Regenwald-Abholzung:
Ursachen und Folgen

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Tropischer Regenwald

Nicht umson­st wer­den die tro­pis­chen Regen­wälder auch als grüne Lunge der Erde beze­ich­net: Allein der Ama­zonas Regen­wald in Südameri­ka schluckt jährlich rund zwei Mil­liar­den Ton­nen CO2 und gilt als größter Kohlen­stoff­spe­ich­er der Welt. Und obwohl dieses einzi­gar­tige Ökosys­tem so wichtig für das weltweite Kli­ma ist, nimmt die Geschwindigkeit der Zer­störung immer weit­er zu. In den let­zten vierzig Jahren wurde allein in Brasilien eine Regen­wald­fläche der dop­pel­ten Größe Frankre­ichs ver­nichtet. Die Fol­gen der Abholzung sind dabei min­destens genau­so divers wie ihre Ursachen. Hier bekommst du einen Überblick über das Aus­maß der Regenwald-Zerstörung und erfährst, wie du ganz leicht im All­t­ag etwas für den Schutz dieser Wälder machen kannst. 

Definition Regenwald 

Regenwald In Braislien

Ein tro­pis­ch­er Regen­wald hat seinen Namen nicht von unge­fähr, denn tat­säch­lich reg­net es in diesen Wäldern beson­ders inten­siv und viel. Hier herrscht ganzjährig ein feucht­es Kli­ma und es gibt keine so starken Jahreszeit­en, wie wir sie ken­nen. Der Ama­zonas Regen­wald in Südameri­ka ist wohl der bekan­nteste, aber tat­säch­lich erstreck­en sich tro­pis­che Regen­wälder über Regio­nen in Mit­te­lameri­ka, Südasien, Afri­ka und Aus­tralien. Den einen Regen­wald” gibt es also nicht. Tat­säch­lich gibt es aber Merk­male, die diese Wälder teilen: 

  • Sie zeich­nen sich alle durch eine beson­ders große Arten­vielfalt aus: so viele ver­schiedene Tiere und Pflanzen gibt es so nir­gends auf der Welt 
  • Es ist ganzjährig grün und feucht 
  • Kon­stante Tem­per­a­turen um die 25 Grad 
  • Die Veg­e­ta­tion wird als Stock­w­erk­bau beschrieben und beste­ht aus sehr hohen Bäu­men, Pflanzen mit­tlerer Höhe, Baum­gräsern und Auf­sitzerpflanzen”, den soge­nan­nten Epi­phyten 

Warum wird der Regenwald zerstört? 

Zerstoerung Regenwald

Die Zer­störung des Regen­waldes hat viele Gesichter, doch die Haup­tur­sache für die großflächige Abholzung oder Bran­dro­dung liegt ganz klar in unserem Kon­sumver­hal­ten. Der Men­sch zer­stört die Wald­flächen, um Land zu gewin­nen und diese als Plan­ta­gen oder Wei­de­flächen für die Land­wirtschaft zu nutzen. Auf mehr als 65 Prozent der neu gerode­ten Flächen wer­den Rinder für die Fleis­ch­pro­duk­tion gehal­ten. Wer also beispiel­sweise ein Steak aus Argen­tinien oder Brasilien kauft, unter­stützt mit hoher Wahrschein­lichkeit die Abholzung des Regen­waldes. Doch nicht nur für die Viehzucht wer­den die Flächen gebraucht, son­dern auch für den Anbau der dazu benötigten Fut­ter­mit­tel: Seit Mitte der 70er Jahre mussten die Anbau­flächen für Soja und Gras ver­dreifacht wer­den. Knapp 20 Prozent des Ama­zonas Regen­waldes sind deswe­gen bere­its unwieder­bringlich ver­loren gegangen.

Sojananbau

Aber auch Pal­men für die Palmöl-Gewin­nung wer­den als große Plan­ta­gen auf den gerode­ten Flächen gepflanzt. Dieses min­der­w­er­tige, recht preiswerte Öl, das aus dem Fleisch der Palm­früchte gewon­nen wird, steckt in fast jedem zweit­en Pro­dukt, das man im Super­markt kaufen kann. Ob in Schokocre­mes, Tüten­sup­pen, Kos­metik, Kerzen oder Biosprit – über­all steckt Palmöl drin. Solange die Nach­frage glob­al steigt, ver­schwinden auch immer mehr Hek­tar Regenwald.

Palmoel Gewinnung

Eine weit­ere Ursache für die Abholzung ist die Gewin­nung von Tropen­holz für Papi­er oder Möbel. Schätzun­gen zufolge sind fast 40 Prozent des gesamten Han­dels mit Tropen­holz (z. B. Teak oder Mahag­o­ni) ille­gal. Zudem befind­en sich unter manchen Wäldern große Vorkom­men an Boden­schätzen. Für die Förderung von Erdöl oder ColtanErz oder Gold wer­den eben­falls weite Teile des Regen­waldes zer­stört.  

Die Folgen der Regenwald-Abholzung 

Brandrodung Im Regenwald

Die tro­pis­chen Regen­wälder mögen für uns in Europa vielle­icht weit weg sein, doch ihre Zer­störung geht uns alle etwas an. Nicht nur, weil wir mit unserem Ver­hal­ten und Lebensstil die Ver­ant­wor­tung dafür mit­tra­gen, son­dern auch, weil die Fol­gen der Abholzung auch uns tre­f­fen. Warum? Die Regen­wälder sind qua­si unsere beste Vertei­di­gung gegen den Kli­mawan­del. In keinem anderen Ort der Erde wird so viel Kohlen­stoff gespe­ichert wie hier, was dem weltweit­en Treib­haus­ef­fekt ent­ge­gen­wirkt. Wer­den die Flächen allerd­ings durch Bran­dro­dung zer­stört, gelangt das gespe­icherte CO2 in die Atmo­sphäre und trägt damit zwis­chen 10 und 20 Prozent zur glob­alen Erder­wär­mung bei.  

Brandrodung Im Regenwald

Außer­dem haben Regen­wälder einen beina­he per­fek­tion­ierten Wasserkreis­lauf, bei dem das Zusam­men­spiel von Regen, Ver­dun­stung und ablaufen­d­em Wass­er genau abges­timmt ist. Wird dieses Sys­tem gestört, hat es zur Folge, dass sich Wüsten weit­er aus­bre­it­en. Und mit dem Ver­schwinden des Regen­waldes, ver­schwinden auch viele Tier- und Pflanzenarten, da ihnen der Leben­sraum genom­men wird. Ihr Arten­ster­ben hat beispiel­sweise Auswirkun­gen auf die Arzneimit­tel­pro­duk­tion. Viele mod­erne Medika­mente haben ihren Ursprung in der Natur. Allein 70 Prozent der Pflanzen, die sich pos­i­tiv bei Kreb­serkrankun­gen auswirken kön­nen, kom­men nur in tro­pis­chen Regen­wäldern vor. Zudem nimmt sich die Men­schheit selb­st die Chance, poten­tielle Wirk­stoffe zu erforschen. Schließlich gibt es im Regen­wald noch viele Mil­lio­nen Heilpflanzen, von dessen Exis­tenz wir noch gar nicht wis­sen. Es ist ger­adezu eine Schatztruhe für unsere Gesund­heit.  

Pflanzen Im Regenwald

Drama­tisch sind die Auswirkun­gen auch für bes­timmte Tier­arten. Berggo­ril­las, Orang-Utans oder Jaguare sind in Regen­wäldern zuhause und durch dessen Zer­störung vom Ausster­ben bedro­ht. Das dez­imiert nicht nur die Bio­di­ver­sität, son­dern bringt auch empfind­liche Ökosys­teme aus den Fugen.  

jaguar Wildkatze Im Regenwald

Neben Flo­ra und Fau­na bet­rifft die Abholzung auch fast 90 Prozent aller Men­schen, die in extremer Armut leben und auf den Regen­wald als Exis­ten­z­grund­lage angewiesen sind. Indi­gene Völk­er, die in den Wäldern leben, wer­den ver­trieben, was den Ver­lust von alten Kul­turen und Wis­sen zur Folge hat. Und das ist noch längst nicht alles. Klar ist: Die Liste mit Auswirkun­gen, die durch die Abholzung des Regen­waldes auf uns zukom­men, ist lang, vielfältig und zieht weite Kreise. Umso wichtiger ist es, jet­zt mit aktivem Regenwald-Schutz anz­u­fan­gen. 

Was können wir tun? 

Tipps Fuer Regenwaldschutz

Der Schutz des Regen­waldes fängt im Kleinen an, bei uns selb­st. Im ersten Zug soll­ten wir unser eigenes Ver­hal­ten hin­ter­fra­gen und dann am besten auf Pro­duk­te verzicht­en, in denen ein Stück Regen­wald steckt. 

Unsere Tipps:  

  • Iss weniger Fleisch oder werde zum Veg­e­tari­er: Wenn die Nach­frage sinkt, dann wird weniger Platz für Massen­tier­hal­tung und für den Anbau von Fut­ter­mit­tel gebraucht. Wenn du nicht auf Fleisch verzicht­en möcht­est, set­ze auf Bio-Fleisch aus dein­er Region.   
  • Kaufe möglichst wenig Fer­tig­pro­duk­te, denn in diesen steckt viel Palmöl drin, für das Regen­wälder abge­holzt wer­den. 
  • Verzichte auf Möbel aus Tropen­holz. Kaufe am besten heimis­che und FSC-zertifizierte Holzmö­bel und schon leis­test du einen wichti­gen Beitrag gegen ille­gale Abholzung. 
Tropenholz Teak FSC Zertifiziert
  • Achte bei Regenwald-Produkten wie Kaf­fee oder Kakao darauf, dass es sich um ein fair gehan­del­ten Bio-Produkt han­delt. 
  • Benutze Recycling-Toilettenpapi­er und reduziere deinen Papier-Konsum: Klingt banal, ist aber wirk­sam, schließlich wird jed­er dritte gefällte Baum zu Papi­er ver­ar­beit­et. Wenn du Papi­er sparsam ein­set­zt oder mehrmals ver­wen­d­est, kannst du viel Holz sparen.  
  • Tanke keinen Biosprit: Auch hier steckt Palmöl drin, für das riesige Flächen Regen­wald abge­holzt wer­den 
  • Ver­wende weniger Plas­tik: So hil­f­st du nicht nur dem Regen­wald, der für die Erdöl-Gewinnung zer­stört wird, son­dern schützt gle­ichzeit­ig auch die Umwelt und die Welt­meere. 
  • Sei ein Vor­bild: Je mehr Leute sich mit dem Schutz des Regen­waldes beschäfti­gen, desto mehr lässt sich bewe­gen. Teile also dein Wis­sen mit deinen Fre­un­den und dein­er Fam­i­lie.  

Fazit

Waelder Schuetzen

Fakt ist: Wenn wir nicht anfan­gen, die Regen­wälder zu schützen, dann geht ein einzi­gar­tiger Leben­sraum unwieder­bringlich ver­loren. Mit ver­heeren­den Fol­gen für uns alle. Das Prob­lem dabei ist, dass viele Men­schen resig­nieren statt zu han­deln. Immer wieder fällt der Satz “Ich kann doch eh nichts ändern.” Das ist falsch. Regen­wald­schutz begin­nt im All­t­ag. Natür­lich müssen auch poli­tis­che und wirtschaftliche Rah­menbe­din­gun­gen geschaf­fen wer­den, aber es kommt auch auf den Ein­satz jedes einzel­nen an. Neben dem eige­nen (Konsum-)Verhal­ten kannst du auch aktiv Organ­i­sa­tio­nen oder Schutzpro­jek­te unter­stützen, die sich aktiv für den Regen­wald ein­set­zen.  

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