Die 17 Nachhaltig-
keitsziele der Vereinten Nationen

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Armut, Hunger, Kli­mawan­del – die Liste mit glob­alen Her­aus­forderun­gen ist lang. Die Vere­in­ten Natio­nen haben deshalb 17 Nach­haltigkeit­sziele ver­ab­schiedet, die unsere Welt bis 2030 zu einem besseren Ort machen sollen. Alles leere Ver­sprechun­gen oder ein guter Fahrplan für die Zukunft?

UN Nachhaltigkeitsziele

Die Agen­da 2030 reicht von Frieden und Wohl­stand für alle Men­schen, über mehr Umwelt- bzw. Kli­maschutz bis hin zu nach­haltigem Wirtschaftswach­s­tum. Sie kommt wie eine große gemis­chte Tüte vom Kiosk daher – für jeden ist etwas dabei! Alle kön­nen sich etwas aus­suchen, mit anpack­en und ihren Teil dazu beitra­gen. Und genau das unter­stre­icht die gemein­same Ver­ant­wor­tung: Die umfan­gre­ichen, ambi­tion­ierten Ziele der Welt­ge­mein­schaft sind nur umset­zbar, wenn alle an einem Strang ziehen. Hier find­est einen Überblick über die ver­schiede­nen UN-Nachhaltigkeitsziele – und auch eine Bilanz über den bish­eri­gen Stand der Umsetzung.

Ziele für eine bessere Welt:

Die 17 Nachhaltigkeitsziele

UN Ziele Fuer Mehr Nachhaltigkeit

Die 17 glob­alen Ziele und 169 Unter­punk­te der Agen­da 2030 umfassen sowohl ökol­o­gis­che und soziale als auch ökonomis­che Aspek­te. 2015 wurde sie von der Welt­ge­mein­schaft ver­ab­schiedet und ver­spricht seit­dem die „Trans­for­ma­tion unser­er Welt“. Das Beson­dere: Anders als frühere Pro­gramme zur nach­halti­gen Entwick­lung gel­ten die UN-Nachhaltigkeitsziele gle­icher­maßen für Indus­trielän­der, Schwellen- und Entwick­lungslän­der. Das sym­bol­isiert das neue ver­net­zte Denken und die große Ver­ant­wor­tung, die jed­er einzelne in seinem Tun und Han­deln mit­trägt. Alle sind dazu aufge­fordert, den Umbau von Struk­turen, Prozessen sowie Denk- und Ver­hal­tensweisen voranzubrin­gen. Denn nur, wenn jed­er mit anpackt, kann unsere Zukun­ft nach­haltig verbessert werden.

Zusammenhalt

Die Nachhaltigkeitsziele kurz zusammengefasst:

Die ehrgeizigen Ziele klin­gen gut, allerd­ings auch utopisch: Neben dem Kampf gegen Armut gehören auch der Kampf gegen Hunger, der Zugang zu Bil­dung für alle, mehr Engage­ment für ein friedlich­es Miteinan­der und die Gle­ich­berech­ti­gung aller Men­schen zur Agen­da 2030. Aber die Ziele führen noch viel weit­er und umfassen auch den Kli­maschutz, die Erhal­tung der Bio­di­ver­sität, den Schutz der Welt­meere, eine bessere Gesund­heitsver­sorgung sowie eine nach­haltige und sta­bile Wirtschaft oder Maß­nah­men für eine nach­haltige Ressourcennutzung. Die 17 Punk­te der Agen­da berück­sichti­gen erst­ma­lig alle drei Dimen­sio­nen der Nach­haltigkeit (Soziales, Umwelt und Wirtschaft) gle­icher­maßen. Im Grunde genom­men geht es darum, dass alle Regierun­gen auf der ganzen Welt in ein­er glob­alen Part­ner­schaft zusam­me­nar­beit­en und gemein­sam die Grund­la­gen für eine lebenswerte Zukun­ft schaffen.

Zwis­chen­bi­lanz: Wo ste­hen wir?

Vereinte Nationen

Wird im Jahr 2030 kein Men­sch mehr arm sein? Kon­nten wir den Kli­mawan­del aufhal­ten? Und wer­den alle Men­schen gle­ich­berechtigt und friedlich auf dieser Erde leben? Wenn wir uns den aktuellen Stand der Nach­haltigkeit­sziele genau anse­hen, wer­den die Antworten auf diese Fra­gen wohl eher ernüchternd aus­fall­en. Laut ein­er aktuellen Studie der UN sei derzeit kein einziges Land dieses Plan­eten auf dem Weg, alle Punk­te der Agen­da 2030 zu erfüllen. Ist es denn wirk­lich so schwierig, in nach­haltiger und fair­er Weise gemein­sam ein „gutes Leben“ zu führen? Anscheinend ja. Vielle­icht aber auch nur, wenn Ziele so über­am­bi­tion­iert, so vage irgend­wie lasch for­muliert und vor allem eins sind: unverbindlich. Wir kön­nen etwas ändern, wir müssen aber nicht. Wir, das sind primär die reichen Indus­trien­atio­nen, die nicht nur die weltweit größten Kli­masün­der sind, son­dern eigentlich die meiste Macht hät­ten, die ver­sproch­enen „Trans­for­ma­tio­nen zum Besseren“ auch umzuset­zen. Doch ger­ade die G20-Staaten nehmen hier eine schlechte Vor­bild­funk­tion ein. Armut und Kli­mawan­del ver­schwinden nicht durch Versprechungen.

Donald Trump

Doch wo Schat­ten ist, gibt es glück­licher­weise auch Licht. Es lohnt sich beispiel­sweise ein Blick in den hohen Nor­den: die skan­di­navis­chen Län­der wie Schwe­den, Nor­we­gen und Däne­mark erfüllen schon jet­zt fast drei Vier­tel der UN-Vorgaben. Davon kann sich Deutsch­land ruhig eine Scheibe abschnei­den: Wir sind im Ver­gle­ich zum ver­gan­genen Jahr von Platz vier auf Platz sechs zurück­ge­fall­en. Zu den Prob­le­men zählen – laut der Studie – vor allem der Bere­ich Kli­maschutz (beson­ders in der Land­wirtschaft), aber auch der Umstand, dass die Bun­desregierung das Ziel ver­fehlt, 0,7 Prozent des Brut­toin­land­spro­duk­ts in die Entwick­lung­shil­fe zu steck­en. Immer­hin schlägt sich Deutsch­land bess­er als die USA: Diese lan­den auf Platz 37. Eines der schlimm­sten Defizite hat­te die UN jüngst selb­st eingeräumt: Der Welthunger scheint – dem aktuellen Nach­haltigkeits­bericht zufolge – wieder zu wach­sen. Die Ursachen dafür lägen auch in den Fol­gen des Kli­mawan­dels. Angesichts dessen ist es beson­ders trau­rig, dass es kein Indus­trieland bish­er schafft, in den Bere­ichen Ressourcenver­brauch oder nach­haltiger Kon­sum und Pro­duk­tion die Ziele zu erre­ichen. Welch­es Learn­ing ergibt sich also für uns? Es gibt noch viel Luft nach oben.

Was kann jeder von uns beitragen?

Nachhaltigkeitsziele Anpacken

Verän­derun­gen und Tat­en kom­men nicht von bloßen Lip­pen­beken­nt­nis­sen, aber auch nicht davon, mit dem Fin­ger auf andere zu zeigen. Natür­lich müssen die Regierun­gen die Ziele anpack­en, aber auch jed­er einzelne kann seinen Teil dazu beitra­gen, dass wir der Agen­da 2030 zumin­d­est ein gutes Stückchen näher kom­men. Ein guter Punkt, bei dem Deutsch­land hin­ter­her­hinkt, aber jed­er etwas ändern kann, ist der nach­haltige Kon­sum. Es sind qua­si die tagtäglichen, kleinen Entschei­dun­gen, die sum­miert let­z­tendlich etwas Großes bewe­gen kön­nen. Dazu gehört zum Beispiel auch, dass man Lebens­mit­telver­schwen­dung ver­mei­det, dass man Wählen geht und so die Regierung und Poli­tik mit­gestal­tet, dass man ver­sucht auf Ein­we­gar­tikel oder Plas­tik zu verzicht­en, dass man seinen Fleis­chkon­sum ein­schränkt oder Pro­duk­te mit Palmöl reduziert.

Beach Cleaning Plastik Sammeln

Damit wir bald bezahlbare und saubere Energie nutzen kön­nen? Auch hier kön­nen wir unseren Teil beitra­gen und als gutes Beispiel vor­ange­hen. Wech­sle doch am besten deinen Stro­man­bi­eter und set­ze auf „guten“ Ökostrom. Auch das Ziel bezüglich Gle­ich­berech­ti­gung kön­nen wir selb­st umset­zen und Geschlechter-Klischees den Kampf ansagen. Und damit nicht genug: Schütze das Meer, indem du auf Mikro­plas­tik verzicht­est oder nur Fis­charten isst, die nicht vom Ausster­ben bedro­ht sind. Wie du siehst, gibt es unzäh­lige Stellschrauben, an denen jed­er von uns selb­st drehen kann. Let­z­tendlich ist es doch sog­ar so, dass kleine Schritte die größten sind. Also: Let’s do this.

Fazit

Fridays For Future Demo
„Der Kli­mawan­del ist schneller als wir.” 
UN-Generalsekretär António Guterres 

Die Bewe­gung Fri­days for Future, die Proteste im Ham­bach­er Wald oder die Ergeb­nisse der Europawahl zeigen, dass Nach­haltigkeit den Image­wan­del längst geschafft hat. Es ist kein Nis­chen­the­ma mehr, son­dern mit­tler­weile in der gesellschaftlichen Mitte angekom­men. Doch Ein­sicht und entsprechen­des Han­deln fol­gen offen­sichtlich nicht immer aufeinan­der. So gut und wichtig die UN-Milleniumsziele auch sind, geht es trotz einiger Fortschritte zu wenig voran. Es ist desil­lu­sion­ierend: Wed­er bei uns, noch in anderen reichen Indus­tri­es­taat­en ist das Wirtschafts- und Gesellschaftsmod­ell bis­lang nach­haltig. Und wird es voraus­sichtlich auch in Zukun­ft nicht sein. Bere­its heute ist klar, dass wir die 17 Ziele weitest­ge­hend ver­fehlen wer­den. Bleibt uns also nichts anderes übrig, als den Kopf in den Sand zu steck­en und mit ein­er Ich-kann-doch-eh-nichts-verändern-Haltung durchs Leben zu gehen? Ganz sicher­lich nicht. Es ist offen­sichtlich, dass nach den ehrgeizigen Zie­len noch viele ehrgeizigere Anstren­gun­gen unter­nom­men wer­den müssen. Und zwar gemein­sam. Denn die Erken­nt­nis ist und bleibt: Kein Land und kein Men­sch find­et die Lösun­gen auf unsere Prob­leme alleine. Glob­ale Her­aus­forderun­gen erfordern glob­ale Antworten. Und doch ist die Zivilge­sellschaft ein wichtiger Teil davon: Wir müssen die unverbindlichen Ziele verbindlich machen. Dafür kann bere­its jed­er von uns seinen Teil dazu beitra­gen, um gemein­sam eine „enkel­sichere“ Zukun­ft zu gestalten.

10 Tipps für ein nachhaltiges Weihnachten

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Kitsch, Hektik und Konsumrausch treffen auf Besinnlichkeit und Nächstenliebe – bei keinem anderen Fest scheinen die Extreme und Gegensätze so groß zu sein wie zur Weihnachtszeit. Ist es überhaupt möglich Weihnachten umweltfreundlich zu feiern?

Geschenkpapier Zimtstangen Weihnachten
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Moin, ich bin Jana und ich möchte nicht in einer Welt leben, in der es bald mehr Plastik im Ozean gibt als Fische. Genau diese schreckliche Prognose hat mich dazu...

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