Scheitern als Chance: Was wir aus Fehlern lernen können

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Nobodys per­fect – Wir alle machen Fehler. Warum das gut ist und vor allem, warum Scheit­ern auch eine Chance sein kann, erfährst du hier.

Am I Good Enough

Ich bin gescheit­ert. Mal wieder. Ich habe aufge­hört zu zählen wie oft ich schon ab- und wieder zugenom­men habe. Am Ende liege ich immer wieder auf dem Bett, bemitlei­de mich selb­st und füh­le mich wie der größte Los­er auf diesem Plan­eten. Wieso schaf­fen das andere – nur ich nicht? Wieso fühlt sich Scheit­ern so scheiße an? Und geht es anderen genau­so wie mir? Wir leben in ein­er Gesellschaft, in der Scheit­ern, Ver­sagen, Fehler machen sofort verurteilt wird. In der wir sofort den Flucht­modus aktivieren, wenn mal etwas nicht so klappt, wie es vielle­icht sollte. Dabei sind Fehler wichtig. Nicht nur, um Erfahrun­gen zu machen, son­dern vor allem, um etwas zu lernen.

Scheitern – warum es so wichtig ist:

Keine Frage, ich lasse mich auch leicht von per­fekt retuschierten Bildern beein­druck­en. Wow, ist es wirk­lich möglich so auszuse­hen? Und für einen klitzek­leinen Moment ver­liere ich mich in dieser Schein­welt, in der es keine Fehler gibt. Zah­n­pastalächeln, Kardashian-Po, Walla-Walla-Haare. Oh ja, ich möchte bitte bitte dazuge­hören! Nehmt mich in euren elitären makel­losen Kreis auf! Genau­so lässt sich der Per­fek­tion­is­mus auch auf die eigene Nach­haltigkeit über­tra­gen. Wer ver­sucht ein biss­chen ökol­o­gis­ch­er zu leben, ste­ht sofort vor ein­er men­tal­en To-do-Liste. Man weiß es doch so viel bess­er und hat am Ende trotz­dem eine in Plas­tik eingeschweißte Champignon-Packung gekauft und bei der let­zten Dien­streise einen Cof­fee to go im Papp­bech­er getrunk­en. Aber glaube ich wirk­lich, dass ich der einzige Men­sch auf der Welt bin, der scheit­ert? Der es nicht schafft sein Gewicht ein­fach mal zu hal­ten oder sein Gemüse ein­fach ver­pack­ungs­frei zu kaufen? Nein. Ich weiß natür­lich, dass ich nicht die Einzige bin. Aber davon will mein son­st so schlaues Köpfchen nix wissen.

Das Gefühl beim Scheitern

Selbstportrait

Nein, es ist natür­lich nicht das erste Mal, dass ich dieses Loser-Gefühl habe. Es gibt viel in meinem Leben, was nicht geklappt hat. Jobs, die ich nicht bekom­men haben. Prü­fun­gen, die ich nicht bestanden habe. Beziehun­gen, die nicht gehal­ten haben. Und hey, was soll ich sagen, ich habe das alles über­standen. Ver­rückt! Und doch ist da immer wieder dieses kleine Feel­ing, das all diese Scheit­ergeschicht­en in mir aus­löst. Wenn ich näm­lich ganz tief in mich rein­horche, dann füh­le ich Scham. Pure Scham! Und das ist wohl der eigentliche Grund, warum ich so große Ver­sagen­säng­ste habe. Ich schäme mich dafür, dass mein Umfeld merkt, wie undiszi­plin­iert ich bin. Ich habe mich geschämt, als ich das vierte Mal durch die Spanisch-Grammatik-Prüfung in der Uni geras­selt bin, weil mich meine Kom­mili­to­nen für dumm hal­ten kön­nten. Ich habe mich geschämt, als ich aus dem Bewer­bungs­ge­spräch gekom­men bin und meinen Eltern erzählen musste, dass das mit dem Job nix gewor­den ist. Ich habe so unendliche Scham gespürt, als mein Ex-Freund sich getren­nt hat und ich mit Anfang 30 wieder Sin­gle gewor­den bin, weil man ja da eigentlich schon Haus, Mann, Kind und Baum haben sollte. Sollte! Das „sollte“ ist näm­lich der zweite Knack­punkt. Es sug­geriert, dass wir gesellschaftlichen Nor­men entsprechen sollen. Und wenn das nicht klappt? Zack Scham und Scheiterhaufen.

Wie du richtig mit Fehlern umgehst

Wie befreie ich mich also vom Druck des ewigen Per­fek­tion­is­mus? Die Antwort lautet immer: Bewusst­sein. Wenn ich mir bewusst mache, dass nach jedem Tief ein Hoch kommt, dass nach Hin­fall­en Auf­ste­hen kommt, dass Fehler zum Leben dazuge­hören, dann ist das der erste wichtige Schritt. Jet­zt ist das mit dem „Bewusst­machen“ nicht immer so ein­fach. Schon gar nicht, wenn wir so richtig tief drin­steck­en im Scheit­er­haufen. Deshalb habe ich mir angewöh­nt mir immer wieder ein paar Glaubenssätze aufzuschreiben, die mich bestärken sollen.

Ich bin gut, so wie ich bin.
Ich darf Fehler machen.
Mir ist egal, was andere von mir denken.

Notizbuch MIt Mantra

Sobald sich also wieder ein klein­er Scheit­er­haufen anbah­nt, hole ich mein kleines Notizbuch raus und lese mir meine drei Mantras immer und immer wieder durch. Denn je öfter ich etwas wieder­hole, desto inten­siv­er bleibt es in meinem Kopf hän­gen. Funk­tion­iert das immer? Nein. Aber je öfter ich es mache, desto schneller komme ich aus meinem kleinen Dra­ma wieder raus. Ruhig wer­den. Tief atmen. Mantras. Bewusst machen. Wieder­holen! Bin ich gut so, wie ich bin? Ja, man! Mit meinen Vorzü­gen. Mit meinen Fehlern. Natür­lich kön­nen wir immer wieder ver­suchen so zu sein wie andere, aber ich ver­rate dir ein kleines Geheim­nis: das wer­den wir nie erre­ichen und deshalb wird es uns auf Dauer unglück­lich machen. Ein Ziel, das wir erre­ichen kön­nen, ist es uns so anzunehmen wie wir sind. Punkt. Ich weiß, ich weiß, das ist nicht ger­ade leicht. Auf Insta­gram schreibe ich immer wieder über meine ver­meintlichen Fehler und bekomme regelmäßig Dankesnachricht­en dafür, dass endlich mehr Real­ität in die bröck­el­nde Glitzer­welt einkehrt. Ein Kampf gegen Wind­mühlen – aber er lohnt sich! #fürmehrre­al­itä­taufin­sta­gram

Warum Scheitern so wichtig ist

Fehler Machen ISt Wichtig

Ich darf nicht nur Fehler machen. Nein, ich muss Fehler machen, um mich über­haupt weit­er­en­twick­eln zu kön­nen. Wenn alles immer klappt, dann laufe ich die ganze Zeit nur ger­adeaus. Ohne Kur­ven. Ohne mal nach links oder rechts zu schauen und die Per­spek­tive zu wech­seln. Aber ger­ade eine andere Blick­rich­tung ist doch das, was uns prägt. Wenn wir nie eine Abzwei­gung nehmen, uns nie ver­fahren, son­dern monot­on den immer sel­ben Weg gehen, dann ist dieser Weg vielle­icht weniger riskant und ein­fach, aber eben auch lang­weiliger, öde und nicht ger­ade inspiri­erend. Wann immer ich in der Ver­gan­gen­heit gescheit­ert bin, fol­gte darauf meist eine Phase der Weit­er­en­twick­lung. Weil ich mich dann viel inten­siv­er mit mir selb­st beschäftigt habe und ein­mal alles über den Haufen gewor­fen habe. Ich weiß, das ist nicht leicht. Und oft schmerzhaft. Und vielle­icht ist dann nichts mehr wie zuvor – aber vielle­icht ist das auch genau der richtige Weg. Denn Still­stand ist bekan­ntlich der Tod und im Flow bleiben heißt leben.

Fazit zu Scheitern als Chance

Fehler sind men­schlich, auch wenn es aus­ge­lutscht klingt. Wir ler­nen nicht aus Friede-Freude-Eierkuchen-Situationen, son­dern wir ler­nen aus den richtig dreck­i­gen üblen Geschicht­en. Und immer, wenn ich ganz unten bin, wun­dere ich mich ehrlich gesagt sel­ber darü­ber, wie ich da mit eigen­er Kraft wieder raus­gekom­men bin. Aber es funk­tion­iert. Und deshalb weiß ich auch, dass ich es jedes Mal ein biss­chen bess­er meis­tern werde, wenn mal wieder alles schief geht. Weil ich weiß, dass es schon mal geklappt hat. Und weil ich weiß, dass ich immer ein Stück weit­er wachse, wenn ich mich mit meinen eige­nen Fehlern auseinan­der­set­ze. Und genau so geht’s übri­gens auch mit der Nach­haltigkeit: Auch, wenn wir es so viel bess­er wis­sen, dür­fen wir uns Fehler erlauben. Denn nur, wenn wir uns dann damit auseinan­der­set­zen, kön­nen wir es ver­suchen beim näch­sten Mal bess­er zu machen.

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