Ubud auf Bali: Runterkommen im veganen Zentrum der Welt

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Es wäre ver­mut­lich jam­mern auf hohem Niveau, wenn ich behaupten würde, dass es kom­pliziert ist, als Veg­e­tari­er zu reisen. Doch manch­mal ist es schon schwierig, in einem kleinen Restau­rant im Nach­bar­bun­des­land Bran­den­burg ein veg­e­tarisches Gericht auf der von Olivenöl ver­schmierten Speisekarte auszu­machen. Und viel leichter ist es in fer­nen Län­dern auch nicht.

„Fleisch?“

„Nein.“

„Und Chick­en?“

„Nein, das ist auch Fleisch.“

So oder ähn­lich geht ein typ­is­ch­er Dia­log, den wohl viele veg­e­tarische Back­pack­er in Asien schon geführt haben. Aber es ist ein Dia­log, den man in Ubud auf der Insel Bali im Indis­chen Ozean wohl niemals hören wird.

Tempel, Opfergaben und Yogis

Die 30.000 Ein­wohn­er zäh­lende Stadt ist seit Jahrzehn­ten bei Back­pack­ern beliebt und gilt als das kul­turelle Zen­trum Balis. Nir­gends son­st habe ich so viele Tem­pel auf so engem Raum gese­hen. Eine spir­ituelle Atmo­sphäre umgab mich, die von den Klän­gen ein­er in der Nähe stat­tfind­en­den Tanzshow ange­heizt wurde. Es roch etwas pen­e­trant nach Rauch, was mich dazu brachte, erneut über den Hin­duis­mus nachzudenken.

Sayong House

Täglich wer­den auf Bali vor den bunt geschmück­ten Toren der Tem­pel kleine Reis­strohschälchen gefüllt mit Blu­men, Frücht­en oder Reis und ein bis zwei Räuch­er­stäbchen bere­it­gestellt. Den kleinen Opfer­gaben begeg­net man auf Bali noch häu­figer als den Tem­peln mit ihren Ste­in­fig­uren samt Blu­men­hals­ket­ten. Von denen drän­gen sich immer­hin etwa vier auf einen Quadratkilometer.

Elefantenfigur

Ausgenom­men sind von dieser Sta­tis­tik die zahlre­ichen Fam­i­lien­tem­pel. Auch ich hat­te das Glück, während mein­er Zeit in Ubud in solch einem Fam­i­lien­tem­pel zu wohnen. Jeden Mor­gen genoss ich vom Balkon den Anblick der im Garten medi­tieren­den Yogis, ehe ich einen frischen Frucht­saft und einen Obst­teller orderte.

Sayong House

Lotustempel

Veg­ane Kost und eine gewisse Fasz­i­na­tion für Yoga und Med­i­ta­tion prägten in Ubud meinen Tagesablauf. Über­all in der Stadt befind­en sich Yogas­tu­dios: Jedes hat sein eigenes Konzept, um Kör­p­er und Geist gestresster Touris­ten wieder aufzupäppeln.

Ja, das Leben in Ubud war schon sehr beson­ders. Und wenn ich nicht von Tem­pel zu Tem­pel zog, den Klän­gen der indone­sis­chen Musik lauschte oder auf grüne Reis­felder star­rte, dann zog ich von Restau­rant zu Restaurant.

Reisterrasse

Ubud, das vegane Zentrum der Welt

Ubud besitzt eine wahnsin­nig große Anzahl veg­an­er Restau­rants. Über­all kann man sich sagen­haft guten und gesun­den Getränken und Speisen hingeben. Die Restau­rants, die oft sehr eso­ter­ische Namen wie „The Seeds of Life“ tra­gen, ver­wen­den in den Speisekarten mehr Platz für die Erk­lärung beson­ders bekömm­lich­er und spir­itueller Speisen als für den Zweck, für den Speisekarten ursprünglich geschaf­fen wur­den: Speisen anpreisen.

EssenTheElephant

Kokos­nuss­wass­er, Rote-Bete-Saft und Wheat-Grass-Shots, die pro Shot mehr Vit­a­mine als ein Kilo­gramm rohes Gemüse und Obst besitzen, bilde­ten meine flüs­sige Lebens­grund­lage. Dazu gesell­ten sich knus­prige Tem­peh, frische Raw-Food-Burger, Salate, Gemüsedips oder das thailändis­che Pad Thai – natür­lich in ein­er veg­a­nen Variante.

Veganes Essen

Fingerfood

Die besten drei Restau­rants in Ubud sind mein­er Mei­n­ung nach das Soma Café, The Ele­phant und eben das The Seeds of Life. Jedes dieser Restau­rants besitzt die richtige Mis­chung aus Inno­va­tion und veg­a­nen Speisen, die man son­st nur den Hip­ster­bezirken der Großstädte zuge­traut hätte. Die Lokale wer­den zeitweise auch als Yogas­tu­dio genutzt.

Sel­ten hat­te ich das Gefühl, mich auf Reisen so gesund ernährt zu haben. Und ich bin mir sich­er, dass einige veg­ane Gerichte auch meine fleis­chlieben­den Fre­unde überzeu­gen würden.

Raus bei jedem Wetter: Anziehtipps gegen Frostbeulen

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Sobald die ersten Schneeflocken fallen, gibt es kein Halten mehr. „Ich will raus!“ Wenn ich nicht aufpasse, ist das Kind schnell weg. Fast nackt. Zumindest ohne Stiefel, Schal und Jacke. Winterzeit ist einfach die schönste Zeit, um draußen zu sein. Doch ohne die richtige Kleidung kann es schmerzhaft werden. Vor allem dann, wenn Regen, Sturm und Kälte die Regie übernehmen und es richtig krachen lassen. Wenn Windböen sich wie kleine Monster in die ungeschützte Haut fressen und mit kreischendem Pfeifen rot gefrorene Fingerchen, Eiszapfen an der Nase und taube Füßchen bescheren. Doch das muss nicht sein. Wie heißt es so…

Ich bin Steven und ich liebe die Natur, verrückte Ideen, Lissabon und den Fahrtwind auf meinem Rennrad. Und ich liebe es, immer wieder meine Grenzen auszutesten. Dafür laufe ich zum...

Zum Autor

Montag, 25. Januar 2016, 23:57 Uhr

Hi Vera, ja, ich habe auch das Gefühl, dass Bali im Trend ist. Aber vor­sicht, es ist nicht über­alle so grün, sauber und idyl­lisch wie in Ubud.

Montag, 18. Januar 2016, 14:21 Uhr

So viel gute Dinge, die man da in let­zter Zeit über Bali sieht, liest und hört!
Werde ich wohl mal in die Liste an Top-Reisezielem mit aufnehmen!

LG Vera