Laura Malina Seiler im Interview: Über Meditation und Seelenfrieden

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Laura Malina Seiler hat schon vieles gemacht: Sie hat als Artist Managerin gearbeitet, als PR-Beraterin und Personalentwicklerin. Heute ist die 31-jährige Berlinerin vor allem Coach und Expertin für Mindful Empowerment. Dieser Coaching-Ansatz setzt vor allem auf Achtsamkeit, moderne Spiritualität und mentale Stärke, um Veränderungen im Leben möglich zu machen.

Eine Grundlage, die Laura auch selber näher zu sich sebst gebracht hat und die sie jeden Sonntag bei ihrem „Spiritual Sunday“ mit ihrer Community teilt, ist die Meditation.

Liebe Laura, wie bist du eigentlich zur Meditation gekommen?

Das ist schon ganz schön lange her, ich habe damals mit der englischsprachigen App Headspace angefangen. Das waren dann immer so 10-Minuten-Meditationen. Es war schön easy erklärt und hat mir meine erste Unsicherheit genommen, denn am Anfang denkt man ja auch, man könnte einiges falsch machen. Aber ich hab auch schnell gemerkt, dass diese geleiteten Meditationen mich ein bisschen verwirren und bin dann dazu umgestiegen, alleine zu meditieren, einfach morgens für mich, so eine Viertelstunde bis 20 Minuten.

Gab es einen Grund, warum du mit dem Meditieren angefangen hast?

Das kam bei mir tatsächlich über Yoga. Ich hatte einen sehr stressigen Job als Musikmanagerin und war immer unter Strom. Das war vor viereinhalb Jahren und ich habe dann gemerkt, dass ich was machen muss, was mich runterbringt und darum hab ich mit Yoga anfangen.

Und da gab es in der Stunde so eine ganz kurze Mediations-Sequenz: hinsetzen, Augen schließen, Atem spüren. Mit dem Mantra „Let’s go“ ein- und ausatmen. Ich habe direkt in diesen kurzen drei Minuten gemerkt, dass das was mit mir macht. Also habe ich einfach nicht mehr damit aufgehört. Und dann hab ich auch schnell gemerkt, dass es mir ebenso großen Spaß macht, Meditationen anzuleiten.

Was sind die Benefits, die Meditieren mit sich bringt?

Es gibt wirklich nur Vorteile: Du bist entspannter, dein Nervensystem entspannt sich und du hast ein anderes Ventil, mit Stress umzugehen. Es hilft auch, um eine emotionale Intelligenz aufzubauen, weil du dich nicht mehr so stark mit deinen Gefühlen identifizierst und lernst, Gefühle kommen zu sehen. Du kannst wahrnehmen, dass etwas kommt und es überrascht dich nicht mehr total. Ob Wut, Traurigkeit, Eifersucht oder Anspannung – man lernt zu spüren, wenn die Emotion aufkommt und kann sich dann entscheiden, ob man sie jetzt annimmt, um sich damit auseinanderzusetzen oder sie ganz bewusst wieder gehen lässt.

Meditation verändert die Gehirnstruktur positiv, der Körper ist besser mit Sauerstoff versorgt, die Konzentration steigt. Man lernt, die Aufmerksamkeit zu halten und bei einer Sache zu lassen, was vielen Leute heutzutage durch die endlose Beschallung durch Handys und Co. oft schwer fällt.

Gerade diese Konzentration auf eine Sache ist ja für Anfänger so schwer. Man sitzt dann da und will ganz ruhig werden und ständig schieben sich die Gedanken dazwischen. Wie kann man damit umgehen?

Du machst alles richtig, wenn das so ist. Denn dann hast du diesen ersten Schritt erkannt, dass du siehst, dass Gedanken da sind. Durch Meditation fängst Du an, Gedanken wahrzunehmen, das ist eigentlich der wichtigste Schritt um reinzukommen. Nimm also die Gedanken wahr, aber erkenne auch, dass Du das Bewusstsein bist, das die Gedanken steuern kann. So kannst Du eine Distanz zu Deinen Gedanken aufbauen, was letztendlich die Quintessenz von Meditation ist: Durch den Abstand zu deinen Gedanken verbindest Du dich mit dir selbst.

Um das zu verdeutlichen, mag ich dieses Bild: Gedanken sind wie Wellen auf dem Meer, mal stürmisch, dann sind die Wellen riesengroß, mal ist alles ruhig und die Wellen klein. Das wichtige ist: Du bist nicht die Welle. Du bist das ganze Meer.

Und wie fange ich ja ganz konkret mit dem Meditieren an?

Nimm Dir einfach kurz Zeit, beginne mit drei Minuten, mache es, ohne dich selbst dabei zu bewerten. Was uns oft so fertig macht, ist unsere eigene Bewertung von dem was ist, was wir tun, was wir fühlen.

Bei der Meditation geht es nur darum, wahrzunehmen, eben ganz ohne zu bewerten. Auch danach nicht. Mal läuft die Meditation besser, mal schlechter und das ist auch ok. Nicht jedes Mal kann man die volle Klarheit finden.

Wenn du für dich alleine meditierst, wie sieht das aus?

Ich schließe die Augen und bringe meine Aufmerksamkeit erst mal zu meinem Atem, zu meiner Nasenspitze. Das braucht schon mal gute drei Minuten. Und dann bleibe ich solange es geht mit meinem Atem verbunden. Dann habe ich immer eine Dankbarkeitsroutine, ich bringe dafür meine Aufmerksamkeit in mein Herz und erinnere mich an alles, wofür ich gerade dankbar bin. Das ist eigentlich mein Lieblingspart. Danach ist meine Energiefrequenz meist recht hoch vor lauter Dankbarkeit, anschließend mache ich dann immer noch Visualisierungsarbeit, ich führe mir also meine Ziele vor Augen, das, was ich mir wünsche – und dann geht es los in den Tag.

Wie oft meditierst du?

Jeden Tag. Und ich stelle mir auch nicht die Uhr danach wie lange, sondern ich mache einfach. Das sind dann mal zehn, mal vierzig Minuten. Ich würde es auch jedem Anfänger empfehlen, sich jeden Tag wenigstens kurz die Zeit zu nehmen und wenn es nur ein paar Minuten sind. So kommt man einfach am besten rein. Dann merkst du innerhalb kürzester Zeit einen Unterschied.

Hier könnt ihr Euch zum Beispiel eine tolle 5-Minuten-Meditation von Laura runterladen.

Was du ja auch noch machst, ist ja das persönliche Coaching. Merkst du dabei, dass es Strukturen gibt, die sich immer wiederholen, so die typischen drei Probleme, die scheinbar sehr viele Leute bewegen?

Definitiv. Ein großes Thema ist auf jeden Fall Selbstwert und Selbstbewusstsein, Selbstzweifel und limitierende Glaubenssätze. Das ist meist ein zusammenhängendes Knäuel, was in den unterschiedlichsten Formen zum Ausdruck kommt.

Das zweite häufige Problem ist, dass viele Leute eine bestimmte Mission haben, aber sich noch nicht richtig trauen, sie umzusetzen bzw. nicht genau wissen, wie sie das tun sollen. Das dritte, sehr typische Thema, ist das Loslassen, also Geschehnisse aus der Vergangenheit aufzuarbeiten, die man oft seit Jahren mit sich herumschleppt.

Und hast du „typische“ Ratschläge für diese Problemfelder?

Ein guter Ansatz ist, mal im Alltag seine eigene Gedanken zu beobachten und sich bewusst zu machen wie man selber zu sich spricht. Häufig ist diese Stimme nämlich sehr gemein. Wir sind oft mir uns selbst sehr streng, aber wir können uns ganz bewusst entscheiden, ob wir diese Stimme weiterhin mitnehmen möchten oder uns doch besser von ihr trennen sollten, um eine schönere, freundlichere Stimme einzuladen. Achte auf deine Worte, achte auf deine Gedanken – denn sie schaffen deine Realität.

Wenn es Dir mal richtig schlecht geht, welche Strategien benutzt du dann für dich?

Eine ist, diese Gefühle auch mal zuzulassen, nicht so streng mit sich zu sich sein. Es ist ok, auch mal in einem Tief zu sein. Und dann ist es auch wichtig, den Grund dahinter zu erkennen und diesen zu heilen. Was ist WIRKLICH der Grund? Oft steckt nämlich was ganz anderes als der akute Auslöser dahinter. Und ich glaube, dass Krisen manchmal einfach eine große Einladung vom Leben sind, um zu wachsen und damit unsere Seele lernen kann. Krisen können sehr hilf- und lehrreich sein, wenn der erste Schock, die erste Traurigkeit vorbei ist.

Was immer hilft, sind Atemübungen, das Bewusstsein in den Körper zu bringen, weg von den Gedanken. Sport machen, Yoga machen, schwimmen, rausgehen und die Natur erleben. Oft ist das Problem, dass es immer diesen kleinen Anteil in uns gibt, der es ganz geil findet, im Tief zu sein, sich ein bisschen im Selbstmitleid zu suhlen.

Es ist wichtig dann zu sagen: „Ok, du bekommst deinen Tag, aber dann geht es auch weiter“.

Letzte Frage: Welche drei Bücher legst du den Menschen gern an Herz?

  • Gespräche mit Gott – Donald Walsch
  • Die vier Versprechen – Don Miguel Ruiz
  • Die sieben Gesetze des Erfolgs – Deepak Chobra

 

Und hier noch ein Buchtipp von mir, wenn ihr mehr von Laura erfahren und von ihr lernen möchtet: Ihr Buch „Mögest Du glücklich sein“, das dir mit Coaching-Übungen, Meditationen und Geschichten hilft, Blockaden und Ängste zu überwinden, emotionale Schmerzen zu heilen und Dich mit deinem Higher Self zu verbinden.

Liebe Laura, danke für das Gespräch.

 

 

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Ich bin Henrietta und ich bin Nachhaltigkeits-Anfängerin. Nicht, dass ich früher Müll in die Natur geschmissen hätte, stundenlang mit dem Auto um den Block gefahren wäre oder kiloweise Billigfleisch gegessen...

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