Helden des Alltags: Fairbags

| von 

Upcycling: alten Dingen eine zweite Chance geben und ihnen neues Leben einhauchen. Diesem Nachhaltigkeits-Trend folgt auch Fairbag, ein junges Unternehmen aus Schwäbisch Hall. Hier werden Rucksäcke und Taschen in den unterschiedlichsten Formen und Größen hergestellt, von der Clutch bis zum Laptop Case – und das aus einem ungewöhnlichen Material: Die Fairbags bestehen aus alten Drucktüchern, die beim Offsetdruck benutzt werden, um die Farbe von der Druckplatte auf den zu bedruckenden Stoff zu bringen.

So ist jede Fairbag ganz individuell und zum Teil mit den unterschiedlichsten Mustern und Druckspuren versehen. Wichtig dabei: Alle Materialien – vom Grundstoff bis zu Zusatzmaterialien –  sind aus Deutschland und zu größten Teilen direkt aus der Region, sodass keine langen Transportwege entstehen. Außerdem sind die Taschen zu 100 Prozent fairtrade und vegan.

Soziale Nachhaltigkeit bei Fairbag

Nun gibt das Unternehmen aber nicht nur alten Drucktüchern eine Möglichkeit, sich neu zu beweisen, sondern auch ihren Mitarbeitern. Die Menschen, die bei Fairbag arbeiten, haben zum Teil einen schweren Weg hinter sich, sind lange arbeitslos gewesen, leiden unter körperlichen oder geistigen Einschränkungen, haben keinen Schulabschluss oder kommen aus einer jahrelangen Isolation. Auch ältere Menschen, die auf dem Arbeitsmarkt Probleme haben oder Mitarbeiter mit Migrationshintergrund sind hier willkommen. „Wir sind Menschen mit und ohne Handicaps. Aber genau wie bei unseren Taschen hat das Leben seine Spuren hinterlassen“, erklärt das Unternehmen seine Philosophie. Wer hier anfängt, darf auch Schwächen haben. Und so bilden bei Fairbag die unterschiedlichsten Charaktere ein bunt gemischtes Team, das gemeinsam Taschen herstellt, die ebensolche tollen Unikate sind wie die Mitarbeiter selbst.

Ich bin Henrietta und ich bin Nachhaltigkeits-Anfängerin. Nicht, dass ich früher Müll in die Natur geschmissen hätte, stundenlang mit dem Auto um den Block gefahren wäre oder kiloweise Billigfleisch gegessen hätte. Doch erst seit wenigen Jahren denke ich WIRKLICH darüber nach, welchen Einfluss mein Handeln auf meine Umwelt, aber auch auf mich selber hat. Das ist mal erschreckend, mal überraschend, mal sehr erfreulich, aber vor allem immer super spannend - weil man immer wieder etwas über sich und seine jahrelang angeeigneten Stärken und Schwächen lernt. Ich bin mit Sicherheit noch weit davon entfernt, ein Pionier der Nachhaltigkeit zu werden, aber ich habe für mich beschlossen, im Kleinen anzufangen. Keine Verbote, keine Prämissen - sondern einfach step by step ein bisschen nachhaltiger werden. Ohne Druck, dafür mit Spaß.

Keine Kommentare vorhanden

Kommentar schreiben: Werde aktiv und rede mit!