Biomüll trennen & entsorgen: So geht’s richtig

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„Die Müll­berge von heute wer­den die Rohstoffe von mor­gen sein.” 
Frank Dommenz 

Müll­tren­nung ist neben Mül­lver­mei­dung ein wichtiges The­ma, doch lei­der hält sich in vie­len Köpfen das Vorurteil, dass am Ende eh alles wieder zusam­mengekippt wird und die ganze Tren­nerei nichts bringt. Dabei kann durch richtige Abfal­l­entsorgung der Ver­brauch von natür­lichen Ressourcen wie Holz und Erdöl und selb­st der Energie­ver­brauch reduziert wer­den. Das gilt auch für Bio­müll. Lei­der wird der noch immer eher stiefmüt­ter­lich behan­delt. Hier find­est du alle wichti­gen Infos zum The­ma Bioab­fall und wie man ihn richtig entsorgt.

Müll Trennen Bio Abfall

Biotonne: Was darf rein?

Grund­sät­zlich gilt: In die Biotonne gehören alle organ­is­chen Abfälle, die auch auf einen Kom­posthaufen gegeben wer­den wür­den. Qua­si alles, was der Boden her­vor­bringt, kehrt so zur Erde zurück. Trotz­dem passieren beim Müll­tren­nen häu­fig Fehler und so lan­den ganz unab­sichtlich die falschen Sachen im Bio­mülleimer. Deswe­gen hat der NABU eine Liste von Din­gen erstellt, die prob­lem­los in die Biotonne kön­nen. Aber Vor­sicht: Jede Kom­mune darf selb­st entschei­den, was in den Bio­müll kommt, deshalb soll­test du dich auf jeden Fall noch mal bei der Abfall­ber­atung vor Ort über die regionalen Regelun­gen erkundigen.

Biomuell Liste

Durch die richtige Tren­nung deines Bio­mülls kannst du einen wichti­gen Beitrag zum Umweltschutz leis­ten. Zur Ori­en­tierung haben wir dir hier ein­mal zusam­menge­tra­gen, welche Abfälle in die Biotonne gehören und welche nicht.

Das gehört in die Biotonne:

Das Kommt In die Biotonne
  • Brot- und Backwarenreste
  • Eier­schalen
  • Fis­chreste
  • Fleisch- und Wurstreste
  • Gemüseabfälle
  • Salatabfälle
  • Käser­este, ein­schließlich Naturrinde
  • Kaffee-Filtertüten, Kaf­feesatz
  • Knochen
  • Milch­pro­duk­treste
  • Nusss­chalen
  • Obstreste
  • Tee­beu­tel, Teereste
  • Garten­abfälle
  • Topf­pflanzen & Schnittblumen
  • Fed­ern
  • Haare
  • Küchen­rolle, Papierservietten
  • unbe­han­deltes Holz

Das gehört nicht in die Biotonne:

Das Kommt Nicht In Die Biotonne
  • Plas­tik, Folien
  • Asche
  • Draht
  • Speiseöl
  • Exkre­mente von Tieren, Katzenstreu
  • Glas, Reste­abfälle
  • behan­deltes Holz
  • Hygie­n­eartikel
  • Keramik, Porzel­lan
  • Kerzen­reste
  • Led­er­reste
  • Put­zlap­pen und -tücher
  • Prob­lemabfälle, Medikamente
  • Staub­sauger­beu­tel
  • Tape­ten
  • Tep­pich­bö­den
  • Tex­tilien
  • Ver­band­ma­te­r­i­al
  • Met­alle
  • Tierka­dav­er

Biomüll geruchsarm und hygienisch sammeln

Küchen­abfälle wer­den nach kurz­er Zeit ziem­lich schnell eklig und fan­gen an, zu müf­feln. So macht Müll­tren­nung wirk­lich keinen Spaß, son­dern wird eher zur Qual.

Biomuell Richtig Entsorgen

Damit das nicht passiert, gibt es fünf hil­fre­iche Tipps zum Sam­meln von Biomüll:

  1. Um der Geruchs­beläs­ti­gung zu ent­ge­hen, sollte Bioab­fall so schnell wie möglich aus der Woh­nung in die Biotonne gebracht werden.
  2. Speis­er­este in Zeitungspa­pi­er (nicht bunt bedruckt) wick­eln. Das nimmt Feuchtigkeit auf und ver­hin­dert das Auftreten von Maden.
  3. Immer darauf acht­en, dass der Bioab­fall möglichst trock­en ist, das ver­hin­dert allzu starke Geruchsbildung.
  4. Bio­mülleimer regelmäßig auswaschen und darauf acht­en, dass er ver­schließbar ist.
  5. Die Biotonne möglichst an einen schat­ti­gen Platz stellen und den Deck­el im Som­mer mit ein­er Essig­mis­chung besprühen, das hält Insek­ten fern.

Übri­gens: Nur die wenig­sten Nahrungsmit­tel, die im Müll lan­den, gehören auch wirk­lich dor­thin. Wir wer­fen viel zu viele Lebens­mit­tel weg, die nicht ver­dor­ben sind und die sich noch ver­w­erten lassen. Deshalb lieber kleinere Men­gen kaufen und nicht nur dem Ver­falls­da­tum, son­dern dem eige­nen Geruchs- und Geschmackssinn vertrauen.

Wie gut sind Biomüllbeutel wirklich?

Es ist natür­lich beque­mer, Müll, statt lose in einem Eimer oder ein­er Schüs­sel, in ein­er Mülltüte zu sam­meln. Bio­müll­beu­tel sind deshalb für viele eine gute Alter­na­tive, so richtig Bio sind die Tüten aber gar nicht. Zwar sind die Bio­plas­tik­tüten abbaubar und kom­postier­bar, aber in den mod­er­nen Kom­postierungsan­la­gen wird die Ver­rot­tungs­dauer immer kürz­er, sodass zu wenig Zeit für den Abbau bleibt. Nach drei Monat­en in ein­er indus­triellen Kom­postierungsan­lage dür­fen nach Indus­trienorm noch zehn Prozent der Tüten­reste größer als zwei Mil­lime­ter sein. Das bedeutet für das Kom­post­ma­te­r­i­al natür­lich eine Verun­reini­gung durch Plas­tiküber­reste und weil die übliche Kom­postier­dauer in den Anla­gen nur noch drei bis vier Wochen beträgt, heißt das, dass die Bio­mülltüten in dieser Zeit gar nicht mehr abge­baut wer­den kön­nen. Sie müssen also vorher aus­sortiert wer­den, was sehr knif­fe­lig und energieaufwendig ist.

Muellbeutel Fuer Den Biomuell

Und es gibt noch weit­ere Gründe, die gegen Bio­mülltüten sprechen: Die Vor­silbe „Bio“ kann unter­schiedliche Bedeu­tun­gen haben. Ein­mal kann sie für biobasiert ste­hen, also aus nachwach­senden Rohstof­fen hergestellt, etwa auf Stärke­ba­sis aus Mais oder Kartof­feln. Oder sie beze­ich­net die Eigen­schaft, dass der Kun­st­stoff biol­o­gisch abge­baut wer­den kann. Ganz wichtig: Nicht jed­er Kun­st­stoff aus nachwach­senden Rohstof­fen ist biol­o­gisch abbaubar. Genau­so sind nicht alle biol­o­gisch abbaubaren Kun­st­stoffe aus nachwach­senden Rohstof­fen hergestellt. Ver­brauch­er müssen also genau auf die Angaben auf der Ver­pack­ung achten.

Außer­dem wer­den beim Anbau der Rohstoffe für die Bio­plas­tikpro­duk­tion laut NABU starke Pes­tizide und chemis­che Dünger ver­wen­det. Sie haben zudem eine ähn­lich schlechte Öko­bi­lanz wie nor­male Plas­tik­tüten. Bess­er ist also, den Bio­müll in Zeitungspa­pi­er einzuschla­gen oder gle­ich in die Biotonne zu wer­fen. Papiertüten sind eben­falls eine Alter­na­tive, hal­ten aber nicht gut bei Feuchtigkeit.

Eigener Kompost macht Biotonne überflüssig?

Kompost Oder Biotonne Kompostieren

Wer die Möglichkeit hat, sich einen eige­nen Kom­post im Garten aufzustellen, kann Bio­müll natür­lich auch dort entsor­gen. Allerd­ings gibt es auch hier Dinge, die nicht kom­postiert wer­den soll­ten, wie beispiel­sweise Zitrusfrüchte, da ihre Schale häu­fig gespritzt ist und so Pes­tizide in den Humus gelan­gen. Auch Fleisch, Milch­pro­duk­te, Gebäck und andere gekochte Essen­sreste soll­ten nicht auf den Kom­post, da sie unter anderem Ungeziefer anlock­en. Außer­dem kön­nen Biogas- oder Großkom­postierungsan­la­gen diese Abfälle viel bess­er ver­w­erten. Trotz­dem ist der Gartenkom­post eine tolle Sache, um Bioabfälle für den eige­nen Gebrauch in Humus zu ver­wan­deln. Noch ein Tipp für alle, die selb­st kom­postieren: Man sollte immer darauf acht­en, dass der Kom­post aus­re­ichend durch­lüftet wird, son­st kann sich kli­maschädlich­es Methangas bilden.

Problem: Mikroplastik in Biodünger

Auch wenn es im eige­nen Garten möglichst natür­lich zuge­hen soll, kommt man manch­mal ein­fach nicht ohne Dünger aus. Da ist Biodünger, der aus unseren Bioabfällen gemacht wurde, eine super Alter­na­tive zum Chemiedünger. Lei­der zeigt eine Studie des Ökolo­gen Chris­t­ian Laforsch, dass Biodünger häu­fig durch Mikro­plas­tik belastet ist.

Mikroplastik In Bioduenger

Wie kommt Plas­tik in den Dünger? Ganz ein­fach: Zwar wird Bio­müll nach Störstof­fen gefiltert, aber das geht nur bis zu einem gewis­sen Grad. Die Maschi­nen erwis­chen nicht alle Plas­tik­teile, ger­ade wenn sie sehr klein sind. Das Plas­tik wird mitver­w­ertet und gelangt so in den Boden und in die dort ange­baut­en Lebens­mit­tel und let­z­tendlich in unseren Kör­p­er. Ein Grund mehr, auf saubere Müll­tren­nung zu acht­en. Nicht nur der Umwelt, son­dern auch uns zu Liebe.

Wie wird Bioabfall weiterverwertet?

Allein in ein­er Bana­nen­schale steckt so viel unver­brauchte Energie, dass damit eine 11-Watt-Lampe für mehr als 30 Minuten leucht­en kann. Dieses Beispiel macht deut­lich, dass Bioabfälle bei der Energiegewin­nung eine ökol­o­gisch sin­nvolle Alter­na­tive zu extra ange­baut­en Energiepflanzen wie beispiel­sweise Mais sind. Um an diese Energie zu gelan­gen, wird Bio­müll in Bio­gasan­la­gen weit­er verwertet.

Biogas aus Bioabfall Muellverwertung

Es gibt zwei unter­schiedliche Ver­fahren, in denen Müll aus der Biotonne zu wertvollem Bio­gas und gle­ichzeit­ig auch zu Biodünger umge­wan­delt wird. Vor dem Recy­cling muss der Abfall in bei­den Fällen maschinell von Verun­reini­gun­gen wie Plas­tik, Met­all oder Glas befre­it wer­den, da son­st die Biogas- und Düngerqual­ität sinkt. Auch die Maschi­nen kön­nen durch die soge­nan­nten Störstoffe beschädigt wer­den. Der ganze Prozess kostet natür­lich unnötig Energie, was sich durch saubere Müll­tren­nung ver­mei­den lassen würde. Nach der Vor­be­hand­lung wird der Müll anschließend entwed­er vergärt oder kompostiert:

  • Biovergärung: Bei der Vergärung wird aus dem Bioab­fall Bio­gas gewon­nen. Je nach Anlage wird es in Gas­mo­toren ver­w­ertet und in großen Gas­be­häl­tern zwis­chenge­spe­ichert. Alter­na­tiv kann das Bio­gas auf Erdgasqual­ität auf­bere­it­et und als Bio­methan in das Erdgas­netz einge­speist wer­den. Im Anschluss an den Vergärung­sprozess wird der Gär­rest entwässert und der feste Teil als Kom­post an Pri­vathaushalte, Wein­baube­triebe oder Land­schafts­gärt­nereien verkauft. Pro Tonne Bio­müll entste­hen so zwis­chen 80 und 140 Kubik­me­ter Bio­gas, das in Strom oder Wärme umge­wan­delt wird.
  • Kom­postierung: Hier­bei han­delt es sich eigentlich um das­selbe Ver­fahren, das auch im eige­nen Gartenkom­post stat­tfind­et, nur schneller und tech­nisch opti­miert­er. In der ersten Phase wer­den unter hohen Tem­per­a­turen leichte organ­is­che Sub­stanzen schnell abge­baut und Keime abgetötet. Die Bil­dung von kli­maschädlichem Methan soll dabei weitest­ge­hend ver­mieden wer­den. In der Nachrottphase wird Humus gebildet, der später als Kom­post zum Dün­gen genutzt wer­den kann.

Wusstest du übri­gens, dass seit Jan­u­ar 2015 alle Kom­munen die Möglichkeit bieten müssen, Bio­müll in ein­er eige­nen Tonne zu sam­meln? Diese Regelung wird lei­der häu­fig nur halb­herzig umge­set­zt, was schade ist, denn so kann nur ein Bruchteil des anfal­l­en­den Bioab­falls sin­nvoll genutzt wer­den. Wer eine braune Tonne für seinen Haushalt haben möchte, kann aber ein­fach bei sein­er Kom­mune nach­fra­gen und bekommt dann auch eine gestellt.

Ist Kinderkriegen nachhaltig?

| von 

Weil sie sich wegen des Klimawandels sorgen, entscheiden sich manche Frauen dazu, keine Kinder zu bekommen. Doch ist ein Gebärstreik wirklich die Lösung? 

Schwangerschaftsbauch

Als Mutter beschäftigt mich eine Frage ganz besonders: Was für eine Welt möchte ich meinem Kind hinterlassen? In Anbetracht des Klimawandels deutet bereits vieles darauf hin, dass in einigen Jahren bereits heftige Wetterextreme zum Alltag gehören, Winter ganz ohne Schnee auskommen und viele Tier- und Pflanzenarten vom Planeten verschwunden sein werden. Mehr Plastik im Meer als Fische? Eine gruselige, aber keine abwegige Vorstellung. Ist es in Anbetracht dieser Zukunfts-Szenarien überhaupt noch vertretbar, Kinder zu bekommen? 

Keine…

Moin, ich bin Marie. Waschechte Hamburgerin und nordisch by nature. Hier bei OTTO halte ich für re:BLOG Ausschau nach spannenden Ideen und Menschen, coolen Eco-Outfits und berichte für euch von...

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