Palmöl: So kannst du deinen Konsum reduzieren

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Es ist schon verrückt: Sobald es um Palmöl geht, reden alle über Nutella. Irgendwie hat es sich in den Köpfen der Verbraucher festgesetzt, dass Palmöl schlecht ist und es somit die logische Konsequenz ist, Nutella zu boykottieren.

Nutella Boykottieren Palmoel verhindern
„Generell ist das eine gute Idee, denn der übermäßige Konsum von Palmöl ist schlecht für Umwelt und Mensch. ”

Doch Nutella als einzigen Schuldigen ausfindig zu machen, ist nicht ganz fair. Aber der Reihe nach.

Der Weg der Ölpalme: Von Westafrika nach Indonesien und Malaysia

Die Ölpalme stammt ganz ursprünglich aus den Regenwäldern Westafrikas. Schon dort wurde der ertragreiche Baum als Nutzpflanze in der Landwirtschaft eingesetzt. In Europa wurde von der Ölpalme erstmals im 15. Jahrhundert berichtet. 400 Jahre später fand die Ölpalme ihren Weg nach Südostasien. Dort wurde sie ab 1911 in Indonesien und ab 1919 in Malaysia angebaut. Heute zählen diese beiden Länder zu den größten Palmöl-Produzenten der Welt und besitzen zusammen einen Weltmarktanteil von mehr als 80 Prozent. Seit 1995 hat sich die Produktion von Palmöl auf über 60 Millionen Tonnen jährlich verdoppelt. Aber warum?

Palmöl ist in der Industrie beliebt

Palmöl ist genial. Es ist geruchs- und geschmacksarm und besonders wegen seiner besonderen Hitze- und Oxidationsstabilität beliebt. Bei Zimmertemperatur ist Palmöl fest und sorgt daher in vielen Lebensmitteln für eine besondere Cremigkeit. Das Wunderfett dient daher als Schmierstoff für Kuchen, Eis, Süßigkeiten oder Tiefkühlpizza und ist inzwischen in jedem zweiten Supermarkt-Produkt enthalten. Neben dem Lebensmittelbereich wird Palmöl auch in Kosmetik-Produkten genutzt und dem Biodiesel beigemischt.

„Die Ölpalme hat einen hohen Ertrag. Dieser ist viel höher als bei Raps-, Soja- oder Sonnenblumenöl.”

Das macht die Ölpalme zu einer ertragreichen Pflanze, die im Vergleich zu den anderen Ölpflanzen einen geringeren Flächenverbrauch hat. Aber was genau ist das Problem?

inhaltsstoffe nougat

Was das Problem von Palmöl ist

Zwar hat Palmöl einen geringeren Flächenverbrauch als andere Pflanzen, doch der weltweite Bedarf wächst und wächst. Heute ist Palmöl das am meisten produzierte Pflanzenöl der Welt. Besonders gut wächst die Ölpalme in tropischen Breiten, in denen auch Regenwälder wachsen. Das ist die Hauptursache für die Entwaldung in Malaysia und Indonesien, denn neue Landwirtschaftsflächen müssen geschaffen werden. Daraus resultieren weitere Probleme. Zum einen wird der Lebensraum von Orang-Utan, Sumatra-Tiger, Nebelparder und anderen Lebewesen kleiner, zum anderen werden durch Brandrodungen riesige Mengen CO2 freigesetzt. Besonders viel CO2 wird freigesetzt, wenn Torfwälder verbrennen. So entstehen in der Gesamtrechnung sagenhafte 10 bis 30 Tonnen CO2 bei der Produktion einer Tonne Palmöl. Es ist ein Teufelskreis: Fehlen die Regenwälder, sinkt auch die Photosyntheseleistung der Erde und Klimaphänomene wie El Niño werden verstärkt.

„ Und das in großem Ausmaß: Seit 1990 wurde in Indonesien eine Fläche fast so groß wie Deutschland zerstört.”
palmöl produktion indonesien

Wie kannst du dich engagieren?

Von etwa 60 Millionen Tonnen Palmöl importiert Deutschland 1,5 Millionen. Der deutsche Anteil ist damit nicht bedeutend hoch, aber auch nicht verschwindend gering. Palmöl ist ein wichtiges Landwirtschaftsprodukt. Du sollst es nicht komplett boykottieren, aber ein gesundes Ziel ist es, den Verbrauch zu reduzieren.

  1. Versuche Produkte zu kaufen, die kein Palmöl enthalten. Als Alternativen zu Nutella gibt es beispielsweise vegane Schokocreme von Keimling, Nudossi im Glas ohne Palmöl, eine Schokokocreme von Rapunzel, enerBiO Nuss-Nougat-Creme und Gepa Bio Cocoba Crème.
  2. Wenn du Produkte mit Palmöl kaufst, achte darauf, dass das verwendete Palmöl ökologische Mindeststandards z.B. von der Palm Oil Innovation Group (POIG), dem Roundtable of Sustainable Palm Oil (RSPO) oder dem Forum Nachhaltiges Palmöl (FONAP) erfüllt.
  3. Schau dir den Palmöl-Check vom WWF oder die Palmöl Company Scorecard von Greenpeace (englisch) an und versuche möglichst bei/von Unternehmen zu kaufen, denen ökologische Palmöl-Standards wichtig sind.
  4. Verwende lieber frische Lebensmittel statt Fertigprodukte und überprüfe, ob du vielleicht weniger fettige und süße Lebensmittel essen kannst.
  5. Iss weniger Fleisch, denn auch in vielen Fleischprodukten ist Palmöl enthalten.
palmöl produktion

Und was macht Nutella? Hersteller Ferrero ist seit 2015 Mitglied der Palm Oil Innovation Group (POIG). Das verwendete Palmöl ist seit 2013 zu 100 Prozent vom Roundtable of Sustainable Palm Oil (RSPO) zertifiziert.

„Damit gehört Nutella bei weitem nicht mehr zu den schwarzen Schafen der Palmöl-Industrie.”
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Ich bin Steven und ich liebe die Natur, verrückte Ideen, Lissabon und den Fahrtwind auf meinem Rennrad. Und ich liebe es, immer wieder meine Grenzen auszutesten. Dafür laufe ich zum...

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