sit­u­a­tion der Insek­ten wieder nach­haltig verbessert. Was dafür nötig ist? Ein mas­sives Umdenken! Die Leben­sräume, die wir den Insek­ten ger­aubt haben, müssen ihnen zurück­gegeben wer­den. Sprich: Die kleinen Pol­len­boten brauchen wilde Natur – von Wild­blu­men, über Sträuch­er, Heck­en, Wiesen oder sog­ar tote Bäume. Wenn du jet­zt denkst „Okay, aber was kann ich selb­st denn tun?“, lautet die Antwort: Eine Menge. Im eige­nen Garten gilt: Je wilder desto bess­er. Also denk doch bei der Garte­nar­beit das näch­ste Mal an unsere sechs­beini­gen Krabbel­fre­unde und ihr und unser Überleben.

Was Lernen Wir Von Greta Thunberg

Sie gilt als Galions­fig­ur und neues Gesicht der Klimabe­we­gung: Gre­ta Thun­berg aus Schwe­den. 16 Jahre jung und schon weltweites Vor­bild für Tausende. Warum? Seit August let­zten Jahres schwänzt sie kon­se­quent jeden Fre­itag die Schule und ste­ht bei Wind und Wet­ter vor dem schwedis­chen Reich­stag, um zu demon­stri­eren. Immer mit dabei: Ein Schild mit der Auf­schrift Skol­stre­jk för kli­matet (auf deutsch: Schul­streik fürs Kli­ma). Zunächst agierte sie alleine, doch mit­tler­weile ist aus ihrem Streik eine inter­na­tionale Bewe­gung gewor­den, deren Anhänger­schaft bis nach Aus­tralien reicht. Immer mehr Schüler organ­isieren sich unter dem Hash­tag #fri­daysfor­future und protestieren gemein­sam für den Kli­maschutz. Und spätestens seit­dem Gre­ta Thun­berg eine Rede auf der UN-Klimakonferenz in Kat­towitz hielt, kom­men auch klimapoli­tisch Unin­ter­essierte nicht mehr an der 16-Jährigen vor­bei. Mit ihren Worten bewegt sie die Welt. Sie rech­net ab – mit der aktuellen Klimapoli­tik und vor allem mit den­jeni­gen, die sie betreiben. Den Erwach­se­nen, den Poli­tik­ern, die um die Prob­leme der aktuellen Zeit wis­sen und trotz­dem nichts ändern. 

„Ich will Gerechtigkeit in der Kli­mafrage und einen Plan­eten, auf dem wir leben können.” 
Gre­ta Thunberg 

Ob auf Face­book, Insta­gram oder Twit­ter – die Rede ging viral und für viele Jugendliche und Erwach­sene ist die Schwedin zum Vor­bild gewor­den. Doch ihre kom­pro­miss­lose, scho­nungslose und direk­te Art find­et nicht nur Anhänger, son­dern polar­isiert. Ihre Geg­n­er betiteln sie als „altk­lug“, „psy­chisch gestört“ und behaupten, sie würde von Erwach­se­nen „fremdges­teuert“ wer­den. Aufhal­ten lässt sich Gre­ta davon nicht. Ganz im Gegen­teil: Ihre Moti­va­tion scheint unge­bremst. Sie ist entschlossen, ihre Mei­n­ung, ihr Anliegen, ihre Botschaft weit­er in die Welt zu tra­gen und Druck zu machen. Ihr Engage­ment ist vielle­icht auch eine Folge des bei ihr diag­nos­tizierten Asperger-Syndroms – das gibt sie offen zu. Für Men­schen wie sie gäbe es nun mal nur Schwarz oder Weiß. Auch in der Klimapoli­tik. Wenn die Emis­sio­nen aufhören müssen, müssen sie halt aufhören. Da gibt es kein Wis­chi­waschi, kein Grau, keine andere Lösung. Und sie zeigt uns bere­its, wie es geht. Statt in ein Flugzeug zu steigen, fuhr sie mit ihrem Vater in einem Elek­troau­to quer durch Europa, um in Lon­don auf eine Kli­maschutzde­mo zu gehen. Zudem lebt sie selb­st seit einiger Zeit veg­an und hat auch ihre Fam­i­lie davon überzeugt ihre Gewohn­heit­en im Sinne der Umwelt zu ändern. Beein­druckt von dieser Entschlossen­heit und Vehe­menz kön­nen wir an diesem Fair Fri­day nur sagen: Gre­ta Thun­berg, you rule girl! Die Welt kann jed­er von uns verän­dern – egal, wer man ist oder wie alt man ist.

Frueher War Alles Besser

Ter­ror, Kli­mawan­del, Brex­it, atom­ares Wet­trüsten, halb Europa wählt recht­sex­trem, Men­schen ertrinken im Mit­telmeer und hat Don­ald Trump heute eigentlich getwit­tert? Jed­er Tag bringt qua­si eine neue Katas­tro­phe. Das Leben auf unserem Erd­ball scheint ganz schön aus den Fugen ger­at­en zu sein und irgend­wie wird alles immer schlim­mer. Wie einst unsere Groß­mut­ter hören auch wir uns sagen: „Früher war alles bess­er.“ Aber ist das wirk­lich so? Geht unsere Welt tat­säch­lich vor die Hunde oder ist unsere Panik nicht das einzige, was wirk­lich immer schlim­mer wird? Jein. Es gibt viele schlechte Dinge auf der Welt. Das stimmt. Diese ganzen Prob­leme sind da – darü­ber brauchen wir nicht zu disku­tieren. Einen Hak­en gibt es trotz­dem: Denn zwis­chen den ganzen Krisen und Hor­rormel­dun­gen existiert auch eine andere Wahrheit. Und zwar, dass es der Welt heute so gut geht wie nie zu vor. Klingt wider­sprüch­lich und ver­wirrend, ist aber so. Wusstest du zum Beispiel, dass sich in den let­zten zwei Jahrzehn­ten der Anteil der Men­schen, die in extremer Armut leben, mehr als hal­biert hat? Oder dass immer mehr Kinder zur Schule gehen? Und darunter in fein­ster Girlpower-Marnier fast eben­so viele Mäd­chen wie Jun­gen! Außer­dem wer­den die Men­schen so alt wie nie zuvor: Heute liegt die durch­schnit­tliche Lebenser­wartung bei knapp über 70 Jahren. Und damit nicht genug. Du wirst es kaum glauben, aber trotz der vie­len Krisen­herde erleben wir ger­ade die wohl friedlich­ste Epoche der Menschheitsgeschichte.

Froehliche Kinder

Es gibt nicht nur immer weniger Kriegstote, son­dern auch die Zahl der Ermorde­ten (zumin­d­est in Europa) sinkt stetig, eben­so die Hin­rich­tungszahl in den USA und selb­st die Terror-Opferzahlen sind nicht gestiegen. Ganz im Gegen­teil: Seit 1970 ster­ben in Wes­teu­ropa immer weniger Men­schen bei Ter­ro­ran­schlä­gen. Grund dafür ist vielle­icht auch, dass immer mehr Län­der zu Demokra­tien wer­den, weshalb Kon­flik­te auch zunehmend diplo­ma­tisch gelöst wer­den. Klingt doch alles gar nicht so schlecht? Fair Fact für heute: Pos­i­tive Vibes, please. Es geht uns ganz schön gut und das dür­fen wir genießen. Wir bekla­gen uns – völ­lig zu recht – über die unzu­mut­baren Geschehnisse auf der Erde. Und es ist wichtig, dass wir auch weit­er­hin unseren Blick darauf richt­en, was noch nicht gut ist, schließlich soll es ja bess­er wer­den. Trotz­dem gibt es sel­ten nur eine Wahrheit. Die schöne, neue Welt ist tat­säch­lich (auch) schön. Das Glas ist eben halb voll und halb leer. Gleichzeitig.

Alternative Fairphone

Ein Leben ohne Smart­phone? Unvorstell­bar! Jeden­falls – wenn wir ehrlich sind – für die meis­ten von uns. Es ist Weck­er, Ter­minkalen­der, Nav­i­ga­tion­s­gerät, Kam­era, MP3-Player und und und in einem … Es gibt qua­si (fast) nichts, was ein Smart­phone nicht kann. Stu­di­en zufolge star­ren wir täglich im Durch­schnitt über drei Stunden aufs Dis­play unseres Handys! Und, obwohl das Smart­phone eine so zen­trale Rolle in unserem All­t­ag ein­nimmt, eines vergessen wir immer wieder: Die Her­stel­lung unser­er geliebten Elek­trogeräte ist ein dreck­iges Geschäft. Es wer­den Rohstoffe benötigt, die meis­tens durch den Ein­satz umwelt- und gesund­heitss­chädlich­er Chemikalien gefördert wer­den und dabei wertvolle Leben­sräume zer­stören. Doch nicht nur die Natur lei­det, son­dern auch die Men­schen, die unter prekären Arbeits­be­din­gun­gen für unsere Smart­phones schuften. Die meis­ten der benötigten Boden­schätze befind­en sich näm­lich im Kon­go. Hier sorgt der lukra­tive Rohstof­fab­bau für Bürg­erkrieg und die Förderung von Kinder­ar­beit. Für rund einen Dol­lar pro Tag schuften tausende Kinder im Kle­in­st­berg­bau und riskieren tagtäglich ihr Leben.

Kinderarbeit Im Kongo
© Fair­phone

Und hier endet das moralis­che Prob­lem der Handy­her­stel­lung nicht. Ver­ar­beit­et wer­den die gewonnenen Met­alle näm­lich in Fab­riken in Chi­na, in denen sog­ar schlim­mere Arbeits­be­din­gun­gen herrschen sollen, als in der Tex­tilin­dus­trie. Ja, die Wahrheit tut weh. Sie ist unan­genehm. Macht betrof­fen. Hil­f­los. Aber: Sie bet­rifft uns alle. Und genau deswe­gen liegt es auch an uns, an diesem Zus­tand etwas zu verän­dern. Verzicht­en wollen oder kön­nen wir auf das Smart­phone natür­lich nicht. Und das Schöne: Wir müssen es auch nicht. Und kön­nen trotz­dem die Welt ein kleines biss­chen bess­er machen. Fair Fact an diesem Fre­itag: Es gibt gute, faire, nach­haltige Smart­phones. Das Fair­phone zum Beispiel. Hier ist der Name Pro­gramm und es ist mit­tler­weile zu ein­er echt­en Alter­na­tive zu den gängi­gen Smart­phones geworden.

Fairphone 1
© Fair­phone

Beson­ders schön: Die Fair­phones wer­den nicht nur aus wiederver­wend­baren und recycel­baren Mate­ri­alien gefer­tigt, son­dern auch unter fairen Arbeits­be­din­gun­gen. Und damit nicht genug: Ein weit­eres Ziel, das sich das Fair­phone auf die Fahne geschrieben hat, lautet Lan­glebigkeit. Es ist beson­ders robust, lässt sich in den meis­ten Fällen (sog­ar selb­st) repari­eren und schont somit nicht nur unsere Umwelt, son­dern auch unseren Geld­beu­tel, weil wir uns nicht ständig ein neues Handy kaufen müssen.

Das Werbeverbot Fuer Schwangerschaftsabbrueche
„Ich bin schwanger.” 

Für viele Frauen ist dieser Satz ein Grund zur Freude. Aber eben nicht für alle. Wer unge­plant oder unge­wollt schwanger gewor­den ist, hat nicht nur mit Zweifeln und Gefühlschaos zu kämpfen, son­dern ste­ht auch vor ein­er schwieri­gen Entschei­dung: Kind behal­ten oder die Schwanger­schaft been­den? Doch was viele gar nicht wis­sen: Eine Abtrei­bung ist laut Strafge­set­zbuch rechtswidrig. Eine Frau, die ihre Schwanger­schaft abbricht, macht sich also grund­sät­zlich straf­bar. Es gibt allerd­ings Aus­nah­men und bes­timmte Voraus­set­zun­gen, die die Schwan­gere vor ein­er Strafe schützen. Eine davon lautet, dass die Abtrei­bung nur von ein­er Ärztin oder einem Arzt vorgenom­men wer­den darf. Doch einen geeigneten Medi­zin­er für den Ein­griff zu find­en, war bis­lang schw­er. Grund dafür: Das soge­nan­nte „Wer­be­ver­bot“, das Ärzten unter­sagt, auf ihren Home­pages über Abtrei­bun­gen zu informieren. Qua­si: Wie läuft eine Abtrei­bung über­haupt ab? Welche Risiken und Meth­o­d­en kom­men auf die Schwan­gere zu? Und so weit­er. Dabei brauchen betrof­fene Frauen präzise Infor­ma­tio­nen und Hil­festel­lung.

Schwangerschaftstest

Seit mehr als über einem Jahr wird mit­tler­weile in Deutsch­land disku­tiert, ob dieser Para­graf 219a im Strafge­set­zbuch über­haupt noch zeit­gemäß ist und ob er nicht geän­dert oder sog­ar gestrichen wer­den soll. Ins Rollen gebracht wurde der Diskurs von der Ärztin Kristi­na Hänel. Sie informierte im Inter­net darü­ber, dass sie in ihrer Prax­is Abtrei­bun­gen durch­führte und wurde deswe­gen zu ein­er Geld­strafe von 6.000 Euro verurteilt. Der Auf­schrei war groß und führte let­z­tendlich zum Fair Fact für heute: Die deutsche Regierung hat beschlossen, dass das Wer­be­ver­bot für Schwanger­schaftsab­brüche gelock­ert wer­den soll. Und zwar so, dass Ärzte oder Kliniken kün­ftig darü­ber informieren dür­fen, dass sie Abtrei­bun­gen vornehmen. Außer­dem soll es eine zen­trale Liste mit Ärzten und Kranken­häusern geben, an die sich Schwan­gere wen­den kön­nen. Diese Liste soll monatlich aktu­al­isiert wer­den. Trotz des Kom­pro­miss bleibt jedoch Para­graf 219 weit­er­hin beste­hen und wird auch in Zukun­ft für reich­lich Diskus­sio­nen sorgen.

Umweltsuende Kreuzfahrtschiffe
„Bei ein­er 14-tägigen Kreuz­fahrt fall­en pro Per­son ein bis drei Ton­nen CO2 an” 
Stuttgarter Zeitung 

Eine Seefahrt die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön – das mag ja sein, aber beim Anblick der dick­en Ruß­wolken, die aus dem Schorn­stein eines Riesendampfers wabern, kann einem die Lust auf eine Kreuz­fahrt ganz schnell verge­hen. Stick­ox­ide, Schwe­fel und Ruß­par­tikel wan­dern qua­si unge­filtert in die Luft und sor­gen nicht nur für ein gewaltiges Abgasprob­lem für die Umwelt (Kli­mawan­del ahoi!), son­dern auch dafür, dass jed­er Pas­sagi­er eine erhe­bliche Menge an Fein­staub einat­met. Und dicke Luft herrscht nicht nur an Bord, son­dern auch in den Häfen und den Städten, die von den „Traum­schif­f­en“ ange­laufen wer­den. Glaubt man den Rech­nun­gen des Naturschutzbun­des (Nabu), dann stoßen die großen Luxu­slin­er pro Tag in etwa so viel CO2 aus wie unge­fähr 84.000 Autos, so viel Stick­ox­ide wie rund 421.000 Autos und so viel Fein­staub wie etwa eine Mil­lion PKW zusam­men. Puh. Doch was macht die Luxu­slin­er zu solchen Dreckschleud­ern? Kurz und knapp gesagt: der Sprit. Denn acht von neun Kreuz­fahrtschif­f­en fahren nach wie vor mit giftigem Schw­eröl – und das, obwohl die Reed­ereien seit Jahren ver­sprechen, weniger Emis­sio­nen pro­duzieren zu wollen. Klingt zwar alles nicht ger­ade fortschrit­tlich, trotz­dem muss man – der Fair­ness hal­ber – dazu sagen, dass langsam aber sich­er ein Umdenken stat­tfind­et. Immer­hin gibt es mit der Aida Nova schon mal ein Kreuz­fahrtschiff, das statt auf Schw­eröl auf Flüs­sig­gas setzt.

Riesen Luxusliner

Unfair Fact ist: Ja es stimmt schon, dass nicht nur Kreuz­fahrtschiffe, son­dern auch tausende Container- und Frachtschiffe mit dem gifti­gen Schw­eröl fahren. Trotz­dem rel­a­tiviert diese Aus­sage nicht die Öko-Bilanz ein­er Kreuz­fahrt. Denn neben der Abgas-Diskussion sollte auch der enorme Energie­ver­brauch an Bord in Betra­cht gezo­gen wer­den. Schließlich müssen die Restau­rants, The­ater, Pools, Kli­maan­la­gen, Kinos, Bars, Wäschereien und so weit­er auch am Laufen gehal­ten wer­den. So kommt ein Kreuz­fahrtschiff ganz schnell auf den Strombe­darf ein­er Kle­in­stadt. Also, wem sein ökol­o­gis­ch­er Fußab­druck im Urlaub wichtig ist, der sollte die näch­ste Urlaub­sreise auf See noch ein­mal über­denken. Diejeni­gen, die nicht auf eine Kreuz­fahrt verzicht­en kön­nen oder wollen, find­en hier Tipps, wie man die Reise so umwelt­fre­undlich wie möglich gestal­ten kann.

Betaeubungslose Kastration Von Ferkel

„Nie­mand darf einem Tier ohne vernün­fti­gen Grund Schmerzen, Lei­den oder Schaden zufü­gen.“ So lautet der Grund­satz des Tier­schutzge­set­zes in Deutsch­land. Bei der Umset­zung hapert es allerd­ings gewaltig. Zumin­d­est, wenn man bedenkt, dass in Deutsch­land jedes Jahr rund 20 Mil­lio­nen männlich­er Fer­kel kas­tri­ert wer­den – und zwar ohne Betäubung. Sie wer­den an den Hin­ter­beinen gepackt, fest­ge­hal­ten und anschließend wer­den mit einem Skalpell die Hoden her­aus­geschnit­ten. Alles bei vollem Bewusst­sein. Der Grund? Es soll üblen Geruch („auch „Ebergeruch“ genan­nt) im Fleisch ver­hin­dern. Die Tor­tur ist zwar seit langer Zeit Rou­tine in der Schweinezucht, bess­er macht es das alles natür­lich ganz und gar nicht. Deswe­gen sollte die betäubungslose Fer­kelka­s­tra­tion auch nur noch bis zum 31. Dezem­ber 2018 erlaubt sein. Ja hier liegt die Beto­nung auf sollte, denn durch eine Abstim­mung im Deutschen Bun­destag wurde diese Entschei­dung allerd­ings vor­erst wieder zurückgenom­men und um weit­ere zwei Jahre ver­schoben. Zwei weit­ere Jahre in denen junge männliche Fer­kel auf eine schmerzhafte Art und Weise kas­tri­ert wer­den dür­fen. Über­gangs­frist nen­nt die Große Koali­tion ihre Entschei­dung, in der nach geeigneten, mark­t­gängi­gen Alter­na­tivver­fahren gesucht wer­den soll. Dabei gibt es tier­schutzgerechte Lösun­gen schon jet­zt. Einziger „Kri­tikpunkt“: Sie kosten eben mehr.

Alter­na­tiv­en zur betäubungslosen Kastration:

  • Die Imp­fung gegen den „Ebergeruch“ = Mit der Injek­tion wird die Hor­mon­pro­duk­tion der männlichen Schweine unter­drückt und somit ver­hin­dert, dass sich der üble Geruch entwick­elt. Zwei Mal muss geimpft wer­den und gelöst wäre das Geruchsproblem.
  • Die Voll­narkose = Es klingt banal, aber natür­lich ist das Narko­tisieren – was ja bei jed­er Oper­a­tion eigentlich ein nor­maler Vor­gang ist – eine tier­schutzgerechte Alter­na­tive. Bei dieser Meth­ode müsste allerd­ings ein Tier­arzt dabei sein, was nicht nur den Arbeit­saufwand, son­dern auch die Kosten in die Höhe treibt. Trotz­dem, und das soll nicht uner­wäh­nt bleiben, gibt es in Deutsch­land schon ein paar Betriebe, die in eine Voll­narkose investieren.
  • Die Eber­mast = Hier würde kom­plett auf die Kas­tra­tion verzichtet wer­den. Hier wäre allerd­ings das Prob­lem mit dem Ebergeruch nicht gelöst. Somit gibt es natür­lich keine Garantie für Land­wirte, dass es Abnehmer für das Fleisch gibt.
Ferkel

Unfair Fact: Die Fer­kel lei­den. Und diese Qual wurde durch die Mehrheit der Abge­ord­neten der CDU, CSU, SPD und der AFD um zwei weit­ere Jahre ver­längert. Wer diese bru­tale Meth­ode nicht unter­stützen möchte, dem bleibt eigentlich nichts anderes übrig, als auf (Schweine-)Fleisch zu verzicht­en. Oder zumin­d­est nur welch­es vom Land­wirt des Ver­trauens zu kaufen, bei dem man sich sich­er ist, dass den Fer­keln nicht betäubungs­los die Hoden ent­fer­nt werden.

Folgen Des Plastiktuetenverbot

Plas­tik, und da erzählen wir dir sicher­lich nichts neues, gilt als eines der größten Prob­leme unser­er Zeit. Und auch, wenn wir es alle nicht mehr hören kön­nen: Um die fortschre­i­t­ende Ver­mül­lung unseres Plan­eten doch noch in den Griff zu bekom­men, hil­ft nur eins: Machen statt Reden. Raus aus der Kom­fort­zone, raus aus dem Weg­w­erf­modus. Wir brauchen Lösun­gen. Ein richtiger und wichtiger Schritt in diese Rich­tung sind Plas­tik­tüten­ver­bote. Seit 2016 gibt es in Deutsch­land, zugegeben zwar immer noch Plas­tik­tüten in Geschäften, allerd­ings sind diese nun kostenpflichtig. Mal kosten sie 20, mal 15 und in eini­gen Läden sog­ar nur 10 Cent, doch auch dieser geringe Preis zeigt Wirkung: Seit dem die Plas­tik­tüte etwas kostet, verzicht­en immer mehr Men­schen auf sie. Und das ist auch gut so: Denn während wir die Plas­tik­tüten meist nur ein­mal für kurze Zeit benutzen, brauchen sie, dem Umwelt­bun­de­samt zufolge, rund 450 Jahre, um sich im Meer zu zer­set­zen. Und dort lösen sie sich nicht ein­fach auf, son­dern zer­fall­en immer weit­er in winzigk­leine Teilchen, dem Mikro­plas­tik, das nicht nur der Natur und den Tieren schadet, son­dern let­z­tendlich auch uns selb­st. Halt stopp! Wir woll­ten ja nicht lamen­tieren und belehren, son­dern uns auf die wichti­gen Maß­nah­men und Lösungsan­sätze konzen­tri­eren. Durch das Plas­tik­tüten­ver­bot haben wir es mit­tler­weile geschafft, dass wir mit 29 Kun­st­stofftüten pro Per­son im Jahr (Wert von 2017) unter dem EU-Durchschnitt liegen. Das Ziel der EU für 2025: Den Plas­tik­tüten­ver­brauch um bis zu 80 Prozent zu ver­ringern. Wie das erre­icht wird? Mit Gebühren, nationalen Ver­boten oder der Ein­führung von Steuern – das darf aber let­z­tendlich jed­er EU-Mitgliedstaat selb­st entscheiden.

Plastituete

(Un)fair Fact ist: Dass es die Plas­tik­tüte nur noch gegen Geld gibt, wirkt. Den­noch: Von einem Plas­tik­tüten­ver­bot, wie es in Ruan­da oder Marokko schon längst durchge­set­zt wurde, ist nicht zu sprechen. Und es ste­ht auch nicht auf der Agen­da, wed­er in der EU noch in Deutsch­land. Um die Plas­tik­tüte also endgültig zu ver­ban­nen, liegt es an uns. Alle soll­ten mit anpack­en, Ver­ant­wor­tung zu übernehmen. Die Zauber­formel lautet: Frei­willig verzicht­en. Ver­giss nicht, dass die Men­schen auch vor der Erfind­ung von Plas­tik­tüten ihre Einkäufe nach Hause trans­portieren kon­nten. Also nimm beim näch­sten Super­mark­tbe­such ein­fach einen Jute­beu­tel oder einen Ruck­sack mit und schon hast du dich für die Umwelt einge­set­zt. Gut, oder?

Der Kli­mawan­del begin­nt auf dem Teller – und zwar bei jedem von uns. Wie das? Ganz ein­fach: Wer ein­fach ein biss­chen weniger Fleisch isst und auch andere tierische Pro­duk­te reduziert, kann einen maßge­blichen Teil dazu beitra­gen, dass land­wirtschaftliche Emis­sio­nen wie Lach­gas und Methan deut­lich gesenkt wer­den. Denn, was viele gar nicht wis­sen, ist: Die Land­wirtschaft ist weltweit für fast ein Vier­tel aller Treib­haus­gase­mis­sio­nen ver­ant­wortlich. Die größten Kli­masün­der darunter sind die Fleisch-und Milchkonz­erne. Laut ein­er Studie des Insti­tute for Agri­cul­ture and Trade Pol­i­cy (IATP) sowie der Umwel­tor­gan­i­sa­tion Grain sind die fünf welt­größten Fleisch- und Molk­ereikonz­erne mit­tler­weile sog­ar für mehr Treibhausgas-Emissionen ver­ant­wortlich als die großen Ölkonz­erne. Sollte die Branche weit­er so ras­ant wach­sen, würde – der Studie nach – der gesamte Viehbe­stand bis 2050 etwa 80 Prozent des Treib­haus­gas­bud­gets der Erde ver­brauchen. Dabei ist die Lösung des Prob­lems so ein­fach und mach­bar: Wer allein schon in der Kan­tine ein­fach zur Gemüse-Pasta statt zur Bolog­nese greift, betreibt aktiv­en Klimaschutz.

Wür­den wir darü­ber hin­aus auch noch weniger Lebens­mit­tel wegschmeißen, wür­den sich die Treib­haus­gase­mis­sio­nen pro Kopf und Jahr noch ein­mal deut­lich min­imieren. Also die Fak­ten zum Fair Fri­day: Weniger Fleisch essen und die eigene Lebens­mit­telver­schwen­dung min­imieren und schon hast du einen großen Teil dazu beige­tra­gen, um eine Kli­makatas­tro­phe zu ver­hin­dern. Wie hat Mahat­ma Ghan­di einst so schön gesagt? „Sei du selb­st die Verän­derung, die du dir wün­schst für diese Welt.“

Diesel-Fahrverbot: Welche Alternativen haben
umweltbewusste Autofahrer?

| von 

Einige Jahre beschäftigt uns der Abgasskandal schon. Er kam im September 2015 ins Rollen, als bekannt wurde, dass diverse Autohersteller illegale Abschalteinrichtung in den Diesel-Motoren ihrer Fahrzeuge verbaut hatten. Als Folge dessen stürzte die Autoindustrie in eine Krise. Gleichzeitig wurden die Forderungen nach einer Verkehrswende immer lauter. Inzwischen ist das gigantische Ausmaß des Dieselgates klar.

„Die manipulierten Fahrzeuge stoßen vier bis siebenmal mehr Stickoxide aus, als in den damaligen Testergebnissen unter Laborbedingungen. ”

Infos & Tipps für umweltbewusste Diesel-Fahrer:

Auswirkungen des Abgasskandals Widerrufsrecht prüfen Nachrüstung in Erwägung ziehen Alternativen suchen: Carsharing & Bahn Fahrgemeinschaften & Mitfahrgelegenheiten Umtauschprämie nutzen

Moin, ich bin Jana und ich möchte nicht in einer Welt leben, in der es bald mehr Plastik im Ozean gibt als Fische. Genau diese schreckliche Prognose hat mich dazu...

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