Nachhaltige Baumwolle von Cotton made in Africa

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Nach­haltigkeit statt Fast Fash­ion: Das Siegel Cot­ton made in Africa (CmiA) ste­ht nicht nur für nach­haltige Baum­wolle, son­dern sorgt auch für bessere Arbeits- und Lebens­be­din­gun­gen der Klein­bauern in Afri­ka.

Baumwollernte In Afrika

Baum­wolle gilt nicht nur als beliebteste Natur­fas­er, sie ist als nachwach­sender Rohstoff eigentlich auch sehr nach­haltig. Eigentlich. Denn, wenn man sich den kon­ven­tionellen Baum­wol­lan­bau genauer anschaut, kom­men viele Schat­ten­seit­en zum Vorschein: Wusstest du beispiel­sweise, dass kaum eine andere Pflanze mit so vie­len gifti­gen Pes­tiziden behan­delt wird wie Baum­wolle? Oder, dass in einem einzi­gen, pro­duzierten Kilo rund 11.000 Liter Wass­er steck­en? Vom Anbau per Monokul­tur, gen­ma­nip­uliertem Saatgut und Überdün­gung der Böden mal ganz zu schweigen. Doch nicht nur ökol­o­gisch gese­hen, ist kon­ven­tioneller Baum­wol­lan­bau beden­klich, auch die sozialen Auswirkun­gen sind katas­trophal. Hunger­löhne, kein­er­lei Arbeitss­chutz und Kinder­ar­beit ste­hen hier oft­mals auf der Tage­sor­d­nung. Um die Arbeits- und Lebens­be­din­gun­gen der Baum­woll­bauern in Afri­ka nach­haltig zu verbessern, hat Prof. Dr. Michael Otto die Ini­tia­tive Cot­ton made in Africa (CmiA) ins Leben gerufen. Darüber­hin­aus set­zt sich die Organ­i­sa­tion seit knapp 15 Jahren für den nach­halti­gen Baum­wol­lan­bau ein und gilt als ein­er der größten Stan­dards für nach­haltig zer­ti­fizierte Baum­wolle.

Nachhaltige Baumwolle mit Cotton made in Africa:

Das ist Cot­ton made in Africa

Nachhaltige Baumwoll Produkte Von Cmia

Cot­ton made in Africa ist eine Ini­tia­tive der Aid by Trade Foun­da­tion (AbTF) und wurde 2005 von Prof. Dr. Michael Otto gegrün­det. Das Beson­dere: CmiA gener­iert keine Spenden­gelder, son­dern set­zt auf ein anderes, inno­v­a­tives Konzept und leis­tet durch Han­del Hil­fe zur Selb­sthil­fe. Qua­si das opti­male Zusam­men­spiel von Wirtschaft und Nach­haltigkeit. Wie das funk­tion­iert? Eine weltweite Allianz aus Tex­tilun­ternehmen fragt CmiA-zertifizierte Baum­wolle nach und zahlt dafür Lizen­zge­bühren. Diese Ein­nah­men aus Lizen­zen rein­vestiert die AbTF in den Anbau­re­gio­nen in Sub­sa­hara Afri­ka. Sie kom­men so den Men­schen vor Ort und dem Schutz der Umwelt zugute. Hier leben ca. 20 Mil­lio­nen Men­schen in der Region direkt oder indi­rekt von Baum­wolle. Experten ver­mit­teln den afrikanis­chen Klein­bauern in Schu­lun­gen effiziente und umweltscho­nende Anbaumeth­o­d­en, die ihnen helfen, Qual­ität und Erträge ihrer Baum­wolle zu erhöhen, ihre Lebens- und Arbeits­be­din­gun­gen zu verbessern und dabei die Umwelt und ihre Gesund­heit zu scho­nen. Darü­ber hin­aus wer­den die Baum­woll­bauern in betrieb­swirtschaftlichen Grund­ken­nt­nis­sen geschult. Das erwor­bene Wis­sen soll die Baum­woll­bauern dabei unter­stützen, Baum­wolle effizien­ter und gle­ichzeit­ig umwelt­fre­undlich­er anzubauen und ihre Betriebe gewin­nori­en­tiert zu bewirtschaften. In den Schu­lun­gen wer­den auch soziale Aspek­te – wie Gesund­heitss­chutz oder die Gle­ich­berech­ti­gung zwis­chen und Frau und Mann – the­ma­tisiert.

Frau Auf Baumwollfeld

Ein zweistu­figer Anforderungskat­a­log ist Grund­lage der CmiA-Standards. Im ersten Schritt wird über­prüft, ob die Auss­chlusskri­te­rien einge­hal­ten wer­den und damit die Baum­wollge­sellschaften grund­sät­zlich am Pro­gramm teil­nehmen kön­nen. Ist das der Fall, sind in Folge definierte Nach­haltigkeit­skri­te­rien zu beacht­en. Die Teil­nehmer müssen sie nicht sofort voll­ständig erfüllen, sind aber verpflichtet, sich sukzes­sive zu verbessern und ihre Fortschritte auf dem Weg zur nach­halti­gen Pro­duk­tion zu doku­men­tieren. Damit diese Kri­te­rien auch wirk­lich einge­hal­ten wer­den, find­en regelmäßige soge­nan­nte Ver­i­fizierun­gen statt, in denen das über­prüft wer­den soll. Diese wer­den von unab­hängi­gen und qual­i­fizierten Organ­i­sa­tio­nen durchge­führt, damit auch wirk­lich sichergestellt wird, dass CmiA sein Wertev­er­sprechen ein­hält.

Die CmiA-Standards

Baumwollfeld

Bei den CmiA-Standards wer­den sowohl ökol­o­gis­che, soziale als auch ökonomis­che Aspek­te des Baum­wol­lan­baus und der Ver­ar­beitung berück­sichtigt. Cot­ton made in Africa arbeit­et fast auss­chließlich mit Klein­bauern zusam­men, die nur über eine kleine Parzelle Land ver­fü­gen. Kinder- und Zwangsar­beit sind nach dem Cot­ton made in Africa-Standard streng­stens ver­boten. Genau­so wie Men­schen­han­del, Sklave­nar­beit oder Diskri­m­inierun­gen am Arbeit­splatz. Durch CmiA wird sichergestellt, dass Frauen und Män­ner für die gle­iche Arbeit den gle­ichen Lohn bekom­men und jed­er einen schriftlichen Arbeitsver­trag erhält. Feste Arbeit­szeit­en, Ent­loh­nung von Über­stun­den und ein angemessenes, faires Gehalt wer­den außer­dem durch die umfassenden Anforderun­gen der CmiA-Standards geregelt.

Baumwollplantage Nach CmiA Standard

Darüber­hin­aus spielt das The­ma Nach­haltigkeit eine wichtige Rolle: Durch die CmiA-Ausschlusskriterien wird beispiel­sweise dafür gesorgt, dass keine Primär­wälder abge­holzt wer­den. Auch der Ein­griff in aus­gewiesene Schutzge­bi­ete ist streng­stens ver­boten. Zudem find­et auf den CmiA-Baumwollfeldern keine kün­stliche Bewässerung der Felder statt. Umweltscho­nende Agrarmeth­o­d­en, wie die Bestel­lung der Felder in Frucht­folge oder der reduzierte Ein­satz von Pes­tiziden, gehören genau­so zum CmiA-Standard wie das Ver­bot gen­verän­derten Saatguts. Durch regelmäßige Train­ings wer­den die Baum­woll­bäuerin­nen und -bauern über mögliche Gefahren von Pes­tiziden informiert. Sie wer­den darin geschult, beim Aus­brin­gen Schutzk­lei­dung zu tra­gen, geeignete Aus­rüs­tung zu ver­wen­den und die Behäl­ter mit Pflanzen­schutzmit­teln für Kinder unerr­e­ich­bar aufzube­wahren. Damit all diese Vor­gaben auch wirk­lich einge­hal­ten bzw. umge­set­zt wer­den, gibt es regelmäßige Über­prü­fun­gen von unab­hängi­gen Organ­i­sa­tio­nen.

Warum ist Cotton made in Africa so wichtig?

Arbeiterin in Baumwollfabrik

Das Label Cot­ton made in Africa kennze­ich­net Baum­wolle, die im Ein­klang von Natur und Men­schen pro­duziert wor­den ist und schafft es so, ein­er bis­lang anony­men Ware ein wieder­erkennbares Gesicht zu ver­lei­hen. Und der Erfolg spricht dabei für sich: Im ver­gan­genen Jahr wur­den rund 580 000 Ton­nen Baum­wolle nach dem Cot­ton made in Africa-Standard zer­ti­fiziert. Für 2018 wurde etwa 37 Prozent der afrikanis­chen Baum­woll­pro­duk­tion gemäß CmiA-Standard zer­ti­fiziert. Sie wird in 19 Tex­til­pro­duk­tion­s­märk­ten weltweit – davon sieben in Afri­ka – zu fer­ti­gen Pro­duk­ten weit­er­ver­ar­beit­et. Immer mehr Tex­tilun­ternehmen und Mode­marken fra­gen CmiA-zertifizierte Baum­wolle am Markt nach. Die Ein­nah­men aus Lizen­zen kon­nten so maßge­blich gesteigert wer­den. Dieser Erfolg hil­ft, die Klein­bauern, ihre Fam­i­lien und den Schutz unser­er Umwelt noch weit­er zu unter­stützen. Zusät­zlich zum nach­halti­gen Baum­wol­lan­bau investiert die AbTF auch in Infra­struk­tur­maß­nah­men – wie einem verbesserten Zugang zu sauberem Trinkwass­er oder Bil­dung.

Dr. Michael Otto im Interview über Cotton made in Africa

Als  Ini­tia­tive der Aid by Trade Foun­da­tion schafft es CmiA also, die Leben­sum­stände der Klein­bauern langfristig zu verbessern und wird dabei gle­ichzeit­ig der steigen­den Nach­frage nach nach­haltig pro­duziert­er Baum­wolle gerecht. Und das ohne, dass die Kun­den zur Kasse gebeten wer­den, denn CmiA-Baumwolle wird zu durch­schnit­tlichen Mark­t­preisen gehan­delt. Hier wer­den unternehmerisches Han­deln und Entwick­lungszusam­me­nar­beit auf opti­male Weise und zum Nutzen aller Beteiligten miteinan­der ver­bun­den. Qua­si win-win at it’s best.

So Funktioniert Cotton Made In Africa

Cotton made in Africa – Erfolgszahlen auf einen Blick:

  • CmiA-Baumwolle erzeugt bis zu 40 Prozent weniger Treib­haus­gase als kon­ven­tionelle Baum­wolle.
  •  Rund 1 Mil­lion afrikanis­che Klein­bauern kön­nen sich über verbesserte Lebens­be­din­gun­gen freuen.

Wo find­et man Produkte mit dem CmiA-Label?

Guetesiegel Cotton Made In Africa

Cot­ton made in Africa ist nicht nur auf­grund des gut durch­dacht­en Prinzips so erfol­gre­ich, son­dern auch durch die weltweite Allianz aus Tex­tilun­ternehmen und Brands. Diese erhal­ten die nach CmiA-Standards pro­duzierte Baum­wolle, ohne dafür einen höheren Preis als dem auf dem Welt­markt zahlen zu müssen. Über 46 Unternehmen gehören mit­tler­weile zu den Lizen­z­part­nern von CmiA. Dabei ist die Otto Group mit bon­prix nach wie vor der größte Abnehmer, aber auch Tchi­bo, Aldi und die Rewe Group gehören zu den großen Abnehmern der nach­halti­gen Baum­wolle. Kun­den, denen ein ver­ant­wor­tungs­be­wusster Kon­sum wichtig ist, soll­ten beim Kauf von Tex­tilien ein­fach auf das rote CmiA-Label acht­en. So haben die Ver­brauch­er stets die Gewis­sheit, dass sie einen direk­ten Beitrag leis­ten und die afrikanis­chen Klein­bauern und ihre Fam­i­lien unter­stützen.

Cotton Made in Africa Otto

OTTO unter­stützt CmiA nicht nur, son­dern set­zt sich selb­st ehrgeizige Ziele. Bis 2020 soll der Anteil an Cot­ton made in Africa gela­bel­ten Pro­duk­ten der Eigen­marken 100 Prozent betra­gen.

Fazit

Cotton Made In Africa

Kri­tik­er wer­den vielle­icht die Nase rümpfen, weil es sich bei CmiA-Baumwolle streng genom­men um kein Bio-Produkt han­delt. Den­noch: Die Baum­wolle, die nach den Cot­ton made in Africa-Standards pro­duziert wurde, ist immer eine „bessere“ Wahl als die kon­ven­tionell pro­duzierte Vari­ante. Zahlre­iche Maßnehmen, wie das Ver­bot von gen­verän­dertem Saatgut, der auss­chließliche Ein­satz von Regen­wass­er oder die Schu­lun­gen der Klein­bauern natür­lichen Dünger oder so genan­nte Bio-Pestizide anzuwen­den, tra­gen maßge­blich zum Schutz unser­er Natur bei und unter­stützen die Klein­bauern auf ihrem Weg zu besseren Arbeits- und Lebens­be­din­gun­gen. Was CmiA im beson­deren Maße ausze­ich­net, ist das Konzept, welch­es auf „Hil­fe durch Selb­sthil­fe“ basiert. Die Ein­nah­men aus Lizen­zge­bühren, die in den Pro­jek­t­ge­bi­eten investiert wer­den, sind keine Almosen. Baum­wolle wird nicht sub­ven­tion­iert, son­dern durch die Verbesserun­gen ent­lang der Pro­duk­tions­kette konkur­ren­zfähig. Es geht nicht um Char­i­ty, son­dern darum, prak­tis­ches Wis­sen zu ver­mit­teln und den Klein­bauern so eine Zukun­ft auf dem Welt­markt zu eröff­nen. Zudem wer­den zahlre­iche Koop­er­a­tionspro­jek­te, wie der Aus­bau der schulis­chen Infra­struk­tur unter­stützt. Wer also Tex­tilien mit CmiA-Label kauft, unter­stützt neben­bei auch rund eine Mil­lion Baum­woll­bauern und ihre Fam­i­lien in Afri­ka.

Schluss mit Bottled Water!

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Viele Menschen trinken ihr Wasser lieber aus der Flasche als aus der Leitung. Das hinterlässt Spuren: Durch Bottled Water verschwenden wir viel Energie und belasten außerdem die Umwelt.   

Mineralwasser Aus Plastikflaschen
​Wusstest du, dass der Zugang zu sauberem Wasser ein Menschenrecht ist? 2010 haben das die Vereinten Nationen beschlossen. Wie paradox, dass seitdem das Geschäft mit Wasser boomt. Gemeint ist damit der Verkauf von Mineralwasser aus (Plastik)-Flaschen, auch Bottled Water genannt. Irgendwie klingt es doch falsch, für etwas zu zahlen, dass eigentlich niemandem gehören sollte? Und gerade weil es so geschmacklos ist, aus einem menschlichen Grundbedürfnis, der Lebensgrundlage aller Menschen, Tiere und nicht zuletzt unserer Natur, ein Geschäft…

Hej, ich bin Jasmin, frische Hamburgerin und Foodie aus Leidenschaft. Ich liebe es neue vegane und nachhaltige Cafés und Restaurants in Hamburg zu entdecken. Für re:BLOG begebe ich mich außerdem...

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