Was macht einen Wein zum Biowein?

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Ungewöhn­lich kalt ist es in diesen Tagen im Vau­cluse in Süd­frankre­ich. Nur wenige Son­nen­strahlen drin­gen durch die dichte Wolk­endecke im son­st so son­nen­re­ichen Départe­ment. Es ist windig. Pausen­los rascheln die Blät­ter der umliegen­den Bäume. Mein Weg führt mich über Berge und Täler zu einem Bioweingut. In den Beinen spüre ich noch immer jeden einzel­nen Muskel­strang von der Berge­tappe zum Mount Ven­toux. Da freut es mich umso mehr, dass ich gle­ich für ein oder zwei Gläschen Wein ras­ten werde. Ob er gut ist, wird sich noch her­ausstellen. Auf jeden Fall ist er bio, denn in der Domaine de Tales in Entrechaux wird seit 2010 nur noch Biowein pro­duziert.

Weingut Biowein Frankreich

Was ist der Unterschied von Biowein zu konventionell angebautem Wein?

Ehrlich gesagt bin ich alles andere als ein Weinken­ner. Daher ste­he ich vor einem Wein­re­gal wie vor einem riesi­gen Heuhaufen und weiß nie welchen Wein ich kaufen soll. Anfangs kaufte ich ein­fach immer den Wein mit dem schön­sten Etikett. Inzwis­chen wäh­le ich auss­chließlich Weine mit Bio-Label. Warum? Weil ich von mein­er Unwis­senheit inspiri­ert endlich ein Kri­teri­um gefun­den habe, auf das ich acht­en möchte: Den Schutz unser­er Umwelt. Doch wie wird ein Wein zum Biowein? Worauf acht­en biol­o­gis­che Wein­bauern? Und macht das die Weine auch qual­i­ta­tiv bess­er? Grund­sät­zlich wer­den drei ver­schiedene Arten unter­schieden, die sich im Wein­bau etabliert haben. Das sind der kon­ven­tionelle, der biol­o­gis­che und der bio­dy­namis­che Wein­bau. Wie auch in der ökol­o­gis­chen Land­wirtschaft ver­sucht der biol­o­gis­che und bio­dy­namis­che Wein­bau Umwelt und Arten­vielfalt zu scho­nen und das Ökosys­tem des Wein­bergs zu erhal­ten.

Bio Wein Frankreich
„Dafür verzicht­en Biowein­bauern auf chemisch-synthetische Dünger und Pflanzen­schutzmit­tel. Pilzbe­fall, Insek­ten und Unkraut wer­den mit natür­lichen Maß­nah­men bekämpft.”

Auf dem Weingut Domaine de Tales im Vau­cluse staune ich, dass der Boden sehr lock­er ist. Als ich den jun­gen Winz­er Gael Blanc darauf anspreche, fängt er laut an zu lachen. Die let­zten zwei Wochen hat er nichts anderes auf dem Wein­berg gemacht, als den Boden zu pflü­gen und Unkraut zu ent­fer­nen. Natür­lich wäre es ein­fach­er mit der Spritze durch die Rei­hen zu gehen, geste­ht er, aber genau davon ist er seit eini­gen Jahren weg. Andere Winz­er bepflanzen den Wein­berg mit Gräsern und Kräutern. Das steigert die Arten­vielfalt und Humus­bil­dung. „Let­z­tendlich gibt es für jede Her­aus­forderung eine natür­liche Lösung“, erk­lärt Gael. So sind beispiel­sweise Marienkäfer, Schlupfwe­spen­lar­ven, Raub­wanzen und Laufkäfer natür­liche Fress­feinde von Blat­tläusen.

Weingut Sued Frankreich

Gegen den Pilzbefall

Auch gegen möglichen Pilzbe­fall hat das Vau­cluse eine Lösung: „Die Region am Fuße des Mont Ven­toux ist rel­a­tiv windig, was uns einen Anbau ohne Chemieein­satz erlaubt und die Reben vor Krankheit­en schützt. Dank dieser Umstände kön­nen wir hier Wein ohne größeren Ein­satz von Pflanzen­mit­teln anbauen“, erk­lärt mir Gael. Der Wind sorgt dafür, dass die Trauben nach einem Regen schnell trock­nen und die Pilze keine Möglichkeit haben sich zu ver­mehren. Generell dür­fen natür­liche Sub­stanzen wie Kupfer (gegen Pilzbe­fall) und Schwe­fel (in der Kon­servierung) im Biowein­bau ver­wen­det wer­den. Jedoch gibt es Gren­zen: Kupfer schadet beispiel­sweise dem Boden und baut sich nicht ab. Deswe­gen einigten sich die deutschen Ökoan­bau­ver­bände auf eine Höch­st­menge von drei Kilo­gramm Kupfer pro Hek­tar.

Bio Weinbau Weinreben

Da weniger inten­sive Mit­tel gegen die Prob­leme der Pflanzen einge­set­zt wer­den, müssen Biow­inz­er viel häu­figer in den Wein­berg. Außer­dem müssen sie die Pflanzen regelmäßiger über­prüfen und haben somit viel mehr Arbeit. Betra­chtet man den Energie- und Ressourcenver­brauch, hat Biowein sog­ar einen höheren CO2-Ausstoß. Dieser wird jedoch durch natür­liche Pflanzen­schutzmit­tel und Dünger wieder aus­geglichen. Um die Arbeit zu reduzieren, set­zen Biow­inz­er daher auf natür­liche Nüt­zlinge und robuste Reb­sorten. Die soge­nan­nten „Piwi-Reben“ sind eine dieser Sorten. Sie sind beson­ders pilzwider­stands­fähig. Gedüngt wird mit beispiel­sweise Mist, Stroh oder Gesteins­mehl. Das hat den Vorteil, dass der Boden langfristig gepflegt wird. Kun­st­dünger brin­gen zwar Nährstoffe in den Boden, pfle­gen diesen aber nicht. Und der bio­dy­namis­chen Wein­bau? Der bio­dy­namis­che Wein­bau gilt als extremere Form des biol­o­gis­chen Wein­baus. Dabei wird die Arbeit nach den kos­mis­chen Kreis­läufen aus­gelegt. Reben wer­den beispiel­sweise nur geschnit­ten, wenn der Mond sich in ein­er ide­alen Posi­tion befind­et. Als beson­dere Meth­ode der Dün­gung wird beispiel­sweise das Horn von Rindern mit Kuh­dung und Quarzs­taub auf dem Wein­berg ver­graben. Über die Vor- und Nachteile des bio­dy­namis­chen Wein­baus stre­it­en sich Experten auf aller Welt.

Wein Bio Anbauarten Weinkeller

Biowein im Supermarkt erkennen

Bis 2012 bezog sich der Begriff Biowein lediglich auf die biol­o­gisch ange­baut­en Trauben. Seit fünf Jahren unter­liegt auch die Arbeit im Weinkeller ökol­o­gis­chen Bes­tim­mungen. In Deutsch­land kann Biowein an den fol­gen­den Siegeln erkan­nt wer­den: EU-Bio, Deme­ter, Bioland, Natur­land und Ecovin. Wer direkt beim Winz­er bestellen möchte, kann auf Tree­day nach biol­o­gis­chen Wein­bauern suchen.

Warum Biowein kaufen?

Seit 2010 baut Gael in der Domaine de Tales nur noch Biowein an. Er begann damit, nach­dem er das Weingut von seinem Groß­vater über­nom­men hat­te. Ich frage ihn nach dem Warum. „Aus Respekt vor der Natur.“, ver­rät er mir. Seine gesunde Haut­farbe und sein zufriedenes Gesicht zeigen mir, dass sich Gael gerne in der Natur aufhält. Dann winkt er mir zu und bit­tet mich ihm zu fol­gen. Wir ver­lassen den Wein­berg und klet­tern eine hölz­erne Treppe hin­auf. Von hier oben hat man einen fan­tastis­chen Aus­blick auf das Weingut und den nahegele­ge­nen Don­jon­hügel. Diese wun­der­bare Aus­sicht hat Gael inspiri­ert. In den let­zten Jahren hat er hier drei Baumhäuser für Touris­ten gebaut, die man zum Über­nacht­en buchen kann. Auf ein­er großzügi­gen Ter­rasse kann man hier im Whirlpool mit­ten in der Natur entspan­nen. Man hört das Rascheln der Blät­ter, fühlt den Wind auf der Haut und riecht Natur pur. Genau das ist es, was Gael erhal­ten will.

Bio Weinbau Frankreich

Gesund & lecker: ayurvedischer Frühstücksbrei

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Eine leichte, warme Mahlzeit am Morgen ist nicht nur für Ayurveda-Fans der perfekte Start in den Tag. Ganz besonders in der kalten Jahreszeit. Seit ich ihn in der Hundertwasser-Therme in Bad Blumau zum ersten Mal probiert habe, bin ich ein Fan von diesem speziellen ayurvedischen Frühstücksbrei – und das Schöne: Der Küchenchef hat das Rezept verraten. Hier kommt also das Grundrezept, das sich je nach Ernährung und Ayurveda-Typ variieren lässt.

Ayurvedischer Getreidebrei
Zutaten für das Grundrezept vom ayurvedischen Frühstücksbrei 500 ml Wasser 150 Gramm Getreideflocken 1 Esslöffel Honig (Ahorn- oder Zuckerrübensirup für die vegane Variante) 1 Messerspitze Zimt 1 Messerspitze…

Ich bin Steven und ich liebe die Natur, verrückte Ideen, Lissabon und den Fahrtwind auf meinem Rennrad. Und ich liebe es, immer wieder meine Grenzen auszutesten. Dafür laufe ich zum...

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Wolfgang
Mittwoch, 31. Januar 2018, 7:23 Uhr

liebe Fre­unde, was ver­steckt sich nicht alle hin­ter dem Wort Bio. Richtig ist, daß heute die Winz­er weniger die Reben spritzen als vor eini­gen Jahren. Aber die Winz­er sind verpflichtet zu spritzen. Auch ist es richtig, daß öfter kon­trol­liert wer­den muß. Ein oder zwei Stunden sind oft entschei­dens einem Befall der Reben vorzubeu­gen.
Ich war vor eini­gen Jahren bei ein­er Reise auf Mal­ta. Wir waren auch zu ein­er Wein­probe ein­ge­laden. Ich muß sagen ein sehr schönes Anwe­sen. Was wir ständig erzählt beka­men, „alles Bio, keine Pes­tiziede, alles Natur . .“ ich habe mich von der Gruppe abgeson­dert, und bin hin­ter das Anwe­sen, und was hat mich da über­rascht, eine große Halle, da ging ich hinein, alles stand voller großer gel­ber 200-Liter-Fässer, zwei große Spritz­maschi­nen, an einem der Fäss­er habe ich gerochen, das hat mir schon gere­icht, „alles Bio . . .“ ich bin dann wieder zur Gruppe zurück, und wir haben die Porte­ga ver­lassen . . . und in diesem Jahr vor Wei­h­nacht­en wollte mir ein­er auf dem Wei­h­nachts­markt, „Bio-Maronen“ verkaufen . . . Danke! ich habe ihn als „ver­rückt“ erk­lärt, und am näch­sten Tag war das Bio weg von seinem Stand.
In diesem Sinne . . . Euer Wolf­gang