Nachhaltige Fortbewegung: Das Fahrrad und seine Zukunft

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Für Menschen, die bewusst leben und sich nachhaltig fortbewegen wollen, ist es unverzichtbar: das Fahrrad. Längst ist das Fahrrad aber nicht mehr nur ein profanes Fortbewegungsmittel. Mit Mountainbikes in die Berge, mit dem Rennrad über die Landstraßen oder mit dem sportlich schicken Singlespeed durch den Großstadtdschungel – die Wahl des Fahrrades ist mittlerweile ein Statement zum eigenen und nachhaltigen Lifestyle.

Das Fahrrad ist keine neumodische Erfindung, sondern bewegt die Menschen schon seit Jahrhunderten. Die besten historischen Modelle haben wir hier einmal für euch gesammelt:

No. 1: Das Rinkowski-Liegerad

Ab und zu sieht man sie: Sesselräder. Dieses lässige Modell sollte auch die schlimmsten Couch-Potatos vom Sofa runterbekommen. Ich hatte noch nicht das Vergnügen auf einem Sesselrad zu fahren, habe es aber nach der Ausstellung nun auf meine Liste gesetzt. Ursprünglich wurde das Sesselrad von Paul Jarray entwickelt, einem österreichischem Ingenieur. Paul Rinkowski baute in Leipzig in den sechziger Jahren Spezialfahrräder und griff die Idee des Sesselrades wieder auf. Sogar die Pedalen sind stromlinienförmig verkleidet.

Fahrradausstellung_Liegerad

© SDTB / Foto: B. Huth

No. 2: Das Quadruplet

Eine schöne Tandemfahrt habe ich schon fest für meinen nächsten Toskana-Urlaub eingeplant. Rund um die Region von Lucca sind diese sehr beliebt. Aber wie sieht es eigentlich mit einem „Quadruplet“ aus? Stelle ich mir super vor – vor allem im Sommer, wenn man die besten Freundinnen einpackt und zum Picknick an den See fährt. Dieses Exemplar wurde von der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin gestellt und das Baujahr wird auf 1898 geschätzt.

Fahrradausstellung_Quadruplet

No. 3: Das Hochrad 

Ich wollte schon immer mal wissen, wie es ist, auf einem Hochrad zu sitzen. In der Ausstellung kann man es ausprobieren und glaubt mir: Es ist ganz schön hoch! Kein Wunder, dass Hochräder seinerzeit Diskussionen um die Sicherheit auslösten. Das Auf- und Absteigen gestaltete sich als schwierig und durch die Höhe passierten immer wieder Unfälle, die insbesondere schwere Kopfverletzungen zur Folge hatten. Mir ist natürlich nichts passiert, aber ich bin wirklich froh, dass das Hochrad fixiert war und unsere Fahrräder heutzutage anders aussehen.

Fahrradausstellung_Hochrad_2

© Sammlung Deutsches Fahrradmuseum / Foto: Katrin Plessing

Das Fahrrad ist wieder in. Damit Radfahrer und Autofahrer fröhlich nebeneinander her leben können, ist es wichtig, sich über zukunftsfähige Lösungen für den Straßenverkehr Gedanken zu machen. Vielleicht habt ihr schon einmal von der Bewegung Critical Mass gehört, die es mittlerweile in vielen Städten gibt? Man sieht sie oft auf die Straße gehen – bzw. radeln! –, um sich dafür einzusetzen, dass die Rechte der Fahrradfahrer gegenüber dem Autoverkehr beachtet werden. Das lässt Zukunftsvisionen entstehen, wie zum Beispiel die einer Fahrradstraße an der Alster entlang.

Fahrradausstellung_Vision_Alster

© ARGUS on3studio

Auch neue Mobilitätskonzepte, wie das Konzept des StadtRAD können das Radfahren in Zukunft noch sicherer und spaßiger machen : Im gesamten Innenstadtgebiet sind StadtRAD-Stationen aufgebaut, an denen die knallroten Räder für wenig Geld entliehen werden können. Eine umweltschonende, schnelle und sogar fit haltende Alternative zum verkehrsreichen Großstadt-Dschungel also! Das hat auch OTTO erkannt, weshalb nun hier im Norden Hamburgs eine StadtRAD-Station für uns installiert wurde. So kann auf dem Weg zur Arbeit gleich frische Luft und Energie für den Tag getankt werden, gute Laune inbegriffen!

Stadtrad_Otto_Hamburg

© Deutsche Bahn AG

Sehr futuristisch mutet diese Idee an: In London liebäugelt der Architekt Norman Foster gänzlich mit einer oberirdischen Fahrrad-Autobahn.

Fahrradausstellung_Vision_London

© Foster_partners

Apropos Visionen: Wie wäre es, wenn man unter 48 € einmal um die Welt kommt? E-Bikes sind hier das Stichwort, Akku aufladen und losradeln das Motto.

Wie diese Rechnung aufgeht?

1 Akkuladung  =   ca. 80 km

500 Akkuladungen   =   40.000 km = 1x um die Erde (Erdumfang)

Kapazität 36 Volt x 10 Ah  =  360 Wh

Strombedarf je Ladung = 400 Wh (20 % Verlust durch Ladegerät)

500 Ladungen x 400 Wh  = 200 kWh

200 kWh ( bei 23,75 ct/kWh)  =  47,50 €

Also schwingt euch auf´s Rad und macht die Stadt (oder auch die Welt) unsicher!

 

Titelbild: © Bjoern Lexius / wearetraffic

Alex war bis Juni 2015 verantwortliche Projektleiterin bei OTTO für die Nachhaltigkeitskommunikation in Social Media. Sie hat mit ihrem Team re:BLOG auf die Welt gebracht. Jetzt hat sie innerhalb OTTOs...

Zum Autor

helga
Dienstag, 23. April 2019, 18:55 Uhr

Meinen besten Dank für die ausführliche Übersicht von den Fahrrädern! Mit Freundin möchten wir in dem kommenden Sommer etwas Ungewöhnliches erleben. Eine Radreise wäre nach unseren Überlegungen super! Vielleicht könnte man irgendwo ein Liegerad mieten oder kaufen. Da würden wir bestimmt Gesundheit tanken und zugleich unsere Muskeln nach der Büroarbeit aufbauen.