Die schönsten Urlaubsziele des Jahres

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Reisen ist unsere Lei­den­schaft. Wir lieben es, uns von anderen Kul­turen über­raschen zu lassen und vor allem, in die oft über­wälti­gende Natur fremder Orte einzu­tauchen. Sieben davon haben es uns in diesem Jahr in Europa ganz beson­ders angetan.

Schweden: Wilde Wetterinseln

Schweden

Wie hinge­tupft duck­en sich eine Hand­voll schwe­den­rote Holzhäuschen zwis­chen den nack­ten, grauen Fels. Es sind die Bootss­chup­pen und früheren Wohn­häuser von Lot­sen­fam­i­lien. Die wiesen einst mit Leucht­feuern Schif­f­en den Weg durch gefährliche Untiefen und manövri­erten sie kundig zwis­chen den kar­gen Wet­terin­seln hin­durch. Gelb gestrichen sticht einzig das Insel-Wirtshaus her­vor: In liebevoll ein­gerichteten Zim­mern kann man hier über­nacht­en und das Restau­rant serviert, was das unglaublich klare, kalte Nord­see­wass­er ger­ade hergibt. Das verblüf­fend ein­fache Mot­to von Besitzerin Pia Hans­son lautet:

„Atme ein, atme aus… genieße...” 
Schweden Wirtshaus

365 Eilande sollen es sein, für jeden Tag im Jahr eins, heißt es – die schwedis­chen Väderöar­na, die Wet­terin­seln, sind nicht nur der west­lich­ste Zipfel Land, son­dern haben sog­ar ein ganz eigenes Kli­ma. Wegen des nahen Golf­stroms ist das erstaunlicher­weise oft sog­ar milder als auf dem Fes­t­land. Wind weht so gut wie immer, sel­ten san­ft, oft rup­pig. Kein Baum kann sich auf dem nack­ten, von früheren Eiszeit­en rundgeschlif­f­e­nen Fels, halten.

Wetterinseln Schweden

Im ver­meintlichen Grau des Unter­grunds gibt es so viel zu ent­deck­en: Blu­men und Moose klam­mern sich in geschützten Nis­chen fest. Flecht­en leucht­en graublau, qui­etschgrün, safrangelb. Wer über die Inseln wan­dert, find­et dabei vielle­icht die Bienen­stöcke, die ein Naturschutzvere­in hier aufgestellt hat. Oder merk­würdi­ge Fel­sein­ritzun­gen – Ini­tialen, ein­fache Bilder und, oben auf dem Berg, Kom­passe. Es kann so ein­fach sein: nur schauen, atmen, genießen. Mehr Infos find­est du hier und hier.

La Gomera: Mystischer Nebelwald aus der Urzeit

Nebelwald La Gomera

Einst bedeck­ten Lor­beer­wälder einen großen Teil Europas. Mit­ten auf den Anhöhen von Gara­jon­ay auf La Gomera ste­ht noch ein klein­er Über­rest, Elfen­wald wird diese Art von Leben­sraum auch genan­nt. Und tat­säch­lich fühlt man sich, als wäre man in eine Fantasy-Welt in den Wolken ver­set­zt. Nebel­wände wabern hier oben das ganze Jahr über durch den Wald und ver­sor­gen ihn mit Wass­er. Eine dicke Schicht Moos überzieht die Lor­beer­bäume, die ausse­hen, als hät­ten sie sich grüne Pelzmän­tel überge­wor­fen. Flecht­en hän­gen wie Gespenster-Kleider von ihren Ästen herab und wenn der Wind weht, knar­ren und qui­etschen die alten Bäume. Der Wald sieht aber nicht nur pelzig aus und macht selt­same Geräusche, son­dern er kann auch melken, die Wolken näm­lich: So nen­nt man das Phänomen, wenn Nebel­tröpfchen sich auf Ästen, Flecht­en und Moosen nieder­schla­gen und an den Baum­stäm­men zu Boden laufen.

La Gomera Wald Mit Nebel

Auch wenn es hier kaum reg­net, speist der Nebel­wald auf diese Weise nicht nur die eige­nen Wurzeln, son­dern auch die Quellen im Tal: Er sichert die gesamte Wasserver­sorgung von La Gomera. Ganz erstaunlich für eine so kleine Insel, die von Nor­den nach Süden nur gut 20 Kilo­me­ter bre­it ist und neben den Ein­wohn­ern auch viele Touris­ten beherbergt. Die Gomer­er bemühen sich daher sehr, ihren Wald zu schützen. Bei den let­zten großen Wald­brän­den auf der Insel kamen wie durch Geis­ter­hand die Feuer an der Gren­ze zum feucht­en Nebel­wald zum Erliegen.

„Ein wahrer Wun­der­wald eben. ” 

Mehr Infos zum mys­tis­chen Nebel­wald find­est du hier.

Österreich: Familienwanderung im Alpbachtal

Alpbachtal

Der Plan: Drei Tage Mutter-Vater-Kind-Wandern im Tirol­er Alp­bach­tal. Raus aus dem All­t­ag, raus aus der Stadt. Ein­tauchen in die Berge, in klare Luft, Stille und Natur. Nach ein­er ziem­lich steilen ersten Etappe vertrödeln wir ein­vernehm­lich den Nach­mit­tag in der war­men Herb­st­sonne auf der Holzalm, unser­er ersten Unterkun­ft auf der Rund­tour. Bewun­dern Enz­ian und die ferne Bergsil­hou­ette, eine har­monis­che Kom­po­si­tion in verblassenden Graublau-Tönen.

Oesterreich Familien Wandern

Abends gibt es zün­ftiges Hütte­nessen, bevor wir früh in die Fed­ern kriechen. Gle­ich nach dem Früh­stück nehmen wir am näch­sten Mor­gen die 1893 Meter hohe Gratl­spitze in Angriff: Erst durch Wald, in dem die Latschenkiefern in der Mor­gen­sonne zu duften begin­nen, später über immer schrof­feres Ter­rain geht es einein­halb Stunden bergauf – ganz schön schweißtreibend! Von der Bank unter dem Gipfelkreuz blick­en wir schließlich hinab ins Alp­bach­tal: Unzäh­lige Berge vom Kar­wen­del bis zu den Hohen Tauern sind zu sehen – ins­ge­samt sollen es mehr als 800 Gipfel sein. Und ganze 26 Kirchtürme. Fast nur bergab geht es dann über sattgrüne Almwiesen und durch Wald hinab zum Pinzger­hof, der sich in grüne Wiesen mit Apfel- und Bir­nen­bäu­men schmiegt. Direkt nebe­nan grasen zufrieden Kühe. Wir sehen ver­mut­lich genau­so zufrieden aus, als wir uns wenig später auf der Son­nen­ter­rasse mit Blick ins Inntal haus­ge­back­e­nen Bir­nenkuchen schmeck­en lassen.

Mehr Infos find­est du hier.

Irland: Stadtnahes Meeresrauschen auf Howth

Meer In Irland

Ger­ade mal dreißig Minuten Zug­fahrt und es riecht nach Meer. Dabei war ich doch ger­ade noch mit­ten in Irlands trube­liger Haupt­stadt Dublin! Vorne schaukeln weiße Yacht­en und Fis­cher­boote im Hafen. Riesige Möwen stolzieren den Kai ent­lang. So idyl­lisch ist Howth aber nicht immer: „Zwei- bis dreimal im Jahr tobt hier ein so stark­er Sturm, dass die Wellen über die Hafene­in­fas­sung schwap­pen“, erzählt Shane O´Doherty. Der Tour­guide stammt von der Hal­binsel vor Dublin, einem Wan­der­paradies mit grü­nen Hügeln und steilen Klip­pen. „Delfine leben hier, Robben – und dort drüben Kän­gu­rus“, sagt Shane und zeigt übers Meer.

Hafen Howth Irland

Weit draußen auf Lam­bay Island gedei­hen tat­säch­lich halb­wild die Nach­fahren von Wal­labys aus dem Dublin­er Zoo. Wir wan­dern durch den Hafenort, passieren einen Strand, an dem zum jährlichen Wei­h­nachtss­chwim­men hun­derte Uner­schrock­ene ins Meer hüpfen und die darü­ber liegende ver­lassene Fab­rikhalle, vor der einst U2 erste Konz­erte gab. Wenige Meter neben der malerischen Ruine der St. Mary´s Abbey serviert ein Café haus­ge­back­ene Scones mit Him­beer­marme­lade – köstlich. Nach­mit­tags gibt es an der Hafen­mole von Howth noch eine Por­tion fangfrischen Fisch mit Chips auf die Hand, bevor der Zug zurück nach Dublin fährt.

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Altmühltal: In Deutschlands Jurassic Park

Altmuehltal

Senkrechte Wände aus Kalk­stein schwin­gen sich hier empor, einst geformt von Korallen im Erdzeital­ter des Jura. Eigentlich ist auch der Name Alt­mühltal falsch. Denn das gemäch­lich dahin­fließende Flüss­chen Alt­mühl hat diese Ste­in­for­ma­tio­nen nicht in den Fels mod­el­liert. Es war die Urdonau, die hier einst ein bre­ites Fluss­bett in die Land­schaft fräste. Sie hat nicht nur einen beein­druck­enden Felsen hin­ter­lassen, son­dern auch ein Eldo­ra­do für Urzeit­fans. Stein­brüche mit Ammoniten und Haarster­nen gibt es zuhauf.

Panoramaweg Altmuehltal In Deutschlands

Hier haben Forsch­er auch eine der berühmtesten Fos­silien der Welt ent­deckt – den Archaeopteryx, Bindeglied zwis­chen heuti­gen Vögeln und Dinosauri­ern. Im Alt­mühltal wird heute noch gebud­delt und das nicht nur von Wis­senschaftlern, son­dern auch von Hobby-Urzeitforschern in den vie­len Stein­brüchen, die auch Laien offen­ste­hen. Und dann ist da noch der Altmühltal-Panoramaweg mit seinen atem­ber­auben­den Aus­sicht­en: Er führt auf 200 Kilo­me­tern durch das Tal und an Steil­wän­den ent­lang – von Gun­zen­hausen nach Kel­heim quer durch den Natur­park Altmühltal.

Mehr Infos zum Natur­park find­est du hier.

 Finnland: Nachhaltig entspannt auf den Åland-Inseln 

Aland Finnland

Wie ein Motiv aus einem Bilder­buch sieht sie aus, die alte Lot­s­enin­sel Kob­ba Klin­tar vor der Haupt­stadt Mariehamn. Die åländis­che Flagge mit ihrem rot-gelben Kreuz auf blauem Grund flat­tert vor einem weißen Holzhäuschen im Wind. Die Åland-Inseln sind ein ganz beson­deres Stück­en Erde: Die 6.700 Ostsee-Eilande mit ihren knapp 30.000 Bewohn­ern gehören offiziell zu Finn­land, sind aber weitest­ge­hend autonom. Man spricht Schwedisch und zahlt mit Euro. Ein Auto über­quert die Hauptin­sel Fas­ta Åland lock­er in ein­er Stunde – und das bei der gemütlichen Höch­st­geschwindigkeit von 70 Stundenkilometern.

Aland Insel Hafen

Doch viel schön­er ist eine Rad­tour. Lei­h­fahrräder gibt es prak­tis­cher­weise gle­ich am Fährter­mi­nal von Mariehamn, und die gemütlichen Dreigang-Drahtesel haben tat­säch­lich nur ein ein­fach­es Rah­men­schloss – Dieb­stahl ist hier ganz offen­sichtlich kein Prob­lem. Wir radeln durch das blitzsaubere Städtchen und bald darauf über Dämme und Brück­en von Insel zu Insel. Falun­rot leucht­en Som­mer­häuser an den fel­si­gen Ufern, ein Land­café serviert ganz famil­iär Kaf­fee im heimis­chen Garten. Am Abend sitzen wir, zurück in Mariehamn, am West­hafen in einem roten Holzhäuschen in der Abend­sonne; die Eck­en des Restau­rants zieren weiße Tierköpfe, Wass­er plätschert an den Holzkai – Åland ist das per­fek­te kleine Ostsee-Paradies. Dass der paradiesis­che Zus­tand Arbeit bedeutet, dessen ist man sich hier aber dur­chaus bewusst:

„Die Inseln haben vor eini­gen Jahren eine umfassende Nach­haltigkeitsstrate­gie beschlossen, in der der Schutz der Umwelt, des Wassers und eine sozial sta­bile Gesellschaft mit glück­lichen Men­schen zen­trale Punk­te sind.” 

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Niederlande: Mit dem Segelschiff zu den Westfriesischen Inseln

Niederlande Segeltrip

Wie eine Per­len­kette rei­hen sich die West­friesis­chen Inseln vor der Küste der Nieder­lande auf. Die schön­ste Art, sie zu erkun­den, ist auf einem der alten Plat­t­bo­den­schiffe: Wenn der Wind die riesi­gen Stoff­bah­nen erfasst, fühlt man die Kraft der Natur ganz ursprünglich. Run­terkom­men. Stille. Nur unter­brochen von Möwen, dem Knar­ren der Mas­ten und dem flüstern­den Flat­tern der ges­pan­nten Segel. Die Sonne wirft Glitzer­lichter auf die Nord­see. Schiff­seigner­in Mir­jam Baje­ma hat Salzwass­er im Blut: Die Plat­t­bo­den­schiffe hat­ten es ihr schon als Kind ange­tan – voll mit Fracht und trotz­dem wenig Tief­gang, per­fekt für das Wattenmeer.

Segeln Crew

So wie die Isel­mar, die Mir­jam gemein­sam mit ihrem Mann gekauft und umge­baut hat. Auch der Käpt´n der Isel­mar ist eine Frau: Skip­perin Win­nie Har­ing. Sie fährt bere­its das siebte Jahr als Skip­perin zur See und spätestens, als sie die Seekarte erk­lärt, wird allen Mit­fahrern klar, wie schw­er es ist, im Wat­ten­meer zu navigieren. Der Sand bewegt sich ständig, manche Durch­fahrten wer­den unmöglich, ander­swo entste­hen neue Wege. Und so segeln wir zwis­chen den Inseln der nieder­ländis­chen Nord­see. Besuchen Ter­schelling mit dem Wrack­mu­se­um und den präg­nan­ten Leucht­turm mit­ten im Dorf. Lassen uns auf den See­hunds­bänken von den größten Raubtieren der Nieder­lande beein­druck­en. Ler­nen auf Ame­land den dien­stäl­testen Leucht­turmwärter ken­nen. Und lauschen in den Vogelschutzge­bi­eten auf Vlieland den selt­samen Paarungsrufen der Eider­enten. Mit dem Segelschiff über die Nord­see zu schip­pern heißt, die Natur wieder zu spüren.

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Geschenkideen für Babys und Kinder

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Wenn ich an Weihnachten in meiner Kindheit denke, erinnere ich mich, wie ich mit meinem kleinen Bruder die Spielzeugseiten der Kataloge durchforstet habe. Wir waren auf der Suche nach den tollsten Weihnachtsgeschenken und hätten die Bestellformulare am liebsten selbst ausgefüllt. Es war jedes Jahr wieder aufregend und die Liste war schier endlos. Heute sitze ich nicht mit dem Katalog, sondern mit dem Laptop auf dem Schoß da und durchstöbere die Online-Shops. Wenn ich genügend Zeit habe, streife ich gerne durch die Geschäfte. Der große Unterschied: Die Listen sind nun für meine Kinder und nicht für mich.

Weihnachtsgeschenke für Babys…

Seit mehr als zehn Jahren arbeitet das Redaktionsteam Reisefeder unter anderem für Magazine wie Brigitte, Onlineportale wie Spiegel Online oder Reisebücher wie Merian. Anke hat Ökologie und Kommunikation studiert und...

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