Warum uns Minimalismus glücklich(er) machen kann

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Was brauchen wir, um wirk­lich glück­lich zu sein? Machen eine große Woh­nung, neue Klam­ot­ten, viel Besitz und Luxus wirk­lich zufrieden? Immer mehr Men­schen beant­worten diese Frage mit Nein und entschei­den sich dazu, min­i­mal­is­tisch zu leben. Warum – das erfährst du hier.

Höher, schneller, weit­er! Doch sollte nicht irgend­wann endlich Schluss damit sein? Denn nicht nur Wirtschaftswach­s­tum kommt irgend­wann an seine Gren­zen, auch Rohstoffe und Umwelt wer­den zunehmend knap­per. Alle erneuer­baren Rohstoffe unser­er Erde gehen ihrem För­der­max­i­mum ent­ge­gen. Sozusagen das Ende von allem, worauf wir ger­ade bauen. Das sind keine Neuigkeit­en. Und es ist auch nichts Neues, dass Wach­s­tum jahrzehn­te­lang das ver­heißungsvolle Rezept von Wirtschaft und Poli­tik war. Durch Wach­s­tum steigen schließlich Wohl­stand und Leben­squal­ität. Kön­nte man meinen. Doch wie kann man eigentlich per­sön­lich dafür sor­gen, dass die Men­schen in unserem Land – in einem Land des Über­flusses – glück­lich­er leben kön­nen? Min­i­mal­is­mus oder weniger Besitz kön­nte die Zauber­formel sein.

Das Problem unserer Gesellschaft

Sicher­lich: Unser wirtschaftlich­er Wohl­stand ist ein Priv­i­leg, das man nicht hergeben möchte. Auch ich bin froh, in einem Land leben zu dür­fen, dem es grund­sät­zlich sehr gut geht. Aber was ist eigentlich mit Bil­dung, Gerechtigkeit, Gesund­heit und vor allem Zeit für sich, seine Fam­i­lie und Fre­unde? Immer mehr Men­schen kla­gen über Stress, zu viel Arbeit und Burn-out. Es scheint beina­he so, als wür­den immer mehr Men­schen in immer mehr Lebens­bere­ichen an ihre Gren­zen kom­men. Ist dies das Ergeb­nis unseres Erfol­gs?

Es scheint so, denn immer wieder tauchen Rat­ge­ber in den Best­sellerlis­ten auf, um zu prophezeien, wie man glück­lich leben kann. Auch Mag­a­zine wer­ben mit den Titel­he­men: Glück, Erfolg, Zufrieden­heit. Und die Leute kaufen es. Ein­er­seits, weil sie stets auf der Suche nach mehr Zufrieden­heit sind, aber anscheinend auch, weil sie das nötige Klein­geld dazu haben, um es in Dinge zu steck­en, die man sel­ten oder über­haupt nicht benutzt. Die Vorstel­lung, ein Leben lang zu arbeit­en, um Sta­tussym­bole anzuhäufen. Nein, danke – zumin­d­est nicht für mich! Ich kenne es ganz gut, wie es ist: ein Paar neue Turn­schuhe, obwohl das Schuhre­gal überquillt, neue Klam­ot­ten, obwohl genug im Klei­der­schrank hängt, ein neues Handy, ein neuer Lap­top. Und am Ende meis­tens das plumpe Gefühl: Das hätte ich doch eigentlich gar nicht gebraucht. Dabei möchte ich beto­nen, dass ich weiß, dass es sehr viele Men­schen gibt, die froh sind, wenn sie ihre Miete bezahlen kön­nen und wahrschein­lich ihre Hände über dem Kopf zusam­men­schla­gen, wenn sie meine Zeilen lesen. Ich weiß, dass es absoluter Luxus ist, sich Gedanken darü­ber zu machen, ob man zu viel besitzt und all­ge­mein seinen Kon­sum zu hin­ter­fra­gen. Denn mir ist klar, dass es auch in unserem Wohl­stand­s­land Deutsch­land viele Men­schen gibt, die nichts oder nur sehr wenig haben.

Bewusster Konsum als Lösung

Es ist beina­he ver­rückt, wie gut es sich anfühlen kann, sich von unnötigem Bal­last und ständi­gem Kon­sum­ieren zu tren­nen. Und es geht nicht darum, dass man seinen Kon­sum kom­plett ein­schränken muss. Es soll natür­lich nicht bedeuten, auf alles zu verzicht­en. Nie wieder Reisen? Unvorstell­bar. Kon­sumverzicht ist nicht auss­chlaggebend: Es geht vielmehr darum, wie man durch bewusstes Kon­sum­ieren sein Lebens­ge­fühl steigern kann. Vor weni­gen Wochen bin ich wieder in eine neue Stadt umge­zo­gen. In den let­zten zwei Jahren übri­gens fünf Mal. Jedes Mal habe ich mich von eini­gen Din­gen getren­nt: unzäh­lige Büch­er, die im Regal ver­staubten und nicht mehr gele­sen wur­den. Zahlre­iche DVDs, die ich wahrschein­lich nie wieder anschauen werde. Schallplat­ten, Klam­ot­ten, Möbel­stücke und Kleinkram. Manch­es davon habe ich ver­schenkt, anderes wiederum verkauft. Und auch gespendet. Es fühlt sich gut an. Nicht nur, weil ich weniger Umzugskisten schlep­pen musste. Denn weniger zu besitzen, hil­ft auch der inneren, psy­chis­chen Struk­tur. Wir sind weniger abge­lenkt und haben mehr Zeit und Energie für das Hier und Jet­zt. So wan­dert der Fokus meist automa­tisch auf das, was uns zufrieden macht und uns wirk­lich wichtig ist.

Minimalismus der Umwelt zuliebe

All die Pro­duk­te, die wir kon­sum­ieren und besitzen, mussten irgend­wann ein­mal hergestellt wer­den. Für ihre Pro­duk­tion wer­den der Natur Rohstoffe ent­nom­men. Und nicht nur das. Während der Her­stel­lung wird auch jede Menge Energie benötigt, was let­z­tendlich dazu führt, dass Treib­haus­gase wie CO2 freige­set­zt wer­den und der Kli­mawan­del ange­heizt wird. Außer­dem: Unser Besitz wird früher oder später zu Abfall. Wer­den die Pro­duk­te nicht richtig entsorgt, sor­gen sie zusät­zlich für eine gravierende Ver­schmutzung unseres Plan­eten. Mit einem min­i­mal­is­tis­chen Lebensstil und bewusstem Kon­sum kön­nen wir also dafür sor­gen, dass weniger Ressourcen und Energie gebraucht wer­den und weniger Müll entste­ht. Darü­ber freut sich die Umwelt und darü­ber hin­aus auch noch unser Porte­mon­naie.

Fazit

„Das Glück liegt in uns, nicht in den Din­gen.”
Sid­dhartha Gau­ta­ma Bud­dha

Für jeden bedeutet Min­i­mal­is­mus garantiert etwas anderes. Es gibt viele Wege, min­i­mal­is­tisch zu leben und viele Wege führen zum Ziel. Für mich bedeutet es aber auf jeden Fall: mehr Zeit, mehr Geld, mehr Entspan­nung, weniger Bal­last, weniger Ver­ant­wor­tung und weniger Leis­tungs­druck!

Fit durch den Winter: Das tut jetzt gut!

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Seien wir ehrlich: Der Lockruf des Sofas klingt sehr verführerisch, wenn es draußen kalt, nass und dunkel ist. Das macht Lust auf gepflegte Entspannung. Sport? Können wir das Fitnessprogramm nicht einfach aufs Frühjahr vertagen? Klar, das ist möglich. Aber schade für alle, denen es um einen fein ausbalancierten Lebensstil geht. Denn im Fluss und in Bewegung zu bleiben, das danken Körper und Seele. Aber wie bleibe ich im Winter fit, wenn ich nicht unbedingt auf Fitnessstudios stehe? Und ist es überhaupt gesund, bei Minusgraden draußen zu sporteln? Hier sind Antworten auf die wichtigsten Fragen und Tipps, mit denen wir gesund…

Hallo, mein Name ist Michael, ich komme aus dem wunderschönen Bayern und arbeite als freier Journalist, Blogger und DJ. Am liebsten schreibe ich über Reisen, Kultur, Lifestyle, Musik und Mode,...

Zum Autor

Neffe
Dienstag, 23. Oktober 2018, 11:51 Uhr

Hal­lo Michael,

vieles was in deinem Artikel ste­ht, ist ein­er­seits im Grunde sicher­lich nicht falsch ander­er­seits aber auch nicht neu. Und wenn man die Blogs und Büch­er zum The­ma ein­schließlich deines Artikels aufmerk­sam liest, dann fällt der immer gle­iche Grundtenor auf: trenne dich von deinem Besitz, brich sämtliche Beziehun­gen ab, arbeite so gut wie gar nicht mehr und lege dich stattdessen gemütlich in die Hänge­mat­te und jette um die Welt. Und so kann doch nur ein­er daher reden, der über­durch­schnit­tlich gut ver­di­ent oder fleißig von Mama und Papa gespon­sort wird und vor allem Sin­gle ist und kein­er­lei Verpflich­tun­gen hat. Oder anders gesagt: der mod­erne Min­i­mal­is­mus divers­er Autoren und Blog­ger ist let­ztlich nichts anderes als ein Luxu­s­prob­lem. Und was ein Plat­ten­spiel­er, ein Smart­phone und ein Lap­top (siehe Fotos) mit Min­i­mal­is­mus zu tun haben soll, ist mir ehrlich gesagt schleier­haft. Du schreib­st ja, dass du ange­blich nichts auf Sta­tussym­bole gib­st, doch genau das sind diese Dinge doch: Sat­ussym­bole! Ein wirk­lich kon­se­quenter Min­i­mal­ist, lässt das Sys­tem hin­ter sich und zieht in den Wald. Alles andere ist in meinen Augen Heuchelei.

Donnerstag, 10. Mai 2018, 6:03 Uhr

Hal­lo Michael,

ich kann fast alles unter­schreiben, was Du im Artikel anführst.
Die Prob­leme wer­den sein:
– von denen, denen es nicht so gut geht und Geld für die Miete zusam­menkratzen müssen, wird es kaum jemand lesen. Das ist in Bezug auf Lern­fähigkeit nicht so schlimm, da sie das The­ma täglich haben.
– von denen, die es nötig hät­ten, darü­ber nachzu­denken, ren­nen die Meis­ten im Ham­ster­rad, um genau das Gegen­teil von dem zu machen
– und die Drit­ten im Bunde sind diejeni­gen, die das nicht mal periph­er berührt. Die wollen immer weit­er und mehr Kohle im Keller und Macht gegenüber den bei­den anderen Grup­pen, die sie dumm hal­ten, damit sie es nicht begreifen und die im Keller die Kohle selb­st umschaufeln, damit nie­mand bemerkt, wieviel sie dem Leben schon wieder ent­nom­men haben.

Es wird eines Tages zu einem Riesenknall kom­men und wahrschein­lich sich nix ändern, weil die Men­schheit dafür noch längst nicht reif ist.

Wirk­lich schade – mir fällt auch nix ein, was noch getan wer­den kann, damit alle aufwachen. Den Mund fus­slig gere­det habe ich mir schon.