Tofu selber machen: Anleitung und 3 leckere Rezepte

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Tofu ist eine leckere und gesunde Alter­na­tive zu Fleisch. Sie lässt sich aber nicht nur auf unter­schiedliche Weise zubere­it­en, son­dern auch selb­st her­stellen. Wir zeigen dir, wie du in nur weni­gen Schrit­ten Tofu sel­ber machen kannst.

Selbst gemachtes Tofu

Weil Sel­ber­ma­chen abso­lut im Trend liegt und weil wir nur dann wirk­lich wis­sen, was drin ist, wenn wir selb­st Hand anle­gen, haben wir uns vor eini­gen Jahren an das DIY-Experiment gewagt und fest­gestellt, dass es gar nicht so schw­er ist, Tofu selb­st zu machen. Außer­dem hat frisch­er Tofu ein echt­es Geschmack­ser­leb­nis in pet­to, denn er schmeckt weich­er, fein­er, mehr nach Sojabohne und trotz­dem super­mild. Selb­st gemachter Tofu ist kinder­le­icht. Hier erfährst du, wie es geht.

DIY-Tofu: In 7 Schritten zum selbst gemachten Genuss

Tofu DIY Anleitung

Es braucht keine lange Zutaten­liste, nur wenige Uten­silien und schon gar nichts, was nicht in jed­er nor­malen Küche ohne­hin schon herum­liegt, um frischen Tofu zu machen.

Die Küchenaus­rüs­tung

Im Ide­al­fall hast du einen guten Mix­er zu Hause, mit dem du dir vielle­icht öfter einen Smooth­ie aus Obst oder Gemüse zubere­itest. Du kannst aber auch ganz ein­fach einen Püri­er­stab nutzen. Dann brauchst du noch einen großen Topf und ein Passier­sieb. Weniger pro­fes­sionell, aber dafür genau­so effek­tiv: zwei Mulltüch­er oder dünne Geschirrhandtüch­er plus Sieb. Etwas ein­fach­er geht das Ganze, wenn du eine Tofu­presse hast. Aber für den ersten Ver­such reicht auch die Tuch-Variante. Möcht­est du öfter Tofu sel­ber machen, kannst du dir immer noch eine Presse zulegen.

Die Zutaten­liste

Auch hier bleibt es extrem über­schaubar: Du brauchst nur zwei Zutat­en. Tofu ist schlicht und ein­fach dick­er, fes­ter Sojaquark. Er beste­ht aus Sojamilch und einem Gerin­nungsmit­tel, das dafür sorgt, dass sich das Eiweiß von der Molke tren­nt. Du wirst im Netz viele Rezepte mit Zitro­nen­saft oder Essig als Gerin­nungsmit­tel find­en. Was soll ich sagen? Das Ergeb­nis war bei mir ein säuer­lich­er, brock­iger Klumpen. Das sah nicht so aus, wie ich mir Tofu vorstelle, und schmeck­te auch nicht so. Ich habe bessere Erfahrun­gen mit Nigari bzw. Mag­ne­sium­chlo­rid und echt­en Sojabohnen statt Sojadrink gemacht. Für mein Tofu-Rezept brauchst du 12 Gramm Nigari und 350 Gramm Sojabohnen.

Tofu aus Sojabohnen selber machen

Die Anleitung

Vor­ab noch ein Tipp: Wenn du mit der Tofu-Produktion startest, lass dir ein biss­chen Zeit und sei lieber etwas zu vor­sichtig als zu schnell mit der Stufen­taste an deinem Herd. Wenn du die püri­erten Sojabohnen kochst, schäumt es sehr stark und du kannst nicht so opti­mal ein­schätzen, ob es überkocht oder anbren­nt. Also mach lieber etwas vor­sichtiger, lass dir Zeit und taste dich langsam an die ganze Sache ran.

Schritt 1: Sojabohnen über Nacht in ein­er Schüs­sel mit Wass­er ein­we­ichen lassen.

Schritt 2: Sojabohnen abgießen und gut abspülen. Anschließend etwa 1,8 Liter Leitungswass­er in einen großen Topf gießen und die Bohnen darin püri­eren. In Japan heißt die püri­erte Sojawasser­masse übri­gens Nam­a­go. Wer also wie ein hoch­pro­fes­sioneller Tofu-Koch klin­gen will, spricht ab jet­zt von der Namago-Zubereitung.

Schritt 3: Das Nam­a­go im Topf aufkochen. Damit nichts anbren­nt, soll­test du den Sojabrei beständig umrühren und rund 10-15 Minuten köcheln lassen. Weil das Sojabohnen­püree zu diesem Zeit­punkt sehr heiß ist, lässt du es nach dem Kochen am besten etwas abkühlen.

Schritt 4: Jet­zt kommt das Passier­tuch oder das Geschirrtuch zum Ein­satz. Gib das Nam­a­go ins Tuch und drücke so viel Flüs­sigkeit wie möglich her­aus. Diese kannst du im Topf oder in ein­er Schale auf­fan­gen. Tipp in Sachen Nach­haltigkeit: Den Sojabohnen­brei im Passier­tuch nicht weg­w­er­fen, son­dern zum Beispiel in Bratlinge mischen.

Schritt 5: Die gepresste Sojamilch auf den Herd stellen und erneut aufkochen. Dann das Nigari ein­rühren. Sobald alles untergemis­cht ist, kannst du den Tofu noch würzen oder du entschei­dest dich für eine naturbe­lassene Vari­ante. Nimm den Topf vom Herd und lass alles 20 Minuten mit geschlossen­em Deck­el ziehen.

Schritt 6: Im Prinzip wieder­holst du noch ein­mal Schritt 4. Nimm die Soja­masse aus dem Topf und gib sie in die Tofu­presse. Je fes­ter der Tofu sein soll, desto fes­ter musst du pressen. Hast du keine Tofu­presse, kannst du auch ein Tuch nehmen und die Masse fest darin ein­drehen. Bis die Flüs­sigkeit abgetropft ist, legst du das Ganze ein­fach in ein Sieb.

Schritt 7: Lass den selb­st gemacht­en Tofu ruhig eine halbe Stunde ruhen. Dann kannst du ihn für den späteren Verzehr in den Kühlschrank pack­en oder gle­ich essen.

Tipp: Möcht­est du die Sojamilch nicht frisch her­stellen, kannst du auch fer­tige Sojamilch kaufen. Reduziere das Nigari dabei auf 5 Gramm.

Tofu selber machen: Wie steht’s um den Nachhaltigkeitsfaktor

Nachhaltigkeit und Anbau von Sojabohnen

Wir ernähren uns heute fast auss­chließlich von indus­triell ver­ar­beit­eten Lebens­mit­teln und muten unserem Kör­p­er dabei viele unnötige und oft­mals auch beden­kliche Inhaltsstoffe zu. Clean Eat­ing ist eine Alter­na­tive. Dabei geht es darum, die Ernährung auf Voll­w­ert­pro­duk­te umzustellen und möglichst auf ver­ar­beit­ete Lebens­mit­tel zu verzicht­en. Wer Tofu sel­ber machen kann, ist auf dem besten Weg, „sauber“ und gesund zu essen. Tofu enthält neben viel Eiweiß näm­lich auch Kalz­i­um, essen­zielle Aminosäuren und Vitamine.

Aber Tofu ist nicht nur genial, weil es unserem Kör­p­er viele lebenswichtige Nährstoffe bietet. Son­dern auch, weil Tiere und das Kli­ma dafür nicht so lei­den müssen. Zumin­d­est nicht in dem Aus­maß wie durch Fleis­chkon­sum und -pro­duk­tion. Allerd­ings soll­test du genau darauf acht­en, aus welchem Herkun­ft­s­land die Bohne stammt. Soja wird zum Großteil in den USA und Lateinameri­ka ange­baut. Hier spie­len vor allem die Abholzung des Regen­waldes für den Sojaan­bau, die Ver­wen­dung von Pes­tiziden und die Auswirkun­gen auf das Ökosys­tem eine wichtige Rolle. Mehr dazu erfährst du in unserem großen „Soja-Ratgeber“. Aber es gibt auch immer mehr Soja-Produzenten in Europa, die nach­haltiger denken.

Nachhaltigkeit und Fleischproduktion

Zudem ist veg­ane Ernährung deut­lich nach­haltiger als Fleisch- bzw. Milchkon­sum. Denn um die Massen an Fut­ter für die Massen an Tieren für den überdi­men­sion­alen Fleis­chkon­sum in der west­lichen Welt her­anzuschaf­fen, wird enorm in die Natur einge­grif­f­en. Dass Kühe beispiel­sweise extrem großzügige Methangas-Produzenten sind, ist heute weit bekan­nt. Die Ver­ar­beitung von Fleisch kostet noch ein­mal enorme Energiemen­gen und über Tier­wohl und art­gerechte Tier­hal­tung muss eben­falls immer wieder disku­tiert wer­den. Wenn wir alle ein biss­chen mehr selb­st gemacht­en Tofu und ein biss­chen weniger Fleisch essen wür­den, würde es dem Kli­ma, der Umwelt und den Tieren deut­lich bess­er gehen.

3 Rezepte für deinen selbst gemachten Tofu

Tofu selber machen Rezept

Jet­zt, wo du weißt, wie du Tofu sel­ber machen kannst, möcht­en wir dir natür­lich noch ein paar leckere Rezepte vorstellen:

Vor­speise: Bunter Salat mit Tofu-Teriyaki-Streifen 

Salat mit selbst gemachtem Tofu

Zutat­en für 2 Protionen

  • 150 ml Sojasauce
  • 1 Knoblauchze­he
  • Chili nach Geschmack
  • 3 EL Agavendicksaft
  • 250 g Tofu
  • 2 Tomat­en
  • 1 Apfel
  • 1 Karot­ten
  • 1 Avo­ca­do
  • 1 Baby Leaf Sal­ad oder Feldsalat
  • Sesamöl
  • Zitro­nen­saft
  • Essig

So geht’s:

  1. Sojasauce, gepresste Knoblauchze­he, etwas Chili und Agaven­dick­saft zu ein­er Mari­nade mis­chen und den Tofu darin min­destens 2-3 Stunden einlegen.
  2. Tomat­en und Apfel waschen und in kleine Wür­fel schnei­den. Karotte putzen und raspeln. Die Avo­ca­do in Streifen schnei­den. Den Salat waschen und trock­en schleudern.
  3. Marinierten Tofu abtupfen und in kleine Stücke schnei­den. Wenn du magst, kannst du ihn kurz in der Pfanne anbraten.
  4. Salat, Tomaten- und Apfel­stücke, Karot­ten­raspel, Avo­ca­do und Tofu in eine Schüs­sel geben und vermengen.
  5. Mari­nade in eine kleine Schüs­sel geben und mit Sesamöl, Zitro­nen­saft und Essig abschmeck­en. Als Dress­ing servieren.

Haupt­gericht: Spaghet­ti sin Carne mit Tofu-Hack

Spaghetti sin carne mit selbst gemachtem Tofu

Zutat­en für 2 Portionen

  • 200 g Spaghetti
  • 1 Zwiebel
  • 1 Knoblauchze­he
  • 250 g Tofu
  • Olivenöl
  • 500 ml passierte Tomaten
  • 1 Glas Rotwein
  • 1/2 Tasse Espresso
  • Salz
  • Pfef­fer

So geht’s:

  1. Einen Topf mit Wass­er auf­set­zen und Nudeln darin nach Anweisung kochen.
  2. Zwiebel und Knoblauch in feine Wür­fel schneiden.
  3. Den Tofu mit den Fin­gern klein­bröck­eln und in Olivenöl anbrat­en. Zwiebel und Knoblauch kurz mit anbraten.
  4. Passierte Tomat­en hinzugeben und alles aufkochen lassen. Rotwein und Espres­so hinzugeben und 5-10 Minuten köcheln lassen.
  5. Mit Salz und Pfef­fer abschmeck­en. Fertig!

Dessert: Tofu-Strawberry-Dreamcream mit Bananen-Schoko-Choc-Nicecream

Selbst gemachtes Tofu Eis

Zutat­en für 4 Portionen

  • 3 sehr reife Bananen
  • 200 g weich­er Tofu
  • 400 ml Hafermilch
  • 250 g gefrorene Erdbeeren
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 3 EL Kakaopulver
  • je nach Süßwun­sch noch Agaven­dick­saft dazu

So geht’s:

  1. Die Bana­nen schälen und in dünne Scheiben schnei­den. Über Nacht einfrieren.
  2. Tofu mit 200 ml Hafer­milch und den gefrore­nen Erd­beeren pürieren.
  3. Anschließend die Bana­nen eben­falls in ein­er Extraschüs­sel mit 200 ml Hafer­milch püri­eren, ein Päckchen Vanillezuck­er und 3 EL Kakaop­ul­ver dazugeben. Magst du es süßer, kannst du mit Agaven­dick­saft abschmecken.
  4. Bei­de Schüs­seln für 2-3 Stunden in den Tiefküh­ler geben.
  5. Je eine Kugel Tofu-Strawberry-Dreamcream und Bananen-Schoko-Choc-Nicecream servieren.

Fazit zu Tofu selber machen

Tofu selber machen Anleitung

Auch wenn du es vielle­icht nicht gedacht hättest, aber Tofu sel­ber machen ist gar nicht kom­pliziert. Vor allem nicht, wenn du als Grund­lage einen fer­ti­gen Sojadrink ver­wen­d­est. Dann musst du ein­fach nur ein Gerin­nungsmit­tel wie Nigari, Zitro­nen­saft oder Essig hinzugeben, alles aufkochen und pressen. Etwas aufwendi­ger, aber dafür zu 100 Prozent Clean Eat­ing, ist es, wenn du Sojamilch aus frischen Sojabohnen machst. Der kleine Mehraufwand lohnt sich, denn es ist wesentlich gesün­der, unver­ar­beit­ete Lebens­mit­tel zu essen als indus­triell gefer­tigte. Wenn du zudem noch darauf acht­est, dass die Sojabohnen für dein selb­st gemacht­es Tofu aus einem unbe­den­klichen Herkun­ft­s­land wie beispiel­sweise Europa stam­men, ver­ringerst du deinen ökol­o­gis­chen Fußab­druck und schon­st die Umwelt.

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