Green Wedding: Nachhaltig heiraten und feiern

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Love is in the air – in meinem Fre­un­deskreis wird tüchtig geheiratet, auch ich bin seit einem guten Monat unter der Haube. Alle gehen dabei ganz unter­schiedlich vor: Gefeiert wird im kle­in­sten Kreise, in Form ein­er großen Garten­par­ty, ein urbaner Tan­z­abend oder ganz edel in einem Schloßhof. Das ist let­zten Endes eine Geschmacks- und Bud­get­frage. Wir haben lange hin und her über­legt und uns schließlich für die urbane Vari­ante entsch­ieden. Aber auch in Sachen Nach­haltigkeit kann man einiges beacht­en. Hier kom­men einige Anre­gun­gen. Wichtig­ste Regel: Macht euch nicht ver­rückt – in allen Bere­ichen eine grüne Hochzeit zu feiern, ist gar nicht so ein­fach, aber Teil­bere­iche lassen sich gewiss immer umsetzen.

Der richtige Rahmen: Location

Es ist wohl schwierig, darauf zu beste­hen, dass die Loca­tion Ökostrom hat und selb­st in allen Bere­ichen möglichst nach­haltig arbeit­et. Für einige ist vielle­icht ein Bio-Bauernhof die richtige Wahl, anson­sten kann man aber auch bei „kon­ven­tionellen“ Loca­tions darauf acht­en, dass beispiel­sweise die Getränke bio sind und möglichst wenig Plas­tikuten­silien genutzt werden.

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Für jeden etwas dabei: das Catering

In eini­gen Loca­tions muss man mit dem hau­seige­nen Cater­er arbeit­en, hier kann man sich ein möglichst regionales und saisonales Menü aus­suchen. Wer sich selb­st um den Cater­er küm­mern kann, hat freie Auswahl. Wir haben uns für ein rein veg­anes Cater­ing entsch­ieden und No Tiers gebucht. Ähn­liche Ange­bote gibt es mit­tler­weile in fast allen Städten.

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Vorfreude pur: schöne Einladungen zur Hochzeit

Ein­ladungskarten per E-Mail zu versenden, spart natür­lich Ressourcen, aber ein toller Brief im Briefkas­ten ist für die Ein­ge­lade­nen doch etwas span­nen­der. Wer den Druck über die Umwelt­druck­erei oder einen ähn­lichen Anbi­eter abwick­elt, druckt kli­ma­neu­tral und in richtig guter Qual­ität auf Umwelt­pa­pi­er. Bei Pol­ly Paper gibt es passende Briefumschläge.

Wegweiser: ressourcenschonende Anfahrt

Sehr prak­tisch ist es, wenn die Loca­tion gut an das öffentliche Verkehrsnetz angeschlossen ist. Wenn das nicht der Fall ist, macht es dur­chaus Sinn, zum Beispiel die Trauzeu­gen zu bit­ten, sich um Fahrge­mein­schaften zu küm­mern und eine kleine Mit­fahrerbörse für die Hochzeit ins Leben zu rufen. So muss nicht jed­er ins eigene Auto steigen. Neben­bei erle­ichtert das auch die Park­platz­suche vor Ort.

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Schmuckstück: die Eheringe

Gold und Sil­ber wer­den meist unter katas­trophalen Bedin­gun­gen gewon­nen. Eine Idee ist es, in der Fam­i­lie nach Gold oder Sil­ber zu fra­gen, das nicht mehr benötigt wird – alte Ringe, Zah­n­gold und so weit­er. Dieses kann zusam­mengeschmolzen und zu Rin­gen ver­ar­beit­et wer­den. Wer Omas Zähne lieber nicht um den Fin­ger tra­gen mag, kann zu Fair Trade Gold oder Sil­ber greifen.

Eine Frage des Geschmacks: Das Hochzeits-Outfit

Vielle­icht muss es ja kein nagel­neues Brautk­leid sein? Es gibt ein großes Ange­bot an gebraucht­en Klei­dern – und Anzü­gen. Im Zweifels­fall zieht man das gute Stück ja auch nur ein­mal an. Wer lieber ein Neues hat, kann auf ökol­o­gisch arbei­t­ende und kleine Man­u­fak­turen set­zen, wie zum Beispiel noni. Gle­ich­es gilt natür­lich auch für Män­ner, die kön­nen unter anderem bei Hess Natur fündig wer­den. Auch bei der Wahl der Schuhe gibt es ver­schiedene Ideen, die nach­haltig sind. Ich hat­te ein Paar veg­ane Pumps von beyond skin und für später noch ein Paar Toms aus Spitze. In den Shops wer­den auch die Her­ren fündig.

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Ganz blümerant: der Brautstrauß

Auch bei der Wahl der Blu­men macht es Sinn, auf Region­al­ität zu set­zen und Blu­men der Sai­son zu ver­wen­den. Einige Blu­men­lä­den bieten sog­ar Bioblu­men an. Ich war ganz ver­liebt in meinen Strauß von Blu­men Crativ.

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Wünsch dir was: die Geschenke

Zum großen Fest wird kaum jemand mit leeren Hän­den kom­men. Es macht Sinn, von vorn­here­in zu sagen, was man sich wün­scht (und was vielle­icht auch expliz­it nicht), um nach der Hochzeit möglichst wenig Dinge herum­ste­hen zu haben, die man gar nicht gebrauchen kann. Auch kann man bit­ten, auf Geschenkver­pack­ung aus Folie und Plas­tik zu verzicht­en. Wer eigentlich alles hat, kann eine Spar­dose auf­stellen, in der Spenden für eine aus­gewählte Organ­i­sa­tion gesam­melt wer­den. Tipps für nach­haltige Geschenke zur Hochzeit hat übri­gens Chris­tiane von Style­Mom für uns parat.

Zeit zu zweit: die Reise in die Flitterwochen

Nach der Hochzeit geht es klas­sis­cher­weise direkt in die Flit­ter­wochen. Hier kann man vor allem auf den CO2-Fußabdruck acht­en. Die Fahrt im Nachtzug statt im Flieger ist sehr umweltscho­nend und außer­dem ein kleines Aben­teuer. In fast allen Orten find­en sich außer­dem Öko-Hotels. Wir wer­den es im Herb­st richtig entspan­nt ange­hen, und durch Bran­den­burg radeln – da ist es näm­lich auch sehr schön und wir ver­mei­den weite Strecken.

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Alle Bilder: © eni nel­la FOTOGRAFIE

Tourentipps: 3.000 Kilometer Jakobsweg erfolgreich meistern

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Ich gehe ab Ende Juni von meiner Haustüre in Nürnberg aus auf dem Jakobsweg bis nach Santiago de Compostela. Meine Route führt mich zunächst über Ulm an den Bodensee, dann durch die Schweiz bis nach Genf, weiter auf der Via Gebennensis und der Via Podiensis durch Frankreich und schließlich auf dem berühmten Camino Frances oder dem ruhigeren Küstenweg bis ans Ziel in Spanien. Wenn ich täglich durchschnittlich 25 Kilometer gehe, müsste ich nach vier Monaten, also Ende Oktober in Santiago de Compostela eintreffen. 3.000 Kilometer, unzählige An- und Abstiege, die unterschiedlichsten Untergründe, Sonne, Wind und Wetter sowie vier bis fünf…

Seit 2011 blogge ich auf Green Friday über alle Facetten des nachhaltigen Großstadtlebens. Mein Herz schlägt für Ideen, die die Welt ein bisschen besser machen. Deshalb interviewe ich junge Macher...

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