Outdoor-Outfit: Es geht auch nachhaltig(er)

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Langsam aber sich­er nimmt die Outdoor-Saison richtig Fahrt auf. Ich habe euch ja neulich schon erzählt, dass ich mein Fahrrad nach der Win­ter­pause wieder fit gemacht habe. Wie ihr wahrschein­lich auch, bin ich jet­zt wieder viel mehr an der frischen Luft unter­wegs. Da darf das passende Outdoor-Outfit nicht fehlen.

Auch in unserem Urlaub werde ich mit mein­er Fam­i­lie draußen sein und den ein oder anderen Wan­dertag ein­le­gen. Dafür habe ich meine Sportk­lei­dung ein­mal genauer unter die Lupe genom­men und mir fiel auf, dass das was in punk­to Fash­ion in Rich­tung Nach­haltigkeit im Gange ist, sich kaum auf Funk­tion­sklei­dung über­tra­gen lässt. Es scheint hier natür­lich auch schwieriger, denn die gängi­gen nach­halti­gen Stoffe wie Bio-Baumwolle oder Bio-Seide kön­nen nur schw­er bedi­enen, was wir von Funk­tion­sklei­dung erwarten: atmungsak­tive, saugfähige, dehn­bare und schnell trock­nende Teile wollen wir näm­lich beim Sporteln tragen.

Joggerin

Natürlichere Funktionskleidung: recycelte Kunststofffasern

Syn­thetis­che Mate­ri­alien kön­nen uns all das gewährleis­ten, ihre Vorzüge sind allerd­ings mit einem großen ABER zu genießen, denn sie beste­hen aus extra für sie pro­duziertem Poly­ester. Das wiederum wird aus Erdöl hergestellt, ein Rohstoff, der zum einen endlich ist und für dessen Gewin­nung an vie­len Orten der Erde Raub­bau an der Natur betrieben wird.

Doch es gibt ein kleines Sil­ver Lin­ing am Hor­i­zont: Ein paar rare Labels – und hof­fentlich in Zukun­ft immer mehr, set­zen auf recyceltes Poly­ester oder gle­ich auf Natur­fasern. Die neuseeländis­che Marke Kath­man­du etwa nutzt in ihrer repreve-Kollektion recycelte Kun­st­stoff­fasern. Diese wer­den zum größten Teil aus alten PET-Flaschen hergestellt. Zwar wer­den die Plas­tik­flaschen dank des Mehrw­ert­sys­tems mehrmals für ihren ursprünglichen Zweck ver­wen­det, nach cir­ca 25mal Wieder­be­fül­lung genü­gen sie aber dem Stan­dard nicht mehr und müssen entsorgt wer­den. Gut, wenn sie dann wie im Falle von Kath­man­du wieder ver­wen­det werden.

Wanderer springt

Mit gutem Beispiel voran: die Marke Kathmandu aus Neuseeland

Mitte der 80er Jahre wurde das Unternehmen gegrün­det, die Home­base ist in Neusee­land. Allerd­ings ist Kath­man­du auch in Aus­tralien weit ver­bre­it­et und auch immer mehr bei uns in Europa. Den Grün­dern war es vor allen Din­gen wichtig, leichte, schnell trock­nende Klei­dung für Outdoor-Abenteuer zu kreieren. Doch wer sich viel draußen aufhält, bekommt unweiger­lich ein Bewusst­sein für den Schutz der Umwelt. So ist bei Kath­man­du von Beginn an der ver­ant­wor­tungsvolle Umgang mit Ressourcen im Unternehmen fest ver­ankert. Bis 2018 hat sich Kath­man­du zum Ziel geset­zt allen Abfall, der vom Unternehmen verur­sacht wird, kom­plett zu recyceln.

Doch was heißt das für die Klamotten?

Eines der Ziele des Unternehmens ist es, bis zum Jahr 2020 voll­ständig mit nach­haltiger Baum­wolle zu pro­duzieren. Die Kollek­tion „repreve“ beste­ht aus recycel­tem Poly­ester, bere­its 840.000 PET-Flaschen beka­men hier­bei schon ein zweites Leben als Outdoor-Artikel. Das Tragege­fühl und die Beschaf­fen­heit des Stoffes ist dabei zwis­chen extra hergestell­tem und recycel­tem Poly­ester nicht zu unterscheiden.

Obwohl Kath­man­du in Neusee­land gegrün­det wurde, merkt man nicht nur durch die Wahl des Namens die Liebe zum Aben­teur­ertraum­land Nepal: Seit 2013 stellt Kath­man­du solar­be­triebene Lichter für Fam­i­lien in Nepal zur Ver­fü­gung, die in abgele­ge­nen Regio­nen und in Erd­bebenge­bi­eten leben. Das geht auch ein­her mit einem der Haup­tan­liegen von Kath­man­du: Den Recht­en der Arbeit­er in den Her­steller­län­dern. Kath­man­du beruft sich dabei auf den Code of Con­duct, der unter anderem fes­tlegt, dass die Gesund­heit und Sicher­heit der Arbeit­er gewährleis­tet wird.

Kath­man­du bei OTTO

Sich selbst hinterfragen: Welches Outdoor-Outfit brauche ich wirklich?

Klar wären wir alle gerne Super­sportler, aber wenn wir ehrlich sind müssen wir für die gele­gentliche Jog­gin­grunde im Park nicht die neuesten Hightech-Joggerhöschen in fünf ver­schiede­nen Far­ben im Schrank haben. Und auch wenn Ham­burg im Ver­ruf ste­ht, dass es hier in ein­er Tour reg­net – was übri­gens über­haupt nicht stimmt – braucht man selb­st hier nicht die fancy-schmancy Regen­jacke, wenn man am Ende damit eh nur den Hund ein­mal um den Block führt. Zwar wer­den uns ger­ade im Outdoor-Bereich immer neue Inno­va­tio­nen ange­priesen, wer aber auf Qual­ität, zeit­los­es Design und nach­haltig pro­duzierte Klei­dung ver­traut, hat lange etwas davon.

Ger­ade find­et übri­gens die Eth­i­cal Fash­ion Show in Berlin statt und das bere­its in der zehn­ten Auflage. Eine Ver­anstal­tung, die mir viel Freude bere­it­et. Denn sie ist ein Beispiel dafür, dass wir in Sachen Mode und Nach­haltigkeit ein ganz schönes Stück weit­er sind. Noch vor eini­gen Jahren wäre ein solch­er Event nicht vorstell­bar gewe­sen, denn damals war nach­haltige und fair pro­duzierte Klei­dung noch als sack­för­mig und abso­lut unmod­ern ver­schrien. Nach und nach hat sich das geän­dert. Man muss allerd­ings auch zugeben, dass es mit­tler­weile eine viel größere Auswahl an tollen, nach­halti­gen Klei­dungsstück­en gibt und auch viel mehr Labels, die Wert darauf leg­en, aus was ihre Kollek­tio­nen gemacht und wie diese hergestellt werden.

 

Wanderer in Neuseeland

Fotos: © Kathmandu

Nachhaltige Messe: Fairgoods & Veggienale in Graz

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Am 4. und 5. Juni fanden in den wunderschönen Räumlichkeiten der Grazer Seifenfabrik die Messen fairgoods und Veggienale statt. Damit wir Besucher uns nicht entscheiden müssen, beschlossen die Veranstalter kurzerhand, die beiden Messen zusammenzuführen. Die Kombination passt perfekt: fairgoods präsentiert nachhaltige Produkte und Dienstleistungen, die Veggienale steuert Aussteller mit veganen Erzeugnissen zu. Große Vielfalt: Mehr als 50 Aussteller zeigen ihre Schätze Mit circa 50 Ausstellern trumpft die Veranstaltung nicht unbedingt mit der größten Anzahl an Ständen auf, dafür entschied man sich bewusst nur für ausgewählte und größtenteils regionale Akteure. Ich muss zugeben, das Programm alleine – beispielsweise Podiumsdiskussionen zum Thema…

Hallo, ich bin Dörte und darf als Teamleitung Influencermarketing bei OTTO den re:BLOG betreuen, das stylishste Nachhaltigkeitsformat, das ich überhaupt kenne. Ich versuche tagtäglich, das nachhaltige Abenteuer zu leben, als...

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