Gereon Klug: Liebe Frau Albers, essen Sie eigentlich noch Tofu?

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bevor ich Ihnen ein paar köstliche Tofurezepte empfehlen werde (ja, ich esse noch den Sojabrat­en), muss ich auf Ihren let­zten Brief einge­hen: Ich glaub ja kein Wort! Sie und kein Palmöl? Da kann ich nur aus voller Raucher­lunge lachen. An Ihrem Wei­h­nachts­baum steck­en dann handge­zo­gene Bienenwachskerzen – für 1,20 Euro das Stück? Und Sie duschen nur mit selb­st­gemachter Seife oder wie? Im Leben nicht! Da reden Sie sich ihr Leben grün. Ger­ade neulich lief über die Wel­tret­tungsplat­tform change.org ein Aufruf und dort stand, sprach­lich etwas ungalant, aber egal: „…Eben dieses Palmöl befind­et sich in einem Großteil aller Kosmetik-Produkte, das muss aber nicht ein­deutig auf der Ver­pack­ung deklar­i­ert wer­den. Stattdessen gibt es an die 100 chemis­che „Tarn­na­men“ für Palmöl, welche die wahren Inhaltsstoffe der Pro­duk­te ver­schleiern. Für umwelt- und gesund­heits­be­wusste Ver­brauch­er gibt es so keine echte Chance zu wis­sen ob ein Pro­dukt – sei es Zah­n­pas­ta, Sham­poo oder Mas­cara – Palmöl enthält oder nicht.“ Und Sie, Herr Klug, ken­nen die 100 Tarn­na­men oder was!? Sie wis­sen doch gar nicht, wann, wo und wie sie sich mit Palme einölen!

Tofu ist bei uns angekommen

Nun aber zum Tofu. Zum Bohnenkäse, wie er mal hieß. Zur ural­ten, asi­atis­chen Mahlzeit, zu der Sub­stanz, mit deren Verzehr man sich in den 80er- und 90er-Jahren in der west­lichen Welt noch out­ete als Frau ohne BH und Geschmack, Mann mit niedrigem Testos­teron­spiegel und hohen Ambi­tio­nen. Gus­ta­torisch zu Qualen bere­it, um die Welt vom Fleisch und allem anderen Übel zu befreien. Paar Sprossen dazu.

Kaum schmeck­te dann das stumpf­bröselige Biest, kaum hat­te man geräucherte und indis­che Vari­a­tio­nen und Würste erfun­den und ver­jamieo­liv­ert – ätsch: Ist doch nicht bedenken­los kor­rekt. Scheiss­eschade. Weil Tofu ja aus Sojabohnen hergestellt wird, weil Sojabohnen auf Plan­ta­gen wach­sen müssen, weil für die Bohnen­plan­ta­gen in Brasilien der Regen­wald (ist über­haupt noch was übrig von dem?) abge­holzt wird, und da hat der Tofu dann was mit dem Palmöl und den Rindern gemein – sie machen alles kaputt! In manchen Würsten ist sog­ar Soja und Palmöl drin. Puh! Und dann ist Soja oft auch noch gen­ma­nip­uliert. Ups.

Kann Tofu Fleischersatz sein?

Und den­noch kann ich für die Tofufre­unde ent­war­nen: Die meis­ten Bohnen lan­den nicht im Tofu, son­dern im Tier­fut­ter – etwa 80 Prozent. Also ab und an ein schönes Räucher-Tofu vom Bio-Höker (genun­ma­nip­uliert) in die Pfanne zu wer­fen, geraspelte Möhren dazu, Kokos­milch oder Sahne und Meer­ret­tich drüber, als Beilage etwas Cous­cous: völ­lig vertret­bar, völ­lig leck­er. Oder indis­ches Tofu anbrat­en, saisonales Gemüse drauf, mit Kokos­milch löschen und einem Teelöf­fel Cur­ry würzen. Schadet nach wie vor dem Kli­ma weit weniger als ein Steak auf dem Grill. Dazu reicht mal wieder ein hüb­sch­er Ver­gle­ich: Aus einem Kilo Sojabohnen lassen sich etwa zwei Kilo Tofu her­stellen. Die gle­iche Menge Soja als Fut­ter in der Schweine­mast brin­gen bloß 300 Gramm Fleisch auf den Teller.

Tofu kann nur nicht die fleis­ch­er­set­zende Massen­haupt­nahrungsmit­tel­sub­stanz sein – haut nicht hin. Aber welche Zutat kön­nte das schon … Also selb­st Sojakäse in Maßen. Über­haupt ist Maß ja so eine Sache: So wichtig, so schwammig, so lust­los, so richtig. Haben Sie das richtige Maß gefun­den? Beim Essen, Trinken, Kaufen, Leben? Oder ganz kurz mal philosophisch: Ver­schwen­den Sie noch?

Sehr satt grüßt Frau Albers

Gesunde Lunchboxen: Drei einfache Rezepte to go

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Ich muss zugeben, ich war während meines Studiums das ein oder andere Mal neidisch, wenn eine von den gut organisierten Vollblutstudentinnen in der Mittagspause ein kleines Menü hervorzauberte. Schön, so ein Quinoa- Gemüse – Mango – Tabouleh, aber als jemand mit Aufträgen und einem aktiven Freizeitleben nebenher, ist das für mich tatsächlich eher eine Wunschvorstellung. So richtig aufwendig vorzukochen, schaffe ich bist heute fast nie. Es gibt sie aber doch, die gesunde Pause. Und sie beginnt bei ein klein wenig Organisation. Ich will euch in diesem Artikel drei Lunchbox-Ideen mit Tipps zur Füllung vorstellen, die sogar für mich funktionieren, nachhaltig…

Oda Albers ist freie Journalistin, Textchefin, Hamburgerin, vermutlich Biodeutsche, aus dem Vorort Geflüchtete und kann sich in ökosoziale Themen reinsteigern wie sonstwas, deshalb entwickelte sie mit Kollegen auch 2009 das...

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