Warum so viele Bienen sterben und was ihr dagegen tun könnt!

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Seit ein paar Jahren interessiere ich mich sehr für Bienen, im letzten Jahr habe ich sogar einen Imkerkurs belegt, um diese einzigartigen Wesen noch besser zu verstehen. Bienen bestäuben 80% aller Pflanzen und gelten somit nach Schwein und Rind für das drittwichtigste Nutztier für die Menschen.

Sehr bestürzt hat mich Anfang des Jahres die Meldung, dass in Brandenburg bis zu 40% der Bienenstöcke nicht überlebt haben. „Normal“ waren in den letzten Jahren 10-15%. Was sind die Gründe dafür?

Das schadet den Bienen

Varroamilbe

Jeder, der sich ein bisschen mit Bienen beschäftigt, hat den Namen schon gehört. Es handelt sich um winzig kleine Parasiten, die die Bienenlarven aussaugen und den Nachwuchs anfressen und somit verkrüppeln. Die Milbe gilt als der größte Feind der Bienen.

Milder Winter

Dadurch, dass der letzte Winter so mild war, haben die Bienen durchgehend Nachwuchs produziert. Das wiederum führt dazu, dass die Varroamilbe durchgehend Futter hatte und überleben konnte. Wenn es mal so richtig friert, stellen die Bienen ihre Produktion ein und die Milben sterben bestenfalls.

Pflanzenschutzmittel

Es wird immer mehr gesprüht. Diese Mittel sind mittlerweile meist nicht mehr direkt tödlich für die Bienen, in der Kreuzung aus verschiedenen Mitteln aber häufig doch. Wenn also zwei Bauern zwei verschiedene Mittel spritzen, können sie, wenn die Biene auf beiden Feldern unterwegs war, doch tödlich oder schwächend wirken.

Die Bienen sind also einer ganzen Menge zusätzlicher Feinde ausgesetzt, die natürlichen Feinde wie Mäuse, die sich im Winter einen Weg in die Stöcke bahnen, gibt es auch noch.

Was kann denn der Einzelne von uns dagegen tun?

Imkern

Klingt einfacher, als es ist. Man sollte sich nicht leichtfertig Bienen anschaffen, sondern nur, wenn man sich wirklich auf das ganze Abenteuer einlassen möchte und bereit ist, die Verantwortung zu tragen. Wer dazu bereit ist, leistet damit einen ganz wichtigen Beitrag zum Bienenschutz. Für Stadtmenschen eignet sich zum Beispiel die Bienenbox.

Guten, regionalen Honig kaufen

Ganz einfach und schlicht: Achtet darauf, was für Honig ihr kauft. Mit dem Kauf von regionalem Honig vom Imker unterstützt ihr die Imker, die regionale Biene und damit die regionale Landwirtschaft. Honig mit dem Bio-Siegel steht für besonders bienenfreundliche Tierhaltung, aber nicht jeder kleine Imker hat das teure Siegel. Regionaler nicht-zertifizierter Honig ist Bio-Honig vom anderen Ende der Welt jederzeit vorzuziehen.

Pflanzen

Pflanzt bienenfreundliche Blumen in eure Balkonkästen. Es gibt einige Anbieter, die mittlerweile Bienen-Menü-Mischungen anbieten. Toll ist es auch, Früh- und Spätblüher zu pflanzen, denn da finden die Bienen oft nicht so viel Futter. Außerdem solltet ihr auf Pestizide komplett verzichten.

Nistmöglichkeiten bieten

Wildbienen bringen zwar keinen Honig, bestäuben aber trotzdem. Wer Platz oder sogar einen Garten hat, kann ein Insektenhotel aufstellen und dort Wildbienen und anderen Nützlingen Unterschlupf bieten. Achtet hierbei auf FSC-zertifiziertes Holz.

Aufklären

Erzählt euren Familien, Freunden, Kindern und Arbeitskollegen von den Bienen und wie sie geschützt werden können. Wissen ist Macht!

Schon gewusst? Otto unterstützt übrigens auch ein Bienenschutzprojekt – vielleicht ist das auch eine Anregung für eure Arbeitgeber?

Seit 2011 blogge ich auf Green Friday über alle Facetten des nachhaltigen Großstadtlebens. Mein Herz schlägt für Ideen, die die Welt ein bisschen besser machen. Deshalb interviewe ich junge Macher der Slow Food Bewegung, stelle Naturkosmetik oder Organic Jeans Labels vor, arbeite an Urban Farming Projekten mit, frage mich, ob Wirtschaft ohne Wachstum funktioniert, teste Sharing-Apps und dokumentiere auch meine eigenen Versuche nachhaltiger zu leben auf Green Friday. Und weil ich finde, dass Nachhaltigkeit Spaß machen muss, versehe ich meine Geschichten auch gerne mal mit einem Augenzwinkern. Let’s unf*ck the world, wenigstens ein bisschen.

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