Brot selbst backen: 4 Brotrezepte zum Nachbacken

| von 

Frisches Brot schmeckt ein­fach am besten. Warum also nicht ein­fach mal Brot selb­st back­en? Das ist nicht nur gesund und leck­er, son­dern auch richtig einfach.

Luftiges Brot und Butter

Fragt man Auswan­der­er, was sie am meis­ten an Deutsch­land ver­mis­sen, lautet die Antwort oft „das deutsche Brot“. Klis­chee hin oder her, aber es scheint kaum ein anderes Land auf der Welt zu geben, in dem es so viele gute, ver­schiedene Brote gibt wie bei uns. Warum also nicht ein­fach mal Brot sel­ber back­enDas ist näm­lich gar nicht so schw­er, wie man vielle­icht denkt und es schmeckt defin­i­tiv am besten. Alles, was man braucht, sind wenige Grundzu­tat­en und etwas Geduld. Das Schöne: Du selb­st bes­timmst, was in den Teig kommt und was nicht. So kann man bei einem selb­st geback­e­nen Brot nicht nur get­rost auf beden­kliche Zusatzstoffe verzicht­en, son­dern auch auf Gluten oder Hefe. Denn auch, wenn diese zu den gängi­gen Grundzu­tat­en viel­er Brote gehören, reagieren einige Men­schen empfind­lich und lei­den unter anderem unter Unverträglichkeit­en. Bei unseren vier Brotrezepten ist für jeden Geschmack und jedes Bedürf­nis das Passende dabei. Eines haben sie aber gemein­sam: Sie sind leck­er und gelin­gen ohne viel Erfahrung. 

4 Rezepte zum Brot selbst backen:

Brotteig-Grundrezept für Anfänger

Einfach Grundrezept Brot

Brote gibt es in allen möglichen For­men und Vari­a­tio­nen, doch beim Brot sel­ber back­en ist das Grun­drezept ist in der Regel immer das gleiche.

Die Zutaten für ein Brot:

  • 500 g Mehl (Typ 550)
  • 350 ml lauwarmes Wasser
  • 2 TL Salz
  • 1/2 Wür­fel frische Hefe (alter­na­tiv 1 Tüte Trockenhefe)
  • 1 TL Zucker

Und so geht’s:

  1. Zunächst wird die frische Hefe in etwas lauwarmes Wass­er gebröselt und anschließend darin aufgelöst.
  2. Während­dessen das Mehl mit dem Salz und dem Zuck­er in eine Schüs­sel geben, das restliche Wass­er sowie die aufgelöste Hefe dazugeben und alles zu einem geschmei­di­gen Teig kneten.
  3. Bleibt der Teig zu kle­brig, kann teelöf­fel­weise mehr Mehl eingear­beit­et wer­den, bis die Masse sich sei­dig anfühlt.
  4. Den fer­ti­gen Brot­teig abdeck­en und rund 45 Minuten an einem war­men Ort gehen lassen. Das Vol­u­men des Teigs sollte sich danach ver­dop­pelt haben.
  5. Anschließend den Teig noch ein­mal durchkneten und mit den Hän­den in Form bringen.
  6. Mit einem Mess­er den Brot­laib ein­schnei­den. So ver­hin­der­st du, dass die Brotkruste beim Back­en “aufreißt”. Danach den Teig noch ein­mal 20 Minuten lang gehen lassen.
  7. Inzwis­chen den Ofen auf 220 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
  8. Jet­zt kommt der Brot­laib auf ein mit Back­pa­pi­er aus­gelegtes Back­blech. Im Ofen wird das Brot rund 35 – 45 Minuten lang gold­braun gebacken.
Grundrezept Brot

Gut zu wis­sen: Um festzustellen, ob das Brot fer­tig ist, den Laib vor­sichtig aus dem Ofen nehmen, umdrehen und mit den Fin­gerknöcheln auf die Unter­seite klopfen. Erklingt ein hohles Geräusch, ist das Brot fer­tig geback­en. Hört sich das Ganze eher dumpf an, sollte es noch einige Minuten weit­er geback­en wer­den. Wenn du mehr Vari­a­tion in dein Brot brin­gen möcht­est, kannst du beim näch­sten Mal auch andere Mehlsorten ver­wen­den. Beson­ders gut schmeck­en Dinkel- und Roggen­mehl. Außer­dem sor­gen Saat­en und Körn­er für mehr Biss und Geschmack. Dein­er Fan­tasie sind daher keine Gren­zen gesetzt.

Brot backen ohne Hefe

Brot backen Mit Backpulver

Wer ein Brot ohne Hefe back­en möchte, kann auf ein anderes Back­trieb­mit­tel set­zen: das gute, alte Back­pul­ver. Das ist nicht nur ein­fach in der Anwen­dung, es braucht im Gegen­satz zur Hefe auch keine Ruhezeit­en und kann sofort weit­er ver­ar­beit­et wer­den. Auch wenn das Ergeb­nis hin­ter­her etwas kom­pak­ter und weniger luftig ist, ist das Brot ohne Hefe eine gute und vor allem schnelle Alternative.

Die Zutaten für ein Brot:

  • 500 g Mehl (z. B. Dinkel, Weizen oder Roggen)
  • 1 TL Salz
  • 1 Pack­ung Wein­stein­back­pul­ver (Alter­na­tiv kannst du auch nor­males Back­pul­ver nehmen)
  • 400 ml Wasser
  • 2 EL geschmack­sneu­trales Öl (z. B. Rapsöl)
  • Option­al: 1 EL Brotgewürz
  • Option­al: 50 g geschrotete Lein­samen oder nach Belieben andere Saat­en und Körner

Und so geht’s:

  1. Zunächst den Ofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen und eine Kas­ten­form mit etwas Öl einfetten.
  2. Während­dessen das Mehl mit dem Back­pul­ver, Salz, Zuck­er und ggf. mit dem Brot­gewürz und den Saat­en vermischen.
  3. Das Wass­er und das Öl in den Teig geben und alles gut verkneten.
  4. Wenn nach ca. 5 Minuten ein glat­ter Teig ent­standen ist, kann dieser in die Kas­ten­form gefüllt werden.
  5. Anschließend kommt das Brot für ca. 40 – 50 Minuten in den Ofen.

Sauerteigbrot: Rezept mit Roggen und Dinkel

Sauerteigbrot Selber Backen

Das Wichtig­ste zuerst: Wenn man sich zunächst einen eige­nen Sauerteig nicht zutraut, kann man ihn auch fer­tig im Super­markt kaufen. Denn kein Brot­teig ver­langt so viel Hingabe, Liebe und Zeit wie der Sauerteig. Liebevoll wird er auch als „Diva unter den Brot­teigen“ beze­ich­net, denn er muss nicht nur ange­set­zt, „gefüt­tert“ und kul­tiviert wer­den, son­dern er zeigt sich der­weil auch ziem­lich lau­nisch. Schon kleine Temperatur- oder Zubere­itung­sun­ter­schiede entschei­den über Erfolg und Mis­ser­folg. Doch, wenn man sich erst­mal an das Sauerteigbrot-Backen gewagt hat, bekommt man nicht genug davon. Sauerteig­brot ist nicht nur beson­ders fein­porig und knack­ig in der Kruste, son­dern hat auch einen unver­gle­ich­baren, hocharo­ma­tis­chen Geschmack und ist vor allem sehr gut bekömm­lich.

Die Zutaten für ein Brot:

  • 75 g flüs­si­gen Sauerteig (aus dem Supermarkt)
  • 125 g Roggenvollkornmehl
  • 250 g Dinkelmehl (Type 1150)
  • 75 g Dinkelvollkornmehl
  • 250 ml lauwarmes Wasser
  • 1 gestr. TL Salz
  • 1 gestr. TL  Zucker
  • 1 Pack­ung Trockenhefe

Und so geht’s:

  1. Ver­mis­che zunächst die Trock­en­hefe mit dem Zuck­er und dem lauwar­men Wass­er in ein­er Schüssel.
  2. Lass das Ganze solange ruhen, bis die Hefe zu „schäu­men“ beginnt.
  3. Füge nun den flüs­si­gen Sauerteig hinzu und rühre das Ganze kurz um.
  4. Anschließend fol­gen das Mehl und das Salz.
  5. Jet­zt wird alles mit den Knethak­en deines Hand­mix­ers für rund 5 Minuten zu einem glat­ten Teig verknetet.
  6. Wenn der Teig weich und geschmei­dig ist, abdeck­en und rund 20 Minuten gehen lassen.
  7. Nach der Gehzeit den Teig noch ein­mal durchkneten und zu einem Laib for­men. Diesen aber­mals abdeck­en und eine halbe Stunde lang gehen lassen.
  8. In der Zwis­chen­zeit den Back­ofen auf 240 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.
  9. Anschließend den Laib mehrmals ein­schnei­den und das Brot auf der unter­sten Schiene 15 Minuten back­en. Danach für weit­ere 40-45 Minuten bei 200 Grad weiterbacken.
  10. Tipp: Für eine schöne Kruste braucht das Brot Luft­feuchtigkeit. Stell dafür am besten eine feuer­feste Schüs­sel mit Wass­er während der Backzeit in den Ofen.

Glutenfreies Brot backen – so geht’s

Backen Ohne Gluten

Zunächst ein­mal: Gluten ist wed­er schlecht noch per se unge­sund. Eigentlich ist es ein ganz nor­maler Bestandteil in den meis­ten Getrei­des­orten und sorgt für die Sta­bil­ität beim Back­en. Das Kle­beei­weiß macht den Teig sozusagen erst elastisch. Zwar scheint eine gluten­freie Ernährung ger­ade im Trend zu liegen, es gibt aber einige Men­schen, die darauf verzicht­en müssen, weil sie unter Unverträglichkeit­en lei­den. Die schlimm­ste Form ist die Zöli­akie, eine chro­nis­che Entzün­dung im Magen-Darm-Trakt, die durch den Verzehr von Gluten aus­gelöst wird. Doch keine Sorge, Brot und Brötchen müssen keines­falls vom Speise­plan ver­ban­nt wer­den. Die Lösung: Ganz ein­fach selb­st gluten­freies Brot backen.

Die Zutaten für ein Brot:

  • 200 g Maismehl
  • 300 g Buchweizenmehl
  • 1 Pack­ung Backpulver
  • 1 TL Salz
  • 0,5 TL Zucker
  • 600 ml Mineralwasser
  • Option­al: 1,5 TL Brotgewürz
  • Option­al: geschrotete Lein­samen, Saat­en und andere Körner

Und so geht’s:

  1. Zunächst den Back­ofen auf 180 Grad Umluft vorheizen und eine Kas­ten­form mit etwas Öl einfetten.
  2. Nun alle trock­e­nen Zutat­en (Mais­mehl, Buch­weizen­mehl, Back­pul­ver, Salz, Brot­gewürz und option­al Samen, Saat­en oder Körn­er) gut miteinan­der vermischen.
  3. Anschließend das Min­er­al­wass­er dazugeben und alles vor­sichtig zu einem Teig verarbeiten.
  4. Danach kommt der Teig in die Kas­ten­form und für ca. 60 – 80 Minuten in den Ofen.
  5. Das fer­tige Brot aus dem Ofen nehmen und vor dem Anschnei­den gut auskühlen lassen.

5 Grundregeln zum Brot selber backen

Hefeteig

Brot sel­ber back­en, ist nicht schw­er, aber eben ein echt­es Handw­erk, das gel­ernt sein will. Und wie sagt man so schön? Es ist noch kein Meis­ter vom Him­mel gefall­en. Wenn also die ersten Back­ergeb­nisse nicht so zufrieden­stel­lend aus­fall­en, soll­test du nicht gle­ich aufgeben, son­dern beim näch­sten Ver­such ein­fach ein paar ein­fache Grun­dregeln bzw. Tipps beachten:

  1. Vorge­heizter Ofen & hohe Tem­per­a­turen: Brot (Aus­nahme: das gluten­freie Brot) braucht heiße Tem­per­a­turen und Ober-/Unterhitze. Auch, wenn wir dem Kli­ma zuliebe oft auf das Vorheizen verzicht­en, sollte man beim Brot­back­en eine Aus­nahme machen. Am besten wird das Ergeb­nis, wenn das Brot etwa 10 Minuten lang auf Höch­st­tem­per­a­turen (ca. 250 Grad) geback­en wird und die Tem­per­atur dann nach und nach run­terge­dreht wird.
  2. Geduld & Zeit: Damit das Brot richtig gut wird, ist Geduld das A und O. Das gilt natür­lich im beson­deren Maße für Hefeteige, die eben Zeit zum Gehen brauchen.
  3. Alle Zutat­en im Haus haben: Natür­lich kannst du den Brot­teig je nach Geschmack mit Gewürzen und Ker­nen auf­pep­pen. Grund­sät­zlich soll­ten sich Back­an­fänger aber an das Rezept hal­ten, genau abwiegen und nicht ein­fach irgendwelche Zutat­en weglassen. Da unter­schei­det sich das Back­en deut­lich vom Kochen, das ja eher nach dem Prinzip: „alles kann, nichts muss“ funktioniert.
  4. Inten­siv Durchkneten: Es ist zwar anstren­gend, aber Brot­teig muss ordentlich geknetet wer­den. Erst, wenn er sich lock­er von der Arbeits­fläche löst und nicht mehr klebt, ist die Kon­sis­tenz richtig. Übri­gens: Weizen muss deut­lich mehr bear­beit­et wer­den als Roggen. Es kommt beim Durchkneten also dur­chaus auch auf das Mehl an.
  5. Feuchtigkeit: Brot­teig mag es feucht. Für eine beson­ders schöne Kruste kannst du dein Brot mit etwas Wass­er bestre­ichen oder eine ofen­feste Form mit Wass­er mit in den Back­ofen stellen.

Fazit zu Brot selbst backen 

Brotteig Kneten

Wer regelmäßig backt, muss qua­si keine Med­i­ta­tion­sübun­gen mehr machen. Das ganze Prozedere, vom akribis­chen Abwiegen bis zum hinge­bungsvollen Kneten, hat etwas sehr Entschle­u­ni­gen­des an sich. Bess­er kann man seine Acht­samkeit eigentlich nicht trainieren. Und natür­lich ein weit­er­er unschlag­bar­er Grund ist der Geschmack. Hat man die handw­erk­lichen Grund­la­gen erst­mal drauf, will man auf selb­st geback­enes Brot nicht mehr verzicht­en. Allein der Duft, wenn das Brot fer­tig ist, macht süchtig. Mit den richti­gen Skills kann man dann auch anfan­gen, die Brotrezepte den eige­nen Vor­lieben anzu­passen und zu verän­dern. Und last but not least: Wer selb­st backt, kann auch auf nach­haltige Zutat­en acht­en. Ob Mehl, Zuck­er oder Nüsse und Saat­en – alles gibt es in Bio-Qualität zu kaufen. Übri­gens: Wenn dir ein ganzes Brot zu viel ist, lässt sich auch die selb­st geback­ene Vari­ante prob­lem­los ein­frieren. Am besten schnei­dest du das Brot in Scheiben und frierst es dann por­tion­sweise ein. Die Brotscheiben hal­ten sich im Gefrier­schrank ca. drei Monate.

Wildkräutersalat selber pflücken

| von 

Es muss nicht immer der Salat aus dem Gemüseregal sein. Gesünder und schmackhafter ist es, sich den Salat selbst zu pflücken, auf Wiesen oder in Wäldern. Wir zeigen dir, wie es geht. 

Es gibt viele Pflanzen, die einfach als Unkraut abgestempelt werden. Was die meisten nicht wissen: Wildkräuter sind auch für uns Menschen essbar und schmecken nicht nur in Suppen, Saucen oder als gekochtes Gemüse, sondern auch als Salat. Die Wildkräuter kannst du im heimischen Garten kultivieren oder besser: Du gehst sie bei einem Spaziergang selber sammeln und pflücken. Hier findest du tolle Tipps und eine Übersicht…

Moin, ich bin Jana und ich möchte nicht in einer Welt leben, in der es bald mehr Plastik im Ozean gibt als Fische. Genau diese schreckliche Prognose hat mich dazu...

Zum Autor