Grüne Weltreise: Ich packe meinen Rucksack!

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Verzweiflung macht sich breit! Große Verzweiflung! Mein Dilemma kurz zusammengefasst: Ich bin eine Frau, ich habe einen riesigen eco-befüllten Kleiderschrank, ich werde eine sechsmonatige Weltreise machen und ich habe nur einen Rucksack. Seit das Thema „Packliste“ wie ein Damoklesschwert über unseren Weltreisehäuptern schwebt, fasst sich der Mann regelmäßig mit beiden Händen an den Kopf. Er rauft sich auch die Haare oder seufzt, wenn ich aufzähle, wie viele Schuhe, Hosen und Shirts für ein Modemädchen wie mich unbedingt mit auf die Reise müssen. Meine vorsichtigen Fragen, ob das Beamen vielleicht bald erfunden wird oder ob wir nicht einfach einen Container mitschippern können, stoßen irgendwie nicht auf Begeisterung. Ich muss also ran an den Minimalismus, an das „Weniger ist mehr“ und den Verzicht. Das ist ja schließlich der Grundstein von Nachhaltigkeit. Ich schluchze kurz auf, greife schicksalsergeben meinen Rucksack und fange an …

Ich packe meinen Rucksack…

Basics! Basics! Basics!

Mein neues Lieblingswort wird deswegen: Basic! Vielleicht ist es nach der Reise auch mein persönliches Unwort. Aber jetzt betrachte ich es liebevoll, positiv und als meine neue beste Freundin. Denn Basics brauchen keine aufwendigen Bügelarien, passen immer und lassen sich mit ein bisschen Chichi schnell pimpen.

Gute Basics-Dealer sind das Fair-Trade-Label ARMEDANGELS oder OTTO mit dem „Cotton Made in Africa“ Siegel. Mit jedem Kauf eines solchen Produkts (Tanktops zum Beispiel, oder Longsleeves) unterstützt du Cotton Made in Africa und förderst somit den nachhaltigen Baumwollanbau in Afrika

Als Farbe für Basic-Oberteile empfehle ich übrigens schwarz, weil Frau dann nie unfreiwillig einen „Wet T-Shirt Contest“ liefert. Ist mir zum Beispiel bei einer Costa Rica-Reise schon passiert. Das Dschungelhotel war nur via Rafting erreichbar. Rafting = Wasser = nass. Soweit hatte ich das vorher folgerichtig durchdacht. Aber die Gleichung: weißes T-Shirt + Rafting im Wasser = durchsichtig. Die hatte ich irgendwie nicht mitbedacht. Gut…

Das Thema Schuhe ist ein essenzielles. Leider gibt es noch keine sich dem Anlass anpassenden Zauberschuhe. Deswegen packe ich neben den unverzichtbaren Flip Flops und Sneakers noch ein Paar TOMS in den Rucksack. Denn: Die Slipper von TOMS kommen nah ran an den Zauberschuh. Sie sind lässig, bequem und man kann sie klein zusammenfalten. Das habe ich schon ausprobiert. Ha! Das Beste an dieser Marke ist aber das Konzept: „One for One“! Für jedes verkaufte Paar bekommt ein Mensch in einem Entwicklungsland ein Paar Schuhe gespendet. Oder bei einer Sonnenbrille eine Augen-OP. Deswegen tripple ich in einem Paar Slipper und mit einer Sonnenbrille von TOMS einmal um die Welt.

Must-haves für eine minimierte, dezimierte, puristische und grüne Weltreise-Packliste

  • Sneakers für Outdoor
  • Flip Flops
  • Slipper für die Stadt
  • ein Kleid (Jersey, weil sich das so schön zusammenknuddeln lässt)
  • etwas Schickes für die Rooftop-Bar (es gibt immer irgendwelche Rooftops, auf denen man Cocktails trinken kann)
  • fünf weitere Shirts
  • eine lange Stoffhose
  • zwei Shorts
  • zwei Bikinis
  • Geldbeutel und ein Täschlein für das Fashionista-Feeling
  • ein Sweater (als weltreisende Frostbeule muss man vorbereitet sein, wenn man sich durch unterschiedliche Klimazonen und Jahreszeiten arbeitet)
  • Unterwäsche (ja, auch die muss auf die Liste)
  • je ein schwarzes und weißes Shirt in den Varianten: Tanktop, Kurzarm und Langarm.
  • Schlafzeug
  • Bio-Anti-Brumm Mückenschütz
  • Bio-Kosmetik (Vom Shampoo über Rasierer bis Zahnpasta)
  • Schmink-Chichi (zu transportieren z. B. in einem nachhaltig hergestellten Täschchen von Studio Ayasse)
  • Seidenschlafsack für die etwas (sagen wir mal) rustikaleren Hotels
  • Reisekissen
  • Sonnenbrille
  • Moskitozelt für die etwas (sagen wir mal) ursprünglicheren Ecken
  • Sonnencreme
  • technisches Gedöns (Kindle, Ladegerät, eventuell Laptop, Smartphone, externe Festplatte)
  • Reiseapotheke
  • viele viele Passbilder für die vielen Visa

So eine Packliste – oder um es mit meinen Worten nach der ersten Probepackrunde zu sagen: das ganze Elend – ist zum Teil auch Geschmackssache. Für sehr puristische Backpacker sieht meine Packliste eher überdimensional aus. Der Mann sagt: Sie sieht nicht nur so aus, sie ist es auch. Aber darüber reden wir jetzt nicht weiter. Für ein Modemädchen ist sie auf jeden Fall auf das Minimum beschränkt. Da ich mich immer noch nicht beamen kann und der Container für den Mann immer noch nicht in Frage kommt, werde ich mich für die Reise im Fashion-Minimalismus üben und glücklich hippie-esk leben, während mein langes Haar im Wind weht und ich in Slow Motion an Stränden entlangspringe.

Ab jetzt gilt: Weg mit dem Ballast! Her mit dem gut gepackten Rucksack! Mein neues Mantra: Was sind schon High Heels oder Statement-Ketten gegen das Glück einer Weltreise?

Als eine Idee: Hier findet ihr eine grüne Packliste aus der re:BLOG Redaktion.

Oberammergau: Spurensuche im Schnee

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Oberammergau versteckt sich im hintersten Eckchen Deutschlands. Ich war mit einer Waldpädagogin in den Ammergauer Alpen unterwegs und verrate euch, warum sich die lange Anreise lohnt und was Oberammergau zum Traumort für Winterurlaub ganz ohne Skifahren macht. Nicht weit von mir entfernt donnern die Skifahrer die Pisten runter. Ich hingegen schwebe über allem – auf Schneeschuhen. Auf dem Berg „Kolben“ lasse ich mich von Waldpädagogin Christine Schwarzfischer ins Schneeschuhwandern und in die Tierspurensuche einweisen. Merkwürdig sehen sie aus, die Drahtdinger, die eher an Gartengeräte erinnern als an Sportausrüstung. Ich fühle mich wie Charlie Chaplin. Doch nach ein paar unsicheren Schritten kann ich das…

Hi, ihr Lieben! Mein Name ist Petra und ich blogge auf „Hollightly“ über Fashion, Design und grünen Lifestyle. Ich bin bekennendes Modemädchen mit Hang zu schönen Dingen und überzeugt davon,...

Zum Autor

SchenkDichGlücklich
Freitag, 6. Mai 2016, 16:17 Uhr

Toller Artikel, da freut man sich gerne auf mehr…

Samstag, 17. Januar 2015, 14:08 Uhr

Hey Julia, das habe ich alles reingestopf. Ohne mich darauf setzen zu müssen, um den Rucksack zu zubekommen 😉 Ich bin aber auch wirklich ein Modemädchen. Eine Hose ist dann doch schon in einem Kontainer für gebrauchte Klamotten gelandet, der hier in Namibia (da bin ich gerade) einem Hilfsbedürftigen zugute kommt. Insofern habe ich mich von 17,5 auf 16,5 Kilo heruntergeschraubt. Ich schließe aber noch keine Wetten ab, wie viele Kilos es dann am Schluss sein werden 😉 Bislang bist Du ganz weit vorne, was die Kilozahl betrifft. Liebe Grüße, Petra

Julia
Samstag, 3. Januar 2015, 23:33 Uhr

Und das geht wirklich alles in deinen Rucksack? Für mich wären das viiiel zu viele Shirts. 2 kurze, 2 lange Shirts, häufig Wäsche waschen und unterwegs vielleicht das ein oder andere Kleidungsstück als Souvenir kaufen, so reise ich wenn ich mit meinem Rucksack unterwegs bin.

Bei einer Reise diesen Herbst musste ich in Afrika ungeplanterweise die letzten paar Kilometer zu Fuß zu einem winzigen Flughafen laufen. Ich war super froh, dass ich die 10kg-Regel einigermaßen eingehalten hatte (mehr Gepäck sollte frau nicht auf dem Rücken tragen).

Dienstag, 16. Dezember 2014, 16:20 Uhr

Hallo Villacrema, vielen Dank für Deinen sehr netten Kommentar, über den ich mich gefreut habe wie ein nachhaltig gefüttertes Honigkuchenpferd. Und Weltreise hin- oder her: was wären wir Frauen ohne die Basics, da hast Du absolut Recht!

Alles Liebe an Dich, Petra

P.S.: Ich freue mich ja immer wahnsinnig über Kommentare – es ist schön zu lesen, wenn das was Frau so denkt und tippt, auch gut ankommt.

villacrema
Donnerstag, 11. Dezember 2014, 17:03 Uhr

Hallo liebe Holly,

ein sehr interessanter Bericht über den Minimalismus und das unnötige Leben im Überfluss.

Wie Du schon schreibst, mit den richtigen Basics ist „Frau“ immer gut beraten und auch angezogen.

LG und ich freue mich schon auf Deine nächsten Berichte