Nachhaltig in Laos: die Seidenweberei Ock Pop Tok

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Laos ist das Land der Gelassen­heit, das Land der Mönche und Tem­pel und es ist das Land der Seiden- und Baum­woll­we­bereien. Deshalb über­rascht es uns nicht, dass wir in Luang Pra­bang auf Schals und Taschen, Stoffe und Kissen stoßen. Die kleine Stadt ist ein leben­des Weltkul­turerbe und verbindet den Charme ver­gan­gener Zeit mit der mod­er­nen Welt aus Back­pack­er Hos­tels, kleinen Cafés und „Freeeeee Waiiifiiiie“.

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Laos – das Land der Mönche …

Kaum angekom­men, schnap­pen wir uns zwei Fahrräder, denn in Luang Pra­bang fährt man entwed­er mit dem Tuk Tuk oder mit dem Fahrrad. Das Tuk Tuk ist so eine Art Cabri­o­let Asiens. Die Motor­roller mit einge­bauter Lade­fläche bieten Fahrtwind und rumpel­ndes Schla­glochfeel­ing. Das macht Spaß, aber noch mehr Spaß macht es eine Stadt mit dem Fahrrad zu erkun­den. Außer­dem ist es nach­haltiger. Die Tuks Tuks sind lei­der nicht auf CO₂-Ausstoß oder gerin­gen Ben­z­in­ver­brauch optimiert.

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… und das Land der Tempel.

Deswe­gen schwin­gen wir uns auf die Draht­e­sel, die wir in unserem Hos­tel kosten­los auslei­hen dür­fen. Wir treten in die Ped­ale und rollen los. An Läden und Tem­peln vor­bei, kleine Kinder winken schüchtern vom Straßen­rand und Mönche laufen in ihren orange­far­be­nen Kut­ten leise lächel­nd auf den Gehwe­gen. Die von der Sonne aufge­heizte Luft weht durch die Straßen, während um uns herum die Motor­roller knattern.

Wir ver­lassen langsam die Stadt und fahren immer weit­er. Ohne Ziel. Ein­fach, weil es schön ist, ger­adeaus zu fahren und die Stim­mung aufzusaugen. Plöt­zlich sehen wir ein Schild am Straßen­rand. „Ock Pop Tok“ ste­ht mit einem Pfeil auf dem Holz geschrieben. Es sieht sym­pa­thisch aus. Wir wer­den neugierig und biegen ab, fahren durch einen von Pal­men und Pflanzen eingewach­se­nen Schot­ter­weg und ste­hen nach weni­gen Metern über­rascht vor ein­er Seidenweberei.

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Ock Pop Tock bedeutet „East meets West“

„Guest Park­ing“ ste­ht rechts neben dem Ein­gang und weist auf einen kleinen, viereck­i­gen Fahrrad­park­platz. Wir parken ein und schlen­dern zu dem dazuge­höri­gen Café. Das Holzge­bäude schmiegt sich in die umgebende Natur, vor uns fließt träge der Mekong. Direkt daneben sitzen Frauen an mehreren Web­stühlen und weben kom­plizierte Muster aus denen Stoffe wer­den. Wir wer­den herumge­führt und erfahren, dass „Ock Pop Tok“ auf lao­tisch „East meets West“ heißt.

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Frauen­pow­er in Laos.

Gegrün­det wurde das Pro­jekt vor 15 Jahren, um die Bauern in den lao­tis­chen Bergdör­fern zu unter­stützen und die Kul­tur der lao­tis­chen Webkun­st zu bewahren. Außer­dem wer­den die Men­schen vor Ort mit ver­schiede­nen Pro­jek­ten unter­stützt. Es gibt Schul­pro­jek­te und Maß­nah­men, um den Men­schen aus den ärmeren Bauerndör­fern durch Hil­fe zur Selb­sthil­fe bei ihrem Weg aus der Armut zu unter­stützen. Weberin­nen wer­den in der Kun­st des Webens fort­ge­bildet, um so von ihrem Handw­erk gut leben zu kön­nen. Deswe­gen Weberin­nen, um die Posi­tion der Frauen in Laos zu stärken und ihnen zu mehr Selb­st­ständigkeit zu ver­helfen. Frauen­pow­er sozusagen. Und nicht nur das: Ock Pop Tok arbeit­et umwelt­fre­undlich und nach den Prinzip­i­en des Fair Trade.

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Bunte und umwelt­fre­undliche Vielfalt in der lao­tis­chen Seidenspinnerei.

Ich bin froh, dass wir dieses bewun­dern­swerte Pro­jekt zufäl­lig ent­deckt haben. Zwei Frauen ste­hen hin­ter dem ganzen Konzept. Auch hin­ter den Designs. Sie verse­hen die typ­isch lao­tis­chen Muster für ihre Acces­soires mit einem mod­er­nen Twist. Die Stoffe wer­den in der Weberei und in den umliegen­den Dör­fern produziert.

Alles fängt mit den Sei­den­rau­pen an. Sie wer­den hier mit Tee­blät­tern gefüt­tert. Wer mag kann auch Tee mit dem schö­nen Namen „Silk Worm Poo Tea“ bestellen. Wir lachen und fra­gen, ob das ein Scherz sei. Als Antwort bekom­men wir erst einen ern­sten Blick, dann ein Kopf­schüt­teln und dann ein Lachen. Den Tee gibt es wirk­lich. Nichts geht hier ver­loren. Sog­ar die Über­reste der ver­füt­terten Tee­blät­ter nicht. Alles im Sinne der Nach­haltigkeit. Der „Silk Worm Poo Tea“ schmeckt würziger, erk­lärt uns der lao­tis­che Mitar­beit­er, der uns herumführt.

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„Silk Worm Poo Tea“ für Mutige.

Die Sei­den­rau­pen brauchen etwa fünf Tage, bis sie ihren Kokon gewebt haben. Dann fliegen sie, bei dieser Sei­den­sorte die uns gezeigt wird, weg. Aus dem zurück­ge­bliebe­nen Kokon wer­den die Fäden gewebt, aus denen wiederum die Stoffe hergestellt wer­den. Gefärbt wird mit biol­o­gisch pro­duzierten Pflanzen­far­ben, nach alter Tra­di­tion. Indi­go zum Beispiel, oder Zitro­nen­gras. Die frisch gefärbten Fäden wehen wie ein Regen­bo­gen an mehreren Wäscheleinen im Garten. Keine chemisch pro­duzierte Farbe kann mit der Ele­ganz der Natur mithal­ten, denke ich kurz, während wir zum dazuge­höri­gen Shop weiterlaufen.

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Gefärbt wird nur mit biol­o­gisch pro­duzierten Pflanzenfarben.


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Kissen, Clutch­es, Schals … All das entste­ht in der Seidenspinnerei.

Aus den Baumwoll- und Sei­den­stof­fen entwer­fen die bei­den Schwest­ern Hand­taschen, Clutch­es, Schals, Kissen und Deck­en. East meets West, denke ich nochmal, während ich san­ft über den weichen Stoff ein­er Clutch stre­iche. Ich mag die Idee, Mod­erne mit Tra­di­tion zu verbinden. Schöne Dinge herzustellen und dabei alte Kul­tur zu bewahren. Fair Trade zu leben und müh­e­los nach­haltig zu sein. Ein­fach indem man mit der Natur und den Men­schen im Land arbeit­et und nicht gegen sie. Das gelingt den bei­den Fre­undin­nen mit ihrem Pro­jekt. Dann sehe ich mich um und freue mich an den exo­tis­chen Mustern, den sat­ten Far­ben und über­lege, welch­es Schätzchen ich mir als Erin­nerung mit nach Hause nehmen werde.

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West­lich­es Design trifft auf lao­tis­che Handwerkskunst.

Sozial, grün, erfolgreich: IT-Dienstleister AfB

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PCs, Drucker, Monitore, Notebooks und Handys– wenn IT-Hardware ausgesondert wird, ist diese oft noch lange nicht schrottreif. Gerade große Unternehmen, die technisch immer auf dem neuesten Stand sein müssen, haben oft große Mengen funktionstüchtiger IT-Hardware abzugeben. Doch wohin mit den alten Geräten? Diese Frage hat sich auch OTTO gestellt und kooperiert deswegen seit August 2014 mit dem IT-Dienstleister AfB – social and green IT. © AfB AfB ist Europas erstes gemeinnütziges IT-Systemhaus und CSR-Partner namhafter Großunternehmen mit Standorten in Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz. Als gemeinnützige GmbH, übernimmt AfB ausgemusterte IT-Hardware von öffentlichen Einrichtungen und großen…

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