Ökologisch unterwegs: mit diesen Transportmitteln

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Immer weit­er wollen wir reisen, immer neue Kul­turen ent­deck­en und über­all ver­meintlich­es Neu­land betreten, denn Bil­ligflüge lock­en nach Südostasien oder für ein Woch­enende nach New York. Doch auch inner­halb Europas sor­gen wir für Kli­maschä­den. Auf der Liste der lieb­sten Urlaub­sziele der Deutschen ste­ht Spanien an erster Stelle. Erst danach fol­gt die Ost­see als beliebtestes nationales Reiseziel. Der Vor­satz „näher, länger, inten­siv­er“ scheint bei vie­len Reisenden nicht vorhan­den zu sein.

Knapp 20 % der kli­maschädlichen Treib­haus­gase­mis­sio­nen entstam­men dem Verkehrssek­tor. Bedenkt man, dass wir langfristig den Ausstoß von kli­maschädlichen Emis­sio­nen um 60 bis 80 Prozent reduzieren müssen, um das Kli­ma zu sta­bil­isieren, erken­nt man die Her­aus­forderung, vor der wir ste­hen. In vie­len Bere­ichen gelingt die Reduk­tion der Emis­sio­nen schon ganz gut. Im Verkehrssek­tor ist das Gegen­teil der Fall.

Das liegt u.a. daran, dass wir immer mehr unter­wegs sind. Aber was ist nun die ökol­o­gisch nach­haltig­ste Möglichkeit unter­wegs zu sein?

Über den Wolken: Reisen mit dem Flugzeug – 211 Gramm Treibhausgase je Personenkilometer

fliegen

Für unter ein­hun­dert Euro lässt sich inzwis­chen ganz Europa erkun­den. Das ist cool für den pri­vat­en Geld­beu­tel, aber katas­trophal für das Kli­ma. Das Reisen mit dem Flugzeug gilt im Verkehr als größtes ökol­o­gis­ches Prob­lem. 211 Gramm Treib­haus­gase entste­hen laut Umwelt­bun­de­samt (2016) für nur einen Per­so­n­enkilo­me­ter, wenn das Flugzeug zu 77 Prozent aus­ge­lastet ist.

Wenn auf das Fliegen nicht verzichtet wer­den kann, gibt es zwei Möglichkeit­en zur Selb­sthil­fe:

1. Nimm die kli­mafre­undlich­ste Air­line
Atmos­fair veröf­fentlicht jährlich auf sein­er Web­site den Atmos­fair Air­line Index. Je nach Alter der Flotte, Treib­stof­fart und Bestuh­lung sind die Air­lines unter­schiedlich kli­ma­ef­fizient. Die größten 190 Air­lines ver­gle­icht Atmos­fair und ord­net sie.

2. Kom­pen­siere deine Emis­sio­nen
Weit­er­hin gibt es die Möglichkeit, Emis­sio­nen zu kom­pen­sieren. Unternehmen wie Atmos­fair, MyCli­mate oder die Kli­makollek­te sind gemein­nützige Organ­i­sa­tio­nen, die auf Basis dein­er Emis­sio­nen einen Spenden­be­trag berech­nen, der in Kli­maschutzpro­jek­te in Entwick­lungslän­dern investiert wird und deine hier verur­sacht­en Emis­sio­nen glob­al kom­pen­siert.

Mit dem Auto auf Reisen – 142 Gramm Treibhausgase je Personenkilometer

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Das Auto hat in den let­zten Jahren an Bedeu­tung ver­loren. Für junge Erwach­sene ist es kein Sta­tussym­bol mehr. Stattdessen nutzen junge Städter das Fahrrad oder attrak­tive Carsharing-Angebote. Carsharing- und Miet­wa­ge­nange­bote sind eine feine Sache, da die Fahrzeuge in regelmäßigem Betrieb sind. Ressourcen, die bei der Pro­duk­tion der Fahrzeuge ver­braucht wur­den, wer­den sin­nvoll auf viele Per­so­n­enkilo­me­ter umge­lagert.

Das größte Prob­lem an der Nutzung des Autos ist es, dass die meis­ten Men­schen alleine im Auto unter­wegs sind. Das Umwelt­bun­de­samt berech­net für den Pkw den zweit­größten Treib­haus­gaswert von 142 Gramm je Per­so­n­enkilo­me­ter bei ein­er Aus­las­tung von nur 1,5 Per­so­n­en. Um umwelt­fre­undlich­er unter­wegs zu sein, emp­fiehlt es sich, Mit­fahrgele­gen­heit­en zu bilden oder freie Transport- und Raum-Kapazitäten z.B. mit raumobil.de auszufüllen.

Entspannt im Fernverkehr reisen mit der Bahn – 41 Gramm Treibhausgase je Personenkilometer

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Eine der enspan­ntesten Fort­be­we­gungsarten ist für mich das Reisen mit der Bahn. Wie entspan­nt diese Art des Reisens für die Natur ist, zeigt auss­chließlich der Blick auf die Herkun­ft des Stroms. Wird die Energie aus Öl- oder Kohlekraftwerken gewon­nen, bringt die Nutzung der Bahn kaum Vorteile. Stammt sie hinge­gen aus regen­er­a­tiv­en Energiequellen, reist man sehr sauber.

Der Strom­mix der Deutschen Bahn hat noch Entwick­lungspo­ten­tial und wurde 2012 beste­hend aus 45 % Kohlekraft, 22 % Kernkraft, 22 % Erneuer­baren Energien, 9 % Gaskraft und zu 2 % aus son­sti­gen Anla­gen angegeben.

Auf­grund dieses aus­baufähi­gen Strom­mix­es, hat der Fern­bus in Sachen Umweltschutz die Nase vorn.

Im Reisebus am ökologischsten unterwegs – 32 Gramm Treibhausgase je Personenkilometer

Nur 32 Gramm je Per­so­n­enkilo­me­ter Treib­haus­gase entste­hen bei der Nutzung von Reise­bussen. Ein Reise­bus pro­duziert somit sechs­mal weniger Treib­haus­gase als das Flugzeug und ist damit im Fer­n­verkehr die beste Möglichkeit um möglichst ökol­o­gisch zu reisen.

In Deutsch­land erleben die Fern­busse seit eini­gen Jahren einen starken Aufwind. Ger­ade auf­grund von gün­sti­gen Fahrpreisen sind sie bei jun­gen Men­schen im Trend. Und während man in den Zügen der Deutschen Bahn noch für die Inter­net­nutzung zahlt, kön­nen bei Mein­Fern­bus schon unbe­gren­zt Serien gestreamt wer­den.

Körperkraft für noch mehr Klimaersparnisse: Reisen mit dem Fahrrad

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Natür­lich geht es auch noch ökol­o­gis­ch­er. Beispiel­sweise mit ein­er Fahrradreise, die direkt vor der eige­nen Haustür startet. Lediglich die Ressourcen für die Pro­duk­tion des Fahrrads müssen berück­sichtigt wer­den. Danach radelt man treib­haus­gas­frei.

Weniger ökol­o­gisch sind unab­hängig von der Stromherkun­ft Elek­tro­fahrräder, da die Ressourcen für die benötigte Tech­nik nicht immer klima- und sozialverträglich zu beschaf­fen sind. Doch das ist Kri­tik auf hohem Niveau, denn schon ab 100 E-Bike-Kilometern hat das Elek­tro­fahrrad den Akku kom­pen­siert und fährt ökol­o­gis­ch­er als ein Auto.

Zu Fuß in den Urlaub

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Wie es am ökol­o­gis­chsten geht, macht reblog­ger Christof ger­ade vor. Vor der eige­nen Haustür in Nürn­berg hat er zu Fuß eine vier­monatige Reise ange­treten. Vier bis fünf Mil­lio­nen! Schritte tren­nen ihn von San­ti­a­go de Com­postela. Abge­se­hen von dem Gum­miabrieb, den seine Schuh­sohlen hin­ter­lassen wer­den, wird er wohl eine astreine Null­num­mer in Sachen Emis­sio­nen hin­le­gen. Hut ab und viel Erfolg auf deinen 3000 Kilo­me­tern durch vier Län­der, Christof!

Welche Tipps ken­nt ihr um ökol­o­gisch unter­wegs zu sein?

Wasserabenteuer und Natur: Familienurlaub auf Korsika

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Eine Mittelmeerinsel ohne Pauschalanlagen? Gibt es noch! Korsika hat sich über die Jahrzehnte seinen Geheimtippcharakter bewahrt. Das ist nicht nur ideal für abenteuerlustige Fans der Kletter- und Wildwassersportart Canyoning. Auch Genießer kommen hier voll auf ihre Kosten.

Rund um das Bavella-Massiv: Idyllische Schönheit inmitten der Flüsse

Glasklar rauscht der Solenzara-Fluss gemächlich über weißen Sand und runde Steine. Kinder spielen in dem flachen Wasser und die Eltern entspannen sich im Schatten. Es riecht nach Pinien und Lorbeer – rund um das Bavella-Massiv hat sich eine geradezu idyllische Schönheit erhalten. Wer hier ist, braucht gar nicht mehr zum 15 Minuten entfernten…

Ich bin Steven und ich liebe die Natur, verrückte Ideen, Lissabon und den Fahrtwind auf meinem Rennrad. Und ich liebe es, immer wieder meine Grenzen auszutesten. Dafür laufe ich zum...

Zum Autor

Dienstag, 2. August 2016, 11:45 Uhr

Danke für dein Kom­men­tar.
Die Sta­tis­tik des Umwelt­bun­de­samtes führt den Schif­fverkehr nicht auf, einen ver­gle­ich­baren Wert, der auf die gle­iche Art und Weise berech­net wurde, habe ich nicht. Jedoch ist das Reisen mit dem Schiff, im schlimm­sten Falls sog­ar als Kreuz­fahrt hin­ter dem Flugverkehr einzuord­nen. Detailiert geht Frank Her­rmann im Buch Fair­reisen darauf ein. Der Nabu krtisiert Kreuz­fahrten sehr und meint Ein einziger Ozean­riese verur­sache während ein­er Kreuz­fahrt „so viele Emis­sio­nen wie fünf Mil­lio­nen Pkw“. Zu beacht­en ist dabei jedoch auch, dass ein Kreuz­fahrtschiff Trans­port­mit­tel und Hotel in einem ist. Mehr dazu hier: Link ver­bor­gen
Prob­lema­tisch ist die Ver­wen­dung von Schw­erölen als Treib­stoff. Das ver­schmutzt unsere Meere enorm.

Ebli
Montag, 1. August 2016, 18:01 Uhr

Mich würde inter­essieren, wie das Reisen mit dem Schiff/Fähre im Ver­gle­ich aussieht. Kön­nt ihr dazu auch einen Wert angeben? Lieben Dank