Mit Saisonkalender: Ran an die regionalen Köstlichkeiten

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„Schon Goethe wusste: Das Gute liegt so nah”

Lebensmittel legen heutzutage zum Teil unglaublich viele Kilometer zurück, bis sie in den Regalen des Supermarktes ankommen und dort gekauft werden. So können wir gar nicht oder nur schwer nachverfolgen, wo unser tägliches Essen eigentlich herkommt. Auch für einen hohen CO₂-Ausstoß sind die langen Transportwege verantwortlich. Eine von mehreren Maßnahmen, mit denen man seine CO₂-Bilanz verbessern kann: mehr saisonales Obst und Gemüse aus regionalem Anbau essen. „Willst du immer weiter schweifen? Sieh, das Gute liegt so nah“, wusste schließlich schon Johann Wolfgang von Goethe. Dieser Rat lässt sich wunderbar auf unsere Essgewohnheiten übertragen.

farmstand für Obst und Gemüse

Langsam ist ein Umdenken zu erkennen. Immer mehr Verbraucher wollen wissen, woher die Nahrungsmittel kommen, die sie sich täglich essen. Bei einer im August 2013 veröffentlichten, repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov behaupteten zwei Drittel der Befragten, dass sie Obst und Gemüse aus ihrer Heimatregion bevorzugen, selbst wenn sie dafür in manchen Monaten Einschränkungen in Kauf nehmen müssen.


Ein Saisonkalender zeigt, wann bei uns die gängigsten Gemüsesorten, Obstsorten und Salate erntefrisch und aus regionalem Anbau auf dem Markt sind. Hier findet ihr euren eigenen re:BLOG-Saisonkalender. Einfach downloaden, ausdrucken und ab an die Pinnwand damit.


Sieben Gründe für regionales und saisonales Obst und Gemüse

Nicht nur aus ökologischer Sicht ist es sinnvoll, wieder mehr auf Regionalität und Saisonalität zu achten, was vor wenigen Jahrzehnten noch ganz selbstverständlich war. Die folgenden sieben Gründe gelten eingeschränkt auch für andere Lebensmittel wie Getränke und Getreideprodukte:

Apfelbaum
  1. Umweltschonend, da die Transportwege kurz sind. Lebensmittel, die mit dem Flugzeug importiert werden, haben eine besonders schlechte Ökobilanz.
  2. Geschmacklich hervorragend, weil die Pflanzen bei uns ausreifen können und erntefrisch verkauft werden.
  3. Durch die volle Reife sind die Lebensmittel vitalstoffreich und gesund.
  4. Günstig im Preis, oft sogar günstiger als Importware.
  5. Qualität und Kontrolle durch den Kontakt zwischen Erzeugern und Verbrauchern.
  6. Regionalität schafft Identität. Man beißt also nicht in ein anonymes Produkt vom Ende der Welt, sondern in einen Apfel, der von der Streuobstwiese vor der eigenen Haustür stammt.
  7. Stärkung der lokalen Wirtschaft und damit Erhalt von Arbeitsplätzen.
Fallobst

Neun Wege zu regionalem und saisonalem Obst und Gemüse

Nicht immer ist ersichtlich, woher das Obst und Gemüse im Handel stammt, obwohl in den meisten Fällen Kennzeichnungspflicht besteht. Selbst in manchen Hofläden wird Ware vom Großmarkt angeboten und nicht entsprechend deklariert. Auf Nachfrage bekommt man jedoch meist ehrliche Auskunft. Im Zweifel gibt es immer mehrere Wege, an Saisonales aus der Region zu kommen.

Kürbisse mit Gesichtern
  • Weg 1: Im Supermarkt, Gemüsegeschäft, Bioladen und Reformhaus. Sogar die meisten Discounter bieten heute Lebensmittel aus der Region an.
  • Weg 2: Auf dem Wochen- oder Bauernmarkt, die in jeder größeren Stadt und in vielen kleinen Orten stattfinden.
  • Weg 3: Direkt beim Erzeuger im Hofladen, im Bauernladen, auf dem Bauernhof, am Verkaufsstand mit Selbstbedienung, auf der Erdbeerplantage zum Selberpflücken und so weiter. Die (nicht vollständigen) Verzeichnisse von Erzeuger-Direkt und Einkaufen auf dem Bauernhof helfen bei der Suche.
  • Weg 4: In einer Abo- oder Ökokiste. Mittlerweile gibt es in fast jeder deutschen Region mindestens einen Anbieter, der regionale, saisonale und meist biologisch angebaute Produkte liefert. Etwa 50 dieser Direktvermarkter haben sich zum Verband Ökokiste e. V. zusammengeschlossen.
  • Weg 5: Aus eigenem Anbau, sei es auf der Fensterbank, auf dem Balkon, im Garten oder im Schrebergarten.
Rote Äpfel
  • Weg 6: Einen Acker pachten, bestellen und ernten. Dabei kümmert man sich eine Saison lang um eine Parzelle und darf die gesamte Ernte behalten. Unterstützung und Geräte kommen von einem landwirtschaftlichen Betrieb. Größere Anbieter von Selbsternte-Parzellen sind Ackerheldenmeine ernte und tegut… Saisongarten.
  • Weg 7: Sich an einem Urban-Gardening-Projekt beteiligen. In solchen Gemeinschaftsgärten im städtischen Raum ist jeder eingeladen mitzumachen. Nach getaner Arbeit freuen sich alle gemeinsam über die Ernte. Die Gartenpiraten stellen auf ihrem Portal die wichtigsten urbanen Gärten Deutschlands vor.
  • Weg 8: Kostenlos in der Natur pflücken und zwar nicht nur Bärlauch und Beeren. Auf der Webseite von Mundraub lässt sich einfach herausfinden, wo in der Nähe Obst, Nüsse oder Kräuter zu finden sind.
  • Weg 9: Über Foodsharing-Plattformen werden kostenlos Lebensmittel verteilt, die ansonsten weggeworfen werden würden.

Versuchst du möglichst oft, regionales und saisonales Obst und Gemüse zu essen? Gerne kannst du in den Kommentaren verraten, warum du das tust und wo du die Lebensmittel herbekommst.

Frisches Bier

P.S.: Zahlreiche Rezepte mit Zutaten aus der Region und Saison gibt es auf Einfach bewusst, dem Blog des Autors dieses Artikels.

Frau Ultrafrisch: Gesundes Essen aus der Tüte!

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„Iss hochwertiger, nicht billiger!”

Anja Heuschkel von der CR, der Abteilung Corporate Responsibility bei OTTO, und ich treffen die Jungunternehmerin Janina Otto an einem grauen Vormittag Ende Januar zum Gespräch. Die 32-Jährige hat das Food-Start-up „Frau Ultrafrisch“ gegründet, das uns mit innovativen Produkten hilft, auch dann gesund zu essen, wenn wir zum Kochen eigentlich keine Zeit haben. Mit viel Esprit und Humor tritt sie ein für mehr Interesse und Leidenschaft am ehrlichen, nachhaltigen Essen und knipst ein Licht in unseren Köpfen an. Wir sprechen über die Strategien der Food-Giganten, die Chancen erfindungsreicher Start-ups und die Lust, die Lebensmittelbranche aufzurütteln.

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Hallo, ich heiße Christof und schreibe auf meinem Blog über Minimalismus und Nachhaltigkeit. Ohne materiellen Überfluss, negative Beziehungen und unnötige Verpflichtungen zu leben, führt zu persönlichem Glück und gesellschaftlichem Gewinn....

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