Nachhaltig reisen: Fernwandern im deutschen Mittelgebirge

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Trekking im Himalaya, Segeln in Sizilien, Tauchen in Thailand, Wandern auf den Kanarischen Inseln – schöne und spannende Aktivurlaube in der Ferne gibt es viele. Besonders nachhaltig sind sie in der Regel aber leider nicht: Besonders Hin- und Rückreise mit dem Flugzeug lassen unseren CO₂-Fußabdruck ganz schön groß werden.

Auf dem Weg

Zu Fuß unterwegs

Wer nachhaltig reisen möchte, muss aber nicht auf einen schönen und spannenden Aktivurlaub verzichten. Man kann dies genauso in deutschen Landen tun und zwar nicht nur auf Balkonien. Sogar Johann Wolfgang von Goethe hat hier etwas beizutragen, denn bereits er rief zum Gehen auf: „Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen.“

Als besonders nachhaltig stellt sich bei näherer Betrachtung das Fernwandern im deutschen Mittelgebirge heraus. Die An- und Abreise erfolgt mit Bus und Bahn. Das Gehen auf vorgesehenen Wegen ist die für Mensch, Umwelt und Tier schonendste Fortbewegungsart.

Und da man auf einer Fernwanderung im deutschen Mittelgebirge tagsüber vor allem geht und nachts in einfachen Hotels oder Pensionen schläft, verdient diese Art von Aktivurlaub als eine von wenigen die Bezeichnung sanfter Tourismus. In ökologischer Hinsicht zu hinterfragende Bespaßungen wie Freizeitparks, Golf spielen oder Wasserscooter kennt der Fernwanderer nicht. Ihm genügen die Natur und die Bewegung.

Im Gras liegen

Weniger Rucksackgewicht, mehr Wandervergnügen

Damit man nicht schnell genug von Natur und Bewegung hat, empfehle ich, das Gewicht des Gepäcks so gering wie möglich zu halten. Männer sollten sich nicht mehr als acht Kilogramm antun, Frauen und Kinder entsprechend weniger. Am Leib trägt man feste Schuhe und eine Garnitur Klamotten. In den Rucksack kommen eine zweite Garnitur Klamotten, Regen- und Sonnenschutz, Hygiene-Artikel in einem Säckchen (der schwere Kulturbeutel bleibt daheim), Smartphone (das zudem als Fotoapparat, Taschenlampe und Navi dienen kann), Wanderführer, Wasser und Notfallproviant.

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Das wichtigste Tool ist etwas Reisewaschmittel. Damit wäscht man nach jeder Etappe die schmutzige Kleidung, die aus leichter und schnell trocknender Kunstfaser bestehen sollte. Beschränkt man sich so auf das Nötigste, reicht für eine ein- oder zweiwöchige Tour ein Rucksack mit einem Volumen von 25 bis 30 Litern.

Wem das immer noch zu viel ist oder wer partout nicht auf Laptop und Lektüre verzichten möchte, bucht ein „Wandern ohne Gepäck“-Arrangement. Das Gepäck wird dabei vom Veranstalter von Unterkunft zu Unterkunft gefahren. Ein Nachteil ist, dass die Spontaneität verloren geht, da meist die gesamte Tour festgelegt ist. Viele Fernwanderer starten lieber am Morgen, ohne zu wissen, wo sie die Nacht verbringen. Es ist ihr kleines Abenteuer in unserer modernen, geregelten Welt.

Auf dem Pfad

Wie man die geeignete Tour findet

Ich selbst bin in den vergangenen Jahren vor allem in meiner bayerischen beziehungsweise fränkischen Heimat ferngewandert. Dieses Jahr habe ich zusammen mit meiner Freundin in acht Tagen den Bayerischen Wald durchquert. 2014 war ich alleine drei Wochen lang auf dem Fränkischen Gebirgsweg unterwegs, der 435 Kilometer durch die schönsten Mittelgebirge Frankens führt.

Auch in allen anderen Mittelgebirgen Deutschlands gibt es tolle Fernwanderwege. Gut möglich, dass einer bei dir um die Ecke vorbeiführt, von dem du nichts weißt. Erste Informationen liefern das Portal Wanderbares Deutschland und die Wikipedia-Liste von Wanderwegen in Deutschland. Zu den meisten längeren Fernwanderwegen gibt es Wanderführer – zum Beispiel vom Bergverlag Rother oder vom Bruckmann Verlag. Solch ein Buch, die Markierungen unterwegs und etwas Orientierungsvermögen reichen im Mittelgebirge aus, um ans Ziel zu gelangen. Zur Sicherheit kann man sich eine App wie Locus Map, kostenlose OSM-Karten und den GPS-Track des Wegs auf das Smartphone laden. Wanderkarten oder ein GPS-Gerät sind nicht unbedingt nötig.

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Was neben der Nachhaltigkeit fürs Fernwandern spricht

Neben der Nachhaltigkeit gibt es natürlich weitere Gründe für eine Fernwanderung im deutschen Mittelgebirge. Erstens trägt solch eine Tour zur Entschleunigung bei. Zweitens bringt sie einem die Vorzüge des minimalistischen Lebens näher, da man sich nur auf das Gehen, die Verpflegung und die Regeneration konzentrieren muss (okay, und ein bisschen Wäschewaschen).

Fränkischer Gebirgsweg

Drittens fördert sie die Gesundheit. Viertens ist sie für fast jeden geeignet, gibt es doch im Mittelgebirge – im Gegensatz zum Hochgebirge – keine besonderen Gefahren und Voraussetzungen. Und fünftens zählt sie zu den günstigsten Arten Urlaub zu machen. Also, den Rucksack gepackt und los geht’s.

Für alle, die sich in ihrem Urlaub lieber anders entspannen möchten, haben unsere Kollegen von „Von Leben und Limonen“ eine günstige und besonders nachhaltige Alternative: All-Inklusive Urlaub auf Balkonien

Die Grundausstattung zum Fernwandern findet ihr auch bei OTTO. Eine kleine Vorabauswahl der wichtigsten Utensilien haben wir hier schon einmal für euch zusammengestellt:

Grundausstattung zum Wandern

Hallo, ich heiße Christof und schreibe auf meinem Blog über Minimalismus und Nachhaltigkeit. Ohne materiellen Überfluss, negative Beziehungen und unnötige Verpflichtungen zu leben, führt zu persönlichem Glück und gesellschaftlichem Gewinn. Ich konnte das in den vergangenen Jahren selbst erfahren. Nach und nach habe ich mein Leben umgekrempelt und mich dabei immer pudelwohler gefühlt. Heute besitze ich nur noch wenige, aber hochwertige Dinge; habe mein Auto gegen Fahrrad und Bahncard eingetauscht; ernähre mich vegan; wandere wochenlang mit einem 35-Liter-Rucksack über die Alpen oder durch deutsche Mittelgebirge … Ich freue mich, meine Inspirationen hier mit euch zu teilen.

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