Ananas-Spüli und Sandstrände: 5 grüne Tipps für Thailand

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Thailand kann mehr als Massentourismus. Punkt. Nach wenigen Wochen in diesem Land kann ich das mit Überzeugung verkünden. An einigen Orten begegnen uns natürlich auch die Klischees: Touristen mit dicken Bäuchen, die auf der Khao San Road, Bangkoks Backpackerstraße, morgens schon ihr erstes Bier trinken. Nach einigen Wochen hier weiß ich aber: Wer Thailand darauf reduziert, tut dem Land Unrecht. Jeder Tourist hat hier die Wahl. Hier sind meine fünf Tipps für eine grüne Thailand-Reise.

Reisetipp Nummer 1: Taucht ein in die Geschichte der Elefanten in Thailand

Arbeitselefant – allein der Begriff sorgt erstmal für ein Stirnrunzeln. Elefanten im Tourismus? Die Stirn runzelt sich noch mehr. Tierschutz ist ein Problem, auch in exotischen Ländern. Vor allem sobald es um Tiere im Tourismus geht. Viel zu oft werden sie ausgebeutet. Schrecklich. Deswegen habe ich mir ein Elefantenprojekt in Thailand rausgesucht, das andere Wege geht. Elefanten sind aus diesem Land nicht wegzudenken. Sie haben eine lange Tradition. Besonders die Arbeitselefanten. Sie werden schon seit Urzeiten beim Tempelbau oder auch in der Holzindustrie als Nutztiere eingesetzt. Und auch in der buddhistischen Religion spielt der Elefant eine große Rolle. Der Lebensraum, auch für den nicht-domestizierten Elefanten, wird immer kleiner. In Thailand gibt es heute nur noch ca. 4000–5000 Elefanten – die eine Hälfte lebt in Nationalparks, die andere Hälfte sind Arbeitselefanten.

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Die Rodung des Dschungels wurde 1989 im Sinne des Umweltschutzes verboten. Ein Glück! Trotzdem haben es besonders die ausgebildeten Arbeitselefanten schwer. Ihre Besitzer und sie sind arbeitslos geworden. Viele Elefanten werden in den Tourismushochburgen rücksichtslos behandelt. Die aktuellen Diskussionen und Schlagzeilen sind bekannt. Wir müssen darüber sprechen und es liegt vor allem an uns Touristen etwas daran zu ändern. Denn wir entscheiden, wen oder was wir mit unserem Geld unterstützen. Die Ausbeuter oder die Guten. Denn es geht auch anders.

Um genau über diese Problematik aufzuklären, ausgesonderte Arbeitselefanten artgerecht zu halten und den Asiatischen Elefanten vor dem Aussterben zu bewahren, gründete Bodo Förster ein Projekt in der Nähe von Chiang Mai: Elephant Special Tours und die Tong-Bai Foundation, die sich dafür einsetzt, Arbeitselefanten würdige Lebensbedingungen zu bieten.

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Anders als in den meisten Camps darf man bei ihm nicht einfach so ein paar Stunden vorbeikommen und Elefanten reiten. Wir müssen mindestens drei Tage kommen und lernen, Elefanten zu pflegen und zu reiten. Die Tiere haben ein riesiges Areal und werden in der Herde gehalten. Elefanten sind Familientiere, sie haben enge Bindungen. Zu jedem Elefanten gibt es eine Geschichte. Manche sind aufgekauft, manche sind aus seiner eigenen Zucht. So will er den Mahuts, den traditionellen Elefantentrainern, zeigen, dass man die Elefanten auch mit Liebe und Geduld trainieren kann.

„Das ist Saliya, dein Elefant. Rede mit ihr“, sagt Bodo. Und: „Vertrau den Elefanten, dann werden sie auch dir vertrauen“. Ich sitze da und während ich noch überlege, was ich der Elefantendame erzählen soll, bewegt sie schon ihren Rüssel zu mir. Ich erzähle Saliya von unserer Reise, davon, wie sehr ich mich freue sie kennenzulernen und sie schnuppert mit ihrem Rüssel an mir. Dann dürfen wir endlich reiten. Saliya senkt den Kopf und ich hüpfe Richtung Nacken. Dann erhebt sie sich wieder und läuft mit langsamen wiegenden Schritten los. Ich klemme meine Beine zwischen ihre Ohren und kurz bevor ich endgültig entspanne zeigt sie mir ihre Lieblingsbeschäftigung: Duschen! Fröhlich quiekend spritzt sie sich und mich voll mit Wasser und Schlamm. Nach drei Tagen verlassen wir Saliya und Thailands Norden schweren Herzens und machen uns per Zug auf den Weg in den Süden, um etwas kleinere Tiere zu besuchen.

Reisetipp Nummer 2: Castaway

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Aber vorher entführe euch noch auf eine kleine Insel. Wir sind Robinson Crusoe für ein paar Tage, nur ohne Freitag. Auf der Insel Koh Munnork. Eine Privatinsel mit nur einem Resort etwa zwei Stunden von Bangkok entfernt. Das Leben dort ist zeitlos. Jeder Tag ist wie Wochenende. Der Strand vor unserem Cottage reflektiert das Sonnenlicht, das Wasser liegt wie Glas vor uns. Wir müssen uns im Outdoor-Restaurant nur entscheiden, ob wir Bio-Curry, Biogemüse oder doch lieber regionalen Fisch essen wollen. Ansonsten gibt es nur Nichtstun. Das ist echte Entschleunigung, denke ich, während ich die unberührte Natur um mich herum betrachte.

Reisetipp Nummer 3: Getaway

Nach drei Tagen brechen wir wieder auf. Entschleunigt. Per Boot. Der Wind weht uns um die Nasen, während das Langboot leise tuckernd in einen Meeresarm einbiegt. Vorbei an Mangrovenwäldern und einsamen Hütten. Plötzlich öffnet sich der Blick auf mehrere Holzhütten. Bann Makok.

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Ein ehemaliges Fischerhaus. Alles an diesem Resort ist Vintage. Es ist komplett aus Recyclingholz. Jedes Zimmer ist wie eine alte Fischerhütte mit Terrasse und offenem Bad. Die Dielen knarzen unter unseren Füßen, die Stoffbahnen des Himmelbettes wehen leise im Wind. Versorgt wird das Fischerhaus mit hauseigenem Ökostrom aus Sonnenenergie. Um Strom zu sparen, läuft die Klimaanlage nur nachts. Der Schutz der Mangrovenwälder ist den Hotelbesitzern wichtiger als die Gewinnmaximierung.

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Reisetipp Nummer 4: Luxuriös mit Ananasspüli

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Unsere nächste Station ist weniger ursprünglich. Tongsai Bay ist das erste ökologische Luxushotel der Insel Koh Samui. Wir sind beeindruckt von der ökologischen Detailliebe. Sogar das Putzmittel stellt das Hotel selbst her. Aus vergorenen Früchten, Zucker und Backpulver wird mit Hilfe von Mikroorganismen Ananasspüli und Bilimbi-Kloputzmittel. Kein Baum wird hier gefällt. Die Architektur muss sich an die Natur anpassen, nicht umgekehrt.

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Reisetipp Nummer 5: Findet Nemo im Pimalai

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Unser letzter Halt in Thailand ist Koh Lanta. Affen schwingen sich vorbei und vergnügen sich auf dem Dach unserer kleinen Villa. Damit wären wir bei den kleineren Tieren angekommen. Das Pimalai siedelt Nemo seit Jahren auf einer unbewohnten Nachbarinsel mühsam wieder an. Die Clownfische sind in der Wildnis vom Aussterben bedroht. Spätestens seit dem Kinofilm „Findet Nemo“ sind sie so beliebt als Haustiere, dass sie in Massen aus dem Meer gefischt und in Plastiktüten auf den Märkten verkauft werden. Jedes Jahr entlässt das Resort mehrere Nemo-Familien ins Meer.

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Wir dürfen die Fischherde in der Aufzuchtstation besuchen und lernen, dass Clownfische im Familienverband leben. Sie brauchen Ruhe, eine Seeanemone und viel Platz. Nicht gerade das, was man ihnen im Aquarium zu Hause bieten kann. Wir lernen auch, dass es mühsam ist die Clownfische wieder anzusiedeln. Jedes Jahr schafft es nur etwa ein Zehntel der ausgesetzten Fische zu überleben.

Es ist viel zu leicht, in die Natur einzugreifen, denke ich, während ich die putzigen kleinen Fische betrachte – und viel zu schwer, die Natur in ihren Ursprungszustand zurückzuversetzen. Deswegen sollten wir schnell lernen, sorgsam mit der Natur umzugehen. Denn wir könnten ohne sie nicht existieren, ohne uns aber könnte die Natur sehr gut leben.

Schottland: Mit Muskelkraft um die Isle of Skye

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Hoch im Nordwesten der britischen Inseln liegt die zerklüftete Isle of Skye: „Eilean a' Cheó“ – Insel des Nebels. Der Nebel hält sich aber nie lange auf diesem 80 Kilometer langen Stück Natur, denn es ragt direkt in den windigen Atlantik hinein. Aber mit tief eingeschnittenen Buchten und geschützten Küstenstreifen ist dieses Fleckchen Erde ideal fürs Seekajaken. Zwei Wochen unterwegs mit purer Muskelkraft, mit Robben und Kormoranen, Schweinswalen und sehr viel Wildnis gar nicht weit weg von der Zivilisation. Und nach der Reise die vielen Bilder und Eindrücke langsam verblassen lassen? Nein – diese Tour wurde anschließend zu meinem ersten…

Hi, ihr Lieben! Mein Name ist Petra und ich blogge auf „Hollightly“ über Fashion, Design und grünen Lifestyle. Ich bin bekennendes Modemädchen mit Hang zu schönen Dingen und überzeugt davon,...

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