Nachhaltig
einrichten und leben

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Immer mehr, immer bil­liger und immer mehr Müll – das Prinzip der Fast-Fashion-Industrie ist mit­tler­weile auch in der Ein­rich­tungs­branche angekommen.

oeko Tipps Fuer Die Wohnung

Heißt: Statt auf Lan­glebigkeit und gute Mate­ri­alien zu set­zen, kaufen wir immer öfter preiswert­ere, aber dadurch auch min­der­w­er­tigere Möbel, die meis­tens beim näch­sten Umzug schon wieder weggeschmis­sen wer­den. Die Folge: ein steigen­der Müll­berg plus eine enorme Ressourcenver­schwen­dung. Um die Natur zu beschützen und sie auch für spätere Gen­er­a­tio­nen zu erhal­ten, ist es also dur­chaus sin­nvoll, Nach­haltigkeit auch bei uns zu Hause einziehen zu lassen.

Nachhaltig produzierte Möbel

„Zeig mir, wie du wohnst und ich sage dir, wer du bist. ” 

Wenn die Behaup­tung stimmt, dass unsere Woh­nung der Spiegel unser­er Per­sön­lichkeit ist, ist vor allem die Möbel­wahl entschei­dend. Möbel sind mit­tler­weile näm­lich nicht mehr reine Funk­tion­s­ge­gen­stände, son­dern spiegeln in gewiss­er Weise auch unsere innere Hal­tung und unseren Lebensstil wider. Sprich: Ist uns das The­ma Nach­haltigkeit nicht egal, soll­ten wir auch beim Möbelka­uf darauf acht­en. Heißt im Detail: Woher stammt das Möbel­stück eigentlich? Wurde es unter fairen Arbeits­be­din­gun­gen gefer­tigt? Welche Mate­ri­alien wur­den ver­wen­det? Wie wurde mit Ressourcen umgegangen?

Nachhaltiger Konsum Moebel
Moebel Nachhaltigkeit

Wer ökol­o­gisch wohnen und ein­richt­en möchte, set­zt am besten auf Möbel aus hochw­er­ti­gen, natür­lichen Mate­ri­alien und nachwach­senden Rohstof­fen. So wer­den zum einen Ressourcen ges­part, die Möbel­stücke sind biol­o­gisch abbaubar und durch die hohe Qual­ität auch beson­ders lan­glebig. Um den kli­maschädlichen CO2-Ausstoß möglichst ger­ing zu hal­ten, soll­ten die Möbel außer­dem keine lan­gen Trans­portwege zurück­le­gen, sprich: Regionale Mate­ri­alien und/oder eine lokale Her­stel­lung sind wün­schenswert. Gut für die Umwelt und für uns: Sind die Möbel nach ökol­o­gis­chen Kri­te­rien hergestellt, sind sie garantiert auch frei von Gift­stof­fen und Aller­ge­nen. Und das ist nicht nur aus Ver­brauch­er­sicht förder­lich, son­dern kommt auch der Gesund­heit der Arbeit­er und Arbei­t­erin­nen zu Gute, die die Möbel her­stellen. Nach­haltigkeit umfasst nicht nur ökol­o­gis­che und ökonomis­che Aspek­te, son­dern auch die sozialen Hin­ter­gründe. Fair Trade lautet hier das Zauberwort!

Oekologisch Wohnen Und Einrichten

Um Lohn­dump­ing, schlechte Arbeits­be­din­gun­gen und Kinder­ar­beit nicht zu unter­stützen, sollte man kri­tisch sein und sich vor dem Möbelka­uf gut über den Her­steller und seine Sozial­stan­darts informieren. Achtet man auf nach­haltige Mate­ri­alien und eine faire Pro­duk­tion, schlägt sich das natür­lich im Preis nieder. Zwar sind nach­haltig pro­duzierte Möbel nicht ganz so gün­stig, doch dadurch, dass sie so lan­glebig und qual­i­ta­tiv hochw­er­tig sind, gle­ichen sich die Kosten auf Dauer gewis­ser­maßen wieder aus.

Nach­haltige Möbel gibt es auch auf otto.de und im re:Shop:

SIT Sideboard »Mailbox« Dekoroberflächen im Scandi Look
Home affaire Sessel »Asino«
Esstisch, Durchmesser 110 cm
andas Sideboard »Pavona«, Breite 125 cm
SIT Bett »Riverboat«

Für die nach­haltige Pro­duk­tion von Möbeln gibt es bis­lang bedauer­licher­weise keine rechtsverbindliche Def­i­n­i­tion. Natür­lich hil­ft es, genau zu recher­chieren und nachzufra­gen, eine kleine Hil­fe bieten auch ver­schiedene Güte­siegel, an denen man sich als Ver­brauch­er ori­en­tieren kann. Sind Möbel­stücke mit diesen Öko­la­bels gekennze­ich­net, sind sie garantiert schad­stoff­frei und unter­liegen stren­gen Qualitätsrichtlinien:

Einrichten mit nachwachsenden Rohstoffen

Holz

Wie bere­its erwäh­nt: Nach­haltige Mate­ri­alien sind das A und O bei ein­er umwelt­be­wussten Ein­rich­tung. Holz ist nicht nur ein nachwach­sender Rohstoff und biol­o­gisch abbaubar, son­dern zeich­net sich auch durch extreme Lan­glebigkeit aus. Natür­lich ist es nur eine gute Wahl, wenn das Holz aus ein­er nach­halti­gen, am besten heimis­chen Forstwirtschaft stammt. Denn das bedeutet, dass die Bäume genug Zeit zum Wach­sen haben und die gerode­ten Flächen außer­dem wieder aufge­forstet wer­den. Das Prüf­siegel For­est Stew­ard­ship Coucil, kurz FSC, kennze­ich­net Hol­zliefer­an­ten, die Wälder umwelt­fre­undlich und sozialförder­lich bewirtschaften. Holzmö­bel mit diesem Siegel kannst du mit gutem Gewis­sen kaufen.

FSC-zertifiziertes Holz gibt es auch auf otto.de:

Home affaire Garderobe mit 5 Dreifach-Kleiderhaken
Premium by Home affaire Couchtisch »Edward« aus massiver Eiche
Home affaire Kleiderschrank »Adele«
Home affaire Regal »Mette«, in 2 Größen
Sekretär, Home affaire, »Rosalie«, Breite 87 cm
andas Stühle »Rania«, im 2er, 4er oder 6er- Set, ohne Steppung

Welch­es Holz du aber möglichst ver­mei­den soll­test, ist Tropen­holz. Möbel beispiel­sweise aus Mahag­o­ni, Teak, Bangki­rai oder Mer­an­ti sehen zwar toll aus, aber wer­den zum großen Teil ille­gal gehan­delt. Durch ihre Rodung wer­den tro­pis­che Regen­wälder stark beschädigt oder sog­ar kom­plett zer­stört. Mit ver­heeren­den Kon­se­quen­zen: Durch die Rodun­gen wird nicht nur der Leben­sraum bedro­hter Tier- und Pflanzenarten aus­gelöscht, son­dern auch der Kli­mawan­del beschle­u­nigt. Die Liste der ver­heeren­den Auswirkun­gen ist lang, deswe­gen Regen­wald­holz, wenn möglich, vermeiden.

FSC Holz

Bambus

Auch Bam­bus ist ein geeignetes Mate­r­i­al für eine nach­haltig ein­gerichtete Woh­nung und eine gute Alter­na­tive zu Holz. Es zeich­net sich nicht nur durch seine Flex­i­bil­ität und Viel­seit­igkeit aus, son­dern ist von Natur aus auch sehr wider­stands­fähig, feuchtigkeitsab­weisend und hypoal­ler­gen. Darüber­hin­aus wach­sen Bam­buspflanzen sehr schnell: Bis zu einem Meter pro Tag kön­nen sie zurück­le­gen und tun dabei der Umwelt auch noch etwas Gutes: Denn bei der Pho­to­syn­these pro­duziert Bam­bus mehr Sauer­stoff als andere Pflanzen und bindet auch mehr CO2 aus der Atmo­sphäre als Bäume. Einen Hak­en hat die Öko­bi­lanz von Bam­bus den­noch: Es wächst nicht bei uns und muss deswe­gen lange Trans­portwege zurück­le­gen, was natür­lich für hohe Kohlenstoff-Emissionen sorgt.

Nachhaltiges Natur Material Bambus

Kork

Ob als Wohnac­ces­soires oder Boden­be­lag: Kork hat eine her­vor­ra­gende Öko­bi­lanz und holt natür­lich­es Flair in unsere Woh­nung. Es ist nicht nur nach­haltig und sieht gut aus, son­dern hat auch richtig prak­tis­che Eigen­schaften: Das Natur­pro­dukt isoliert gut gegen Wärme und Kälte, ist leicht, schalldämpfend und auch für Allergik­er geeignet. Ein schön­er Zusatz ist, dass Kork preiswert und deswe­gen gut erschwinglich ist.

Naturmaterial Nachhaltig Kork

Auf den Geschmack gekom­men? Hier find­et du Kork-Möbel:

andas Couchtisch «Nanna», mit Tischplatte aus Naturkork oder geölter Eiche
andas Sideboard «Scala», Breite 158 cm, mit Schiebetüren und Kork- Topplatte
andas Beistelltisch »Drum« mit Tischplatte aus Kork

Nachhaltige Wohntextilien

Wohn­tex­tilien machen das Zuhause erst so richtig gemütlich: Ob Kissen, Tep­piche, Deck­en oder Vorhänge – sie sind qua­si das i-Tüpfelchen der Ein­rich­tung. Und ste­hen nicht sel­ten im direk­ten Hautkon­takt zu uns. Umso wichtiger ist es deswe­gen, dass man sich auch Gedanken über die Herkun­ft und Pro­duk­tion­sweise der Stoffe macht. Denn die katas­trophalen Bedin­gun­gen der Tex­til­pro­duk­tion, die wir aus dem Bere­ich der Mod­ein­dus­trie ken­nen, machen auch vor Heim­tex­tilien nicht Halt.

Sofa Mit Kissen

Nicht zu unter­schätzen sind auch die Aus­dün­stun­gen, die von Heim­tex­tilien aus­ge­hen und das Raumk­li­ma maßge­blich bee­in­flussen. Um schlechte, schad­stof­fre­iche Luft zu ver­mei­den, ist es umso wichtiger auf ökol­o­gis­che Wohn­tex­tilien zu set­zen. Diese wer­den umweltscho­nend und ohne schädliche Chemikalien hergestellt. Viele Pro­duk­te sind sog­ar mit dem GOTS Güte­siegel aus­ges­tat­tet, das Tex­tilien kennze­ich­net, die zu min­destens 70 Prozent aus ökol­o­gis­chen Fasern beste­hen und darüber­hin­aus für trans­par­ente Pro­duk­tion­swege ste­ht. Sprich: Die Tex­tilien wer­den nicht nur umweltscho­nend hergestellt, son­dern die Arbeit­er und Arbei­t­erin­nen wer­den fair behan­delt und vergütet.

Nachhaltige Natuerliche Wohntextilien

Viele Heim­tex­tilien wie Bet­twäsche oder Kissen beste­hen aus Baum­wolle – eine haut­fre­undliche, robuste und weiche Natur­fas­er, die sehr luft­durch­läs­sig ist und nur ein sehr geringes Allergiepo­ten­tial aufweist. Ein Drit­tel aller Tex­tilien beste­hen in der Regel aus Baum­wolle, weshalb ihr Anbau weltweit auch im großen Stil betrieben wird. Doch die hohe Nach­frage hat Schat­ten­seit­en: Bei der großflächi­gen Baum­woll­pro­duk­tion wer­den viele Pes­tizide und Min­er­aldünger einge­set­zt. Zudem ist der Wasserver­brauch enorm: Unge­fähr 75 % der Anbau­flächen weltweit sind kün­stlich bewässert. Um den Ertrag weit­er zu steigern, wer­den rund zwei Drit­tel der geern­teten Baum­wolle gen­verän­dert. Um all das nicht zu unter­stützen, soll­ten Heim­tex­tilien aus Bio-Baumwolle beste­hen. Öko-Labels, wie beispiel­sweise das Siegel Cot­ton made in Africa, kennze­ich­nen nach­haltige Baumwolle.

Nach­haltige Heim­tex­tilien find­est du auch auf otto.de:

Kissenhüllen »Melli«, my home Selection, Melange-Optik im Leinen-Look (2 Stück)
Wollteppich »Seebu Loop«, Home affaire, rechteckig, Höhe 10 mm, reine Schurwolle
Set: Komfortschaummatratze + Rollrost, »Starter-Kit«, Traumecht (2-tlg.)
Bettwäsche »Nina«, my home, in leuchtenden Farben
Teppich »Kayla Kelim«, Home affaire Collection, rechteckig, Höhe 5 mm, aus recycltem Material
Handtuch Set, my home, »Freddy«, mit kontrastfarbiger Streifen-Bordüre (6-tlg. Set)
Raffrollo »Narva«, Guido Maria Kretschmer Home&Living, mit Schlaufen
Teppich »Fiesta«, Esprit, rechteckig, Höhe 5 mm
Bettwäsche »Cremona«, my home Selection, im romantischen Mustermix
Gardine »Narva«, Guido Maria Kretschmer Home&Living, Kräuselband (2 Stück)

Secondhand und Upcycling 

Auf nach­haltige Möbel und nachwach­sende Rohstoffe zu set­zen, ist ein guter Weg, um die Ein­rich­tung umweltfreundlich(er) zu gestal­ten. Noch ökol­o­gis­ch­er ist es, wenn wir uns gar nicht viel Neuware kaufen müssen. Denn das ver­hin­dert, dass ein Pro­dukt über­haupt erst hergestellt wird und ist somit natür­lich die nach­haltig­ste Lösung, da es zu 100% Ressourcen einspart. Doch in der Prax­is ist das natür­lich nicht immer möglich. Eine Lösung: Möbel­stücke aus zweit­er Hand kaufen! Das ist garantiert nach­haltiger als jed­er Neukauf und min­destens so gün­stig wie beim Möbeld­is­counter. Ein schön­er Zusatz: Secondhand-Möbel sind Möbel mit Geschichte und erzeu­gen so eine ganz beson­dere, irgend­wie nos­tal­gis­che Atmosphäre.

Gebrauchte Moebel Kaufen

Den Second-Hand-Gedanken kannst du übri­gens auch auf deine eigene Ein­rich­tung über­tra­gen: Statt Möbel, die dir nicht mehr gefall­en, vom Sper­rmüll abholen zu lassen, inseriere diese doch zum Verkauf oder ver­schenk sie. So bere­itest du jemand anderem eine Freude und ver­mei­dest Müll.

Vintage Moebel SecondHand

Eine weit­ere nach­haltige Möglichkeit für alte Ein­rich­tungs­ge­gen­stände ist außer­dem Upcy­cling. Frage dich ein­fach, ob du die Möbel­stücke, die du aus­sortieren möcht­est, nicht auch noch ander­weit­ig ver­wen­den kön­ntest. Aus Altholz lässt sich zum Beispiel ein wun­der­schönes Regal bauen, Vintage-Stühlen kann mit weni­gen Hand­grif­f­en neues Leben einge­haucht wer­den und aus altem Papi­er lassen sich tolle Lam­p­en­schirme basteln.

Lampenschirm aus Papier

Zero Waste bei der Einrichtung

Nach­haltigkeit in die Ein­rich­tung zu brin­gen, bedeutet auch, den eige­nen Müll so gut es geht zu reduzieren. Das heißt, zum einen im All­t­ag so gut es geht auf Plas­tik zu verzicht­en, wie beispiel­sweise ver­pack­ungs­freies Obst und Gemüse zu kaufen, aber auch durch eine cle­vere Ein­rich­tung kann jede Menge Müll einges­part wer­den. Vor allem in der Küche bei der Auf­be­wahrung von Lebens­mit­teln ist das Zero-Waste-Prinzip ein­fach umset­zbar. Mit plas­tik­freien Ein­machgläsern zum Beispiel. Hier kön­nen trock­ene Lebens­mit­tel nicht nur sich­er auf­be­wahrt, son­dern auch trans­portiert wer­den, möglicher­weise beim Einkauf im näch­sten Unverpackt-Supermarkt.

Plastikfrei Einrichten Kueche

Aber auch beim Putzen zählt der Zero-Waste-Gedanke. Denn ger­ade, wenn es um Reini­gung­spro­duk­te geht, gilt: Je weniger wir brauchen, umso bess­er! Chemis­che „Pow­er­reiniger“ beseit­i­gen mit ihren aggres­siv­en Inhaltsstof­fen vielle­icht starke Ver­schmutzun­gen, sie belas­ten allerd­ings auch unsere Gesund­heit, die Umwelt und vor allem unseren Geld­beu­tel. Dabei kannst du mit Haus­mit­teln wie Zitro­nen­säure, Natron, Essig und Soda fast alle Reini­gung­spro­duk­te erset­zen.

Putzmittel Selber Machen

Das ist min­destens genau­so effek­tiv, viel gün­stiger und tut der Natur richtig gut. Denn so gelangt keine Chemie ins Abwass­er und darü­ber hin­aus wird jede Menge Ver­pack­ungsmüll einges­part, der entste­ht, wenn wir jedes Mal einen neuen Reiniger in Plas­tik­flaschen kaufen müssen.

Deutschland der Länge nach

| von 

"Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.", lautet ein bekanntes Zitat des deutschen Dichters Matthias Claudius aus dem Jahr 1774. „Viel wandern macht bewandert“, schrieb der deutscher Philologe und Aphoristiker Otto Kimmig alias Peter Sirius 1899 in seinem Buch „Tausend und ein Gedanken“. Dass sich an diesen beiden Weisheiten anno 2018 nichts geändert hat, konnte ich diesen Sommer auf meiner 2,2 Millionen Schritte langen Reise von der südlichsten Spitze Deutschlands zur nördlichsten Spitze Deutschlands erfahren. Was ich dabei (und teilweise schon auf meinem Jakobsweg und meiner Alpenüberquerung) alles gelernt habe, erfährst du hier.

Was ich…

Moin, ich bin Jana und ich möchte nicht in einer Welt leben, in der es bald mehr Plastik im Ozean gibt als Fische. Genau diese schreckliche Prognose hat mich dazu...

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