Die Bedeutung von Zeit – drei Fragen für das neue Jahr

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Ich bin nicht unbe­d­ingt Fan von Vorsätzen fürs neue Jahr. Eigentlich möchte ich mich lieber auf ein neues, aufre­gen­des Jahr freuen, ohne mir schon vorher irgendwelche Pflicht­en aufzu­las­ten. Was ich allerd­ings sehr gerne mache, ist mir zu über­legen, was ich aus dem let­zten Jahr gerne mit­nehmen möchte. Die besten Momente, span­nend­sten Erfahrun­gen und Erken­nt­nisse, schön­sten Erin­nerun­gen, geteilte Gedanken in der gemein­samen Zeit mit tollen Men­schen – das möchte ich ungern zurück­lassen, denn davon zehrt man schließlich!

Gegen Ende des Jahres liest man in den sozialen Medi­en und in allen Zeitschriften von unser­er Zeit, die so schnell dahin­rast. Die Momente rin­nen uns durch die Fin­ger, der Tag ist zu kurz, die Jahre verge­hen zu schnell. Schon wieder ein neues Jahr! Wo geht nur unsere Zeit hin?

Aber wie kom­men wir dazu, dass plöt­zlich keine Zeit mehr bleibt? Nimmt sich ja nie­mand vor. Wenn man Glück hat, macht man seine Auf­gaben und seinen Job so gerne, dass es ok ist, wenn kaum Freizeit bleibt. Die meis­ten von uns (Hal­lo Gen­er­a­tion Y) haben aber mehr als eine Pri­or­ität in ihrem Leben und selb­st wenn sich eine beson­ders wichtige Sache her­auskristallisiert, ist das nicht unbe­d­ingt der Job und damit die Sache, welche die meiste Zeit im Leben einnimmt.

 

Überlegungen für das neue Jahr

Mehr vom Moment

Wann haben wir am meis­ten von unser­er Zeit? Wenn die Zeit am langsam­sten verge­ht, heißt das ja nicht unbe­d­ingt, dass wir die Zeit am meis­ten genießen. Aber ken­nt ihr das, nach einem richtig tollen Woch­enende, das so schön war, dass die Zeit wie im Flug ver­gan­gen ist, das Gefühl zu haben, dass der let­zte müh­same Tag so unendlich weit weg ist? Oder nach einem Urlaub oder ein­er Reise so weit weg vom All­t­ag zu sein, dass man sich schon wieder darauf freuen kann?
Nach Momenten, Stunden, Tagen, Wochen, in denen wir keine Sekunde dafür ver­schwen­det haben, wie unser Leben sein sollte, was wir schaf­fen soll­ten, erledi­gen soll­ten, was man (mein absolutes Has­sliebe­wort) so Sin­nvolles tun sollte, erre­ichen sollte, ob man auch fleißig ist.
Momente, in denen man nur genießen kon­nte, sind ja wohl das Nach­haltig­ste über­haupt. Ich glaube, wenn wir diese kom­pro­miss­los sinnlosen und schö­nen Momente schaf­fen und genießen kön­nen, bleibt auch mehr Luft und Moti­va­tion für die Momente, in denen sin­nvolle Invest­ments nötig sind, um weit­er­hin nicht auf diese Momente verzicht­en zu müssen.

Mehr von meinem Tag

Stress ist in unser­er Zeit ein Prädik­tor von Fleiß. Und Fleiß ist abso­lut erstrebenswert, denn wer will schon faul sein? Wer keinen Stress hat, ist schein­bar nicht beson­ders fleißig. Was eine Per­son dann tat­säch­lich leis­tet, schafft oder darstellt, hat aber nichts damit zu tun, ob sie sich viel oder wenig Zeit für die schö­nen (ver­meintlich sinnlosen) Dinge nimmt und noch nicht ein­mal unbe­d­ingt damit, wieviel Zeit sie über­haupt für ein Ergeb­nis investiert.
Es gibt sicher­lich Leute, die mor­gens um 10 Uhr schon so viel geschafft haben, dass sie den ganzen restlichen Tag Kaf­feep­ause machen kön­nen, andere kom­men bis zum Ende ein­er Auf­gabe vor lauter Stress nicht zum Dur­chat­men und wieder andere schaf­fen gar nichts und haben trotz­dem Stress. Es kommt auf den Inhalt an und auf mich und meine Fähigkeit­en. Die Zeit ist kein sin­nvolles Messkriterium.
Ich disku­tiere auch ganz gerne mal über gesellschaftliche oder poli­tis­che Her­aus­forderun­gen. Aber am Ende muss ich mich entschei­den: Inwieweit möchte ich wirk­lich aktiv etwas ändern, weil ich es gern tue und ab welchem Punkt besinne ich mich auf mein eigenes Leben zurück, anstatt poli­tik­be­wan­dert und überen­gagiert den Kopf in den Sand steck­en. Dafür ist mir mein Tag ein­fach zu schade, dafür muss ich keine Zeit investieren. Die Kon­se­quen­zen werde ich nicht bee­in­flussen, je mehr ich darü­ber spreche.
Natür­lich gibt es Tage, die ein­fach nicht so laufen. Und auch der ein oder andere Win­terblues erstreckt seine Schat­ten auf Insta­gram bis auf einen frühen Novem­bertag. Aber auch dann ist nichts ver­loren. Wir kön­nen uns darauf ein­lassen, akzep­tieren, das Beste draus machen oder manch­mal vielle­icht auch ein­fach nur das Schlecht­este zulassen. Weil nicht immer gle­ich alles ver­loren ist. Schon gar nicht, wenn es einen näch­sten Tag gibt. (Auch das ist ein eiskalter Win­tertag? Dann vielle­icht doch lieber akzep­tieren und drauf freuen?).

Mehr von meinem Jahren

Eine Fre­undin entschuldigte sich kür­zlich für ihr Jam­mern, weil Jam­mern ja nicht sin­nvoll ist. Aber geht es im Leben darum, sin­nvolle Dinge zu tun? Oder die Lor­beeren für sin­nvoll investierte Zeit zu ern­ten, während man sich fragt, was man all die Zeit an nach­haltig Schönem ver­passt hat und vor allem während man vor lauter neuen Zeit­in­vesti­tio­nen in die weit­ere Zukun­ft nicht zum Innehal­ten kommt?

Hab ich schon mal erwäh­nt, dass ich es has­se, wenn Men­schen an sich arbeit­en? Oder an ihrer Beziehung? Oder ihrem Zeit­man­age­ment? Ich mag ein­fach diesen Begriff „Arbeit“ in dem Zusam­men­hang nicht, weil damit immer etwas Neg­a­tives gemeint ist. „Es ist anstren­gend, aber man muss nun mal an allem möglichen arbeit­en“. Wieso kann man eigentlich Vorhaben nicht ein­fach umset­zen, ohne darü­ber nachzu­denken, wie hart es ist und vor allem ohne zu ARBEITEN?

Mehr von meinem Leben

Es begin­nt doch mal wieder alles im Kleinen, im Moment. Wenn ich mir nicht mal gönne, meine Zeit mit sinnlosem Gos­sip, Social Media oder Frustablassen zu ver­brin­gen, wie soll ich dann die Energie auf­brin­gen, sin­nvolle Investi­tio­nen in die Zukun­ft durchzuziehen und auf sinnlose Investi­tio­nen zu verzichten?

In vie­len psy­chol­o­gis­chen Gesprächen auf der Onkolo­gie habe ich eines gemerkt: Men­schen bereuen nicht die Fehler, die sie gerne gemacht haben, son­dern die Wün­sche, die sie ignori­ert haben.

Es gehört sicher­lich oft etwas dazu, sich auf das Leben einzu­lassen und Verän­derun­gen offen gegenüberzutreten, aber wenn man zu Ende gehende Kapi­tel genossen hat, kann man sich auch nichts vor­w­er­fen und sich z.B. darauf freuen, dass die Kinder nicht mehr so klein sind und dafür auch nicht mehr so viel Hil­fe und Aufmerk­samkeit benötigen.

Wir sind immer nur einen Schritt davon ent­fer­nt, ein kom­plett anderes Leben zu führen. Wir müssen es nur machen. Oder es bleiben lassen. Dann wenn es geht und wenn wir darauf Lust haben. Und dann muss man Jahre später auch nichts mehr bereuen, weil man sich nicht vor­w­er­fen kann, nicht so gelebt zu haben, wie man in der entsprechen­den Sit­u­a­tion leben wollte. Ich glaube, nur so kann man Zeit nach­haltig nutzen und auch von ver­gan­genen Zeit­en zehren

Drei Fra­gen möchte ich mir im näch­sten Jahr immer wieder stellen:

  • In welchen Momenten/Situationen habe ich am meis­ten von mein­er Zeit? Wann kann ich mich und meine Zeit am meis­ten genießen?
  • Auf welche drei zeit­fressenden Dinge in meinem Leben kann ich nicht verzichten?
  • Welche drei zeit­fressenden Dinge machen mir in meinem Leben mehr Stress, als sie mir nutzen?

Die Antworten auf diese Fra­gen sind nicht nur für jeden Men­schen andere, son­dern haben auch für unter­schiedliche Men­schen unter­schiedliche Kon­se­quen­zen. Was das konkret heißt, wann man sich Zeit für Momente gön­nt und wo man doch lieber in die Zukun­ft investiert, ist für jeden anders. Nur bei einem bin ich mir sich­er: Dass man niemals Zeit in die Ver­gan­gen­heit investieren sollte.

Wir kön­nen aus der Ver­gan­gen­heit ler­nen, sie hat uns geprägt und uns gute und schlechte Erin­nerun­gen mit auf den Weg gegeben. Aber sie ist vor­bei und damit ist sie in erster Lin­ie exis­tent. Und auch wenn wir ihr große Bedeu­tung zuschreiben, sollte unsere Energie doch immer nach vorne gerichtet wer­den. Alle Physik­er dür­fen mich an dieser Stelle schimpfen. Und alle Tiefenpsychologen.

Ein Leben ohne Plastik? So geht's!

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Wir wissen alle, dass Plastik nicht gut für unsere Umwelt ist und jeder von uns viel zu viel davon im Alltag verbraucht – und trotzdem tun wir oft erstmal nichts, scheint das Problem doch so groß und unlösbar. Ist es aber nicht! Und genau das zeigt uns Nadine Schubert. Die Zweifachmama und Bloggerin hat sich für ein Leben ohne Plastik entschieden und darüber sogar ein Buch geschrieben. Das Schöne ist: Es ist so viel einfacher, als wir denken und schon mit kleinen Taten können wir vieles verbessern. Wir haben Nadine zum Interview getroffen.

Nadine Schubert
Liebe Nadine, erkläre uns kurz, wie du und deine Familie…

Es ist viel nachhaltiger, in das zu investieren, das wir lieben, als diese Leidenschaft durch falsche Ideale und Konsum zu ersetzen. Hi, ich bin Vera und blogge seit 2012 auf...

Zum Autor

Montag, 19. Dezember 2016, 22:21 Uhr

Das sind ganz tolle Anre­gun­gen! Vie­len Dank für diese nach­den­klichen Worte