Repair Cafés: Die große Liebe zum Selbst-Reparieren

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Zusam­men­sitzen, Kaf­fee trinken und gemein­sam tüfteln: Repair Cafés boomen immer mehr und sind zum beliebten Tre­ff­punkt ein­er Gen­er­a­tion gewor­den, für die Nach­haltigkeit wichtiger Bestandteil des All­t­ags ist. Statt wegzuw­er­fen und neu zu kaufen, lassen sich viele Geräte und Gegen­stände mit ein biss­chen Geduld wieder repari­eren. Wer etwas Zeit mit­bringt, Spaß am Basteln hat und den sozialen Kon­takt schätzt, ist in einem der rund 250 Repair Cafés in ganz Deutsch­land willkom­men. Der große Vorteil – die Reparatur kostet keinen Cent.

Reparieren statt wegwerfen

Die Cafés funk­tion­ieren eigentlich wie offene Werk­stät­ten. So auch im Stadtteil-Kulturtreffpunkt „Haus­Drei“ in Hamburg-Altona, wo zu regelmäßi­gen Ter­mi­nen an Woch­enen­den geladen wird. Die Besuch­er brin­gen alle möglichen defek­ten Geräte mit: Toast­er, Fernse­her, CD-Player, aber auch Stüh­le oder Fahrräder. Mehrere ehre­namtliche Helfer sind vor Ort, doch statt klas­sis­chem Reparaturs­er­vice, ver­sucht man hier stets beim gemein­samen Grü­beln eine Lösung zu find­en. „Ein mod­ern­er Fernse­her ist kaum zu repari­eren. Viele Geräte sind auf Ver­schleiß pro­duziert, das heißt, wenn etwas kaputt ist: neu kaufen. Wir wollen hier aber was für die Nach­haltigkeit tun und alte Gegen­stände ret­ten“, sagt Rain­er Zim­mer­mann, ein­er der ehre­namtlichen Schrauber, der bere­its als Jugendlich­er alte TV-Geräte wieder flott machte.

Self Repair als Gemeinschaftsprojekt

Und so erlebt man hier eine Mis­chung aus Ent­deck­er­freude und Nos­tal­gie, wenn vergessen geglaubte Gerätschaften auf den Werkzeug­bänken lan­den, die mitunter das Zeug für eine Ausstel­lung ver­staubter Design­klas­sik­er haben. Getreu dem Mot­to „Gut Ding will Weile haben“ geht man hier mit Ruhe, Geduld und genü­gend Sachver­stand zu Werke. Neben­bei trinkt man Kaf­fee, Tee oder isst ein Stück Kuchen – alles gegen eine frei­willige Spende. Im Mit­telpunkt ste­ht immer der Aus­tausch und die Gespräche über die defek­ten Geräte, daher kom­men viele Besuch­er nicht nur alleine aus dem Grund hier­her, weil sie etwas repari­ert bekom­men wollen, son­dern weil sie auch eine Menge Fachken­nt­nis dazuler­nen kön­nen.

„HausDrei“-Veranstalter Man­fred Timpe: „Wir wollen den Leuten Mut machen, hin­ter die Fas­sade von Geräten zu schauen. Schon beim Kauf sollte man darauf acht­en, ob da auch Schrauben dran sind, damit ich das Ding auf­machen kann. Wir ver­ste­hen uns nicht als Dien­stleis­ter. Man repari­ert gemein­sam und ver­sucht, das Prob­lem zu erken­nen“, sagt der 59-Jährige.

Für viele Besuch­er ste­ht das unmit­tel­bare Erfol­gser­leb­nis dann gar nicht mehr zwin­gend im Vorder­grund. Nicht alle gehen mit repari­erten Gegen­stän­den wieder nach Hause. Die Erken­nt­nis, ein biss­chen das eigene tech­nis­che Know-how verbessert zu haben, ist manch­mal sog­ar mehr wert.

Mit­tler­weile gibt es Repair Cafés fast in ganz Deutsch­land verteilt. Was klingt, wie eine jahrhun­dertealte Tra­di­tion, ist noch nicht ein­mal zehn Jahre alt. Die Idee in dieser organ­isierten Form stammt ursprünglich aus Ams­ter­dam, wo die Umweltjour­nal­istin Mar­tine Post­ma 2009 den ersten Reparaturtr­e­ff organ­isierte und ihn „Repair Café“ nan­nte.

Hier eine Über­sicht über alle Repair Cafés in Deutsch­land – ein­fach mal higne­hen und aus­pro­bieren!

Ab heute sel­ber repari­eren!

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Helden des Alltags: Fairbags

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Upcycling: alten Dingen eine zweite Chance geben und ihnen neues Leben einhauchen. Diesem Nachhaltigkeits-Trend folgt auch Fairbag, ein junges Unternehmen aus Schwäbisch Hall. Hier werden Rucksäcke und Taschen in den unterschiedlichsten Formen und Größen hergestellt, von der Clutch bis zum Laptop Case - und das aus einem ungewöhnlichen Material: Die Fairbags bestehen aus alten Drucktüchern, die beim Offsetdruck benutzt werden, um die Farbe von der Druckplatte auf den zu bedruckenden Stoff zu bringen. So ist jede Fairbag ganz individuell und zum Teil mit den unterschiedlichsten Mustern und Druckspuren versehen. Wichtig dabei: Alle Materialien - vom Grundstoff bis zu Zusatzmaterialien – …

Moin, ich bin Marie. Waschechte Hamburgerin und nordisch by nature. Hier bei OTTO halte ich für re:BLOG Ausschau nach spannenden Ideen und Menschen, coolen Eco-Outfits und berichte für euch von...

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Gustav Sucher
Montag, 1. Oktober 2018, 12:43 Uhr

Hal­lo, das ist auch mal schön hin­ter die Fas­sade zu schauen. Ein Repair-Café hat schon viele pos­i­tive Sachen. Wenn man etwas repari­eren muss, aber nicht die Zeit dafür auf­brin­gen, dann ist das natür­lich die beste Lösung. Danke für die Infos!