Griechischer Frühling auf Euböa: Heiße Quellen und einsame Buchten

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Jetzt ist der Winter lang genug. Höchste Zeit für etwas Frühlingsluft. In Griechenland grünt und blüht es schon, etwa auf der Insel Euböa. Sie ist noch ein Geheimtipp.

Es dampft und raucht aus den Felsen und sogar den Gullis. Dunstschwaden ziehen über die Straße. Hier müssen sie also sein. Im Norden hat die Insel Euböa einen besonderen Schatz – heiße Quellen treten aus der Erde und sorgen für Badevergnügen bei fast jedem Wetter. Gut, dass ich den Bikini dabeihabe. Schnell hinein in den natürlichen Felsenpool, das Wasser soll zudem bei Hautkrankheiten und Gelenkproblemen heilsam wirken. Herrlich warm ist es, es hat etwa 37 Grad. Und zu meinen Füßen brechen sich die Wellen des Meeres. Naturromantik pur.

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Naturwunder auf Euböa

Die Quellen Loutra Edipsou sind nicht das einzige Naturwunder der Insel. Miltiades Chelmis hat eine weitere Laune der Natur direkt vor seiner Haustür: In Chalkida, dem Hauptdort Euböas, wechselt das Meerwasser alle sechs Stunden seine Fließrichtung. „Heute Nacht gegen ein Uhr wird es so weit sein“, verrät der Hotelbesitzer. Also auf den Balkon setzen und aufs Meer schauen. Das Wasser zieht sich tatsächlich zunächst langsam zurück, viele kleine Strömungen entstehen, bevor es in der anderen Richtung fließt. Schon Aristoteles, der auf der Insel gelebt hat, rätselte über Gründe für das wechselnde Wasser. Heute haben Forscher es herausgefunden: Meerenge, die besondere Form, der schmalen, langen Insel und Ebbe und Flut in der Bucht erschaffen dieses weltweit einzigartige Phänomen.

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Idyllische Wasserfälle

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Chalkida ist Hauptort der Insel und guter Ausgangspunkt für Erkundungstouren. Etwa in den Norden, in dem die Pinienwälder duftend grün leuchten und herrliche Wandertouren versprechen, wie zum Wasserfall von Drymonas. Nicht nur das stürzende Wasser ist malerisch, die ganze Landschaft hier scheint verwunschen. Viele Bäume haben Löcher zum Hindurchgehen oder dicke Stämme, die sich wie Liegen ausbreiten. Und dann diese vielen kleinen Steinbecken voller Wasser. Ich will gerade die Schuhe ausziehen und meine Füße hineinhalten, als ich aus dem Augenwinkel eine Schlange weghuschen sehe. Auch wenn sie nicht giftig war, die Wanderschuhe behalte ich nun lieber an.

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Geheimtipp in Griechenland

Auf dem Rückweg halte ich in einem der kleinen Dörfer an und trinke einen griechischen Mokka auf dem Marktplatz, gesellig mit den alten Herren, die sich hier zusammengefunden haben. Hier in den Bergen ist die Zeit stehen geblieben und das Leben geht ganz gemächlich zu. Den Grund dafür verrät uns später eine Griechin: „Euböa ist touristisch noch fast unerschlossen, weil wir so lange Zeit kommunistisch waren. Erst in den vergangenen Jahren beginnen wir, uns touristisch zu entwickeln.“ Also noch ein wirklicher Geheimtipp, obwohl sie die zweitgrößte griechische Insel ist. Die Griechin lädt mich übrigens später noch ein, mit ihr gemeinsam zu kochen – Schmalzgebäck, Loukoumades, herrlich klebrig und süß, aber vegan.

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So mag ich Urlaub, wenn man schnell mit den Einheimischen in Kontakt kommt und auf viele unverbaute Buchten stößt. Die Strände bleiben selbst im Hochsommer fast menschenleer, manche sogar mit feinem, weißen Sand anstatt den typisch griechischen Kieseln. Es gibt hier noch so viel zu entdecken – versteinerte Wälder, Pilzfarmen und dann dieses Essen – ich muss wohl noch mal wiederkommen.

Tipps für Euböa

Hinkommen: Viele Fluglinien fliegen Athen an, von dort aus sind es eineinhalb Stunden mit dem Auto nach Chalkida, Busse fahren auch regelmäßig.

Übernachten lässt es sich gut in Chalkida, das Hotel Lucy liegt direkt an der Promenade. Es bietet einen hervorragenden Blick auf das wechselnde Wasser. Viele Privatleute bieten Zimmer und Appartements überall auf der Insel an.

Mehr Informationen über die Insel gibt es beim griechischen Fremdenverkehrsamt.

 

 

Hallo, ich bin Andrea - und ich reise gerne. Keine Reise hat mich nachhaltiger beeindruckt als mein Aufenthalt in der Mongolei, von dem ich Euch hier auch erzähle. Doch es muss nicht immer die Ferne sein, sondern oftmal überrascht mich das ganz Nahe mehr. Sei es bei der Vogelbeobachtung an der Nordsee oder beim Paddeln an der Elbe. Ich mag naturnahes Leben und bin gerne draußen, davon erzähle ich Euch nicht nur auf diesem Blog, sondern auch auf meinem eigenen Blog: unter www.indigo-blau.de findet Ihr mehr Geschichten und Tipps rund ums Reisen und Nachhaltig leben. Ich bin übrigens Journalistin, Mutter zweier Kinder und arbeite zudem als Tierheilpraktikerin.

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