Verschwendung von
Lebensmitteln: Das kannst du dagegen tun

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Lebens­mit­telver­schwen­dung find­et ent­lang der gesamten Wertschöp­fungs­kette statt: Ob auf dem Ack­er, bei der Ver­ar­beitung, im Han­del oder eben bei uns zu Hause. Aber woran liegt das, wie kön­nen wir Abfälle ver­mei­den und gibt es bere­its Lösun­gen?

 

 

Ursachen & Folgen von Lebensmittelverschwendung 

Lebensmittel Gemuese

Fakt ist: Die wenig­stens Lebens­mit­tel, die wegge­wor­fen wer­den, gehören tat­säch­lich in den Müll. Die meis­ten Abfälle entste­hen dadurch, weil das Essen nicht mehr so appeti­tlich aussieht oder das Min­desthalt­barkeits­da­tum auf der Ver­pack­ung über­schrit­ten wurde. Doch “abge­laufen” ist kein Syn­onym für “nicht mehr genießbar”, son­dern lediglich eine Art Empfehlung. Wir haben es also zum großen Teil selb­st in der Hand, ob wir dieser Empfehlung fol­gen möcht­en oder, ob wir Lebens­mit­tel vor dem Weg­w­er­fen bewahren. Doch natür­lich liegt das Prob­lem nicht allein bei den Ver­brauch­ern. Auf dem Feld wer­den bere­its Lebens­mit­tel wegge­wor­fen, weil sie den optis­chen Anforderun­gen nicht entsprechen, andere Lebens­mit­tel gehen durch schlechte Lagerung ver­loren, während des Trans­ports oder im Super­markt und Restau­rant.

Ernte Produktion Lebensmittel Traktor

Da wird schnell klar: Lebens­mit­telver­schwen­dung ist nicht nur ein ethis­ches Prob­lem, son­dern auch ein wirtschaftlich­es und ökol­o­gis­ches. Immer­hin wer­den auch für die Pro­duk­tion und den Trans­port ungenutzter Lebens­mit­tel eine ganze Menge Rohstoffe, Energie und Wass­er benötigt. Dazu kom­men Pflanzen­schutzmit­tel und Dünger und die Ver­schwen­dung wertvoller Flächen. Ganz zu schweigen von den Treib­haus­gasen, die freige­set­zt wer­den: mehr als drei Giga­ton­nen Emis­sio­nen wer­den unnötiger­weise verur­sacht.  

Schönheitsideal für Obst und Gemüse

Paprika Lauchzwiebeln Radieschen

Laut WWF wer­den rund 60% der Lebens­mit­tel bere­its weggeschmis­sen, bevor sie den End­ver­brauch­er über­haupt erre­ichen. Der Grund ist, das Lebens­mit­tel, die nicht dem optis­chen Stan­dard entsprechen bere­its beim Land­wirt im Abfall lan­den. Ein Licht­blick: Es haben sich bere­its einige kleine Ini­tia­tiv­en gebildet, die Lösungswege suchen, um der Ver­schwen­dung ent­ge­gen zu wirken. Und auch die Indus­trie zieht endlich mit. Der Dis­counter Pen­ny mis­cht seit kurzem „nor­males“ Gemüse mit kleineMakeln. Doch auch wir als Ver­brauch­er haben unseren Beitrag zu leis­ten. 

Krummes Gemüse schmeckt tatsächlich

Krummes Gemuese Karotten

Wir soll­ten uns von der Idee ver­ab­schieden, dass Nahrungsmit­tel per­fekt ausse­hen müssen. Nur weil eine Karotte krumm gewach­sen ist und keinen Preis in einer Schön­heit­skat­e­gorie gewin­nen wird, verän­dert das ihren Geschmack längst nicht. Die Natur ist nun mal nicht per­fekt. Genau­so wenig wie wir Men­schen. Vor­bildlich: In Eng­land geht man mit diesem The­ma deut­lich offener um. Seit Jahren wird von der Regierung mehr Trans­parenz bei der Mül­lentsorgung von Fir­men gefordert. Regierungskam­pag­nen fördern das kri­tis­che Hin­ter­fra­gen der Gesellschaft, die dadurch einen großen Wert auf Nach­haltigkeit und Trans­parenz in der Lebens­mit­tel­pro­duk­tion leg­en. Super­märk­te müssen jährlich die Zahlen der wegge­wor­fe­nen Lebens­mit­tel preis­geben. Nicht eine Partei ist alleine ver­ant­wortlich, son­dern Regierung, Indus­trie und Ver­brauch­er ziehen alle an einem Strang. Ein Mod­el, dass sicher­lich auch für Deutsch­land wün­schenswert ist. 

Sind Müllgebühren sinnvoll?

Lebensmittel Abfall

Müll­ge­bühren wür­den dafür sor­gen, dass Fir­men, die grund­los Lebens­mit­tel wegschmeißen, finanziell bestraft wer­den. Lei­der haben wir in Deutsch­land auch das Prob­lem der knall­harten Preis­poli­tik. Die Arbeit­skraft ist im Ver­gle­ich zu den Rohstoff­preisen viel zu teuer. Daher lohnt es sich oft­mals für Fir­men mehr, Pro­duk­te wegzuschmeißen, als den Arbeit­saufwand zu bezahlen. Lei­der eine Logik, die nur von der Regierung mit der Ein­führung von Gebühren gestoppt wer­den kön­nte. Doch auch andere Lösungsan­sätze sind denkbar: Bere­its seit drei Jahren gibt es beispiel­sweise in Ital­ien ein Gesetz gegen Lebens­mit­telver­schwen­dung. Im Gegen­satz zu Müll­ge­bühren und Sank­tio­nen wer­den hier Anreize aus­ge­sprochen, sodass Fir­men mit Steuer­erle­ichterun­gen rech­nen kön­nen, wenn sie weniger Lebens­mit­tel ver­schwen­den.

Lebensmittel schätzen 

Lebensmittel Wertschaetzen

Das Haupt­prob­lem liegt darin, dass wir als Gesellschaft ver­lernt haben, Lebens­mit­tel zu schätzen. Wir leben im Über­fluss. Rohstoffe sind für uns ein indus­trielles Gut, das für uns so selb­stver­ständlich ist, wie die Luft zum Atmen. Dass aber ein enormer Kraftaufwand betrieben wird, um diese Rohstoffe über­haupt zu pro­duzieren, daran denken wir gar nicht. Ein Grund, warum auf anderen Teilen der Erde noch immer Men­schen ver­hungern. Wir Ver­brauch­er müssen uns wieder ver­mehrt mit der Lebens­mit­tel­pro­duk­tion ver­traut machen, denn nur so kön­nen wir Rohstoffe wieder schätzen ler­nen. Also: Wie wäre es, wenn wir unser Kaufver­hal­ten hin­ter­fra­gen und bewusster einkaufen wür­den? Und sind wir doch mal ehrlich, es ist doch viel schön­er, das Gemüse beim Bauern unseres Ver­trauens zu kaufen, als in einem anony­men Super­markt. 

Kein Essen mehr wegschmeißen – aber wie?

Lebensmittel Kaufen

Anfan­gen kön­nen wir nur bei uns selb­st. Also hier ein paar Tipps gegen Lebens­mit­telver­schwen­dung: 

  • Vor dem Einkaufen lohnt es sich eine Liste zu schreiben, um nicht unnötig Lebens­mit­tel zu kaufen, die let­zten Endes doch nicht ver­braucht wer­den. 
  • Zeit soll­ten wir zum Einkaufen mit­brin­gen, denn das ver­hin­dert Sporteinkäufe und wir kaufen bewusster ein. 
  • Du weißt, dass die Milch, die du kaufen willst, schon in max­i­mal drei Tagen ver­braucht sein wird? Dann kauf doch eine Pack­ung mit einem nur noch kurzen Halt­barkeits­da­tum, da diese son­st am ehesten weggeschmis­sen wer­den würde!  
Supermarkt
  • Beim Essen­ge­hen eher kleine Gerichte bestellen, da die Por­tion­s­größen oft­mals zu groß sind. Gegebe­nen­falls kann man die Reste auch ein­fach mit­nehmen und am näch­sten Tag verzehren. 
  • Die Min­desthalt­barkeits­dat­en als Anhalt­spunk­te sehen. Ist das Datum über­schrit­ten, heißt das noch lange nicht, dass das Pro­dukt nicht mehr ess­bar ist. 
  • Du hast noch Reste? Im Inter­net oder in passenden Apps find­est du viele Kochideen für die kreative Resteküche. 
Restekueche Rezepte
  • Viele über­reife Obst und Gemüs­esorten kannst du einkochen: Nek­tari­nen und Tomat­en ergeben gemein­sam ein köstlich­es Chut­ney, das sich noch lange hält. Übrigens sind diese, schön ver­packt, tolle Geschenkideen oder Mit­bringsel. 
  • Wer darü­ber hin­aus noch Kartof­felschalen, Kaf­feesatz und Co. weit­er ver­w­erten möchte, find­et hier Tipps für sin­nvolle Restev­er­w­er­tung. 

Apps gegen Lebensmittelverschwendung

Lebensmittelverschwendung App Und Websites Helfen

Es gibt mit­tler­weile viele Web­sites und Apps, die dich im Kampf gegen Lebens­mit­telver­schwen­dung unter­stützen.

Too Good To Go

Das Prinzip dahin­ter ist ein­fach: Man meldet sich bei der App an, anschließend wer­den einem Restau­rants, Bäck­ereien und Super­märk­te in der Nähe angezeigt, bei denen man eine Reste­box kauft, die man dann kurz vor Laden­schluss abholen kann. Neben Deutsch­land sind auch Däne­mark, Frankre­ich, Nor­we­gen, Großbri­tan­nien und die Schweiz mit über 1.600 Geschäften dabei.

Abholung Restebox Too Good To Go

ResQ Club 

Das Prinzip funk­tion­iert wie bei Too Good To Go: Mit der App ResQ Club kannst du Lebens­mit­tel kaufen, die son­st in der Tonne gelandet wären. 

 Zu gut für die Tonne 

Der ulti­ma­tive Guide gegen Lebens­mit­telver­schwen­dung: Die App bein­hal­tet mit­tler­weile 550 Rezepte von Sterneköchen und promi­nen­ten Koch­pat­en wie Daniel Brühl und zeigt dir, wie leck­er eine kreative Resteküche sein kann.  Außer­dem sagt dir die App, wie du Lebens­mit­tel am besten lagerst und ihnen somit zu ein­er län­geren Halt­barkeit ver­hil­f­st. 

Ob nun Poli­tik, Land­wirtschaft oder wir Ver­brauch­er an der immensen Lebens­mit­telver­schwen­dung Schuld haben, ist let­zten Endes völ­lig egal. Lebens­mit­telver­schwen­dung kann von jedem von uns ver­hin­dert wer­den. Also: Hin­ter­frage und analysiere dein eigenes Ver­hal­ten bezüglich Lebens­mit­tel. Und am besten fängst du gle­ich damit an, ein paar der oben genan­nten Tipps umzuset­zen. Das Schöne: So sparst du nicht nur Emis­sio­nen ein, son­dern auch Geld. Denn der abge­laufene Joghurt, der vielle­icht son­st ungeöffnet im Müll gelandet wäre, schmeckt wahrschein­lich noch richtig gut. Aus der braunen, übrig geblieben Banane noch einen leck­eren Smooth­ie machen. Also: Mit ein biss­chen Kreativ­ität und Köpfchen kannst du einen wichti­gen Beitrag gegen Lebens­mit­telver­schwen­dung leis­ten. 

Was weißt du über unsere Umwelt?

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Was ist Greenwashing?

Cor­rect! Wrong!

Green­wash­ing ist eine kri­tis­che Beze­ich­nung für PR-Maßnahmen, die bewirken sollen, dass einem Unternehmen in der Öffentlichkeit ein umwelt­fre­undlich­es und ver­ant­wor­tungs­be­wusstes Image zuge­sprochen wird, ohne, dass das Unternehmen den Anforderun­gen gerecht wird.

Welches Land hat den höchsten Wasserverbrauch pro Kopf?

Cor­rect! Wrong!

In Katar wer­den pro Kopf täglich über 500 Liter ver­braucht.

Welches Produkt benötigt bei der Herstellung am meisten Wasser?

Cor­rect! Wrong!

In einem Bech­er Kaf­fee steck­en in Wirk­lichkeit 140 Liter Wass­er. So groß ist der entsprechende Wasser-Fußabdruck. Der gibt an, wie viel Wass­er für die Her­stel­lung eines Pro­duk­ts nötig ist.

Wie viele der weltweit produzierten Lebensmittel werden im Jahr weggeworfen?

Cor­rect! Wrong!

Im Jahr wer­den umgerech­net 1,3 Mil­liar­den Ton­nen Lebens­mit­tel wegge­wor­fen.

Welches Umweltsiegel ist das älteste und bekannteste in Deutschland?

Cor­rect! Wrong!

Der Blaue Engel ist seit über 40 Jahren das Umweltze­ichen der Bun­desregierung. Das unab­hängige Umwelt­siegel set­zt sich für anspruchsvolle Maßstäbe für umwelt­fre­undliche Pro­duk­te und Dien­stleis­tun­gen ein. Der Blaue Engel ist für dich eine Ori­en­tierung beim nach­halti­gen Einkauf.

Wie viele Tier- und Pflanzen-Arten sterben täglich aus?

Cor­rect! Wrong!

Nach einem Bericht der Vere­in­ten Natio­nen zur Arten­vielfalt ster­ben täglich bis zu 130 Tier- und Pflanzenarten aus.

Welche der folgenden regenerativen Energiequellen bezieht ihre Primärenergie nicht aus der Sonne?

Cor­rect! Wrong!

Geot­her­mie gehört zu den regen­er­a­tiv­en Energien. Sie beze­ich­net die in der Erd­kruste gespe­icherte Wärmeen­ergie.

Wie viele Plastiktüten verbrauchen wir in Deutschland pro Jahr?

Cor­rect! Wrong!

Es gibt Grund zur Freude: Der Ver­brauch hat von 2015 bis 2018 um 64 Prozent abgenom­men. In Deutsch­land lag der Ver­brauch im Jahr 2018 bei 2 Mil­liar­den Stück.

Welches Land hat den höchsten Fleischverbrauch pro Kopf in der EU?

Cor­rect! Wrong!

2018 hat Öster­re­ich pro Kopf jährlich etwas über 100 kg Fleisch kon­sum­iert. In Deutsch­land sind es jährlich „lediglich“ 63 kg pro Kopf.

Wie gut ist dein Nach­haltigkeitswis­sen?
Anfangssta­di­um

Dein Wis­sen über Umwelt und Nach­haltigkeit ist noch opti­mier­bar. Doch es ist noch kein Meis­ter vom Him­mel gefall­en.
Naturver­bun­den

Du leb­st bewusst und unsere Umwelt liegt dir am Herzen.
Umweltak­tivist

Wenn es um The­men wie nach­haltige Energien, Atom­ausstieg und Gletsch­er­schmelze geht, bist du ganz vorne mit dabei und willst anpack­en.

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