8 Tipps, um Kleidung länger haltbar zu machen

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Wir kaufen mehr Kleidung als je zuvor! 80 Prozent davon werden in unserem Kleiderschrank total vergessen und kommen kaum zum Einsatz. Außerdem wandern circa eine Million Tonnen Textilmüll jedes Jahr in Deutschland in den Abfall! Unter anderem auch aufgrund dieser großen Umweltbelastung, die Fast Fashion mit sich zieht, sind Fair Fashion und Second Hand sehr leidenschaftliche Themen für mich.

Deshalb schreibe ich auf meinem Blog viel darüber, wie man Sachen bewusst und sehr ausgesucht kauft und welche nachhaltigen Mode-Labels ich gerne unterstütze. Aber das Thema Textilpflege, also was nach dem Kauf mit der Kleidung passiert und wie diese länger hält und nicht so schnell im Müll landet, ist fast genauso wichtig.

Qualität vor Quantität

Eigentlich versteht sich das ja von selbst, aber ich betone dieses Motto gerne jedes Mal aufs Neue: Wer sich direkt beim Kauf für ein besser verarbeitetes Produkt entscheidet, hat auch länger etwas davon. Hier macht es Sinn, den Stoff, die Nähte und Knöpfe, sowie den Gesamteindruck der Qualität genauer zu begutachten. Natürlich kann das Teil dann auch mal etwas mehr kosten, aber es hält dafür auch länger.

Pflegehinweis Kleidung

Die richtige Temperatur

Der Pflegehinweis im Kleidungsstück gibt meist die maximale Temperatur an, nicht die Empfohlene. Ihr könnt meist also ruhig kälter waschen. Gerade moderne Waschmaschinen arbeiten sehr effizient, reinigen trotz geringerer Temperatur gründlich, sind aber gleichzeitig sanfter für die Kleidung und sparen Energie. Bestimmte Wäschestücke wie z.B. Unterwäsche und Sportsachen müssen natürlich heiß gewaschen werden, aber nicht jedes Top oder jede Hose!

Vorsicht bei Handwäsche

Der Handwäsche-Hinweis steht auch sehr oft im Hinweisschild. Doch dieser Waschgang ist nicht immer so sanft für die Kleidung, wie man meint. Denn wenn ein Textil nass wird, ändert sich die Struktur etwas und durch zu starkes Drücken, Reiben und Pressen kann diese geschädigt werden. Außerdem verbraucht Handwäsche sehr viel Wasser. Stattdessen kann z.B. seltener gewaschen, und wenn dann im Schonwaschgang, den ich weiter unten erkläre, sowie ausgelüftet oder ausgedampft werden.

Keine Scheu vorm Schonwaschgang

Bei modernen Maschinen gibt es oft spezielle Seiden- und Wollprogramme. Doch viele scheuen sich davor, diese wirklich zu verwenden. Wer jedoch eine Zertifizierung von The Woolmark Company als „wool hand wash safe“ auf seiner Maschine stehen hat, kann diese Programme problemlos verwenden. Besser als jede Handwäsche oder chemische Reinigung!

Weniger waschen

90 Prozent der Kleidung muss gar nicht in die Wäsche, weil sie gar nicht wirklich so dreckig ist. Trotzdem schmeißen wir meist sofort das Top oder die Hose in den Wäschekorb, obwohl das Teil noch tragbar wäre. Meist reicht es wirklich einfach kurz das Kleidungsstück auszulüften, oder den einzelnen, kleinen Fleck lokal zu entfernen.

Wirklich Dry Cleaning Only?

Das oft unbeliebte Label „Dry Cleaning Only“ wird meist viel zu ernst genommen und das Kleidungsstück wird nach dem Tragen sofort in die Reinigung gegeben. Dort wird aber sehr viel Chemie verwendet und meist ist die Prozedur gar nicht immer so sanft für die empfindlichen Textilfasern. Die aufgegebenen Sachen kommen außerdem auch fast immer in Plastik verpackt zurück. Dieser Prozess kann ruhig vermieden oder zumindest reduziert werden, in dem man häufig auslüftet, ausdampft, oder vielleicht auch natürliche Textilerfrischer wie z.B. von The Laundress verwendet.

Reparieren und Upcycling

Gerade bei Rissen und wenn ein Knopf fehlt, ist es sehr einfach, selber Hand anzulegen und das Kleid oder die Hose zu flicken. Ansonsten findet sich in fast jeder Stadt eine gute Schneiderei, die aushelfen kann! Auf Pinterest und vielen Blogs gibt es außerdem viele Anleitungen, wie z.B. alte Hemden oder T-Shirts mit einfachen Handgriffen umfunktioniert werden können. So kommt auch jeder DIY-Enthusiast auf seine Kosten!

Kleidung richtig lagern

Zuletzt ist es natürlich auch wichtig, wie die Kleidung korrekt gelagert wird. Wollpullis hänge ich z.B. nie auf, sondern falte sie und lege sie aufeinander. Blusen, Hemden und Anzüge kommen aber auf den Bügel, damit sie nicht so knittern, oder sich verziehen. Dazu versuche ich auch darauf zu achten, dass ich meine Kleidung nicht irgendwo in die Ecke schmeiße oder in irgendwelche Schubfächer stopfe, wo sie eventuell kaputt gehen könnte.

Habt ihr noch weitere Tipps für den richtigen Umgang mit eurer Kleidung, damit sie länger hält?

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Ich heiße Mia und bin Bloggerin, PR Beraterin, Psychologin, Sport- und Food-Vernarrte aus Berlin. Ich habe meinen Blog 2010, inspiriert von der New York Fashion Week, in den USA gestartet,...

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Letzte Kommentare (4)

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Lhamo
Freitag, 28. September 2018, 18:57 Uhr

Textilerfrischer selbstgemacht: 1/3 Wodka, 2/3 abgekochtes Wasser, Natron (nimmt Gerüche), nach Wunsch einige Tropfen ätherisches Öl
Damit Kleidung einsprühen nach einmaligem Tragen (Achselbereich z.B.) anstatt Waschen. 🙂
Nur halb soviel Waschmittel wie auf der Packung steht nehmen. Wäsche wird trotzdem sauber und hält länger.

    Jana
    Dienstag, 2. Oktober 2018, 15:08 Uhr

    Hey Lhamo,
    danke für den Tipp! Liebe Grüße aus der re:BLOG-Redaktion!

Pari
Samstag, 6. Januar 2018, 0:52 Uhr

Man kann verwaschene Klamotten wieder auffrischen durch Textilfarbe oder Kleidung umfärben das ist für die Waschmaschine

Laila
Freitag, 5. Januar 2018, 9:12 Uhr

Hey Mia,
ich habe noch 3 Tipps:
1. Jeans mit ganz normalen Vollwaschmittel für Buntes waschen.
Ich hab früher sehr schnell dünne Stellen und Löcher am Oberschenkel bekommen. Eine Verkäuferin meinte mal zu mir, das liegt nicht an meinen Beinen, sondern am Waschmittel. Ich soll kein Feinwaschmittel mehr verwenden. Und siehe da, die Jeans halten.
2. Ich behandle die Achseln der T-shirts mit einem Spray speziell gegen „Deo&Schweiß“ vor. Ich hatte das Problem, dass nach ein paar Jahren dauerhaften Tragens und damals noch der Verwendung von dry deo mit Alu die Achseln der Kleidung irgendwann bereits nach wenigen Stunden zu stinken begannen. Es lag aber nicht daran, dass ich sehr schwitze oder mein Deo versagt hätte, sondern die über die Jahre eingebrachten Rückstände von Deo auf der Faser waren die Ursache. Also entweder versuchen zu reinigen oder alles neu kaufen. Mit dem besagten Spray musste ich beim ersten Mal 2x ran, bis alles aufgelöst war (es bildet sich eine Art Schneckenschleim, der dann rausgewaschen wird). Aber danach alles wie neu! Ich trage diese Shirts nun mittlerweile 9 Jahre und länger und habe die Lebensdauer so um mind. 6 Jahre verlängern können und sie so erhalten! Klar, es ist Chemie, die ich benutze. Die Behandlung mache ich nicht dauernd, sondern nur wenn nötig. Das Problem wurde auch beim Umstieg auf alufreie Deos deutlich weniger.
3. Black velvet Waschmittel helfen bei mir zumindest nicht. Es gibt aber mittlerweile Schwarzfärbetücher, damit habe ich ein tolles Ergebnis erzielt und ausgegraute Klamotten wieder schwarz bekommen – wie neu.
Liebe Grüße,
Laila