Schlammschlacht im Moor: Mit OTTO auf Rügen

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Bäume pflanzen für den Klimaschutz, das kannte ich. Aber im Moor buddeln? Was hat das mit denn Klimaschutz zu tun? Rügen, das waren für mich immer blendend weiße Kreidefelsen und glitzernde Ostsee …

Urlaub im Moor

Aber schwarze Erde und Moor? Jetzt stehe ich mittendrin im schwarzen Moder. Unter meinen Füßen wabbelt und quietscht es, ein Boden wie Götterspeise. „Der muss noch fester werden“, ruft mir eine Studentin fröhlich zu, die gerade Binsen aus dem Moor rupft. Sie macht eine Woche Urlaub auf Rügen. Kein Strand, kein Schwimmen hat sie sich ausgesucht. Sie schwingt die Schaufel, schleppt Holzbohlen oder wuchtet Schubkarren voll mit schwerem, dunklen Boden durch die Landschaft. Knochenarbeit für den Klimaschutz. Und sie macht es gern, denn: „Ich habe das Gefühl, so wenigstens meinen kleinen Teil für die Erde beizutragen.“

Hüpfen für den Naturschutz

Sie gehört zu einer Gruppe mit 20 Studenten, die ihre Abschlussfahrt im Nationalpark Jasmund verbringen und den Tag über schwer im Nationalpark Jasmund die Moore schuften und die Moore wieder vernässen. „Hüpf noch mehr“, ruft mir die Studentin fröhlich zu. Es ist ein wenig wie Trampolinspringen, weil es so schön unter den Füßen federt. Aber der Modder muss dichter werden, wir hüpfen die Erde auf dem neuen Damm fest.

Kleine Schritte mit großer Wirkung

Gemeinsam mit dem CR-Team von OTTO machen wir eine Stippvisite im Moor, denn das Unternehmen unterstützt das Moor-Projekt. Anja Dillenburg, Bereichsleiterin Nachhaltigkeit bei Otto erklärt, warum sich das Hamburger Unternehmen auf Rügen engagiert: „Wir möchten Impulse geben, dass jeder etwas für Nachhaltigkeit tun kann. Dieses Projekt ist eine schöne Idee, jenseits des Alltags kleine Schritte mit großer Wirkung auf den Klimaschutz zu machen.“ Und genau das passiert auf Rügen gerade.

Vier Tage harte Knochenarbeit

Während die Studenten vier Tage im Regen hart geackert haben, haben wir einen Sonnentag erwischt. Bevor wir Hand anlegen können, erklärt uns der Geologe und Nationalparkleiter Dr. Ingolf Stodian, was das Buddeln im Moor mit Klimaschutz zu tun hat. „Das Moor ist ein riesiger CO2-Speicher, noch größer als die Regenwälder. Es speichert auch Methan und andere Gase. Fällt es trocken, entweichen diese Gase in die Atmosphäre.“

Auch die Tiere freuen sich

Der Mensch bläst nicht nur mit Autos und Fabriken das klimaschädliche Gas in die Luft, sondern setzt es auch noch mit dem Torfabbau und dem Trockenlegen der Moore frei. „Und das jetzt, in einer Zeit, in der wir es am wenigsten brauchen können“, sagt Stodian. Deswegen sei es ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz, die Moore wieder zu vernässen. „Man hat früher viele Gräben gezogen, um das Land zu entwässern und besser zu bewirtschaften. Das machen wir jetzt rückgängig.“ 40 Hektar Moor sollen so in den kommenden drei Jahren auf Rügen renaturiert werden. Das freut auch Tiere wie die Gelbbauchunke, Kammmolch oder seltene Schmetterlingsarten, die sich dort wieder ansiedeln.

Unermüdlich schieben die Studenten Schubkarren voller Sägespäne über die Holzbohlen, die als Steg in die Landschaft gelegt wurden. Grillen surren, Falter flirren in der Luft. Der Wasserdost blüht rosarot und hüllt die Landschaft in eine duftende Wolke. Von Ferne dringt Lachen ans Ohr, aber auch das mächtige Wummern, wenn schwere Balken in die Erde gewuchtet werden. Rike (23) steht in ihrer Anglerhose bis zu den Oberschenkeln in matschiger Brühe am Fuß des Dammes und hämmert Holzbohlen aneinander.

Tags zuvor haben die Studenten den Entwässerungsgraben drei Meter tief aufgeschlitzt. Der schwere Moderboden musste hochgeschaufelt und die Baustelle entwässert werden, denn sie lief schneller voll als eine Badewanne. „Wer bei uns mitarbeitet, lernt sehr viel“, erklärt Stephen Wehner, Geschäftsführer des Bergwaldprojektes, das diese Aktion durchführt.

Ein Projekt, das verbindet und zum Nachdenken bringt

Elementare Handwerkstechniken wie Sägen, Hämmern gehören dazu. Jeden Morgen sind die Studenten um sechs Uhr aufgestanden, haben von acht bis 17 Uhr im Moor geschuftet. Und dabei Momente erlebt, die sich für immer ins Erinnerungsalbum des Gehirns prägen. Das Mittagessen, frisch gekocht, mitten im Wald unter den Buchen mit dem riesigen Haufen Sägespäne als Sofa. Das Schubkarrenrennen, die Abende am Lagerfeuer und in den Zelten. „Wir haben ein großes Teamgefühl entwickelt“, resümiert Rike. „Wir haben gelernt, einander zu vertrauen.“ Dabei sind sie jeden Tag über sich hinausgewachsen. „Ich staune selbst, wie gut wir die schwere, körperliche Arbeit wegstecken.“ Sie will auf jeden Fall wiederkommen. „Ich möchte mir jedes Jahr eine Woche reservieren und beim Bergwaldprojekt mitmachen. Man lernt unglaublich viel. Wir können ganz viel selbst machen, um unsere Natur zu schützen.“    

Über das Bergwaldprojekt

Das Bergwaldprojekt e.V. ist ein Verein, der sich dem Erhalt und der Pflege des Waldes verschrieben hat. Er kümmert sich um den ökologischen Waldumbau der vorhandenen Wälder mit standortheimischen Laubhölzern und der Tanne sowie die Sanierung der Schutzwälder im Gebirge und übernimmt klimaschutzwichtige Aufgaben, wie etwa die Vernässung der Moore auf Rügen. Es sind Projekte, die auf Freiwilligenarbeit beruhen, Menschen jeden Alters schenken der Natur dabei eine Woche ihre Arbeitskraft, ob beim Anpflanzen der Bäume oder Errichten der Staudämme, dafür haben sie Kost und Logis frei. Stephen Wehner, Geschäftsführer des Bergwaldprojektes: „Die Menschen schenken uns das Wertvollste, was sie haben: ihre Zeit. Dafür sehen sie schnelle Erfolge. Und haben das gute Gefühl, unserer Erde auch ein Ministück zurückgeben zu können.“ Mehr Infos gibt es auf www.bergwaldprojekt.de.

OTTOs Nachhaltigkeitsstrategie

Nachhaltigkeit ist für das Hamburger Unternehmen OTTO seit mehr als 30 Jahren selbstverständlich. Bis zum Jahr 2020 hat sich das Unternehmen das Ziel gesetzt, den eigenen CO2-Ausstoß halbiert zu haben. Weitere Maßnahmen sind das Angebot der eigenen Produkte aus nachhaltiger Baumwolle, sowie FSC-zertifizierte Möbel. Ein Fokus liegt außerdem darauf, die Transportkette klimafreundlicher zu gestalten. OTTO unterstützt mit der Aktion „Ein Baum. Ein Kauf. Ein Wald“ das Bergwaldprojekt bei der Wiederaufforstung auf Amrum, außerdem spendet das Unternehmen im Rahmen der Aktion Klimabonus an das Bergwaldprojekt.

Für weitere Informationen zu OTTO’s Nachhaltigkeitsengagement klicke hier.

Hallo, ich bin Andrea – und ich reise gerne. Keine Reise hat mich nachhaltiger beeindruckt als mein Aufenthalt in der Mongolei, von dem ich Euch hier auch erzähle. Doch es muss nicht immer die Ferne sein, sondern oftmal überrascht mich das ganz Nahe mehr. Sei es bei der Vogelbeobachtung an der Nordsee oder beim Paddeln an der Elbe. Ich mag naturnahes Leben und bin gerne draußen, davon erzähle ich Euch nicht nur auf diesem Blog, sondern auch auf meinem eigenen Blog: unter www.indigo-blau.de findet Ihr mehr Geschichten und Tipps rund ums Reisen und Nachhaltig leben. Ich bin übrigens Journalistin, Mutter zweier Kinder und arbeite zudem als Tierheilpraktikerin.

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