Garten ohne Gift: 7 Hausmittel gegen Unkraut

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Den Garten nach­haltig von Unkraut befreien? Es gibt tolle, natür­liche Haus­mit­tel gegen Unkraut, die du pri­ma selb­st anwen­den kannst. Wir zeigen dir, was hil­ft und wie du die chemiefreien Unkrautver­nichter anwendest.

Unkraut vernichten mit Haumitteln

Unkraut stört meist nur unsere Ästhetik, aber es gibt auch giftiges Unkraut oder Unkraut, das sich so schnell und stark ver­mehrt, dass es anderen Pflanzen sprich­wörtlich die Luft zum Atmen raubt. Die Pflanzen, die wir eigentlich in unserem Garten haben wollen, gehen dann ein­fach ein. Um das zu ver­hin­dern und trotz­dem nicht radikal mit der Chemiekeule vorzuge­hen, kannst du viele Haus­mit­tel gegen Unkraut ver­wen­den. Das schont die Umwelt und ist deut­lich nach­haltiger als Unkrautver­nichter aus dem Bau­markt oder dem Gartencenter.

Warum auf konventionelle Unkrautmittel verzichten?

Unkraut aus Beet entfernen

Schon ihre Namen klin­gen gar nicht gut: Gier­sch, Kriechen­der Hah­nen­fuß, Zinnkraut, Brennnes­sel, Vogelmiere … So heißen Pflanzen, die als Unkraut gel­ten. Obwohl sie auch nur Grünzeug sind, machen sie sich in rasender Geschwindigkeit im Garten bre­it und haben das Poten­zial, alles zu über­wuch­ern, was wir wach­sen und ranken lassen möcht­en. Wenn es um Unkrautver­nich­tung geht, wer­fen wir unsere Ide­ale vom nach­halti­gen Garten ohne Gift schnell mal über Bord. Doch jede Chemikalie, die das Unkraut ver­nichtet, ver­nichtet auch anderes Leben im Garten. Ins­beson­dere auf glyphosathaltige Mit­tel sollte verzichtet wer­den. Der Ein­satz ist im pri­vat­en Schre­ber­garten oder Garten zwar nicht grund­sät­zlich ver­boten, aber die Chemikalien kön­nen alles, was drumherum wächst, kreucht und fleucht, schädi­gen sowie Gewäss­er belas­ten. Und mal ehrlich: Wenn wir schon unsere Möhrchen selb­st anbauen, wollen wir doch im sicheren Bewusst­sein hinein­beißen kön­nen, dass keine Gift­stoffe drauf oder drin stecken.

Und auf ver­siegel­ten Flächen wie Gehwe­gen, Ter­rassen und Ein­fahrten dür­fen generell keine chemis­chen Unkrautver­nichter einge­set­zt wer­den. Wer kleine Kinder hat, die selb­st Erde mal pro­bieren möcht­en, über­legt sich sowieso gründlich den Ein­satz solch­er Gift­stoffe. Dabei sind diese Stoffe gar nicht notwendig. Es gibt natür­liche Haus­mit­tel, die Unkraut effek­tiv ver­nicht­en. Zu ihnen gehören Essig, Brennnes­sel­jauche sowie kochen­des Wass­er. Wir erk­lären, wie und wo diese unter­schiedlichen Haus­mit­tel gegen Unkraut erfol­gre­ich einzuset­zen sind.

Werkzeuge und Geräte, um Rücken- und Knieschmerzen vorzubeugen 

Das richtige Werkzeug zum Unkrautjaeten

Wer das Unkraut eigen­händig ohne Chemie bekämpfen will, braucht Aus­dauer und muss sich auf regelmäßi­gen Ein­satz ein­stellen. Um Rück­en­schmerzen beim klas­sis­chen Unkrautjäten durch das ständi­ge Bück­en vorzubeu­gen, sollte man generell immer bere­it sein, auf die Knie zu gehen: Eine derbe, die Knie schützende Arbeit­shose ist also sehr hil­fre­ich, ggf. sind sog­ar Kni­eschützer zum Beispiel vom Inline­fahren prak­tisch. Wer keine Kni­eschützer hat, legt sich ein Sitzkissen unter die Knie. Unkraut­bren­ner sind sehr rück­en­scho­nend, da die unlieb­samen Wucherpflanzen im Ste­hen ent­fer­nt wer­den kön­nen. Diese Abflam­mgeräte, die Unkraut zuver­läs­sig zum Beispiel in Fugen ent­fer­nen, arbeit­en entwed­er mit Gas, Heißluft oder elek­trisch. Die Form erin­nert an einen Geh­stock oder einen Staub­sauger, aber in jedem Fall heißt es: Tschüss Bück­en, adios Unkraut. Mit Hitze Unkraut zu ent­fer­nen, ver­langt natür­lich Vor­sicht und Geschick­lichkeit. Beim Jäten sollte auf Harken und Spat­en mit langem Stiel, vielle­icht sog­ar mit Teleskop­stiel geachtet wer­den, wenn ver­schieden große Men­schen damit dem Unkraut zu Leibe rück­en. Eine Sack- oder Schubkarre erle­ichtert den Rück­en scho­nen­den Abtrans­port des Unkrauts. Beim abschließen­den Wässern des Beetes sollte eine Gießkanne benutzt wer­den, die bei­d­händig greif­bar ist. So wird der Rück­en nicht ein­seit­ig belastet.

Hier find­est du das richtige Werkzeug zum Unkraut jäten: 

7 Hausmittel gegen Unkraut

Unkraut vernichten Hausmittel

Kom­men wir zum Kern der Sache: unseren Haus­mit­teln gegen Unkraut. Nicht alle sind für jede Sit­u­a­tion geeignet, doch unser klein­er Rat­ge­ber in Sachen Unkrautver­nich­tung klärt darü­ber auf, wann und wo der Ein­satz sin­nvoll ist.

Unkraut mit heissem Wasser vernichten

1. Unkraut mit kochen­dem Wass­er ent­fer­nen 

Wass­er ist eines der bewährtesten Haus­mit­tel zur Unkrautver­nich­tung, genauer: kochen­des Wass­er. Effek­tiv kann Unkraut zum Beispiel mit Kartoffel- oder Nudel­wass­er bekämpft wer­den. Das heiße, am besten sprudel­nd kochende Wass­er über das Unkraut gießen. Es zer­stört die Zell­struk­tur der Pflanze und sorgt bei mehrma­liger Anwen­dung sog­ar zum Abster­ben des Unkrauts. Auch Hochdruck­reiniger arbeit­en teil­weise mit heißem Wass­er, um uner­wün­schte Pflanzen zu zer­stören. Der Vorteil dieser Geräte: Sie kön­nen sehr gezielt Unkraut ver­nicht­en und so die Pflanzen drumherum schützen.

2. Brennnes­sel­jauche zur Unkrautver­nich­tung 

Die Ameisen­säure in den Brennnes­seln ist nicht nur auf men­schlich­er Haut unan­genehm, auch Pflanzen reagieren auf sie äußerst aller­gisch. Ein aus Brennnes­seln hergestell­ter Sud gezielt über den Unkraut­be­wuchs gegossen, sorgt in regelmäßiger Anwen­dung für die Aus­rot­tung der unge­bete­nen Gäste. Brennnes­sel­jauche her­stellen geht so: Etwa ein Kilo Brennnes­seln sam­meln und zer­hack­en und in einem Eimer mit zehn Litern Wass­er übergießen. Effek­tiv­er ist ein Heißwasser­sud, deshalb wenn möglich aufgekocht­es Wass­er ver­wen­den. Den Sud zwölf bis 24 Stunden zugedeckt ziehen lassen und dann erst­ma­lig über die Pflanzen gießen oder, in eine Sprüh­flasche gefüllt, das Unkraut damit besprühen. Ver­wen­d­est du dieses Haus­mit­tel gegen Unkraut, soll­test du unbe­d­ingt Hand­schuhe tra­gen, um deine Haut gegen die Brennnes­sel­jauche zu schützen. Geht trotz­dem mal etwas daneben, die entsprechende Stelle mit milder Seife und lauwarmem Wass­er waschen.

Bodendecker gegen Unkraut

3. Boden­deck­er gegen Unkraut 

Eigentlich ist es ganz logisch: Dort, wo soge­nan­nte Boden­deck­er die Erde überziehen, hat Unkraut keinen Platz zum Wach­sen. Die dichte Pflanzen­decke ver­hin­dert die Ansiedelung uner­wün­schter Gäste und wenn sie schon da sind, find­en sie kein Licht mehr für die Foto­syn­these. Sträuch­er, Stau­den und Klet­terpflanzen sind geeignet, diese Schutz­funk­tion vor Unkraut zu übernehmen. Beson­ders effek­tiv sind Gold­erd­beeren, Teppich-Knöterich und Elfen­blu­men. Ein natür­lich­es und hüb­sches Haus­mit­tel gegen Unkraut, ganz ohne es aggres­siv zu vernichten.

4. Durch Mulchen Unkraut vernichten

Eine Schicht aus Mulch kann eine ähn­lich „erstick­ende“ Wirkung auf Unkraut haben wie die Boden­deck­er. Rinden­mulch, Mulch aus Stroh, Hecken- oder Rasen­schnitt hil­ft zwar gegen Unkraut, der Ein­satz muss aber gut über­legt sein. Viele Hob­bygärt­ner vergessen, ihre Beete vor dem Mulchen zu dün­gen. Das Mulch­ma­te­r­i­al wird näm­lich peu à peu von kleinen Boden­le­be­we­sen zer­set­zt und dazu benöti­gen diese Mikroor­gan­is­men Stick­stoff. Diesen Stick­stoff entziehen sie dem Boden und der fehlt dann jenen Pflanzen, die wir müh­sam zum Wach­sen brin­gen möcht­en. Sie gedei­hen nicht mehr richtig und bekom­men oft sog­ar gelbe Blät­ter. Es sollte also darauf geachtet wer­den, den Mulch beim Auf­tra­gen nicht mit der darunter liegen­den Erde zu ver­mis­chen und hin und wieder Mist aufzu­tra­gen, um die Pflanzen mit Stick­stoff zu ver­sor­gen. Wichtig ist auch, nicht zu dünn zu mulchen, denn son­st wächst das Unkraut ein­fach durch die Mulchschicht hin­durch. Emp­fohlen wird deshalb eine Dicke von min­destens zehn Zentimetern.

Unkraut jaeten

5. Unkraut vor­beu­gen und ver­nicht­en durch Jäten

Bei fast allen bish­er aufgezählten Haus­mit­teln gegen Unkraut gibt es ein „aber“ zu berück­sichti­gen. Beim Jäten gilt das nicht. Okay, es ist anstren­gend, aber wer will denn nicht im eige­nen Garten ein biss­chen schuften, um später die süßen Früchte zu ern­ten? Das Übel bei der Wurzel pack­en gilt übri­gens auch fürs Jäten: Die uner­wün­scht­en Pflanzen soll­ten früh, gründlich und immer wieder ent­fer­nt wer­den. Am besten jätet es sich nach einem Regen­guss, dann ist der Boden weich und lock­er. Grub­ber und Hacke sind die besten Helfer, um Same­nunkraut und junges Wurzelunkraut zu bekämpfen. Damit lock­erst du die ober­ste Boden­schicht, pflückst das gelöste Unkraut ein­fach ab und sam­melst es ein. Aus­gewach­senes Unkraut mit Wurzeln muss aus­ge­graben wer­den, damit der Wurzel­stock (Der Fach­be­griff für Wurzel­stock ist Rhi­zom.) voll­ständig erwis­cht wird und nichts im Boden zurück­bleibt, was neu aus­treiben kann.

6. Unkrautvlies verlegen

Kein klas­sis­ches Haus­mit­tel aber eine umweltscho­nende Vari­ante des Unkraut Abblock­ens ohne Chemie, sind Unkrautvliese. Diese UV-beständigen Kun­st­stoff­folien kom­men ohne Weich­mach­er und Gift­stoffe aus und wer­den unter dem Beet ver­legt. Sie hal­ten mehrere Jahre, sind wasser- und nährstoff­durch­läs­sig und wer­den von der Rolle mit der Schere passend zugeschnit­ten. Die Vliese sind in unter­schiedlichen Stärken für unter­schiedliche Ein­satzge­bi­ete gegen Unkraut erhältlich. Die dün­neren Vari­anten sind für Gemüse- und Blu­men­beete geeignet, die dick­eren wer­den unter Kies oder Ste­ingärten ver­wen­det. Etwas rabi­ater als das Unkrautvlies ist das Ver­legen ein­er schwarzen Plane. Unter ihr ster­ben alle Pflanzen ab. Diese Meth­ode eignet sich nur, wenn große Flächen kom­plett von Unkraut befre­it und neu bepflanzt wer­den sollen.

Unkrautvlies kannst du hier kaufen:

Unkraut in Fugen und Steinplatten entfernen

7. Unkraut aus Fugen kratzen und bürsten 

Last but not least wollen wir hier noch auf eine Spezial­vari­ante des Jätens einge­hen: das Ent­fer­nen von Unkraut aus Fugen zwis­chen Gehweg- oder Ter­rassen­plat­ten und Steinen. Wer da mit eige­nen Hän­den ran will, greift am besten zu Fugenkratzer und Draht­bürste. Diese Meth­ode ist max­i­mal umweltscho­nend aber auch zeitaufwendig und mühsam.

Lieber nicht verwenden: Essig, Zitronensäure und Co. 

Essig und Zitronensaeure gegen Unkraut

Essig, Salz, Natron/Backpulver: Sie gel­ten als klas­sis­che Haus­mit­tel gegen Unkraut. Ihre Wirkung ist zwar effek­tiv, aber wie bei glyphosathalti­gen Mit­teln ist auch hier zu bedenken, dass sie die Pflanzen angreifen, die um das Unkraut herum wach­sen. Wie bei chemis­chen Unkrautver­nichtern ist bei Essig, Zitro­nen­säure und Co. der Ein­satz auf befes­tigten Flächen unter­sagt, da sie beim Reini­gen dieser Flächen an den Rand gespült und ins Grund­wass­er gelan­gen kön­nen. Unkraut­ent­fer­nen mit Essig oder anderen Säuren schadet also den restlichen Pflanzen in der näheren Umge­bung und ver­schlechtert außer­dem die Qual­ität des Grund­wassers. Darum lieber auf diese Haus­mit­tel gegen Unkraut verzichten.

Fazit: Unkraut vernichten mit Hausmitteln

Wirksame Hausmittel gegen Unkraut

Wer wirk­lich nach­haltig gärt­nern will, kommt um den kör­per­lichen Ein­satz beim Jäten nicht herum. Und es han­delt sich dabei auch nicht um ein­ma­lige Übun­gen, son­dern um regelmäßige Unkrautvernichtungs-Einsätze. Die Haus­mit­tel wie kochen­des Wass­er, Mulchen mit Stroh, Boden­deck­er und Co. sind auch nur dann wirk­lich effek­tiv, wenn man dran­bleibt, beobachtet und gegebe­nen­falls nach­legt. Doch dafür bleiben die Pflanzen und Tiere um das Unkraut herum unbeschadet. Das alles ist bei chemis­chen Mit­teln bzw. Haus­mit­teln gegen Unkraut wie Essig, Zitro­nen­säure oder Salz nicht sich­er gewährleis­tet. Vorteil der umweltscho­nen­den Ein­satzbere­itschaft im eige­nen Garten: Man sieht und genießt direkt, wofür man gear­beit­et hat.

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