Traumberuf Nachhaltigkeit: CSR-Manager Benjamin Köhler

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Der Weg zum Traum­beruf ver­läuft in den sel­tensten Fällen ger­adlin­ig. Im OTTO-Azubiblog berichtet Flo­ri­an Nün­thel, ehe­ma­liger Auszu­bilden­der bei OTTO und dualer Stu­dent der FH Wedel, über seine bish­eri­gen Weichen­stel­lun­gen: Immer wieder spie­len Unsicher­heit­en und schwierige Entschei­dun­gen bei der Wahl der näch­sten Sprosse auf der Kar­ri­ereleit­er eine große Rolle. Flo­ri­an gibt unter anderem den Tipp, an sich selb­st zu glauben und, auch wenn ihr nicht genau wisst, wo eure Karriere-Reise hinge­hen soll, erst­mal über­haupt etwas anz­u­fan­gen, um her­auszufind­en, was euch liegt und woran ihr Spaß hat.

Auf­bauend auf seine Geschichte lädt Flo­ri­an zu ein­er Blog­pa­rade ein, bei der Men­schen erzählen, wie sie ihren Beruf­se­in­stieg gemeis­tert haben:

  • Warum bin ich heute da, wo ich bin?
  • In welch­er Sit­u­a­tion war ich zur richti­gen Zeit am richti­gen Ort?
  • Was kann ich anderen mit auf ihren Kar­ri­ereweg geben?

Es liegt nahe, dass sich re:BLOG jeman­den geschnappt hat, der sich das Wort Nach­haltigkeit auf die Fah­nen geschrieben hat. Ben­jamin Köh­ler ist Nach­haltigkeits­man­ag­er bei OTTO und wir haben mit ihm über seinen Kar­ri­ereweg gesprochen. Sein Tipp für Abi­turi­en­ten, Stu­di­en­an­fänger und Absol­ven­ten? Ziel­stre­big sein, aber den­noch alles auf sich zukom­men lassen!

Ben, wie lautet denn eigentlich deine offizielle Jobbeze­ich­nung?

Senior Pro­jek­tleit­er bzw. Pro­jek­t­man­ag­er in Cor­po­rate Respon­si­bil­i­ty.

Und was genau machst du den ganzen Tag?

Irgend­wie alles und nichts. Aber im pos­i­tiv­en Sinne! Der große Vorteil ist, dass ich mich inner­halb des The­mas Nach­haltigkeit mit vie­len unter­schiedlichen Facetten beschäfti­gen darf. Vom Einkauf, über den Ver­trieb bis hin zur Kun­denkom­mu­nika­tion find­et sich das The­ma in allen Bere­ichen wieder. Diese Vielfalt muss einem aber auch liegen. Man darf keine Angst haben, in viele unter­schiedliche The­men reinzus­prin­gen und sich einzuar­beit­en. Im Prinzip ist man ein Gen­er­al­ist, der über­all zum Spezial­is­ten wer­den muss. Dabei ist es aber auch enorm wichtig, zu pri­or­isieren. Entschei­dend ist es, mit den gegebe­nen Ressourcen den größten Hebel für nach­haltige Wirkungsmech­a­nis­men zu find­en.

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Was gefällt dir an deinem Job am meis­ten?

Ich mache ungern jeden Tag das Gle­iche. Wie eben beschrieben erlebe ich in mein­er Arbeit eine enorme Vielfalt und es gibt wenig Rou­tine. Auch die Art, wie man Zugänge zu ver­schiede­nen The­men find­et, erfordert immer neue Ansätze. Ger­ade diese Frei­heit, unter­schiedliche The­men zu forcieren und Entschei­dun­gen zu tre­f­fen, gefällt mir beson­ders gut.

Hat­test du früher schon einen Traum­beruf?

An einen klas­sis­chen Traum­beruf wie Astro­naut oder Feuer­wehrmann kann ich mich ehrlich gesagt nicht erin­nern. Ich habe immer schon eher alles auf mich zukom­men lassen. Ich bin zwar ziel­stre­big, habe meine Frei­heit aber immer genossen. Mein Vater war Auto­händler und meine Mut­ter in der Wer­bung. Während meines Studi­ums dachte ich noch, ich würde vielle­icht eine eigene Wer­beagen­tur grün­den.

Und was wurde daraus? Wie hat sich dein beru­flich­er Werde­gang entwick­elt?

Mit 14 Jahren habe ich ein erstes Prak­tikum in der Wer­beagen­tur mein­er Mut­ter machen dür­fen. Später habe ich ganz klas­sisch BWL studiert, allerd­ings mit Schw­er­punkt Poli­tik­wis­senschaften und Kon­sumenten­ver­hal­ten. Let­zteres ist eine Mis­chung aus Sozi­olo­gie, Psy­cholo­gie und Mar­ket­ing. Nach meinem Studi­um habe ich tat­säch­lich ca. ein Jahr in ein­er Wer­beagen­tur gear­beit­et, dann aber fest­gestellt, dass das nichts für mich ist. Anschließend war ich bei ein­er Unternehmens­ber­atung bzw. einem Mark­t­forschungsin­sti­tut, in dem ich vor allem das Ver­hal­ten von Kun­den und der Marken­bil­dung sowie Marken­führung unter­sucht habe.

Was hat dich dazu bewogen, beru­flich das The­ma Nach­haltigkeit zu ver­fol­gen?

Zu mein­er Zeit in der Wer­beagen­tur war ich zwei Jahre lang kon­se­quenter Veg­e­tari­er und wurde von eini­gen Kol­le­gen liebevoll „Ö-Köhler“ genan­nt. Ich habe sog­ar eine fleis­chfressende Pflanze geschenkt bekom­men, damit wenig­stens ein­er im Haus Fleisch isst. Später in der Mark­t­forschung habe ich mich viel damit beschäftigt, was Men­schen und Kon­sumenten über Cor­po­rate Social Respon­si­bil­i­ty denken und wie dies die Kauf­prozesse bee­in­flusst. Dann habe ich die aus­geschriebene Stelle Pro­jek­t­man­ag­er Cor­po­rate Respon­si­bil­i­ty bei OTTO ent­deckt.

Wie sieht die Real­ität im Beruf aus? Ist es anders als du es dir vorgestellt hast? Wur­dest du desil­lu­sion­iert?

Man wird nicht unbe­d­ingt mit offe­nen Armen emp­fan­gen. Nach­haltigkeit ist ein Verän­derungs­the­ma. Und alle The­men, die mit Verän­derung zu tun haben, wer­den über die Mitar­bei­t­en­den in ein Unternehmen getra­gen. Das bedeutet, dass die einzel­nen Per­so­n­en in diesem Bere­ich dazuler­nen müssen, um die Verän­derung anzus­toßen. In den let­zten 25 Jahren haben wir zwar schon große Erfolge in vie­len Bere­ich real­isiert, de fac­to ist das The­ma Nach­haltigkeit aber ger­ade erst in der Mitte der Gesellschaft angekom­men. Let­z­tendlich ist der Hebel gefragt, also die Größe der Verän­derung, die man mit seinem Han­deln bewirkt. Hier kommt wieder das Set­zen von Pri­or­itäten ins Spiel, da abge­wogen wer­den muss, welch­er Hebel die größte Wirkung ent­fal­ten kann. Aber jed­er Schritt, den wir gehen, ist ein Schritt in die richtige Rich­tung!

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Inzwis­chen gibt es viele Stu­di­engänge mit Bezug zu nach­halti­gen The­men. Was hältst du von dieser Entwick­lung?

Ich selb­st habe Nach­haltigkeit nie studiert und ich kann die uni­ver­sitäre Entwick­lung in diese Rich­tung nur gutheißen. Ich sehe da allerd­ings die Gefahr der Ent­täuschung. Das Ange­bot an aus­ge­bilde­ten Akademik­ern wird das Ange­bot an Jobs über­steigen. Jede Uni macht einen Stu­di­en­gang. Aber CR- wird als Funk­tion in Unternehmen keine Masse an Arbeit­splätzen expliz­it für CR-Manager schaf­fen. Das wer­den Stab­sstellen mit weni­gen Stellen bleiben und das ist auch richtig so, wenn CR inte­gri­ert in den jew­eili­gen Fach­bere­ichen gedacht wird.

In jedem Unternehmens­bere­ich kann und sollte Nach­haltigkeit vor­angetrieben wer­den. In Zukun­ft sehe ich den Fokus daher gar nicht so sehr in den CR-Bereichen, son­dern die Inte­gra­tion von Nach­haltigkeit in die Fach­bere­iche. Das ist meine Vision: Nach­haltigkeit in den Kern­prozessen! Wenn sich jed­er Fach­bere­ich dem The­ma annimmt, habe ich meinen Job gut gemacht und man braucht mich nicht mehr. So lautet mein Mot­to also: Mach dich über­flüs­sig!

Welche Tipps kannst du jun­gen Bewer­bern geben, die selb­st einen Beruf im Nach­haltigkeits­bere­ich anstreben?

Am Ball bleiben! In jed­er Hin­sicht. Nach­haltigkeit ist auch bei OTTO trotz viel­er toller Fortschritte immer noch ein rel­a­tiv neues The­ma. Man muss sich in viel­er­lei Hin­sicht erst etablieren und dafür braucht man Aus­dauer und Hart­näck­igkeit. Aber man wird auch belohnt und let­z­tendlich ist es nach Feier­abend immer ein gutes Gefühl, ein sehr sinnhaftes Tagew­erk geleis­tet zu haben.

Am Anfang ste­ht außer­dem die Frage, in welchem Umfeld man arbeit­en möchte: Die Arbeit in Stiftun­gen und NGOs ist sehr inter­es­sant, unter­schei­det sich aber stark von der Arbeit in Unternehmen. In einem großen Unternehmen muss ich erst­mal die Unternehmen­sprozesse und Struk­turen ver­ste­hen und dann analysieren, wo ich welchen Nach­haltigkeit­shebel anset­zen kann. Daher sind frühzeit­ige Erfahrun­gen, etwa durch Prak­ti­ka, sehr empfehlenswert. Auch in der Unternehmensgröße gibt es wieder große Unter­schiede. In kleinen und mit­tel­ständis­chen Unternehmen wird anders gear­beit­et als in Großkonz­er­nen. Es sollte geprüft wer­den, in welchem Umfeld das Arbeit­en am meis­ten Spaß bere­it­et und bere­it­en kann.

Vie­len Dank, Ben!

Mit weltweit über 50.000 Mitar­beit­ern bietet die otto group viele Kar­ri­erechan­cen, die so unter­schiedlich sind, wie die Ange­bote im Konz­ern. Für Stu­den­ten, die am Anfang ihres Studi­ums ste­hen und sich für ein Ori­en­tierung­sprak­tikum inter­essieren, gibt es einen Rat­ge­ber auf der OTTO Kar­ri­ere­seite. Die Beiträge der Blog­pa­rade wer­den später gebün­delt auf dem OTTO Azu­biblog präsen­tiert.

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Re-cycle Style von Kumiko Tani

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„So wird Müll zu Gold!”

Frank von iheartberlin war auf der Alternative Fashion Week in Berlin unterwegs. Ein Leitmotto der Berlin Alternative Fashion Week ist Inklusivität statt Exklusivität. Bedeutet: Jedermann ist willkommen und hat die Möglichkeit, neue Designer, Künstler und Gleichgesinnte kennenzulernen. Zu entdecken gibt es Stylings, die allesamt eine umweltfreundliche Materialverarbeitung als Hintergrund haben. Auch Recyclingsdesigenrin Kumiko Tani hat ihre Kollektion vorgestellt.

Kumiko Tani
© Sarah Olivier Photography
Normalerweise stöbere ich ja lieber auf Blogs mit spektakulären Natur– oder Architekturaufnahmen, aber von diesen Fashionbildern war ich stark beeindruckt. Kumiko Tani heißt die Designerin, die eine ganze Kollektion namens „Re-cycle Collection“ entworfen hat. Zu den Materialien der Kollektion gehören nicht nur…

Moin, ich bin Marie. Waschechte Hamburgerin und nordisch by nature. Hier bei OTTO halte ich für re:BLOG Ausschau nach spannenden Ideen und Menschen, coolen Eco-Outfits und berichte für euch von...

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