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Der Outdoor-Trend: Warum die Natur beim Abschalten hilft

Wenn ich durch meine Facebook-Timeline scrolle, zeigt sich mir ein Mix aus Musikvideos, neuen Profilbildern, Bildern von Freunden, die geheiratet oder ein Kind bekommen haben und eine Vielzahl von Naturbildern aus der ganzen Welt. Berge, Seen und das Meer. Es scheint fast so, als hätte mein Freundes- und virtueller Bekanntenkreis die Großstadt hinter sich gelassen, um durchs Unterholz zu streifen, die höchsten Wellen zu reiten, auf Berge zu steigen oder einfach in die Wildnis einzutauchen. Ja, die Wildnis und das Erleben der Natur ist wieder voll im Trend. Und das ist gut so.

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Egal, wohin man aktuell schaut, die Wildnis und Natur erobert uns zurück. Unsere Großstädte sind voll von Menschen, die so funktionell gekleidet rumlaufen, als würden sie nach der Arbeit noch schnell auf die Zugspitze laufen, ohne sich umziehen zu müssen. Oder die Welt der Männermode: Holzfällerhemden und Bärte, die man so bisher nur von kanadischen Holzfällern kannte. Oder die Vielzahl an neuen Reiseangeboten, die uns in immer entferntere und unberührtere Gegenden unseres Planeten führen. Auch die Buchhandlungen sind voll von Büchern, die uns raus aus der Großstadt in die Natur und Wildnis entführen. Getreu dem Motto: „Die Natur will dich zurück. Und zwar sofort!“

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Aber warum eigentlich? Warum zieht es mich und unzählige meiner Freunde und Bekannte immer mehr in die Wildnis? Was ist so interessant an dem Wilden, dem Ursprünglichem? Eine Studie belegt sogar, dass sich vor allem Städter von diesem vermeintlichem neuen Trend angesprochen fühlen. Am Land, wo man ohnehin nah an der Natur lebt, ist er längst nicht so ausgeprägt.

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Vermutlich liegt es an der Technik, die in den vergangenen Jahren immer komplizierter und komplexer geworden ist und uns dazu gebracht hat, dass wir uns nach den einfachen, elementaren Dingen zurücksehnen. Fragen wie zum Beispiel „Wo ist Norden, wo ist Süden? Was mache ich, wenn ein Gewitter kommt? Welche Kräuter und Pilze sind genießbar?“ Beispiele gibt es zahlreiche.

Jedoch: Noch nie war eine Generation so gut auf die Wildnis und Natur vorbereitet, wie wir das heute sind. Denn wir wissen eigentlich fast alles über da draußen. Alles ist vermessen, erkundet, selbst in den vermeintlich entlegensten Flecken der Welt. Und was wir nicht wissen, verraten uns Smartphone-Apps oder Google. Beispielsweise auf welchen Berg wir gerade blicken oder wie der Baum heißt, der sich uns im Nationalpark in den Weg stellt. Dank Navigationstools können wir uns sowieso de facto nicht mehr verlaufen und falls doch, können wir mit unserem Smartphone sofort Hilfe rufen. Diese Entwicklung ist keineswegs zu verteufeln. Aber, um die Natur zu erleben, schaltet mal ab. Sowohl gedanklich als auch euer Smartphone, falls es möglich ist. Entschleunigt euch. Seid nicht ständig erreichbar. Und lasst euch auf die Natur und Wildnis ein: es wirkt Wunder. Wirklich!

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  1. Ja, das beobachte ich auch! Und ich betrachte das auch als sehr schöne Entwicklung.

    Was ich allerdings nicht so sehe ist, dass wir besser denn je auf die Natur vorbereitet wären. Ich glaube viel mehr, dass wir uns mehr denn je überschätzen.
    Mich stört es, dass es immer der 4000er sein muss (man ist ja schließlich kein Anfänger, Everest kann heute jeder), die wildeste Natur (0-8-15 Ausblick kennt man schon von facebook) oder der entfernteste Ort (Deutschland kann ja jeder) und das Wichtigste:
    Es muss natürlich fotografisch festgehalten, aufgearbeitet und veröffentlicht werden.

    Wenn es nur noch darum geht, geht die Ehrfurcht vor der Natur verloren, da ist das Selfie vor dem Panorama wichtiger als die wohltuende körperliche Erschöpfung, die Stille & Geräusche der Natur, die Luft und Atmosphäre fern ab der Stadt und der atemberaubende Ausblick.
    Die Emotionen, die Natur hervorrufen kann, lassen sich weder festhalten, noch photoshop-optimieren oder gar virtuell teilen. Und die kann man auch mal im Wald um die Ecke zwischen zwei Arbeitsphasen haben 😉 …

    Aber mit dem Smartphone hast du wahrscheinlich Recht!
    Übrigens: Ich bin viele Jahre in den Alpen aufgewachsen und war quasi immer in den Natur und den Bergen – so richtig schätze ich es aber erst, seit ich in der Stadt wohne 😉

    Liebe Grüße zu dir,
    Vera

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