Oberammergau: Spurensuche im Schnee

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Ober­am­mer­gau ver­steckt sich im hin­ter­sten Eckchen Deutsch­lands. Ich war mit ein­er Wald­päd­a­gogin in den Ammer­gauer Alpen unter­wegs und ver­rate euch, warum sich die lange Anreise lohnt und was Ober­am­mer­gau zum Trau­mort für Win­terurlaub ganz ohne Ski­fahren macht.

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Nicht weit von mir ent­fer­nt don­nern die Ski­fahrer die Pis­ten runter. Ich hinge­gen schwebe über allem – auf Schneeschuhen. Auf dem Berg „Kol­ben“ lasse ich mich von Wald­päd­a­gogin Chris­tine Schwarz­fis­ch­er ins Schneeschuh­wan­dern und in die Tier­spuren­suche ein­weisen. Merk­würdig sehen sie aus, die Draht­dinger, die eher an Gartengeräte erin­nern als an Sportaus­rüs­tung. Ich füh­le mich wie Char­lie Chap­lin. Doch nach ein paar unsicheren Schrit­ten kann ich das neue Gefühl der Fort­be­we­gung genießen. In ein­er kleinen Gruppe von fünf Per­so­n­en stapfen wir los. Wir suchen nach Tier­spuren. „Fischot­ter“ ist unser spon­tan­er Gedanke bei der ersten Spur. Chris­tine lacht, wir auch, denn den gibt’s hier oben sich­er nicht. Es han­delt sich um ver­wit­terte Rehspuren. Mehr und mehr Hin­weise auf Tiere tauchen auf, je genauer wir hin­schauen: abgesch­abte Rinde, Zapfen und Liegemulden im Schnee – ich füh­le mich wie eine Natur-Detektivin.

_be_Winterurlaub_Kaefer

Anschließend soll ich mit ver­bun­de­nen Augen einen Baum abtas­ten und dann wiederfind­en. Das schaffe ich nie! Chris­tine führt mich bergab, zu ein­er Fichte, etwas anderes wächst hier nicht. Ich ver­suche mir die Dicke des Stammes einzuprä­gen. Unten an der Schneedecke piekst mich eine Ast­spitze, markant wie ein Dolch. Zurück am Aus­gangspunkt schaue mich genau um – und finde meinen Baum tatsächlich.

Suchen macht hun­grig. Wie vom Ski­fahren gewohnt, kehren wir am Mit­tag ein. In der Kol­ben­sat­tel­hütte gibt es Kaiser­schmar­rn und selb­st­gemacht­en Johan­nis­beer­saft. Köstlich.

Dann geht’s mit der Gondel zurück ins Tal. Ich schaue mir erst­mal den Ort Ober­am­mer­gau mit seinen prächtig bemal­ten Häusern, den kleinen Straßen und Geschäften genau an.

Hin­ter einem der Schaufen­ster schnitzt Leon­hard Höldrich am Arm ein­er Jesus­fig­ur. Einige Häuser weit­er arbeit­et Käserin Lil­ly Schillinger und lädt mich ein, eige­nen Moz­zarel­la herzustellen. Schon bald stürze ich meinen ersten selb­st­gemacht­en Käse auf den Teller. Tomate, Salz und Olivenöl dazu – leck­er! Und viel aro­ma­tis­ch­er als der gekaufte.

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©Ammer­gauer Alpen GmbH, Gemeinde Ober­am­mer­gau, Foto: Flo­ri­an Wagner.

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©Ammer­gauer Alpen GmbH, Gemeinde Ober­am­mer­gau, Foto: Flo­ri­an Wagner.

Als ich am näch­sten Tag durch den Zauber-Winterwald in Ober­am­mer­gau auf Langlauf­skiern wan­dere, nehme ich mir vor, wiederzukom­men. Toll, was man alles zu sehen bekommt, wenn man die Abfahrt­ski­er links liegen lässt! Und: Ich muss unbe­d­ingt schnitzen lernen!

Touren mit Chris­tine Schwarz­fis­ch­er und das Käsemachen lassen sich im Voraus über die Jugend­her­berge vor Ort buchen – in der man übri­gens auch sehr gut logieren kann.

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