Snack Insects – die tolle Alternative auf dem Speiseplan

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Wer schon ein­mal in Südostasien unter­wegs war, ken­nt das vielle­icht: Straßen­stände mit gegrill­ten Heuschreck­en, Maden, Spin­nen und Co. Was für viele nach Touristen-Entertainment und Dschungelcamp-Challenge klingt, ist gar nicht so abwegig. Denn Insek­ten sind nicht nur eine enorme Pro­tein­quelle – und damit eine span­nende Alter­na­tive zu Fleisch –, sie kön­nen auch wun­der­bar ver­ar­beit­et wer­den, zum Beispiel zu Mehl. Auch als Snack für Zwis­chen­durch machen sie sich gar nicht schlecht. Das dachte sich auch Folke Dammann, Grün­der von Snack Insect, der eine vielfältige Auswahl von Insekten-Leckereien in Deutsch­land vertreibt. Bei der Aufzucht sein­er Insek­ten kom­men wed­er Pes­tizide, noch Hor­mone oder Antibi­oti­ka zum Ein­satz, die Füt­terung der Tiere ist rein pflan­zlich und die Emis­sion im Ver­gle­ich zur Viehzucht ver­schwindend ger­ing. Wir find­en: Das hat echt­es Zukunft-Potential. Darum haben wir mit Folke gesprochen.

Folke Dammann kocht mit Insekten

Wie bist du auf die Idee gekom­men, Insekten-Snacks zu verkaufen?

Vor eini­gen Jahren (2012) las ich zufäl­lig einen Bericht über alter­na­tive Pro­tein­quellen der Zukun­ft. Unter anderem wur­den dort auch die Vorteile von Insek­ten als Nahrungsmit­tel beschrieben. Ich war sofort vom Poten­tial der Speise-Insekten überzeugt und grün­dete zusam­men mit mein­er Frau etwa ein Jahr später ‚Snack-Insects‘.

Damals war das The­ma medi­al noch wesentlich weniger bekan­nt und so kon­nte man keineswegs abse­hen, ob der deutsche Markt schon bere­it war, um erfol­gre­ich Insek­ten als ‚Snack‘ anbi­eten zu können.

Im Laufe der Jahre kon­nten wir uns und unser Sor­ti­ment aber stetig erweit­ern und vertreiben mit­tler­weile über mehrere eigene Onli­neshops unsere ‚Snack-Insects‘, haben einen Insek­ten­riegel entwick­elt, die ‚Dschun­ge­lade‘ kreiert und ‚Das Insek­ten Kochbuch‘ veröf­fentlicht. Immer mehr Gas­tronomen ver­ar­beit­en unsere Pro­duk­te und auch diverse Wiederverkäufer und Händler kon­nten wir in den let­zten Jahren von unseren Pro­duk­ten überzeugen.

 

Getrocknete Heuschrecken

Wie machst du Zwei­flern deine Snacks schmackhaft?

Natür­lich haben noch immer viele Men­schen hierzu­lande eine aner­zo­gene Scheu vor dem Verzehr von Insek­ten. Um dieser ent­ge­gen­zuwirken sind vor allem Aufk­lärung und Pro­bier­möglichkeit­en das Wichtig­ste. Über 2 Mil­liar­den Men­schen nutzen Insek­ten weltweit als Nahrungsmit­tel, warum soll­ten wir das nicht auch tun? An Muscheln oder Sch­neck­en im Super­markt stört sich auch kein­er, dann sollte der Weg zum Grillen-Snack doch mach­bar sein.

Ich empfehle Ein­steigern immer den „Schokoladen-Deckmantel“. Es ver­lieren viele ihre anfängliche Scheu, da man so die genaue Tex­tur des Insek­ts nicht mehr erken­nen kann. Außer­dem har­moniert die Schoko­lade sehr gut mit dem nus­si­gen Geschmack der Insek­ten. Wenn man sich ein­mal davon überzeu­gen kon­nte, dass der Verzehr ein­er Schoko-Mehlwurm-Praline nichts mit „Dschun­gel­prü­fung“ zu tun hat, ist man anschließend auch bere­it, ein richtiges Insek­ten­gericht zu probieren.

Insekten-Riegel

Welch­es Insekt bzw. welche Zubere­itungsart schmeckt dir am besten?

Der Klas­sik­er ist wohl frit­tierte Heuschrecke. In Erd­nussöl geröstet und dann mit Chili und Salz abgeschmeckt. Erin­nert geschmack­lich an knus­prige Geflügel­haut. Aber auch süße Vari­anten wie Buffalowurm-Honig oder Karamel­l­vari­anten sind wirk­lich leck­er. Dadurch, dass Insek­ten sowohl herzhaft schmeck­en, aber auch mit süßen Zutat­en und Obst har­monieren, ergibt es eine sehr große Zubereitungsvielfalt.

Glaub­st du, dass Insek­ten in Zukun­ft eine echte Alter­na­tive zu anderen tierischen Pro­duk­ten wer­den können?

Viele Experten sind jeden­falls der Auf­fas­sung und auch die FAO (Food and Agri­cul­ture Orga­ni­za­tion) macht sich seit eini­gen Jahren dafür stark, das Poten­tial von ess­baren Insek­ten auch in der west­lichen Welt ver­stärkt zu nutzen. Insek­ten sind schmack­haft, sehr gesund und als wech­sel­warme Tiere sehr gute Fut­ter­ver­w­ert­er. Für die Zucht von Insek­ten ist wesentlich weniger Wass­er und Fläche notwendig, darü­ber hin­aus pro­duzieren sie ver­gle­ich­sweise wenig Treib­haus­gase. Die Welt­bevölkerung wächst stetig und somit müssen Alter­na­tiv­en für eine kün­ftige Pro­tein­ver­sorgung gefun­den werden.

Sicher­lich wer­den wir in den näch­sten Jahren unser Schnitzel nicht durch Mehlwürmer erset­zen. Es sollte aber jedem klar sein, dass der aktuelle ‚Fleis­chirrsinn‚ mit Bil­lig­preisen auf Dauer nicht funk­tion­ieren wird. Schon jet­zt sind die ökol­o­gis­chen Fol­gen enorm und das Tier­wohl spielt kaum noch eine Rolle. Daher wäre es sich­er wün­schenswert, wenn kün­ftig auch andere Pro­tein­quellen stärk­er genutzt wer­den wür­den, um eine kli­mafre­undliche Ernährung zu fördern. Eine sin­nvolle Möglichkeit sind sicher­lich Insekten.

Das Insekten-Menü

Na, auf den Geschmack gekom­men? Dann gibt es hier für euch noch ein leck­eres Insekten-Menü aus Folkes Kochbuch, das im Kos­mos Ver­lag erschienen ist.

Geröstete Buffalowürmer auf Wildkräuterbeet

 

Für 4 Por­tio­nen • Zeitbe­darf: 15 Minuten 

Zutat­en

Für den Salat:
10 g gefrier­getr. Buffalowürmer
50 g Feldsalat
50 g Wildkräuter
50 g junger Spinat
1 Apfel
1 Karotte
5 Radieschen
1 Hand­voll Radieschensprossen

Für das Dressing:
3 EL Feigenessig
1 TL Senf
1 TL Akazienhonig
2 Frühlingszwiebeln
Meer­salz, Pfef­fer aus der Mühle
4 EL Öl

Die Buf­falowürmer in ein­er Pfanne ohne Fett kurz anrösten, bis sie leicht glänzen. Die gerösteten Würmer in eine Schale geben und abkühlen lassen.

Feld­salat, Wild­kräuter und Spinat gründlich waschen und abtropfen lassen. Apfel und Karotte waschen und raspeln, die Radi­eschen waschen und in dünne Scheiben schnei­den. Radi­eschen­sprossen und alle vor­bere­it­eten Salatzu­tat­en in eine Schüs­sel geben und vor­sichtig vermengen.

Für das Dress­ing Essig, Senf und Honig in ein großes Glas geben. Früh­lingszwiebeln putzen, waschen, in feine Streifen schnei­den und dazugeben. Mit Salz und Pfef­fer würzen, mit dem Öl ver­men­gen und noch mal abschmecken.

Das Dress­ing über den Salat geben, gut ver­mis­chen und anricht­en. Die gerösteten Buf­falowürmer darüber­streuen und servieren.

Tagliatelle mit Grillen-Pesto

Tagliatelle mit Grillen-Pesto

Für 4 Por­tio­nen • Zeitbe­darf: 25 Minuten 

Zutat­en

75 g Walnüsse
75 g Cashewkerne
100 g Parme­san am Stück
1 Knoblauchzehe
100 ml Olivenöl
Salz, Pfef­fer aus der Mühle
500 g Tagliatelle
150 g Cocktailtomaten
30 g gefrier­getr. Grillen
1⁄2 Bund Basilikum

Für das Pesto Wal­nüsse, Cashewk­erne, Parme­san, Knoblauch und etwas Olivenöl in ein­er Küchen­mas­chine oder im Mörs­er zerklein­ern. Nach und nach Olivenöl dazugeben, bis eine cremige Paste entste­ht. Mit Salz und Pfef­fer abschmecken.

Die Tagli­atelle in reich­lich Salzwass­er nach Pack­ungsan­leitung al dente kochen.

In der Zwis­chen­zeit etwas Olivenöl in ein­er hohen Pfanne erhitzen. Die Cock­tail­to­mat­en hal­bieren, mit der Schnit­tfläche nach unten einige Minuten darin schmoren. Die Grillen dazugeben und mit den Tomat­en verrühren.

Die Tagli­atelle abgießen, zusam­men mit dem Pesto zu den Tomat­en und Grillen in die Pfanne geben. Basi­likum­blät­ter waschen, klein zupfen und dazugeben. Alles gut miteinan­der ver­men­gen, kurz ziehen lassen und servieren.

Schokoberge mit Mehlwürmern und Erdbeersalat

Schoko-Nachtisch mit Mehlwürmern

Für 4 Por­tio­nen • Zeitbe­darf: 15 Minuten 

Zutat­en

200 g Kuvertüre
35 g gefrier­getr. Mehlwürmer
60 g Mandelstifte
200 g frische Erdbeeren
1 Zweig Thymian
1 TL Honig
2 EL weißer Balsamico-Essig
2 EL Wasser
1 TL Öl
1 Prise Salz
1 Prise rot­er Pfeffer

Die Kuvertüre in ein­er Schüs­sel über einem heißen Wasser­bad unter Rühren schmelzen lassen. Mehlwürmer und Man­deln zusam­men in eine heiße Pfanne geben und einige Minuten anrösten bis die Man­deln leicht gebräunt sind.

Mehlwürmer und Man­deln unter die flüs­sige Kuvertüre geben und ver­rühren bis die gesamte Mis­chung mit einem Schoko­laden­film über­zo­gen ist. Mit 2 kleinen Löf­feln Häufchen auf ein mit Back­pa­pi­er aus­gelegtes Blech set­zen und ca. 15 Minuten abkühlen lassen.

Die Erd­beeren in kleine Wür­fel schnei­den und in eine Schüs­sel geben. Den Thymi­an waschen, trock­en schüt­teln, die Blättchen abzupfen und fein hack­en. In ein­er kleinen Schüs­sel mit Honig, Bal­sam­i­co, Wass­er und Öl ver­rühren, zu den Erd­beeren geben und alles gut ver­men­gen. Mit Salz und Pfef­fer abschmecken.

Die Schoko-Mehlwurm-Berge auf Tellern anricht­en und mit dem Erd­beer­salat servieren.

Mehr inno­v­a­tive Insek­ten Rezepte find­et ihr in „das Insekten-Kochbuch“, Kos­mos Ver­lag, 19,99 Euro.

Insekten-Kochbuch von Folke Dammann

Rezept: Knäckebrot selbst backen

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Ich liebe Knäckebrot. Die unkomplizierten Scheiben gehen einfach immer: Zum Frühstück mit Quark, Nussmus oder Marmelade, zwischendurch gedippt in Tahin und mit frischen Sprossen, abends mit Käse. Manchmal zerbrösel ich mir Knäckebrot morgens auch in den Joghurt – zusammen mit frischem Obst kann es dieser skandinavisch inspirierte Vollkorn-Start in den Tag locker mit Müsli oder Getreidebrei aufnehmen. Knäckebrot hat außerdem einen weiteren unschlagbaren Vorteil: Man kann es auf Vorrat backen und hat so immer Brot im Haus – auch, wenn man es mal nicht zum Bäcker geschafft hat. Kurz: Knäcke ist toll. Und obendrein richtig einfach zu backen. Übrigens: Wer…

Ich bin Henrietta und ich bin Nachhaltigkeits-Anfängerin. Nicht, dass ich früher Müll in die Natur geschmissen hätte, stundenlang mit dem Auto um den Block gefahren wäre oder kiloweise Billigfleisch gegessen...

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